Das war der Tag mit dem Nieselregen

Der ist ja bekanntlich gut für die Haare, da krieg ich immer gleich mächtig Mähne und Volumen.
Nach fiesem Amtstermin, der garnicht stattfand, weil die Dame krank war (und dafür fahr ich völlig komatös zu morgens 9 Uhr nach C-Burg!) etwas dämlich rumdallern am Schreibtisch, nach dem ich gestern bis 12 Uhr nachts über diesem Sch…formular saß. (Berliner Ämter haben ganz gerne keine ausfüllbaren pdfs. Hier hatte jemand sogar nur 12 seiten per Hand auszufüllende Word-Dokumente eingescannt und ins Netz gestellt.)

Dann Mittag gegessen und bevor mich das Suppenkoma niederstrecken konnte, rauf aufs Rad. Miz Kitty braucht Bewegung und außerdem war ein Vierwochenbaby zu besichtigen.
Und das war SO was von *hach*, inclusive gelassener wunderschöner Mutter (ich hatte von ihr nichts anderes erwartet). Während das keine Kerlchen abwechselnd Milch bekam, Bäuerchen machte, geputzt wurde oder an Mutters Busen schlief (das Leben ist ja so schön übersichtlich in dem Alter), stürzten sich die im Hause mitwohnenden Riesenkatzen auf mich und wollten gekuschelt werden. Bekanntermaßen habe ich eine Mordskatzenallergie. Könnte es sein, daß liebebedürftige Katzen in harten Zeiten ihre Allergene ausschalten können, um Steicheleinheiten zu erhalten? Außer zwei, drei Niesern war alles fein.

Dann gings retour zum Grafen., ein bißchen rumpusseln. Wäsche waschen. Furchtbar stinkenden Camembert essen, solange er schlief. (Dieser Le Rustique ist lecker, wenn er Zimmertemperatur hat. Aber er riecht, als würde eine Leiche in der Küche liegen.)

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Sozialleben

So langsam komme ich wieder aus der Winterhöhle. Es wird warm, die Vögel werden hektisch, die Sonne ist schon verdammt kräftig. Ich steige aus dem Wolkenkuckucksheim an der Barnimkate runter in Splitt und verschmierte Hundescheiße (die übrigens weniger wird in den letzten Jahren, habe ich das Gefühl) und stolpere kurzatmig durch die Straßen.
Gestern wurde das Sparschwein vom Iron Blogger vertrunken. Seeehr sympatische Menschen und ich Soziophobikerin fühlte mich wohl inmitten von ihnen.
Heute traf ich zum ersten Mal nach 10 Jahren eine Schulfreundin, die eigentlich die ganze Zeit fast in Reichweite in Berlin einen Paralleljob gemacht hat und doch sind wir uns nie über den Weg gelaufen, außer auf Klassentreffen. Wir saßen ein paar Stunden im Kuchenkaiser in Kreuzberg und brachten uns auf den neuesten Stand. Beide mit großer Kurve im Beruf, beide nach viel Arbeit und Streß jetzt mit Kurs auf ruhigere Fahrwasser – ich bin gespannt auf das Klassentreffen, das wohl dieses Jahr stattfinden wird. Vor 5 Jahren hatten viele böse Scheidungen vor und hinter sich. Nun wird wahrscheinlich der Job auf den Prüfstand gestellt…

