16.7. 10

Ein höllenheißer Morgen nach einer höllenheißen Nacht.
Ich radelte zum Büro und hielt beim Drogeriemarkt, um Haargummis und -klemmen zu kaufen. Nie mehr nasse Haare im Nacken! Das 4 cm lange Pferdeschwänzchen ist das erste seit fast 20 Jahren. Um die Haare lang zu züchten, braucht man nur eine Depression, die Friseurbesuche und Frisurentscheidungen blockiert.
Als ich dann am T-Punkt vorbei kam, dachte ich mir: krieg doch mal raus, ob VDSL in deinem Nestchen überhaupt klappt. (Arcor behauptet, es gingen nur 6000 Mb.) Die Hotline der Telekom wiederum behauptete, es überhaupt nicht feststellen zu können, da der Port vom anderen Anbieter blockiert sei. (wtf?). Im Internet hieß es: kaufen Sie einfach, wir bieten Ihnen, wenn die gewünschte Datenrate nicht möglich ist, einfach eine andere an. (wtf????)

Der Typ im Laden spulte seine Komplettverkaufe ab:

Ickeso: Ich möchte von einem anderen Anbieter wechseln und ein Angebot für eine 25.000er Datenrate und einen Festnetzanschluß mit einer Rufnummer haben. Ich bin Heavy-Internet-User und brauche keine Hardware oder solche Sachen wie Fernsehen.
Verkäuferso: Wo wohnen Sie denn?
Ickeso: Daundda, bayerisches Viertel.
Verkäuferso: Ja, klar, da gehen sogar 50.000 Mb.
Ickso: Prima, dann drucken Sie mir doch ein Angebot aus.
Verkäuferso: Ja…ne, das geht nicht. Wir brauchen übrigens dann auch ein, zwei Wochen, um DSL einzurichten.
Ickeso: Da liegt schon DSL.
Verkäuferso: Trotzdem kann das sein, daß das nicht sofort klappt. Kennen Sie denn unser Entertain-Angebot? Das ist nur 10 € teurer, da können Sie ganz toll fernsehen. (Zieht mich zu einem Riesenflatscreen.)
Ickso: Ich ziehe mir die Sendungen aus dem Netz, ich habe gar keinen Fernseher.
Verkäuferso: Aber das ist doch toll. Schauen Sie mal, sie haben das ganze Fernsehprogramm auf einen Blick auf dem Bildschirm.
Ickso: Dafür habe ich eine App auf dem Handy.
Verkäuferso: Aber wenn Sie abends von der Arbeit kommen und ihre Lieblingsserie ansehen und ihre Freundin ruft mittendrin mit Liebeskummer an, können Sie einfach auf „Pause“ drücken, bis zu 90 Minuten lang! Das wird alles da in dem Kasten gespeichert.
Ickseso: Das kann man doch bei jedem Videostream. Da muß ich nicht mal zwischenspeichern.
Verkäuferso: Und Sie können Ihre Lieblingssendung aufzeichnen, wenn Sie mal nicht zu Hause sind.
Ickso: Ich sehe kein Programmfernsehen! Ich sehe mir Sendungen aus dem Netz an, wann ich will! (Argh!)
Verkäuferso: Und dann bekommen Sie zur Zeit auf tolle Samsung-Fernseher wie diesen da bis zu 600 € Rabatt.
Ickeso: Danke, ich brauche keinen Fernseher. Können wir jetzt bitte mal die Angebote durchgehen, die ich brauche?
Verkäuferso: Und wenn Sie ganz zu uns wechseln wollen, dann können Sie auch ein iPhone bekommen!
Ickeso: Ich habe ein iPhone.
Verkäuferso: Aber sie können damit toll surfen und es ist garnicht teuer. (Nennt mir einen billigeren Tarif mit dem Flatratevolumen des teureren.)
Ickseso: Danke. Drucken Sie mir bitte einfach das Angebot für die 25.000er Flatrate und eine Telefonnummer aus.
Verkäuferso: Das geht nicht, dafür haben wir nur Prospekte. Sie können aber den Vertrag jetzt gleich unterschreiben und ich mache sofort die Kündigung für Ihren alten Anbieter fertig.
Ickeso: Nein, ich will Preise vergleichen. Geben Sie mir bitte die Prospekte mit.
Der Verkäufer händigte mir einen Prospekt für Entertain, den Fernseherrabatt und das iPhone aus. Das, was ich wollte, war nicht dabei.
Wäre der Laden nicht klimatisiert gewesen, wäre ich nach 2 Sätzen schreiend rausgerannt.
Scheinbar lockt die Telekom mit irren Wechselrabatten auch Leute, denen Sie das Angebot garnicht zur Verfügung stellen kann, indem sie sich per Ausrede um die Verfügbarkeitsprüfungen mogelt.

