Reklamation ans Universum

Heute morgen stolperte ich im Treppenflur über diesen Stapel Bücher:

Scheinbar freundlicherweise zur Mitnahme bestimmt.
Ich fresse Bücher bekanntermaßen, auch wenn mir meine Altersweitsichtigkeit immer mehr die Freude am Lesen vermiest.
Aber diese Titel…
Liebe Bloggerinnen, die ihr euer Schreibgeschäft unter den Nicknames Feuerspringerin, Erdhexe, Weltentänzerin, Freizeitelfe a.s.o. verrichtet: hier gibt es richtig heiße frauenaffine Ware!
Lichtheilung zum Beispiel. Vielleicht hat sich die Besitzerin der Bücher, endgültig vom Irdischen genesen, in Licht aufgelöst und ihr zurückgebliebener männlicher Erdenkloß möchte das doch auch gern anderen Frauen empfehlen.
Und dann diese Allgemeinplatz-Titel: Aus eigener Kraft. Ja, endlich mal ohne Hilfestellung von Mami, Papi oder Mann. Gaaanz alleine! Wärs für Männer, wärs ein Heimwerker-Buch.
Sehr schön finde ich auch: Das Leben lieben. Ja, damit die Pflichtmitgliedschaft im Selbstmörderclub endet, muß man vorher unbedingt ein einschlägiges Schwafelbuch lesen. Eine Therapie wäre ratsamer.
Über Reklamationen und Bestellungen beim Universum decken wir mal den Mantel der Liebe und des Schweigens. Alles, nur keine Verantwortung übernehmen. Und wenn es niemanden mehr gibt, der die Wünsche und Reklamationen entgegennimmt und die Sache mit dem Weihnachtsmann auch aufgeflogen ist, werden Formulare fürs Universum ausgefüllt.
Vielleicht gab es aber während des nächtlichen Sturm, bei dem auch ich mit Herzrasen durch die Wohnung pilgerte, in den oberen Etagen eine Erkenntnis. Vielleicht hat eine Schwester den ganzen Scheiß zusammengepackt und sich gesagt: Es reicht. Ab morgen wird gelebt.

P.S.
Einzig der Osho ist mir sympathisch. Von Intuition halte ich eine ganze Menge.

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Kitty zeigt alles

Hihi, das wird wieder ein gefundenes Fressen für alle Google-Schmuddel-Sucher sein.
Aber ich empfinde das Herzeigen des Kühlschrankes als ziemlich heftigen Exhibitionismus. Nicht mal eine Spielzeug-für-Erwachsene-Sammlung sagt mehr über einen Menschen.
Nun also die erste Etage des großen silbernen Monsters, heute ist er wohlgefüllt, das Kind war schließlich drei Tage da:

* Dänische Vanillesosse, übrig von meinem Geburtstag im Januar
* überlagerte Bio-Eier
* Bonne-Maman-Konfitüre Aprikose aus irgendeinem Hotel
* zweimal Bautzner Senf, irgendwie muß der Ossi sich ja outen
* das schwarze Häufchen vorn links ist Kaffeesatz, damit die Eiswürfel im Abteil nebenan nicht nach Käse stinken, der Umluftkühlschrank quirlt nämlich auch prima Gerüche um

* Gänseschmalz, von einer Party übriggeblieben
* Pflaumenmus, quasi Grundnahrungsmittel
* Holunderblütengelee, Gastgeschenk einer Hochzeit, mir zu flau
* Afri white, ein Werbegeschenk
* stückige Erdnussbutter, brauch ich einmal im Jahr fingerdick auf die Reiswaffel
* Margarine zum Backen (selten)

* im Fleischfach: Rosmarinschinken vom Feinkostitaliener

* Creme Fraiche, übrig von der Kartoffelsuppe fürs Kind
* eine Dose Sardinen, die ist mir zugelaufen, ich mag die garnicht
* Bratenschmalz, auch übriggeblieben, immer gut für Bratkartoffeln á la HeMan
* eine Tube Remoulade für schlimme Freßanfälle
* leckere selbstgemachte Leberwurst und daneben Düsseldorfer Senf, Geschenke von HeMans Bruder
* Senfgurken für meinen spitzenmäßigen warmen Kartoffelsalat
* zweimal Bio-Schnittkäse

* Laurent Perrier ultra brut, wartet seit 18 Monaten auf den richtigen Moment
* zwei angefangene Gläser Nacho-Sauce, von einer Party im Dezember übrig (die sind beim Entsorgen so sperrig)
* Joghurt im praktischen Türkeneimerchen
* im beschlagenen Fach: Ingwer (ganz wichtig!), Schalotten, rote Zwiebeln, Knoblauch, ein Rest Gurke

* ein Rest Artevaggio (stinkt barbarisch!)
* Bauernkäse
* rechts neben der Butter etwas undefinierbares, ah noch ein uralter, winziger Rest Artevaggio (sieht aus wie Ektoplasma!)

