Eigentlich hab ich renitent gegrinst, als mir HeMan den Termin übermittelte, den er für mich beim Orthopäden gemacht hat.
So nach dem Motto: Scheißegal, daß ich auf Malle nicht mal mehr meinen Koffer die Hoteltreppen hochheben konnte und seit Wochen ein Pfeifen im Ohr nicht loswerde. Wenn hier einer alt und verbogen ist, dann nicht ich.
Der Orthopäde war dann so ein kleiner drahtiger Mann. Fast meine Gewichtsklasse. Auf Röntgenfotos zeigte er mir einen völlig ausgekanteten zweiten Halswirbel (meine Reaktion: stummes, entsetztes Glotzen) und eine fast nicht mehr vorhandene Bandscheibe am letzten Lendenwirbel (noch mehr stummes entsetztes Glotzen).
Der Rest war Horror. Zwei innige Umarmungen, ich, in Unterwäsche, verkrampft und luftanhaltend, artikulierte noch ein Ich kann das nicht, wirklich nicht! als würde es mir an die Unschuld gehen. Das Krachen in meinem Kopf löste stundenlag anhaltende Übelkeit, Kopfschlackern, eine weiche Zunge (so als Pendant zu den weichen Knien) und Vibrieren in den Kiefermuskeln aus. Das Krachen oberhalb der Hüfte brachte vor allem Leichtigkeit zurück.
Nun macht sich ein MRT demnächst auf die Suche nach der verlorenen Bandscheibe…
Deprimierend. Ich hab immer geglaubt mich erwischt es nicht.
Uff!
Gestern morgen (naja mittag!) im Einstein. Das Kind und Freund und HeMan und ich frühstücken zusammen.
Wir zählen auf, was wir in den letzten Tagen gemacht haben:
* Donnerstag: für Bekannte gekocht, viel Weißwein – bis 3
* Freitag: Café am Neuen See und irgendeine Strandbar – mit den Worten: wir müssen früh ins Bett liegen wir tatsächlich mal halb 2 in den Kissen
* Samstag: Oma 500km zum Klassentreffen gefahren (schließlich braucht sie einen adäquaten Auftritt, auch wenn sie mit der kaputten Hüfte arge Schwierigkeiten hat, aus einem Alfa Spider auszusteigen), ab 10 abends erst Solar, dann Rodeo und die Panoramabar habe ich dann wegen Müdigkeit und leichter emotionaler Beanspruchung (das lange Gespräch mit Oma übers Sterben ging mir nicht aus dem Kopf) gecancelt
* Sonntag: Ausflug in den Plänterwald, abends das komplette Old-Charlottenburg-Programm, erst Paris Bar (uärks!), dann Gainsbourg, dann Florian (to much Wodka), zu Hause um 3 und weitergemacht, was unterm Tisch im Flori begann
* Montag: den neuen Spider zur Probefahrt abgeholt, gearbeitet bis das Bullenaufgebot in X-Berg so groß wurde, daß es angeraten schien, mit dem Vorführwagen den Kiez zu verlassen, abends auf HeMans Dachterasse gegrillt, dann Tanz in den Mai auf dem Stilwerk (komische Leute dort! und so viele davon), danach First (noch komischere Leute dort!) – als wir aus dem Taxi fielen, wurde es hell
Beim Kind sah es anders aus: vor dem Fernseher hängengeblieben, früh ins Bett gegangen, essen gegangen, Video gekuckt etc. pp. Die heutige Jugend!
Gestern abend stand ich nur noch neben mir, bin um 9 ins Bett gekrabbelt und heute morgen habe ich mir Spiegelverbot und Buße tun am Schreibtisch ausgesprochen…
Hobbythek
Glam wollte Fotos

Leider hat der Silikonvorrat nicht für weitere Bauarbeiten gereicht. Sonst würde mich der Bäcker morgen Melonie nennen…
Spin off
Bevor ich Lady BSC das blog mit Kommentaren zuschreibe, übernehme ich den Diskurs.
Bloggerlesungen. Ich rede wieder mal spekulativ über Sachen, die ich nicht kenne. (Hab auch mal mit 19 einen Roman geschrieben, der in Beirut spielte, da war ich bis heute noch nicht.)
Ist bloggen Literatur? Wenns gedruckt ist, kommt es allemal ein bißchen komisch daher. Zu persönlich, zu instant.
Als es anfing, hielt ich es für den Beginn einer neuen oralen Kultur. Schriftlich zwar aber wie gesprochen. Unglaublich flüchtig. – Links, die älter als ein Jahr sind, sind oft verschüttet. Persönliche Erlebnisse, bei deren Beschreibung alle Beteiligtenbeten, nicht identifiziert zu werden. Da ist Billers Esra ein Scheiß dagegen.
(Mal ganz am Rande, ich habe mir eines der letzten Exemplare gekauft. Und, Herr Biller, ich hätte es auch nicht gern, wenn ein verschmähter Liebhaber darüber schreibt, daß ich ihm meinen Hintern unter der Dusche angeboten habe. Noch dazu, wenn ich mit allen Angaben versehen mit drei Googleclicks zu identifizieren wäre.)
Eine Momentaufnahme der „urbanen Penner“, der von der New Economy freigesetzten Boheme, die auf diese billige Weise ihr Potential verwirklicht?
Der Reiz persönlichster Momente, Menschen, die sonst nie Öffentlichkeit suchen würden/bekämen. Profis jenseits des Berufes, Nichtprofis oder Schreiber, die das Profitum auf verschiedene Weise vermeiden.(Ich setze jetzt keine Links, jeder, der täglich liest, weiß, was gemeint ist.)
Und das mit der Schnellfickerei. Eine Begegnung zwischen Tür und Angel ist verdammt heiß. Aber wer mag ein Buch, in dem jedes Kapitel mit „ich drückte sie gegen die Wand, sie wurde weich in meinen Armen und wehrte sich nicht mehr“ beginnt?
Mitunter führen solche Sachen zur Ehe. Mitunter führt Schreiben zu gedruckten Büchern. Nur was bedeutet das alles? Ehe wie bedrucktes Papier. Ist Dauerhaftigkeit per se gut? Das fragt sich jeder, der das Bücherregal des Erbonkels ausräumen muß und die nach Staub riechenden Bände weder zu sich nach Hause nehmen noch wegwerfen will.
Und jetzt hab ich den Faden verloren…