Der Arbeitsmorgen war leidlich produktiv. Ich stand in Gedanken schon dreimal vor der Wohnungstür, um mir draußen etwas zum Mittagessen zu holen, weil es am Schreibtisch einfach zu heiß war und ich keine Lust mehr hatte.
Ein Anruf vom Mann, den ich längst mit dem Surfbrett auf dem Wasser wähnte, rettete mich: Ob ich mitkäme an den Wandlitzsee.
Das war genau die Frage, auf die ich gewartet hatte. Ich sprang aufs Rad, sauste nach C-Burg und kaum anderthalb Stunden waren wir im Wasser. (Der Weg quer durch Berlin wäre noch zu optimieren.)
So kam es, daß ich an diesem Nachmittag zum ersten Mal auf einem kleinen, schmalen, kippeligen Board stand und versuchte, das Segel aus dem Wasser zu hieven. Als ich es dann tatsächlich mal richtig in der Hand hatte und ein Windlein kam und mich mitnahm, war ich so erschrocken, daß ich mit „Auweia! Mutti!!!“ ins Wasser platschte.
Spaß machte es trotzdem und wenn das eine dauerhaftere Einrichtung wird, könnte ich auf meine alten Tage surfen lernen.
Vom See zurückgekehrt, testeten wir endlich den Griechen am Winterfeldtplatz.
Das Schöneberger unterscheidet sich beträchtlich vom Charlottenburger Publikum. Die Charlottenburger Dame ist entweder lukrativ verheiratet und bringt das in ihrem dezent-schön-unpraktischen Äußeren zum Ausdruck oder sie ist auf Männersuche, dann ist das Outfit dezent sexy, hat aber immer noch Perlenketten- und Hermestuch-Appeal. (Mal abgesehen von den ledigen und verheirateten Russinnen, die sehen alle aus wie dürre Pfingstochsen.) Charlottenburger Männer sind zu 99% hetero und sehr erfolgreich oder tun zumindest so. Schöneberger Frauen sind dominant und tragen die Klamotten, die ihnen gefallen und die die sich leisten können. Da hat dann auch schnell mal eine verknitterte Mittvierzigerin mit Säuferstimme ein Neckholder-Blümchenminikleid zusammen mit ein paar Ketten aus bunten Plastiksteinen über den schwarzen BH gehangen und ihre Freundin, ein aus dem Leim gegangenes Dromedar, trägt ein Etuikleid mit schwarz-weiß-Diagonalen und sieht damit aus wie ein Verkehrsschild. Die Männer sehen nach allesverstehenden Lehrern und Sozialarbeitern in verschiedenen Frustrationsstufen aus. Heteromänner sind ohnehin in der Unterzahl. Von der schwulen Fraktion ist alles vertreten: Bären, Boys, Elfen, Roland Emmerich, nur der gemeine Lederkerl scheint aus der Mode oder geht bei den Temperaturen nicht raus, weil es zu heiß ist für die Lederhose.
Lesben erkennt man am Haarschnitt, der in der Regel das akkurateste und neueste an ihnen ist. Sind sie paarweise unterwegs, sitzen sie sich schweigend gegenüber und strahlen die Lebensfreude eines Ehepaares aus, das es mit Ach und Krach zur Goldenen Hochzeit geschafft und nun auch keinen Antrieb mehr hat, sich scheiden zu lassen.
Das Essen war übrigens hervorragend. Unsere Aufmerksamkeit war allerdings von den drei Leuten am Nebentisch gefesselt. In anderthalb Stunden zum kommunikativen Desaster. Die drei schienen sich von der Schule irgendwo in der westdeutschen Provinz zu kennen und regelmäßig zu treffen. Einer der Typen hatte gerade einen Job bekommen und laberte die anderen beiden (einer hatte schon eine sehr gute Anstellung, das Mädchen studierte noch) nach Strick und Faden tot. Nahm jede Bemerkung des anderen, um noch einen Superchecker-Satz zu sagen und sein Superurteil zu fällen, bis die beiden anderen garnichts mehr sagten. Er merkte das nicht, sondern schwallte nun im Monolog. Die drei gingen hinterher übrigens nicht mehr wie geplant zusammen zu einer Party.

