So,

alle Ecken beider Wohnungen wurden eingehend besichtigt.
Durch die Fotos sind wir aber immer noch nicht durch, selbst bei Speicherplatzdisziplin sind es 5.000 Stück geworden. Berge, Berge, Berge und Preziosen wie drei Kinder, die Kinder über Kinder anzogen, bis der Unterricht unterbrochen wurde, damit HeMan die gesamte Dorfschule klassenweise fotografieren konnte. Und dann noch ein mit Mama im Wasser spielendes Elefantenbaby.
Mein Favorit ist derzeit ein ganz schlichtes Bild: Auf 3.500 Meter Höhe, umgeben von Bergriesen, hängt ein zerschlissenes nur noch blaß rosafarbenes Prinzessin-Lilifee-Kleid auf der Leine. Ich habs scheinbar mit Sachen auf der Leine. Denn dieses Bild ist eines meiner Lieblingsfotos. Überhaupt, die Fotografin. Da lohnt es sich, öfter reinzusehen.

Da meine Arbeitsaison für dieses Jahr nun auch ihrem Ende zugeht, fange ich (wie immer zu spät) ebenfalls an, meinen Urlaub zu planen. Erst einmal Fuerteventura, wie letztes Jahr. Aber an anderem Ort, wenn der noch verfürgbar ist. Noch einsamer. Und dann mal schauen. Entweder Marokko oder ganz banal Mallorca.

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Der Heimkehrer

ist noch zu den sonderbarsten Zeiten müde oder wach. Und so richtig ist er in dieser Welt noch nicht angekommen. Ich finde das gut. Er wird früh genug am Steuer seines Autos sitzen und den vor ihm herumträumenden Fahrer anbrüllen: „Jetzt fahr endlich, du Affenarsch!“
Am ersten Tag erzählte er viel aus der fremden Welt und wollte gar nicht damit aufhören. Selbst als wir im Bett lagen und das Licht gelöscht hatten erzählte er weiter. Irgendwann wechselte sein Tonfall, das Thema war nicht mehr Nepal, sondern Smalltalk eines professionellen Anzugträgers auf irgendeinem Meeting. Da wußte ich, er würde die ganze Nacht durchreden, wenn ich jetzt nicht mit einem Kuß den Schalter umlege. 48 Stunden ohne Schlaf eben.
Schmal ist er geworden. Wenn er in der gewohnten Größe vor einem steht, fällt das erst einmal nicht so auf. Aber bei einer Umarmung sind überall Knochen und Kanten zu spüren. Und das schützende Gebirge, das sonst neben mir leise schniefend im Bett liegt, ist niedriger geworden, fragiler. Fünf Wochen Dal Bat, Tee, kein Alkohol, Kälte und Bewegung sind eine gute Diät.

Jetzt ist aber bald Schluß!

Die Vorhänge sind gewaschen, das Bügelwäschegebirge eingeebnet, der Kühlschrank ist geputzt, die Bürorückstände aufgearbeitet, ich habe sogar Staub gewischt. – In meiner Wohnung natürlich.
Selbstredend habe auch alle interessanten Bücher mindestens zweimal gelesen.
Es wird Zeit, morgen kommt HeMan zurück.

+++hibbelhibbelhibbel+++

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