26.-29 8. 10

Ereignisreich.

Den Donnerstag verbrachte ich noch mit Schraubereien. Ich hatte mir vorgenommen, daß am Abend zumindest das Spülbecken funktioniert. Voilá:

spuelek

Nichts tropft und meine abenteuerliche Spültisch-Konstruktion wackelt auch nur noch ein bißchen.
Ich ging früh ins Bett, obwohl ich doch ziemlich aufgeregt war. Das Seminar sollte um 10 Uhr beginnen. Ich hatte zwar nur 4 Stunden direkte Arbeitszeiten für die Einzelcoachings, aber gerade die kleinen Videobotschaften, die danach im Teamwork entstehen sollten, waren komplettes Neuland.

Schon am ersten Tag begann die Kette eines Technikdesasters, die bis zum Ende des zweiten Tages nicht abreißen sollte.
Als da wären:
– Crash der externen Festplatte mit der Präsentation
– DVD aus dem Camcorder mit aufgezeichnetem Arbeitsmaterial nicht lesbar (I)
– der vom Veranstalter gestellte Fernseher war so alt, daß er unsere Camcorder-Bilder nicht wiedergeben konnte, der Beamer hatte keinen Ton-Anschluß, wir brachten am nächsten Tag einen eigenen Fernseher mit
– die Hälfte der Videobotschaften ohne Ton, da im Mikro keine Batterie war
– DVD aus dem Camcorder mit aufgezeichnetem Material nicht lesbar (II) – hier waren auch die mit Ton nachproduzierten Sachen betroffen

Die DVD-Probleme lassen sich sicher lösen, denn da hatte wahrscheinlich nur die Finalisierung nicht funktioniert. Und das mit dem Ton passiert mit Sicherheit nicht noch mal. Aber diese Schlappen sollten jetzt die Fehlerstatistik für die nächsten 3 Seminare ausgeschöpft haben.
Ich für meinen Teil war froh, daß ich mit der Technik nichts zu tun hatte. Dafür bekam ich von Kameramann und Regisseur kurzerhand den Hut für die Videobotschaften aufgesetzt, denn ich wußte nach den Einzelcoachings am besten Bescheid, was wir überhaupt drehen wollten.
Also doch eine Menge Arbeit und viel Konzentration. Aber ich übestand alles glücklich und ohne Hänger.
Das Feedback auf unsere Arbeit war sehr positiv. Ich bekam nebenbei die Empfehlung mich als Coach im Career-Center der Schule zu bewerben, man könne mich gebrauchen. Mal sehen, ob das nicht nur Blabala war.

Die Studenten waren eine ganz andere Kategorie als wir früher. – Wobei ich ja noch richtig studiert habe, mit sehr intensiver Lehre und kleinem Studentkreis – in der Regelstudienzeit. Aber ich kenne auch das eine oder andere Expemplar, das sich 10 Jahre lang mit Klassenkampf, Kiffen und Taxifahren beschäftigte.
Hier waren sie zwischen 19(!) und 24 Jahre alt und mehrheitlich fast fertig mit dem Wirtschafts-Studium. Zwei Frauen waren mit Mitte 20 und Mitte 30 die Omas vom zweiten Bildungsweg.
Sie sprachen mindestens noch eine Fremdspache fließend, ich hörte aber öfter, daß gutes Englisch keine herrausragende Qualifikation mehr sei, es sollte mindestens noch Spanisch oder Französisch in gleicher Qualität dazu kommen.
Sie waren allesamt sehr unerfahren und versuchten das durch stromlinienförmiges Business-Sprech zu kompensieren. Individualität und eigene Meinungen schienen nicht viel zu zählen.
Zwei versuchten sich in Uniformen mit Hemd, Schuhen und Piaget-Uhr bzw. Kostümchen und hohen Schuhen. Auf eine meiner ersten Fragen kam das Kind dahinter, das unbedingt mitspielen will, zum Vorschein.
Ich schwankte zwischen Mitgefühl, Respekt und (komischerweise mit einem Tag Verspätung) Entsetzen.
Die Leute, die ich aus großen Unternehmensberatungen kenne, sind nicht nur frühvollendet, mehrsprachig und intelligent, sie sind auch allesamt sehr eigen. Ich frage mich, ob die jungen Leute das nicht Individuelle an sich zeigen wollten, weil es dort niemanden interessiert oder ob sie wirklich nichts dergleichen haben.