Den ersten Teil der Nacht verbrachte ich übrigens im Liegestuhl schlafend auf dem Balkon. Wenn mich der Regen oder der Sturm des am Horizont tobenden Gewitters wecken würde, könnte ich alle Fenster und Türen schnell schließen und ins Bett kriechen. Allerdings weckte mich gegen halb 3 ein riesiger, tagheller Blitz. Ich habe Angst vor Blitzen und mag auf einer Dachterrasse kein Auslöser für einen Potentialausgleich sein. So verschwand ich dann noch im brütend heißen Schlafzimmer.

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15.7. 10

Die Nacht war bewegt. Als ich endlich in der brütenden Hitze eingeschlafen war, weckte mich das Krachen der weit offenen Fenster. Ein Sturm war aufgekommen. Ich machte alles dicht, aber nicht so dicht, daß ich das Gefühl hatte zu ersticken. 20 Minuten später, ich war gerade wieder fest eingeschlafen, kroch ein Geräusch in meine Träume. Regen. Es wäre ein Grund gewesen, sich noch einmal erleichtert umzudrehen, aber mir fiel ein, daß der weiße Sonnenschirm noch auf dem Balkon war. Im Hochsommerschlafkostüm und komplett verpeilt, bastelte ich die sturmfeste Vertäuung auf. Regen auf der Haut ist schön, der Gedanke, daß der Sonnenschirm gleich in den Hof kracht, weniger.
Ich kroch wieder ins Bett. Der Regen hatte nach einigen Minuten aufgehört. Die Wohnung war durch die geschlossenen Fenster unerträglich stickig. Ich schlief eher schlecht.
Morgens mußte alles ganz schnell gehen. Frühstück im Stehen, Wohnung aus dem Messiemodus rausholen, denn der Mann kam am Nachmittag aus der Heimat zurück, Blumen gießen.
Ich radelte nach Schöneberg zum Unternehmensberater. Nachdem wir ein halbes Jahr lang katastrophale Sitzungen hatten, weil ich im Grunde zu nichts in der Lage war, läuft es jetzt hervorragend. Wir entwickelten die Grundstruktur der Homepage, die nun nur noch in Design und gut zu lesende Worte gebracht werden muß und er schaute auf das, was mir Mercedes in die Hand gedrückt hatte und fand es höchst befremdlich. Ich merkte auch, daß einige Sachen, die dort standen, hinten und vorne nicht stimmten.
Der Weg vom Unternehmensberater zum Büro ist mittlerweile herrlich kurz. Einmal quer über den Bayerischen Platz.
So langsam nervt die provisorische Küche, aber ich hatte vom Umzugsbroker immer noch kein Angebot, was es kosten würde, die Sachen aus dem Lager zu holen und fürs Fenster- und Fußbodenputzen war es mir doch zu heiß.
Im schaffe-schaffe fiel mir auf, daß der Festnetzanschluß nicht funktioniert (ich telefoniere ohnehin immer über Skype). Der Rest des Nachmittags verging im Preisvergleich der Telefonanbieter.
Schnelles Internet ohne blödsinnige Fernsehportale und Festnetz abgespeckt auf fast nichts, das wäre ok. VDSL funktioniert dort. Hm. Mal schauen.
Am Abend mußte ich den Mann enttäuschen, ich war zu müde, um noch mal in irgendeine Kneipe loszuziehen. Außerdem finde ich es blöde, in meiner finanziellen Situation in Kneipen zu essen. Wegen des Unterhaltungswerts ist es mir nicht wichtig und dieses permanente Ausgehaltensein krieg ich dann doch bei der einen oder anderen emotionalen Situation aufs Brot geschmiert. Nix für mich.
Ich ging früh ins Bett. Endlich eine Nacht, in der es möglich war, etwas früher Schlaf zu finden.