* Beefeater Gin
* Noilly Prat
* Bombay Sapphire Gin
* Prosecco
* Tscheppe Sauvignon Blanc vom Czamillonberg

* Bier, das hat sich definitiv verlaufen hier
* echten scharfen Spreewälder Meerrettich, nicht diese Sahne-Mehl-Pampe aus dem Westen
* ausgetestet: die haltbarste Frisch-Milch
* Oliven ohne Stein für die Martini-Cocktails

* ein Vitaminkonzentrat, Jahre alt, hab ich nach einer schweren OP geschenkt bekommen
* Tomatenmark, wichtig für mein Lammnavarin
* Dijon-Senf
* ganz unten, kaum zu sehen: Chili-Chutney

In der Gefrierseite des Kühlschranks dann:

* Rohmaterialien: Rouladen, Blutwürste, Schweinsbraten, Brot (falls mich ein Brotesser besucht), Sauerkirschen, Waldbeeren, grüne Bohnen, Kabeljaufilets
und die berühmte „XXL“:http://luckystrike.twoday.net/stories/3741777/ -Fleischwurst
* Fertiges: Gemüsebrühe, Gulasch , Boeuf Bourgouignonne, Lammnavarin
* in der Tür und nicht sichtbar: auf -18 Grad gekühlter Absolut in der Literflasche

*Fazit: Dreimal Senf (eigentlich viermal, der süße ist grade alle) und jede Menge Alkohol. Das sollte uns zu denken geben!*

Mama

Mein Kleines ist wieder weg, ist wieder in seiner Wohnung. Es ist unglaublich, wie schnell man wieder in den alten Lebenstil und die alten Spielchen einrastet.
Ich habe gekocht, vom Einkaufen Leckerli mitgebracht und mein Kühlschrank war so voll wie nie. Und ich habe desillusioniert auf das beginnende Chaos geschaut. Mußte allerdings zugeben, daß ich mit 20 genauso war. Ich habe nichts weggeräumt und alles ist mir irgendwie aus der Hand gefallen. (Außerdem fällt einem das eigene Chaos ja nicht auf.) Und so stolperte ich immer wieder über leere Klorollen und Geschirr, das es nur bis kurz vor die Spülmaschine geschafft hatte. Dabei weiß ich, daß sich das Kind schon extra Mühe gegeben hat, nicht alles um sich herum zu verstreuen.
Es hat mir gut getan, mal wieder ein bißchen rumzumuttern und für sie war es auch erleichternd, nach der Zahn-OP nicht allein zu Hause zu sein. – Zudem sie heute nacht einen Asthma-Anfall hatte, weil sie das Schmerzmittel nicht vertrug. DEn hab ich aber verschlafen und sie hat mich nicht geweckt, weil sie allein zurecht kam.

Und der alte Klassiker passierte:

Gießt du mal bitte die Blumen?
Ja.
Nichts passiert.
Eine halbe Stunde später:
Denkst du an die Blumen?
Ja klar.
Nichts passiert.
Zwei Stunden später, schon etwas gereizt:
Die Blumen!
Jaha! Mach ich doch.
Eine Stunde danach der pädagogische Ansatz:
Du die Tomaten brauchen dringend Wasser!
Mach ich gleich.
Geholfen hat die autoritäre Forderung, die ich nachschob:
NEIN. JETZT.
Geht doch.

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Apport!

Da fang ich das Stöckchen mal, zwischen Martini Cocktail mixen und Olive reintauchen, damits auch wirklich 8 spontane Äußerungen über mich selbst sind.

# Ich bin immer zu langsam und zu dick gewesen. Mittlerweile ist mir das aber egal. Seitdem gehts.
# Ich liebe Katzen, kann sie aber nicht mehr um mich haben wegen einer üblen Allergie.
# Ich mag Sülzkotelett mit viel süßem Senf.
# Frag mich keiner nach dem Weg. Ich verlaufe mich selbst in Gegenden, in denen ich wohne.
# Dafür kann ich prima mit Karte und Kompass wandern.
# Produktiv bin ich nur unter Druck.
# Schwimmen würde ich gern zu meinem zweiten Hobby machen. Ich kann es stundenlang und kilometerweit. Leider fehlt mir gutes Wasser in greifbarer Nähe.
# Ich wollte mal Offizierin werden, aber das ist lange vorbei.