Sch…!!!!

Heute Morgen bin ich um 8:00 Uhr blitzartig aus dem Bett gesprungen. Die Sonne schien! Nach dem gestrigen Regentag, den ich an einem völlig verlorenen Strand verbrachte, wo es von oben regnete und von unten die Salzluft stäubte (eine gute Therapie für meine Bronchien) brauche ich nun endlich wieder Sonne. Schließlich möchte ich mit einem deutlich sichtbaren Bikini auf der nackten Haut zurückkehren. Ich frühstückte, erledigte die wichtigste Korrespondenz, zog meinen Bikini an und da war die Sonne weg. Noch immer hängt eine fette Wolkenfront über den Bergen.
Momentan ist die Stimmung in meinem Quartier sowieso nicht so sonderlich gut. Die Gastgeberfamilie ist auf Urlaub nach Deutschland gefahren und hat einen Kumpel ins Haus einquartiert. Der hat als erstes eine VW Transporter direkt vor meinem Fenster geparkt (mein Bergblick!), heute Morgen die Hunde rausgelassen und ist verschwunden. Die Hunde sind nicht glücklich. Sie suchen und bellen. Die interessant gefärbte Katze wollte gestern bei mir unterkriechen. Katzen merken immer sehr schnell, wenn jemand aufbrechen will. Meine Katze ist immer schon krank geworden, wenn ich die erste Kiste für den Umzug packte.
Ich glaube, ich werde mal den Warmduscher-Strand im Süden aufsuchen, vielleicht kommt ja die Sonne raus.

*Grummel*

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Dies und Das

Manchmal begegnet man Menschen, bei denen man nach kurzem Überlegensmoment weiß: Oh Scheiße, das könnte ich sein!
Ich belästige selten andere Menschen mit unausgegorenen Gedanken, was allerdings auch heißt, dass ich dazu neige, meine Mitmenschen vor vollendete Tatsachen zu stellen. Vermittelnde Kommunikation ist nicht so unbedingt meine Stärke. Wenn ich ängstlich oder unsicher bin, habe ich die Angewohnheit, allem und allen im Weg zu stehen. Ich werde dann extrem langsam, zögerlich und sperrig. Schnellere Zeitgenossen sind dann sehr schnell genervt von mir, weil ich alles blockiere. Ich kann aber nicht anders, wenn ich Tempo machen würde, hätte ich Angst, den Halt zu verlieren. Aber das nur am Rande.
Deshalb ich darauf komme? Der Haushüter, der gestern Abend hier eingezogen ist, hat ähnliche Verhaltensweisen wie ich. Wie das so ist, wenn man sich selbst sieht, wird man erst richtig kiebig.
Er ist zwar da, dann ist er aber auch wieder weg. Keiner der Gäste (ich bin hier nicht die einzige) hat ihn je zu Gesicht bekommen. Die Leute wollen aber die eine oder andere Auskunft von ihm. Er hat sich nicht vorgestellt, er ist nicht greifbar. Trotzdem ist er ungeheuer präsent. Schon an dem Tag, an dem er ein paar Absprachen mit den Gastgebern traf, parkte sein Auto quer vor der Toreinfahrt. Mir fiel das nur nicht so auf, weil ich zu Fuß unterwegs war. Gestern Abend stellte er mir den VW-Transporter direkt vors Haus. Hier ist eigentlich genug Platz. Heute Nachmittag stand sein schrottiger Golf quer vor der Einfahrt meines Carports. Ich stellte mich so hin, dass er eigentlich merken musste, dass er meinen Parkplatz versperrt. Als andere Urlaubsgäste bei ihm klopften, öffnete er nicht, obwohl er da war. Als er das Haus verließ, stürzte er sofort zum nächsten Auto (die Gastgeber haben einen großen Fuhrpark) und fuhr los, bevor ich noch mit ihm sprechen konnte.
Ich begreife langsam, wie diese üblen Nachbarschaftsstreitereien entstehen, die Gerichte bis in die letzte Instanz beschäftigen.
Und was lerne ich daraus? Immer schön kommunizieren. Das bildet Vertrauen.

