Wir suchen 2 Frauen zwischen Anfang- und Mitte 40. Sie sind jung gebliebene sympathische Frauen, die viel Spaß im Leben haben. Sie sind auf eine interessante Weise attraktiv und stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Sie verdienen ihr eigenes Geld und haben ein intaktes Familienleben.
Na, Mädels, wer fühlt sich angesprochen?
… Ich bin ja so froh, dass ich in diesem Alter jung geblieben und auf eine interessante Weise attraktiv bin. Eine echte Zielgruppe für Apotheken-Rundschau und Haftpulver.
Count-Down
Etwas vorfristig, Mitte letzter Woche, begann Adventsstress. In dem kurzen Timeslot zwischen Totensonntag und meiner Abreise nach fast Afrika müssen noch so viel wie möglich fettige Geflügelessen und glühweinhaltige Weihnachtsmarktbesuche passen.
Am Montag standen wir an bereiften Tischen vor dem Charlottenburger Schloss, am Freitag schon wieder und am Samstag drängelte ich mich mit Kind und Freund und Mann durch das Gewühl am Gendarmenmarkt. Am Sonntag dann gab es gegrillte Entenkeule mit dreierlei Gemüse und Rieslingsoße. Dafür habe ich gut 4 h in der Küche gestanden. Wenn nicht sogar noch mehr, denn mit zwei Fingern der rechten Hand und einer mehr als unbegabten linken geht alles viel langsamer.
Überhaupt, um mal wieder über Krankheiten zu schreiben, mein ständiges Umdenken auf links bringt mich im Kopf extrem durcheinander. Ich bin langsam wie ein Reptil, weil ich ständig über die normalsten Vorgänge nachdenken muss. Zudem fühle ich mich ständig unterschwellig bedroht. Das klingt paranoid, ich weiß. In mir scheint ein kleines Warnsignal zu blinken, das darauf hinweist, dass meine rechte Gerade und mein rechter Haken momentan nicht ganz perfekt sind. Ich klammere mich an meine ständig vorbildlich geschlossene Handtasche wie eine Achtzigjährige. Leute, die sich mir von rechts nähern, sind mir suspekt. Und alles, was schnelles zugreifen erfordert, treibt mich in die Blockade.
So blöd es klingt, ich kann mich jetzt ein bisschen den Menschen hinein versetzen, denen ein Auge fehlt oder die halbseitig gelähmt sind. Ich hätte nie gedacht, dass meine rechte, tonangebende Hand so wichtig ist.
Weihnachtsterror
Wir haben noch nicht einmal den ersten Advent, und schon fühlt sich mein ohnehin sehr enger Terminkalender mit den allerschönsten Fressterminen
Paralympics
Manchmal gehen Segnungen moderner Technik direkt an mir vorbei. Vor
einigen Jahren habe ich schon einmal eine Spracherkennungssoftware getestet.
Das war ungefähr so komisch wie mit den ersten OCR Programmen, das Programm gab
sich Mühe, aber es kam nur Chaos heraus.
Nachdem er mehrere Freunde geraten hatten, das Tippen mit dem linken
Finger sein zu lassen und stattdessen mit Spracheingabe zu arbeiten. Ich war
zunächst sehr skeptisch. Aber, tatsächlich, es klappt! Ich habe die Hände im
Schoß liegen, und darf eine kleine Software herum kommandieren. Manchmal haben
wir noch Missverständnisse, aber das wird sich bald ändern. Zumindest die
technische Seite soll lernfähig sein. Bei mir habe ich da so meine Zweifel.
Ich blogge gerade per Mail und darf meinem kleinen Sklaven sogar sagen,
dass er die Mail jetzt abschütteln kann.
Das ist ein verdammt gutes Gefühl!