OMG

Ich bekomme eine Einladung zum Opening der Berliner Oberstufen Zentren Party .
Eine Parteigründung, im Goya? Ah, es heißt „Freunde der Nacht“, also ein Fest ist gemeint.
Was immer das ist, deutsche Sprache ist es nicht. Es adaptiert wahrscheinlich arabisch-kreuzbergisches Jungsprech.
„Ey Hasan, kommssu BOSZ?“
„Ey Alta, fickdeinschwester, wasis BOSZ, kling schwul!“
„Ey du Spast, nixin Kopp? Berliner Oberstufen Zentren Party!“
„Klar Alta, bringisch geile blonde Mandy mit!“

Und überhaupt. Ich. Bin. Eingeladen. Wenn ich noch ein paar Jahre älter und ein Mann wäre, der eine midlifecrisisbedingte Neigung zu minderbemittelten Hilfsgymnasiastinnen entwickelt, würde ich vielleicht sogar in Erwägung ziehen zu kommen. Ich würde die Sneakers anziehen, Gel ins Resthaar schmieren, mich ein bißchen mit Boss-Parfüm einsprühen und schauen, ob ich ein oder zwei Hasen beeindrucken kann.

Bleibt zu Hause, Jungs

Daß Krieg ein ziemlich dreckiges Geschäft ist, sollte nicht neu sein. Es scheint dabei letztlich egal zu sein, ob es sich um massives Menschenabschlachten mit hoher emotional-patriotischer Motivation wie in den Weltkriegen oder einen Guerilla-Stellvertreter-Krieg wie dem in Afghanistan handelt.

Nach Erkenntnissen amerikanischer und israelischer Militärpsychiater weisen bis zu 30 Prozent von Soldaten, die an Kampfhandlungen beteiligt waren, psychische Erkrankungen und Störungen auf. „Bei deutschen Soldaten ist mit vergleichbaren Raten zu rechnen“
Für die 4.500 in Afghanistan stationierten Soldaten steht nur ein Psychiater zur Verfügung.

Vielleicht sind die Zeiten anders geworden, Menschen/Männer dank Erziehung sanfter, empfindlicher. Bei einer drohenden psychischen Ausfallquote von 30% – da kommen die Toten und Verletzten noch dazu – sollte eine Regierung überlegen, ob sich das Kriegführen überhaupt noch lohnt.
(Als nächstes fragt man sich: Worum gehts da eigentlich? Aber das kann mittlerweile auch keiner mehr so richtig sagen.)
Die in Afghanistan stationierten Soldaten haben sich freiwillig gemeldet. Die jungen Männer, die ich kannte, die sich freiwillig zu Auslandseinsätzen meldeten, taten es wegen des Geldes und weil sie in Deutschland ohnehin nichts besseres erwartete. Von Abenteuer hatte da zunächst keiner gesprochen, vielleicht hatten sie ganz im Verborgenen gehofft, sich mit einem kleinen Zipfel vom Heldenmantel kleiden zu dürfen. Die Realität sieht sicher anders aus: Langeweile, hartes Klima, kein Komfort, keine Bewegungsfreiheit, Lagerkoller, absolute Befehlsabhängigkeit ohne die Spielräume, die deutsches Kasernendasein hat.
Der Ernst der Kampfhandlung jenseits vom Computerspiel scheint seelen-zerstörerisch zu sein. Hat ein Großteil nicht mit dieser Konsequenz dieser Entscheidung gerechnet?

Ganz unvermittelt fällt mit etwas anderes ein: Die Vorwürfe der 68er an ihre brutalen, schweigenden Väter. Sie haben sich mit mentalen Invaliden gestritten. Mit einer männlichen Gesellschaft, die – wenn diese Statistik hochzurechnen und die Bewertung von Kriegsauswirkungen zu übertragen ist – zu einem überwiegenden Teil schwerst traumatisiert war. Die Hilfe und Mitgefühl gebraucht hätte, statt Hohn und Kampfansagen. Doch da wurde höchstens den Überlebenden von Stalingrad an gewisses Maß an zu tolerierender „Verrücktheit“ zugebilligt.

Wo ist das Maß? Wir delegieren die Auswirkungen eines fragwürdigen Krieges an Seelenklempner und sind uns darüber hinaus einig, daß jeder deutsche Mitläufer in Uniform (nicht vergessen: da ging es nicht um Freiwilligkeit, das war Mobilmachung) vor 70 Jahren zutiefst schuldig war, weil er nicht Nein gesagt hat.
Vielleicht ist es an der Zeit, sich noch einmal jenseits von pazifistischen Verdrängungsriten klar zu machen, was Krieg bedeutet. Ob er noch zeitgemäß ist, ob er überhaupt vermieden werden kann und was die ernstzunehmenden Alternativen für die Auseinandersetzung zwischen Völkern sein können.

Bravo!

Gerade beim Versuch, einen Tortilla-Omelette-Bastard kreativ zu wenden, mit beiden Daumen auf den heißen Pfannenboden gefaßt.
Es ist nicht ganz so schlimm wie im November. Aber ich bin doch ein vollkommener Küchenidiot!
Da hatte ich gerade in den letzten zwei Wochen mit Freude bemerkt, daß wieder Gefühl in die verbrannten Fingerspitzen kam.

Veröffentlicht unter Leben