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14.7. 10

Ein wichtiger Tag. Um 9 Uhr stellte ich mein Auto an der Tanke an der Ecke ab. Es sollte noch einmal vollständig durchgeputzt werden, bevor ich zum Wertschätzungstermin fuhr.
Ich hübschte mich schweißfest auf und nahm meinen kleinen Panzer wieder in Empfang. Der junge Mann, scheinbar ein Ferienjobber, zeigte mir jeden entdeckten Kratzer. Als ich vom Hof fuhr, rief er mir noch nach: „Lieber das nächste Mal finanzieren und nicht leasen, dann dürfen sie das tolle Auto behalten und müssen nicht noch Kohle abdrücken.“ Süß.
Der Empfang in der „Mercedes-Welt am Salzufer“, wie man sich nennt, war wie immer, wenn ich dort ohne männliche Begleitung erscheine.
Man winkt mich wirsch weg „dit jeht hia nich“, als ich an der falschen Stelle parke. Ein alter Herr, der gleiches tut und sich aus seiner S-Klasse hangelt, wird wesentlich freundlicher darauf angesprochen.
Mein Verkäufer ist trotz Terminvereinbarung noch nicht am Arbeitsplatz. Ich frage mich durch und werde an einen Counter geschickt, der der richtige sein soll.
„Icke? Wer hat Sie denn zu mir jeschickt?“, fragt der Typ hinterm Schreibtisch, aber erbarmt sich dann doch meiner. Er nimmt die Daten auf, flippt mir einen Getränkegutschein über den Tisch und bescheidet mich, zu warten, der Verkäufer käme zu mir, wenn alles fertig sei, um das Ergebnis mit mir durchzusprechen.
Nachdem ich meine große Cola Light („Eiskaffee jibts nich auf den Gutschein, nur warmen und Softdrinks!“) getrunken, den Tagesspiegel zweimal und die Berliner Morgenpost einmal gelesen hatte, waren fast anderthalb Stunden um und mir reichte die Warterei.
Ich erkundigte mich beim Spender des Getränkegutscheins, ob der Wagen noch nicht fertig sei.
„Na schon lange! Wartnse ma.“
Ich machte ihm klar, daß ich nicht mehr warten wollte, weil mein nächster Termin anrückte. Er ging mit mir zu einer jungen Dame, die per Walkie-Talkie eine andere junge Dame kontaktierte, was denn der Verkäufer mache.
„Hattn Kundengespräch.!“
„Sarense ihm, die Frau … Wieshießensienochma? wartet auch auf ihn.“
…Spratzelfarz…
„Ja und, wat hatter jesacht?“
„Sie solln sich hinsetzen und warten.“
Ich war auf 180. Das die finanzielle Kulanz nicht ganz groß ist, wenn man kein Nachfolgemodell wählt, das wußte ich.
Das niemand auch nur ein Interesse daran hatte, eine markentreue Kundin bei der Stange zu halten und manierlich zu behandeln, auch wenn sie vielleicht erst in zwei oder drei Jahren wiederkommt, stank mir gewaltig. (Und ich habe dort keine Kettcars geleast.)
Ich telefonierte und verschob die nachfolgenden Termine. Am liebsten wäre ich sofort gegangen. Dann stand der Verkäufer glücksstrahlend vor mir, merkte aber sehr schnell, daß ich angefressen war und machte es kurz.
„Das ist teuer. Summe X.“
Ich überschlug alles kurz, zog die Minderkilometer ab, da ich den Wagen aus Krankheitsgründen ein halbes Jahr nicht gefahren war und fand es einigermaßen erträglich.
Den Verkäufer zog es schon wieder zum nächsten Kunden.
Ich sagte die Termine trotzdem ab. Die Hitze machte mir zu schaffen. Außerdem muß ich etwas aufpassen, wohin ich gerade meine Energie packe. Gerade die Leute, an denen ich Jahre nichts verdient habe möchten jetzt eine ausgiebige persönliche Beratung und möglichst in einer Kneipe in ihrem Stadtviertel. Ich sage natürlich erst einmal aus schlechtem Gewissen Ja und ärgere mich hinterher krumm und dämlich.
Ich fuhr nach C-Burg, hielt eine Siesta und setzte mich an die Arbeit. Am Tag zuvor hatte Babeltext, das neue Arbeitsfeld, den ersten Auftrag. Bezahlt. Was heißt, daß ich langsam in die Hufe kommen mußte, eine ordentliche Homepage zu machen. Sonst existiere ich ja garnicht mehr.
So verbrachte ich den Abend im Schein von Tastatur und Petroleumlampe auf dem Balkon.

