16.10. 2020

Heute war es sonnig. Ich habe leider trotzdem fast den ganzen Tag – bis auf zwei kurze Nussrunden, unter dem kleinen Nussbaum lassen die Tiere weniger als die Hälfte übrig, der Boden ist mit aufgebissenen Nüssen bedeckt – in einem fensterlosen Flur gearbeitet.
Ich zog an der Decke bestimmt 50 Klammern raus, die einmal Elektrokabel verschiedener Epochen gehalten hatten, riß Tapete ab, spachtelte Bauschaum weg und saugte immer wieder den Putz weg, der dabei von der Decke rieselte.
Jetzt ist der olle verranzte Flur fast manierlich anzusehen, die Dielen hatte ich ja schon vor ein paar Tagen saubergekratzt.
Während dieser Zeit spekulierte ich über die Beule in der Decke. Hervorgerufen durch das große Speichergefäß aus Metall, das von den Russen umgekippt wurde, als sie nach dem Krieg die Zentralheizung ausbauten. Sie ließen es auf dem Dachboden liegen, weil es zu groß und zu schwer war. Und so liegt es dort immer noch, mittlerweile durchgerostet. Hatten sie es vorher leer gemacht? Es sieht so aus, als wäre ordentlich Wasser durch die Decke gelaufen und hätte den Lehm aus den Wickeln gespült.
Der Graf brütet über der Quadratur des Kreises. Wie soll ein Dachfenster, das in ein auf drei Ebenen (asymmetrisch) schiefes Dach eingebaut ist, in die (noch nicht gebaute) Wand eingefaßt werden, ohne daß es aussieht wie die Ausstattung eines expressionistischen Stummfilms? Man hat da nicht allzuviel Versuche.
Das ist etwas, an dem ich krachend scheitern würde.
Abends herzte ich die Mimi-Katze, Shawn ist mal wieder sehr auf Distanz.
Dann stricken, Sessel, warmer Ofen.

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15.10. 2020

Auf einer Tagung mit anderen Gutshausmenschen gewesen. Mundschutz getragen.
Es tut ganz gut, mitzubekommen, daß wir mit unseren Problemen und Freuden nicht allein auf der Welt sind.

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14.10. 2020

Ganz übles Wetter. Erst Sturm, dann Regen, dann Sturm und Regen.
Herumgefahren, Holz gekauft, ein Päckchen nach München auf den Weg gegeben. Nachmittags müde gewesen, gefroren und ewig nicht warm geworden.
Jetzt geht es einigermaßen.

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13.10. 2020

Das mit den Briefecken fiel aus.
Trotz romantischstem Nebelgewalle am Vormittag und Sonne am Nachmittag arbeiteten wir innen.
Der Graf machte vorbereitende Präzisionsdinge, um das Mansarddach im Bad wieder zuzumachen. (Alle Hölzer im Dach, die Befestigungs- und Bezugspunkt sind, sind völlig schräg und krumm.)
Ich machte lange aufgeschobene Dinge, kratzte im dunklen Flur mit dem Spachtel den Boden ab und bürstete mit der Drahtbürste noch mal nach. Die Dielen hatten dicke Spachtel- und Kleberflecken unter den Fliesen, die wir herausgerissen hatten.
Dann schaute ich nach, warum der Schornsteinzug, an dem mal eine Forsterheizung hing, nicht mehr durchgängig war. Auch der Schornsteinfeger hatte es schon vergebens versucht, durchzukommen. Ich klopfte die vermauerte Öffnung fürs Ofenrohr auf und alles andere war ziemlich Bäh. Der Zug, der aus einem großen Eisenrohr bestand, war über einen Meter weit mit einer Mischung aus feuchtem Ruß und Rost verstopft. Ich hatte den Arm bis zur Schulter im Schornstein und die unerreichbaren letzten Reste holte ich mit dem langen Staubsaugerschlauch raus. 3 Ascheeimer voll. Was hätte das für eine Sauerei gegeben, wenn das Zeug trocken gewesen wäre. So war es nur brüllschwer und klebte.
Gegen halb 9 war ich fertig, gegen halb 10 waren die Werkzeuge, insbesondere der Staubsaugerschlauch, die Umgebung und ich wieder sauber und meine Arbeitssachen drehten sich in der Waschmaschine.
Dann kochte ich erstmal Suppe und der Graf, der etwas besorgt hatte, kam irgendwann auch wieder an.

Mimi findet, ich habe zu wenig Zeit für sie und will bei jeder Gelegenheit auf den Arm. Hach!

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