So schnell

via

Ich immer nur zufällig auf ihrer Seite, Reisebeschreibungen, später Krankheit, eine Frau aus der Provinz. Nix für mich Großstadtpflanze.
Gestern und heute habe ich mich von vorn bis hinten durchgearbeitet. Eine klare, kluge Frau, unprätentiös, keine verschnippte Selbstinszeniererin. Es sagt viel über meine Eitelkeit, daß ich immer wieder nur vorbei gegangen bin.
Es wird nicht nur geliebt gezeugt und geboren in Kleinbloggersdorf, es wird auch gestorben.
Knapp drei Jahre von der ersten Diagnose bis zum letzten Tag im Hospiz, vom „ich habe keine Angst“ bis zum „ich muß mich damit abfinden“. Davon zwei Jahre Hoffnung, daß der Krebs abdreht und immer wieder schwere Quälerei.
Ich habe mich gefragt, wie ich handeln würde, wenn ich heute oder morgen vor diesem Problem stünde. Würde ich die Ochsentour der Chemotherapien, Bestrahlungen und Operationen gehen? Würde es sich lohnen, die letzte, zerdehnte Lebenszeit kriechend und kotzend in Krankenhäusern zu verbringen? Ist der schnelle Untergang mit Würde und Trara besser? Oder sollte man doch lieber bei der Lebenslotterie mitspielen?
Das Blog von mariont, ihr virtueller Nachlaß, wird hoffentlich noch lange im Netz stehen.

Veröffentlicht unter Exkurs

Mist!

Grade eine lange Kritik zur gestrigen Premiere geschrieben.
Im letzten Satz auf die falsche Taste gekommen, gelöscht.
Also. Ansehen. Gut gemachtes deutsches Kino.

Veröffentlicht unter Exkurs

Maulfaul

Momentan wird das nix mit Bloggen. Ich habe zwar ein paar Artikel begonnen, aber wegen moralinsauren Grundgeschmacks verworfen.
Ansonsten hat sich meine Grippe prima aufgeteilt. Vor vier Wochen nur das k.o.-Syndrom, jetzt Husten, Rotz und Halsschmerzen, verbunden mit der Produktion grünlichen Schleims. Ich könnte mich für Geld als Alien sehen lassen.
Es wird Frühling und dazu habe ich eine Woche voll Premieren. Nett mit dem Sektgläschen in der Hand rumstehen, statt mit rudirentierroter Nase im Bett zu verschwinden, ist nicht witzig.
Menno!

Außerdem hab ich nichts anzuziehn.

Veröffentlicht unter Leben

Der Preis der Freiheit

Bei den ganzen Eva-H.-Diskussionen habe ich immer mal eingeworfen, daß mir zwar die Haltung der Frau piefig und vorvorgestrig erscheint, das Thema aber heiß ist.
Ich stolpere in der letzten Zeit immer wieder über Fakten, nach deren Begutachtung ich das Gefühl habe, eine soziale Veränderung tut not. Sicher wird es sich um nichts so Revolutionäres wie sozialen Konsequenzen von 68 handeln, die momentan in jeder Zeitschrift auf die Person des barbrüstigen Fräulein Obermeier oder des spiddeligen, nur kopfbehaarten Langhans-Bürschchens und die Legenden von „Jeder mit Jeder“ reduziert werden.
Ich habe das Gefühl, unsere sozialen Verhältnisse und ihre Konsequenzen müssen in unseren moralischen Vorstellungen und dem daraus folgenden Handeln ankommen.
Die einzige soziale Moral ist derzeit, daß es keine Moral gibt. Es gibt zwar eine kritische Bewegung, die sich mit unserem Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen auseinandersetzt, zum Teil werden moralische Fragen zu Managermoral gestellt (das scheint jetzt sogar in den Chefetagen anzukommen).