Alles im Eimer

Heute haut mir die Schüchternheit mal wieder die Beine weg.
Ich habe kein Problem, ein größeres Auditorium zu entertainen und/oder zu belehren, ich liebe Lesungen und Vorträge, auch meines eigenen Krams.
Aber sobald es um ein zwangsloses berufliches Treffen von bisher weitgehend unbekannten Leuten zwecks Kontaktaufnahme und Smalltalk geht, herrscht bei mir der innere Ausnahmezustand.
Als würde mir einer sagen: Jetzt aber los, wir dachten schon, Sie kommen nicht mehr!, mich auf die Bühne schieben und dann stehe ich da und – Was hatten die gesagt? Die Arie der Königin der Nacht? Ich??? Aber ich kann doch den Text garnicht! Und singen kann ich auch nicht!!! Jedenfalls nicht so hoch und nicht so laut…
Und dann wache ich schweißgebadet auf.

Ich glaube, das werde ich im Leben nicht los.

Veröffentlicht unter Leben

20. Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

Das war so eine Sache. Ich las wahnsinnig gern, aber ich ließ mir auch hier nichts vorschreiben.
Mal abgesehen davon, daß ich längst haufenweise Erwachsenenbücher las, als auf dem Lehrplan noch Kinder- und Jugendliteratur stand.
Die nächste Sache war die schematische Interpretation der Literatur. Das ist halt Schule. So wie heute bei jedem Buch und jeder Geschichtsepoche über die Rolle der Frau gesprochen wird, mußten wir das Augenmerk legen auf den Proletarier, Underdog oder aufgeklärten Bürgerlichen (der dann doch in den Fesseln seiner Zeit etc.). Laaangweilig!
Wir lasen Thomas Mann Mario und der Zauberer und es ging hartnäckig immer nur um das eine: da ist einer, der Menschen verführt und einer, der ihm widersteht. Was meint das? Ja, antifaschistischer Widerstand…, bla…
Ich interessierte mich in dieser Zeit eher für Dr. Faustus und hatte Wälsungenblut und Der Tod in Venedig gelesen.
Als ich dann Lehrer hatte, die sich ein wenig mehr Freiheiten trauten, über Stilistik sprachen und auch freies Schreiben über die Texte zuließen, hatte ich längst mein Interesse ans Theater verloren. Ich pinselte nebenbei in der Theaterkantine noch ein paar Gedichtinterpretationen, über die sich dann die Deutschlehrerin fast überschlug vor Lob, aber mich interessierte es nicht mehr richtig. Trotzdem bin ich ihr dankbar dafür, daß sie mein freies Denken zugelassen hat.
Viel vom der Schulliteratur habe ich Jahre später dann gern ode überhaupt erst einmal gelesen. Die Kunst bestand schließlich darin, einen Aufsatz über Faust zu schreiben und ihn nicht gelesen zu haben.
Und der Faust, der treibt mich noch immer um, das ist eines der wichtigsten Bücher.
Der ganze Fragebogen.

HÄ?

Liebe Kundin, lieber Kunde!

Kunden, die Bücher von Monika Beutter gekauft oder bewertet haben, haben auch Kaninchenvererbung: Band 2 Fachbuch zur Theorie von Heidrun Eknigk bestellt. Daher freut es Sie sicher, dass Kaninchenvererbung: Band 2 Fachbuch zur Theorie am November 2010 erscheint. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor!

Ich hoffe, die verwechseln mich. Oder sollte mein Psychiater doch recht haben mit der gespalteten Persönlichkeit?

21.10. 10

Es herbstelt so vor sich hin. Die Nacht war unruhig, weil es stürmte. Ich schloß Wetten drarauf ab, wann endlich dieses riesige Stück Plastikfolie, das ich auf dem Balkon bunkerte, fliegen lernte.
Entsprechend mühselig war das Aufstehen. Ich konnte mich nicht darum drücken, um 11 Uhr hatte ich einen Muckibuden-Trainingstermin in C-Burg und vorher mußte ich noch meine Sportsachen bei HeMan abholen.
Der Trainer hat mir ein nettes Post-Burnout-Programm zusammengestellt. Nichts mehr nach dem Motto „Was uns nicht tötet, härtet uns ab.“, sondern nur 4 Geräte und den Rest Crosstrainer nach Tagesform. Dazu Anfängeryoga.
Der Rest des Tages war Büroroutine. Am Abend kochte ich mir eine Kürbissuppe, räumte die Belegestapel rechtwinklig auf meinen Schreibtisch, um Ordung zu imitieren und dinierte mit mir selbst.
Der Rest des Abends verging mit Internetrecherche zum Thema Transmedia und digitales Storytelling (schön, daß ich endich ein Etikett für das gefunden habe, was ich seit zweieinhab Jahren verfolge). Nebenbei vernichtete ich einen Gin-Rest per Martini-Cocktail. Der dann doch größer war als die Flasche suggerierte. Heidewitzka!

Veröffentlicht unter Leben