Der Graf fuhr heute mit der Großehäusermenschengemeinde über Land und ich nutzte die Gelegenheit, den Hof vom kleinen Haus von Gewächsen zu befreien.
Aber zuerst hing ich Wäsche auf.
Dann ging ich vorsichtig in den Hof. Denn die Hühner der Nachbarn scharren noch immer dort und haben ihn gut umgegraben. Die Hühnchen sind recht zutraulich. Der Hahn blies sich mächtig auf und krähte mich böse an. Als ich die Strauchrosen und Holunderbüsche verschnitten hatte und mich in der Schuppenecke dem wilden Wein widmete, hatten wir friedliche Koexistenz. Ich sägte Stränge so dick wie der Abfluss unterm Waschbecken durch, die aufs Dach führten und holte Triebe aus der Dachrinne, die wie ein Dreiviertelzollschlauch aussahen. Dabei erwischte ich nicht mal alles. Ein Teil war unters Wellblechdach gewachsen und tauchte fröhlich an anderen Stellen wieder auf.
Als ich das Gestrüpp mit der Grabegabel quer über den Hof trug, versuchte der Hahn tatsächlich, mich von hinten anzugreifen, er war hier der Boß. Aber wenn ich ihn ansah, hielt er sich zurück.
Ich machte vernünftigerweise Schluß, bevor ich völlig erschöpft war, holte die Wäsche von der Leine, duschte den Dreck ab und freute mich auf den heimkehrenden Gatten.
Wir fuhren mal wieder nach Grimmen zum Einkaufen. Außer uns war nur noch die Dorfjugend da, die sich mit Alk eindeckte. Also nicht nur. Am Gemüsestand frage ein Mädchen einen Jungen völlig perplex: Du willst wirklich einen Salat kaufen???
Zurückgekehrt, bereitete ich in der Küche noch etwas vor und nun wird geschlafen.
22.03.2019
Irgendwas läßt mich den täglichen Blogpost immer erst schreiben, wenn ich kaum noch die Augen aufhalten kann.
Deshalb in Kürze: mit dem Grafen eine Runde spazieren gewesen. Die Veilchen beginnen zu blühen und beim Nachbarn auf der Hügelkante wächst jede Menge Schnittlauch.
Feuerchen zweite Runde. Altes Gestrüpp abgemacht.
Den Staubsauger, der bei Kind und Schwiegersohn und den ich in der Wohnung verwenden will, ist flüsterleise.
Den Abend allein verbracht, weil der Graf auf einer Veranstaltung ist. Mit Nudeln überfressen. Müde.
21.03.2019
Ein Feuer gemacht, weil es schon wieder einen Riesenhaufen Äste gab. (Ich liebe Feuerchen!)
Gras auf die zugeschippte Grube gesät. Weiße Hemden gewaschen.
Mit dem Grafen Sand aus dem Boden am Terrassenausgang geschippt. Gemeinsam überlegt, wie der Boden neu aufgebaut werden kann.
Das Auto zurückbekommen. Da hat uns jemand sehr viel Gutes getan. Der olle Transporter bremst wieder besser, hat ordentliches Licht und stinkt nicht mehr nach vorne raus.
Happyhappyhappy!
Gegen 17 Uhr todmüde und platt gewesen, zusammengepackt und erstmal frierend rumgehockt und auch vom hochheizenden Ofen nicht warmgeworden. Bis ich nach einer heißen Dusche und einem vollen Teller Futter merkte: ich hatte einfach Hunger.
20.03.2019
Ein Tag, der frostig kalt und sonnig begann und feucht, mild und bedeckt endete.
Der Graf hatte es heute übernommen, um halb 7 Uhr morgens bereitzustehen, weil das Auto wieder abgeholt wurde.
Ich schlief noch etwas und startete langsam in den Tag. Ein bißchen recherchieren, räumen und fegen, bis das Bäckerauto kam.
Dann machte ich mich an eine Arbeit, die ich schon lange aufgeschoben hatte. Neben den Mülltonnen steht ein Komposter aus grauem Plastik. Halb kaputt natürlich. Ich nahm ihn auseinander und sortierte den Inhalt (irgs!) 20% waren Verpackungsmüll und Zigarettenschachteln, 5% aus unerfindlichen Gründen Männerunterhosen bzw deren unzersetzbare Bestandteile – der Gummibund und Elasthanfäden. Mit dem Rest verfüllte ich ein Loch 5 Meter weiter, in dem mal ein Stubben war.
Dann half ich den Grafen und transportierte Ziegelsteine und Bauschutt. Der Gartensaal hat jetzt wieder eine ordentliche saubere Lehmschüttung und die Luft kann unter den Dielen zirkulieren.
Dann kam die Situation „du kannst es gern so lassen, nur dann ist es eben Sch…“ der Graf nahm noch die Fliesen an der Terrassentür weg und siehe da, dort faulte ein Balken, der da garnicht hingehört, fröhlich vor sich hin.
Dann machten wir Feierabend, es gab Kartoffelbrei und Würstchen bzw. Spiegelei.
U d jetzt schiele ich vor Müdigkeit und die Kopfjukebox spielt die größten Hits von Andrea Berg. Schnell schlafen gehen.