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13.7. 10

Unglaublich, wie erleichternd ein wenig Abkühlung sein kann. Aus den schwarzen Wolken über uns regnete es, doch es kam kaum ein Tropfen auf der Erde an. Dafür beugte mir ein Ausläufer eines nächtlichen Gewittersturms meine kräftigste Tomatenpflanze. Selbst schuld, sie hätten längst angebunden gehört.
Der Vormittag verging mit Telefonaten mit den Klienten. Ich lerne viel und ich halte meine Schuldgefühle klein. Denn ich bin in einer Situation, in der ich keinem alles recht tun kann.
In einem Gespräch kam noch einmal das Thema Krankheit verschweigen oder darüber reden zum Zuge. Ein Klient wechselte vor anderthalb Jahren zu mir, weil seine Agentin für ihn nicht mehr erreichbar war. Er bekam nur ihre Assistenz mit der Auskunft, sie sei schwer beschäftigt, ans Telefon und wenn er sie persönlich sprach, schien sie nicht bei der Sache. Erst lange nach seinem Weggang rückte sie damit heraus, daß sie ihm das extrem übel nahm. Sie hatte einen Herzinfakt und war fast ein Jahr damit beschäftigt, wieder gesund zu werden. Nun passierte ihm etwas ähnliches mit mir. Und auch von mir erfuhr er erst im Nachhinein, daß ich abgetaucht war. Ich halte meine Schweigepolitik immer noch für richtig, weil sie mir den Druck nahm, Rechenschaft darüber abzulegen, wann ich wieder einsatzfähig bin. Ich glaube immer noch nicht daran, daß die Leute zu mir gehalten hätten, aber vielleicht irre ich mich da auch.
In den Nachmittagsstunden versuchte ich der Hitze auszuweichen, was so gut wie sinnlos war. Ich halte mittlerweile am späten Nachmittag Siesta und arbeite dann fast bis Mitternacht, wenn es kühler wird.
Die Homepage für das neue Projekt drängt. Noch ist „Babeltext“ ein vernachlässigtes Blog, es soll mehr daraus werden. Die Homebase und Kommunikationszentrale für meinen neuen Projekte. Wobei ich viel darauf setze, daß sich ein freier Beruf per work in progress konturiert.
Auch gestern zelebrierte ich Ernährung der fiesesten Art. Chili-Nachos mit Cheese-Dip, der die Konsistenz von gelbem Pudding hatte, gebratener Leberkäs mit Kartoffel- und Krautsalat. Alles Industrieprodukte, die ich vor vier Wochen nicht einmal angesehen, geschweige denn gegessen hätte. Und das geht so, seit ich um Alkohol einen großen Bogen mache. Das scheint die Transformation des Sündenmaßes, das jeder Mensch braucht.
Dann lieber dreckigen Sex als fieses Essen.
Der Abend verging mit dem Entwurf eines Artikels, danach blieb nur noch, mit wenig Kleidung und einem Handtuch ins leergeräumte Bett zu fallen.

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