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Ah, jetzt kommts

Es ist jetzt anderthalb Jahre her, daß ich die Agentur geschlossen habe. Ein für mich in den Dreißigern unvorstellbarer Vorgang. He, das war mein Baby, Lebensgrundlage und -inhalt, finanzierte Privatgymnasium, Sportwagen, Klamotten, Lebensgenuß und fütterte den Burnout, bis er mich fressen wollte.
Dann hing ich erst einmal lange in den Seilen. Immer wenn ich wieder zu arbeiten begann, ereilite mich ein Rückfall, wieder war ich wochenlang kaum belastbar.
Jetzt, nach zwei Jahren ausruhen, kreisen und kreiseln schält sich das neue Berufsbild endgültig heraus.
Programmieren können andere besser als ich, der Graf oder Frau Gedankengebäude, dafür texte ich sehr gut und Konzepte entwickeln kann ich auch. Vor allem, wenn es darum geht, einen Menschen und seine Aufgaben auf die Bühne des Lebens zu stellen. Und dann kam das vorbei, was ohnehin am nächsten lag.
Schließlich stehen 15 Jahre Karriereberatung und -begleitung in meiner Berufsbiografie. Der Unternehmensberater, den ich vor drei Jahren konsultierte, fragt mich auch, wie es denn wäre mit Coaching. Und ich wehrte mich mit Händen und Füßen: Bitte nicht noch ein Coach, das braucht kein Mensch.
Offensichtlich doch, denn die Jobs kommen zu mir. Ich blühe auf, wenn ich mich mit einem Menschen hinsetze und einen Berufsweg analysiere, schaue, wie jemand „funktioniert“, wo er hinpaßt, was ihn ungebremst und hingebungsvoll tätig sein läßt. Wir suchen nach Rezeptorenpunkten – wer sucht und braucht so jemanden? Befragen Träume auf ihren Realitätsgehalt und verabschieden alte Profilneurosen. Wir schauen, wie ein Mensch wahrgenommen wird. Projektionsfläche? One Hit Wonder am falschen Platz? Der ewig Unterschätzte? Der Bergsteiger? Wir verabreden einen Plan und bei der Ausführung bin ich dann gern noch dabei: Bewerbungen gegenlesen, Stellenangebote anschauen, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Immer mal einen Impuls geben, in Richtungen zu gehen, die vielleicht nicht so offensichtlich sind. Die Bewerbungsstrategie strukturieren. Erst bei den Unwichtigen vorsprechen zum Üben und Feld sondieren. Dann die Ziele fokussieren und los…

Und und und.

Da Ärzte sich nicht selbst behandeln können und auch nicht die geduldigsten Patienten sind, muß ich mir selbst bescheinigen, daß ich das Nächstliegende erst einmal ingnoriert und mich selbst nicht gerade effizient beraten habe. Aber es wird. Manchmal muß man noch eine Runde drehen.

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Miz Kitty’s Rezepte

Er schwebt schon seit geraumer Zeit in der Umlaufbahn, der Plan, eine Seite mit Rezepten und Haushaltstips zu füttern. Ich bin nur zu einem Teil Nerdesse, zum weitere Teil bin ich seeehr hausfraulich veranlagt und das auch noch gern.
Auf Wunsch von LaRueduFilm referiere ich mal kurz, wie ich die Karottensuppe gestern schnell zusammengerührt habe. (Ich bin schließlich Freestyleköchin)

Miz Kitty’s Karottensuppe

zwei Hand voll Mohrrrüben (so ca 1Kilo, etwas weniger)
1 große, mehligkochende Kartoffel (mein Verbrauch an mehlig kochenden Kartoffeln ist enorm)
1/2 Liter Hühnerbrühe aus dem Frost-Vorrat
1 große Zwiebel
1 Chili-Schote
Salz, Pfeffer, 1 Tl Zucker
Frischkäse
1 El Olivenöl
1 El Currypulver (in diesem Fall mildes Madras-Curry)

Die in grobe Stücke geschnittenen Karotten und die grobgehackte Zwiebel in Olivenöl anschwitzen, bis die Zwiebel glasig ist, die ganze Chilischote, das Currypulver und den Zucker zugeben, unter Rühren etwas karamelisieren lassen. Es sollte nichts braun werden.
Mit Brühe aufgießen. Die zerschnittene Kartoffel zugeben. Ca. 20 Minuten kochen lassen, bis alles gut weich ist. Dann mit dem Zauberstab pürieren und auf die gewünschte Konsistenz verdünnen. Oh, eines nicht vergessen, vor dem Pürieren die Chilischote rausnehmen und danach wieder reinlegen. Die ist nämlich der Joker, die bekommt nur einer auf den Teller.
Etwas zugedeckt abkühlen und ziehen lassen und dann auf Teller geben, in dem jeweils ein knapper El Frischkäse ist.

Variation:
statt Olivenöl Butter
Ingwer gehört eigentlich dazu, hatte ich aber nicht
statt Zucker Honig
statt Frischkäse Sahne, Creme Fraiche oder Schmand
angeröstete Sesamkörner aufsteuen

und für Veggies muß es auch keine Hühnerbrühe sein, da machts auch Gemüsebrühpaste

So, das isses erstmal. Fotos gibts leider nicht. Es ist nämlich schon alles aufgegessen. :)