Nightly breakdown in time of Second Great Depression.
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Schießen Sie auf den Pianisten
Gestern ist in der Dachwohnung gegenüber eine junge, lebensfrohe und moderne Familie eingezogen. Sie fördern ihre Kinder sehr. Eines spielt Klavier, es spielt schlecht, aber es gibt sich viel Mühe. (Ich dachte zuerst, daß in der Kneipe unten ein minderbemittelter Alleinunterhalter einen Leichenschmaus musikalisch umrahmen würde.) Gestern übte es fünfeinhalb Stunden bei geöffnetem Fenster. Heute fing es um neun Uhr dreißig damit an.
Ich gebe zu, daß ich verwöhnt bin, wenn der Konzertpianist, der hier einmal wohnte, Schumann übte, wäre ich am liebsten in seine Wohnung geschlichen.
Aber dieses Geklimper? Tadammtadadamm-tadadammtadamm…
Warum sind die mit ihren Blagen nicht in den Prenzlauer Berg gezogen? Lange halte ich das nicht aus.
Herrschaften, beobachten Sie in den nächsten Tagen die Titelseite der Bildzeitung.
diesen tag
würde ich gern begründungslos wegen nichtgefallen zurückgeben.
Hormonsermon
Sehr geehrte Herrschaften, ich verstehe es, wenn sie sagen, daß das, was sie gleich lesen werden, mehr ist, als sie über mich wissen wollten. Es ist ein reines Mädchenthema und muß trotzdem raus, so viel Zeit muß sein.
Da ich vor gut 5 Jahren ein frauenspezifisches Organ an der Garderobe des Leben abgeben mußte, habe ich zwar keine Probleme mit dem Thema Familienplanung mehr, aber mein Körper ist der Meinung, da er damit auch einiges anderes zu den Akten legen kann. Daß ich schon immer lieber ein Mann gewesen wäre, habe ich nicht nur einmal betont, derzeit tue ich es noch lieber. Was haben Frauen eigentlich verbrochen, daß Gott die Wechseljahre erfunden hat? (und ich bin noch nicht mal drin!)
Mittlerweile läuft mein inneres Motörchen so stockend, daß alle 2-3 Zyklen nichts mehr passiert. Kein Eisprung, danach endloses Ichweißnichtwas. Stimmungsachterbahn. Von bösartigem Geifern über hysterisches Lachen zu Heulen in drei Minuten. – Herrgott, ich wollte nie Schauspielerin sein und die Pubertät war schlimm genug. Tagelang bleierne Müdigkeit, selbst mitten am Tag, ein Schlafbedürfnis von 12 bis 14 Stunden. Dann bin ich wieder mitten in der Nacht wach. Peng! Mit einer rasenden inneren Wut und Verzweiflung. (In so einer Nacht nehme ich manchmal 3 Pfund ab.) Dann wieder depressive Schlaftablette.
Spaß macht das nicht.
Agnus Castus hilft in gewissen Grenzen, dann springt das Motörchen wieder an. Ein Arzt hat mir mal erklärt, der ganze Vorgang wäre , als würde jemand einen Stock in die Speichen eines Rades halten. Es kostet verdammt viel Energie, bis der Stock beiseite fliegt.
So, das wollte ich jetzt mal loswerden. Männer ihr müßt zum Bund. Seid froh. Ihr wißt gar nicht, was euch erspart bleibt.