Sauerei

Da hat das Wetter drei gute Tage angetäuscht und schön wird es wieder kalt und bäbä. Im Hochharz rutschen die Touris in die Straßengräben, weil es schneit und HeMan überlegt wahrscheinlich, ob er die Schneekatten einpackt.
Ich sichte warme Kleidung und ärgere mich einmal mehr darüber, daß mir die letzten 6 Wochen, in denen ich mich mit nicht krank und nicht gesund sein herumschlug, 3 Kilo mehr eingebracht haben, weil ich so viel penne.
Dann werde ich also mit Stöcken bewaffnet und wie eine Preßwurst in Outdoorklamotten herumlaufen. Stöcke sind neu. Ich bin in den Alpen nie mit Stöcken gegangen. Wahrscheinlich werde ich aussehen wie eine gottverdammte Walkerin. Argh!
In spon mal wieder ein wunderschöner Walkerhaß-Artikel. Ja, gib mir mehr!

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Frühlingsprall

Das Leben meint es derzeit verdammt gut mit mir. (Von Steuerbescheiden, Zahnarztrechnungen und Kontoständen mal abgesehen.)
Ich habe einen Arzt gefunden, der mir endlich zu den Emser-Salz-Lutschpastillen meiner Hausärztin noch Antibiotika verschrieben hat, damit sich die wilde Mischung aus Stirnhöhlen- und Nasennebenhöhlen-Entzündung endlich vom Acker macht. Schließlich ist ab Freitag Wandertag.
Es hat am Tag 20 Grad, das Telefon schweigt gnädig, auf meiner Radtour zu Camp4 werde ich auf der Warschauer Brücke mit einem himbeerroten Sonnenuntergang belohnt. Der Hähnchenteller bei Maroush ist Spitze, auf dem Nachhauseweg die Reichenberger entlang geht dann der Mond wie ein riesiger Eierkuchen auf.
Das Wochenende war in der Dreisternekategorie angesiedelt. Von endlich mal den Schreibtisch aufgeräumt über einfach nur in der Sonne gesessen bis offen fahren im Berliner Umland und beim Spazierengehen den Knospen beim Platzen zuhören war alles dabei.
Dazu ein nett verschwitzer, gerade vom Rad gestiegener Kerl, den ich vom Espressokochen abgehalten habe, weil ich der Meinung war, er müßte nach dem Shirt auch noch ganz dringend die himmlisch enge Hose ausziehen… Jetzt weiß ich endlich, was Biker unter selbigen tragen. Genau das gleiche wie Surfer. Nichts.

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Hypochrondrie light

Irgendwie habe ich ja ein Problem mit X-Berger Ärzten.
Die Gynäkologin nickte mitleidig, als ich bei der Untersuchung plapperte, daß ich mir bei meinem Freund sicher nichts aufgeschnappt haben könnte. Ich hatte schlichtweg übersehen, daß ausschließlich Lesben mit Kinderwunsch im Wartezimmer saßen.
Die nächstgelegene Hausarztpraxis schien mir das letzte ambitionierte Ärztekollektiv mit Einheitsgehalt zu sein. Rechts von mir ein krätziger Junkie, links von mir ein Alkoholiker im Endstadium, der sich imaginäre Tierchen von den Armen fing. An der Anmeldung eine großgedruckte Liste mit meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Ich fühlte mich so garnicht fehl am Platze, als ich dem blassen und überarbeiteten Arzt hyperventilierend meinen Wunsch nach dem und keinem anderen Sedativum vortrug, damit ich nachts schlafen konnte und mich tagsüber keine Panikattacken am Arbeiten hinderten. (Damit wir uns nicht falsch verstehen, von diesem Zeug habe ich in den letzten 5 Jahren 2 Packungen benötigt, die meisten davon vor Zahnarztbesuchen.)
Bei allen dasselbe. Sage ich: Ich kann derzeit nicht richtig arbeiten, weil es mir mies geht, tun sie was!, bekomme ich zur Antwort: Arbeiten Sie nicht so viel.
Sage ich: Dann und dann habe ich einen wichtigen Termin, bis dahin muß das ok. sein, greifen sie gaaaanz langsam nach dem Rezeptzettel mit den Worten: Ich schreib Ihnen da mal was mildes Pflanzliches auf oder wollen wir es doch lieber mit Homöopathie versuchen? Wie lange brauchen Sie denn die Krankschreibung?
Auch stereotypes Aufschwatzen von IGEL-Leistungen, die nicht mal meine Privatkasse zahlen würde, nervt. Der letzte Schrei: Vitamin-C-Infusionen. Verabreicht im Wartezimmer. Als ich die Praxis zum ersten Mal betrat, zuckte ich vor Mitleid zusammen und dachte: Gott, die armen Krebskranken, haben die keinen Platz im Krankenhaus bekommen für ihre Chemo?
Rufe ich nachmittags nach 16 Uhr an (soweit ich mich erinnere, öffnen normale Ärzte ihre Praxis dann noch einmal für arbeitende Menschen), bekomme ich ein glockenhelles Lachen geschenkt: Nee, wir schließen um 17 Uhr, irgendwann brauchen wir auch mal Feierabend.
Und so bin ich allmählich zu HeMans Ärzten nach Mitte und Charlottenburg gewechselt. Da kann ich sagen: irgendwas stimmt nicht, stellen Sie mich mal bitte auf den Kopf. Und siehe da, mitunter bekomme ich auch die völlig kostenfreie Auskunft: Diesen blöden grippalen Infekt hatten wir auch alle, keine Sorge, das ist völlig normal, daß sie sich noch drei Wochen später müde und schlapp fühlen.
Geht doch.

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