In den Blogs tauchen die ersten Jahresrückblicke auf. Oh weh, das wird bei mir eine heftige Geschichte.

Ich bekomme Muffensausen. Irgendwie war das alles so einfach und folgerichtig. Da ich nur noch in meinem Loft arbeite und weniger als 50 % der Fläche überhaupt benutze, werde ich es aufgeben. Nach kaum einer Woche ist es schon wieder vermietet. Noch nie ist mir mein Loft so schön und angenehm erschienen. Das übliche eben. Immer auf der anderen Seite der Tür sein wollen. Wenn ich wieder zurück bin, werde ich eine Menge organisieren müssen. Zwei Monate sind eine kurze Zeit.

Das mit der Sonne müssen wir noch üben. Mein iPhone-Wetterbericht sagt, dass es erst Ende der Woche wieder Sonne gibt. Immerhin habe ich es heute ungefähr 1 h geschafft, in der Sonne zu liegen. Allerdings erst gegen 4:00 Uhr nachmittags, und da steht sie dann schon so schräg, das sie gegen den Wind kaum noch ankann. Dann heißt es entweder braun werden und frieren oder anziehen und weiß bleiben. Das sind Luxusprobleme, was?

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Wandern mit Kitty Heute: Der Weg ist das Ziel

Beim diesjährigen Aufenthalt auf der Insel hatte ich nicht nur eine blödsinnige Touristenkarte bei mir, sondern habe mir einen Wanderführer angeschafft. Der ist, wie es mir scheint, tatsächlich für Anspruchsvolle gemacht, den ich hänge in den angegebenen Zeiten immer satt hinterher und was als einfache Tour, die auch für Omas noch machbar ist, beschrieben wird, ist nicht so ohne.
Gestern hatte ich eine Steilküstentour ausgesucht, die zu einem einsamen Sandstrand führen sollte, zu einem mit hellem Sand noch dazu, was auf einer Vulkaninsel eher selten ist.
Ich begann meine Wanderung an einer Ansammlung von Häusern vor einem Stück Strand zwischen hohen Felsen, die Bewohner müssen vom Lärm der Wellen längst taub sein. Und doch gibt es diesen Ort schon sehr lange, früher haben die Leute dort mit Fischerei ihren Lebensunterhalt verdient, sicher wurde auch das eine oder andere wertvolle Treibgut an Land gezogen, wenn die ganze Bevölkerung nicht mal eben von Piraten gekillt wurde. (Man darf nicht vergessen, dass die Kanaren für die spanische Flotte die letzte Station vor Amerika waren, um Wasser und Essen zu fassen. Umgekehrt wohl auch, wenn sie mit Gold zurückkamen.)
In der Nähe des Örtchen sah es aus wie überall in Spanien. Nach Bautätigkeit heißt es nicht etwa: Ich schaufele ein Loch, kippe meinen Bauschutt rein und schütte es wieder zu. Sondern: Ich schmeiße meinen Mist an den Rand vom Grundstück, wenn ich weit genug schmeiße, fällt er vielleicht die Steilküste runter. Nach dem Verlassen der zivilisierten Gegend lief ich an einer wilden Steinküste entlang, meinen verstopften Bronchien bekam das zerstäubte Meerwasser sehr gut.

Es gab Brüllen, Knallen, Rauschen, Dröhnen satt und dazu jede Menge Sonne und scharfen Wind. Wind zumindest, bis man in einer Erosionsrinne verschwunden war, in der Windstille war es sofort knallheiß.
Dann irgendwann gab es an der Kante keinen Weg mehr. Mir war das schon längere Zeit nicht ganz geheuer, weil die Kante so unterhöhlt war, teilweise waren auch schon Stücke abgebrochen. Der nächste Teil der Route führte auf halber Höhe die Berge entlang.

