Ich frage mich, wer es eigentlich noch schafft, die ZEIT komplett von hinten bis vorn (ha, ich oute meine präferierte Leserichtung) zu lesen.
Nach spätestens 20 Minuten fühle ich mich wie überfressen.
Archiv des Monats: November 2007
Das Kind schickt einen Brief
Kitty unter Druck
Es gab in meinem Leben ja schon den einen oder anderen Mann. In Sachen Klamotten waren sie sich alle relativ ähnlich: ich mußte meistens aufpassen, daß ich nicht overdressed neben ihnen hergestiefelt bin.
Der eine trug die abgelegten Sachen seines Vaters, der aus der Textilbranche kam, bis sie endgültig auseinanderfielen und so war er immer in 15 Jahre alten Schick gekleidet. Der andere hatte vor allem einen guten Geschmack wenn ich es bezahlte. Einer liebte Uraltlederjacken und-pullover und Sandalen selbst im Winter.
Neben HeMan stehe ich manchmal und sage mir: Au weia, gib dir mal Mühe. Neben seinen erlesenen Farb- und Materialkombinationen sehen meine sporadischen D&G-Ausflüge aus wie die einer Finanzbeamtin, die sich auch mal was leistet.
Sich mit einem Typen zusammenzutun, der des öfteren zum bestgekleideten Mann in der Firma gewählt wurde (nein, es war kein Klempnerladen!), das ist ein bißchen so wie ein Playmate heiraten. Man kann trainieren wie man will, man steht immer ein bißchen teigig und häßlich daneben.
So,
alle Ecken beider Wohnungen wurden eingehend besichtigt.
Durch die Fotos sind wir aber immer noch nicht durch, selbst bei Speicherplatzdisziplin sind es 5.000 Stück geworden. Berge, Berge, Berge und Preziosen wie drei Kinder, die Kinder über Kinder anzogen, bis der Unterricht unterbrochen wurde, damit HeMan die gesamte Dorfschule klassenweise fotografieren konnte. Und dann noch ein mit Mama im Wasser spielendes Elefantenbaby.
Mein Favorit ist derzeit ein ganz schlichtes Bild: Auf 3.500 Meter Höhe, umgeben von Bergriesen, hängt ein zerschlissenes nur noch blaß rosafarbenes Prinzessin-Lilifee-Kleid auf der Leine. Ich habs scheinbar mit Sachen auf der Leine. Denn dieses Bild ist eines meiner Lieblingsfotos. Überhaupt, die Fotografin. Da lohnt es sich, öfter reinzusehen.
Da meine Arbeitsaison für dieses Jahr nun auch ihrem Ende zugeht, fange ich (wie immer zu spät) ebenfalls an, meinen Urlaub zu planen. Erst einmal Fuerteventura, wie letztes Jahr. Aber an anderem Ort, wenn der noch verfürgbar ist. Noch einsamer. Und dann mal schauen. Entweder Marokko oder ganz banal Mallorca.
