Es kann schon sein, daß ich vorwiegend zum Denken tendiere, trotzdem arbeite ich gern mit den Händen. Es ist eine gute Gelegenheit für Entspannung und Konzentration zugleich.
Matteo Tedesco hat mir in der letzten Woche demonstriert, daß es mit meinen holzhandwerklichen Fähigkeiten nicht weit her ist. Ich stand immer nur staunend daneben, wenn er Leisten und Platten vorwärts wie seitwärts mit der Wasserwaage ausrichtete (ich habs getestet, verschüttetes Wasser bleibt auf der Platte stehen und läuft nicht in irgendeine Ritze), mit Hilfslinien anzeicnete und virtuos die Stichsäge bediente.
Mein Ressort waren früher Nadelarbeiten. Schade, daß man heutzutage Socken eher wegwirft, als sie zu stopfen. Wenn kein Muß dahintersteht oder der Berg an Flicksachen nicht zu bewältigen scheint, ist dies eine gute Sonntagnachmittagbeschäftigung zu einer Tasse Tee.
Gestern habe ich als reine Konzentrationsübung einen alten, kaputten Zwirnknopf neu bespannt. Er sah zwar nicht ganz so schick aus, wie die Manufactum-Teile auf dem Foto, aber er funktioniert wieder.
Ja, und ich habe die neue Nähmaschine ausgepackt, zur Hälfte ein Geschenk vom Kind, die seit Jahren mit meiner von Mama abgestaubten Maschine arbeitet. Eine Low-Price-Singer, die ziemlich ok. und akkurat arbeitet.
Dese billigen Maschinen haben zwar alle nicht die Power meiner alten, barbarisch schweren Veritas, die ich vor zwei Jahren schweren Herzens entsorgte, weil der Motorkontakt zu schwelen begann, aber sie sind sehr gut bedienbar und wer will sich schon mit Highspeed ein Loch in den Daumen nähen?
Gestern abend habe ich alte Kissenbezüge von Omi für mein komisches Seitenschläferkissen passend gemacht. Auch so eine Sache. Dieser dichte, schwere Leinendamast von früher ist heute unbezahlbar. – Und wie viele alte Damen haben den noch von der Aussteuer unbenutzt im Schrank liegen… Aus den Resten wurden zwei Geschirrtücher zum Gläser polieren.
Fazit: Man kann meditieren, man kann aber auch mit Nadel und Faden arbeiten, kommt fast aufs gleiche raus, ist aber weniger ergebnisorientiert.
Archiv des Monats: Januar 2011
Wie schön, die neu verputzte Mausmauer* von gegenüber strahlt in der Sonne. Dazu blauer Himmel. Ich hatte schon Himmelentzugserscheinungen.
Mit einem Wochenendeinsatz als Hieronymus im Gehäuse habe ich hoffentlich alles, was mich an einem entspannten Urlaub hindern könnte, beiseite geschafft.
Am Mittwoch gehts ab auf die Inseln der Seligen, diesmal keine Mondlandschaft, sondern grün und noch bergiger.
Der Herr Lucky und ich werden uns in moderater Bewegung ergehen, aber erst, wenn wir keine Lust mehr haben, faul rumzuliegen. Ich werde auf die Bikinifigur pfeifen und den Bauch in die Sonne halten. Das einzige, was mich kreppt, ist meine Alkoholunverträglichkeit. Aber da muß ich durch.
… Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, daß die Leute tausend Sachen nicht vertragen? Milch, Körner, Sellerie, Südfrüchte? Aber ich habe noch niemanden mit einer Zigaretten- oder Schnapsallergie getroffen. Bzw. gerade die zarten Pflänzchen, die nur mit Spezialdiät überleben, qualmen oft wie die Schlote.
*schöner Verschreiber… Sie wissen schon: Hausmauer
Dickes fettes Grinsen
Heute kam dann ein Riesenpaket mit dem XXL-Super-Soaker. Ich weiß nicht, ob der Schenker anonym bleiben wollte oder ob der Versender das Formular nicht auf die Reihe brachte. Ich schicke ein Dankeschön in die Runde.
Jetzt kann ich mich tierfreundlich einmischen, wenn die Elstern mal wieder Randale. machen.
Die Frau Kaltmamsell wies zwar darauf hin, daß niedliche, puschlige Eichhörnchen Nesträuber seien, aber sechs gegen einen geht nun wirklich nicht. Außerdem habe ich, seit ich gelesen habe, daß Kohlmeisen bei Kohldampf auch Mäuse (!) fressen, den Glauben an die Konnotation von niedlich mit hilf- und harmlos verloren.
Das ist übrigens auch bei Menschen so. Vor allem bei Frauen. Ich nenne sie Wölfinnen im Schafspelz. Niedlich, nett und hilflos manipulieren sie unmerklich und nachhaltig. Mit etwas Abstand ist zu sehen, wie eisenhart sie ihre Interessen durchsetzen. Denken Sie bei der nächsten Unterhaltsvereinbarung daran, daß die Furie mit der Handtasche, die nun vor ihnen steht, einst das zarte, hilflose junge Mädchen war, dem sie die Welt erklärt haben.
Happy Kitty
Das Jahr fing rasant an, nachdem ich die Silvesternacht schnöde verschlafen hatte. Kein Alkohol, keine Party, so isset.
Dann überwältigten mich die Taten und Gaben der Freunde.
Frau Fragmente und Frau Hühnerschreck schickten Bücher auf die Reise. Jetzt habe ich endlich einmal einen zu lesenden Stapel auf dem Nachttisch, in dem die Quicksilver-Trilogie und die Neuromancer-Trilogie liegen und muß nicht immer nächtens den eBook-Dealer anfunken. Habt lieben Dank!
Am Montag kam Matteo Tedesco mit Sofa und Sessel – einen Teppich hatte er auch noch im Gepäck – und dann setzte hier der Wahnsinn ein. Es wurde gehämmert, gebohrt und gesägt, daß die Späne flogen und nun wackelt meine Selbstbauküche nicht mehr und ich koche nicht mehr nur auf einer einzelnen Induktionsplatte, sondern auf drei Gasflammen. Mein Zimmerchen hat eine kleine Lümmelinsel bekommen und ich habe Muskelkater vom dritte und vierte Hand spielen und dem Zureichen der Werkzeuge.
Dann gibt es noch eine nicht aufzuschreibende Unterstützung.
Ich bin reich.