2.11. 10

Boxenstopp.
Im Nestchen, das – bis auf den apokalyptischen Schreibtisch – aufgeräumt, geputzt und gemütlich ist.
Nachdem gestern der Klempner (delikaterweise der Mann der fetten Elke, der aber Klassen netter ist als sie) mir alle Anschlüsse dicht und ordentlich gemacht hat und mir sogar einen neuen Durchlauferhitzer spendierte, der leise und problemlos regelbar ist, bin ich nun auch hygiene- und familienklatschtechnisch auf dem neusten Stand.
Gestern abend dann erstes Gänseessen für diese Woche bei Tante Leibniz, zusammen mit dem noch in Berlin verbliebenen Düsseldorfer Familienrest. Hinterher brauchte ich mehrere Schnäpse, um die blöde, heiße, knusprige, zarte Gans zu neutralisieren (incl. Grünkohl, Kloß und Rotkohl).
Am Freitag folgt der nächste Termin, der schon lange feststeht, ein Treffen mit Freunden und Kollegen. Wenn mich danach noch einer fragt, ob ich ein Mint…
Sehen Sie selbst.

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1.11. 10

Ein rasendes Wocheneende.
Wieder in der Rolle „Freundin von“ mit der Düsseldorfer Famiglia unterwegs gewesen. Dabei viel gesehen, was man ja sonst grundsätzlich nicht macht ohne Besuch von außerhalb.
Seit langen Jahren war ich mal wieder in der Bar jeder Vernunft, sah ein sächsisches Mundart-Kabarettprogramm und war auf angenehmste Weise an die Sommerferien im schönen Dorf Magdeborn bei Leipzig erinnert. Sehr süße Jungs, aber eine Homepage, deren Funktionalität an CB-Funk erinnert. Über dem Abend dort schaffte ich es leider nicht mehr ins St. Oberholz zum Jour-Fitz, das hätte ich mir doch zu gern angesehen. Aber meine Oma hatte an der Stelle immer einen Spruch vom Tanzen und zwei Hochzeiten parat.
Dann gab es noch die Ausstellung Weltwissen im Gropiusbau, die mir wieder einmal vor Augen geführ hat, wieviel Ordung in meinem Leben herrschen würde, wäre ich Naturwissenschaftlerin geworden. Ich faßte sogleich den Entschluß, wieder mit dem Lesen populärwissenschaftlicher Bücher zu beginnen, um meine verschütteten Kenntnisse aufzupolieren.
Am Abend gab es dann noch Show. Mit dem Friedrichstadtpalast verbindet mich eine alte Liebe, nämlich die zu phantastisch funktionierender Theatertechnik. Wenn ich sehe, wie die Drehbühnen arbeiten und Böden sanft hin- und hergleiten, ohne Rucken, ohne Einrasten, da lacht mir das Herze. Was den Rest der Show betrifft, so war ich hinreichend fasziniert. Aber ich denke stets die Backstage mit. Die Ansagen des Inspizienten für die Auftritte, die Tänzer im Kostüm, die im Dunkeln stehen, sich noch einmal kurz konzentieren, bevor es losgeht, die ausgepowerten Körper in der Garderobe und die unzähligen Feindschaften und Freundschaften dieses Mikrokosmos. Würde ich ein Buch schreiben, würde es in so einem Haus spielen. Auf dem Areal zwischen Gendarmenmarkt, Oranienburger Straße und S-Bahnhof Friedrichstraße. Die Akteure wären Tänzer, Akrobaten, Gaukler, Gastronomen und Glücksritter und unter allen flösse die Spree.

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