Ich hatte in meinem Einstiegsfragebogen stehen: „Wofür engagieren sie sich?“ und betonte immer wieder, daß jede Antwort erlaubt sei. Es kam manchmal die Antwort: Sport. Einer meinte, daß mein Hinweis richtig sei. Er müßte sich ein Hobby anschaffen, wie Basketball (schnelle Teamsportart!), damit er in Zukunft solche Fragen korrekt beantworten könne.
Hm. Ich glaube aber, davon geht die Welt nicht unter, sondern das wächst sich aus.
Wir waren schließlich früher auch alle scharf darauf, einmal bei Heiner Müller auf einer Party gewesen zu sein. Einer brüstete sich sogar damit, bei ihm auf dem Klo den ganzen Abend Westzeitungen gelesen zu haben. Selbstverständlich nannten wir ihn alle nur noch „der Heiner“ und wir sprachen auch sehr uniform, am liebsten „problematisierten“ wir irgendwas nebensächlich-exotisches.

Am Samstag abend summte mir der Kopf und doch war ich müde. Ich freute mich auf einen verschlafenen Sonntag im Bett.

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25.8. 10

Der Morgen begann mit einem auswärtigen Frühstück. Ich traf mich mit einer Freundin, die ich lange nicht mehr gesehen hatte.
Wir führten ein schönes Frauengespräch im Café Bilderbuch.
Im Büro angekommen, setzte ich die Information, daß ich meine bisherige Tätigkeit am 30. September aufgebe, auf die Homepage, verbunden mit dem Hinweis, daß und was Neues entstehen wird.
Ich brauche manschmal ganz offizielle Initialzündungen, um mit einer verschleppten Sache (in dem Fall die Homepage) weiter zu kommen.
(Klein Kitty hat gaaanz schnell schwimmen gelernt, nachdem sie allen Kindern im Urlaubsort erzählt hatte, sie könne natürlich auch schon schwimmen.)
Dann begab ich mich zum Unternehmensberater, der mir die Ohren langzog, daß ich noch nicht weitergekommen war.
Mit langen Ohren zurückgekehrt, gingen die Bastelarbeiten weiter. Ich wollte wenigstens das Spülbecken funktionsbereit machen, denn derzeit lagere ich die schmutzigen Teller im Kühlschrank.
Ich lag zeitlich gut im Rennen, doch dann ging die Stichsäge kaputt.
Gnarf!
Ich arbeitete noch etwas am Schreibtisch, um gegen 9 Uhr in Richtung C-Burg zu fahren, auf ein Glas Weißwein, ein Leberwurstbrot und eine Wetterdokumentation auf 3Sat.
Dann trudelte ich schlafschwer in eine allzu kurze Nacht.

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23. & 24. 8. 10

Es sind gerade turbulente Tage. Ich versuche, unter Hochdruck die Küche fertigzumachen, damit im Nestchen endlich alles an Ort und Stelle ist. Aber es braucht halt seine Zeit.
Dann wollte ich noch den Wagen zur Smart Repair geben, um Geld für einige recht offenkundige Schäden zu sparen, doch wegen des exotischen Lacks winkte jeder Schrauber, den ich aufsuchte, ab.
So verbrachte ich die letzten zwei Tage entweder im Baumarkt oder in Latzhose und Kopftuch mit dem Akkuschrauber oder Bohrmaschine in der Hand.
Nebenbei waren noch einige Termine zu absolvieren: Shrink, Unternehmensberater, Seminarvorbereitung.
Mein Kopf schwirrte in den den höchsten Tönen.

Ausführlichere Berichte gibts ab morgen wieder…

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