Irgendwie habe ich Depp den Weg verpasst. Ich musste unbedingt unten an der Küste noch nach einer Höhle schauen, in der tatsächlich Leute lebten, sie hatten ein Windgenerator, eine Antenne, jede Menge Angeln und einen Jeep vor der Haustür. Und so trappelte ich denn über Stock und Stein, also mehr Stein als Stock.

Zu Trainingszwecken empfiehlt es sich, auf einem Eisenbahndamm spazieren zu gehen. Kurz bevor es wieder hinunter zur Küste ging, fand ich dann auch glücklich den Weg wieder. Da hing mir dann schon die Zunge bis in den Staub.
Der angeblich wunderschöne helle Sandstrand lag im Schatten, war von den Wellen fast geflutet und der Sand war schwarz. Einige klügere Menschen waren mit ihren Autos dorthin gefahren. Dazu gab es jede Menge des unvermeidlichen Plastikmülls. Ich verschnaufte mich ein wenig, drehte ein kleines Video, das ich hier aber nicht einstellen kann, weil ich das Format umrechnen müsste – außerdem ist es langweilig – und so kehrte ich um.
Der Rückweg ging trotz stark starkem Gegenwind recht schnell, jetzt ging es ja auch über einen Weg. Mit letzter Kraft erreichte ich einen Aluminiumsstuhl in der Strandbar. Ich röchelte wie ein Schiffbrüchiger: „Un cortado por favor!!!“

Und bevor ich am frühen Abend ins Bett krachte und 12 Stunden schlief, erfreute mich der häusliche Strand mit diesem Sonnenuntergang:

Zu Hause isses doch am schönsten!

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Kochen mit Kitty Heute: Schlampf á la Espana

Andere sagen hochgestochen Soulfood dazu, ich nenne es Schlampf, man kann es schlabbern und mampfen. Es sollte beim Zubereiten möglichst wenig Konzentration und viele gängige Zutaten erfordern, prägnant schmecken, dabei alle Bedürfnisse von Magen und Ego erfüllen (sauer, salzig, süß, scharf, mit Biss und zugleich weich, fettig, kalorienreich und doch in Unmengen essbar, vor allem in liegender Position, ohne zu kleckern und zu krümeln).
Das fiel mir vor vier Tagen ein, als ich hustend und schniefend mein Zimmer hütete:

Schlampf zu fotografieren, macht eigentlich keinen Sinn, da er aussieht, wie schon einmal gegessen.
Man nehme:
eine Dose Thunfisch,
eine rote Paprikaschote,
eine Gemüsezwiebel,
3-5 Knoblauchzehen,
Öl, Salz, Pfeffer, scharfer Paprika, weißer Weinessig, Zucker

Knoblauchscheibchen und grob gewürfelte Zwiebel in Öl anschmoren, nicht zu braun, eher glasig werden lassen, relativ schnell den Zucker dazu geben, damit er karamelisiert. Dann Paprika, Salz und Pfeffer zugeben. Die gewürfelte Paprikaschote erst gegen Ende unterheben, sie soll noch Biß haben.
Den Thunfisch abgießen, den Inhalt der Pfanne unterheben und mit Weinessig so abschmecken, dass es fast einen Tick zu sauer ist. Das zieht in den nächsten Minuten ein und ist dann genau richtig.
Ich habe heute dazu mit Brühwürfel gekochten Langkornreis gegessen, über den ich satt süße Chilisauce gekippt hatte.
Was übrig ist, kann gut durchziehen und schmeckt auch noch in drei Tagen ziemlich gut.
Als Dessert empfiehlt sich ein spanischer Danone-Joghurt, möglichst Geschmacksrichtung Kokos oder Vanille. Hier ist garantiert keinerlei Naturprodukt an der Herstellung beteiligt. Er sieht aus wie seine Plastikverpackung und schmeckt undefinierbar aber nach mehr.

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