Bugs Bunny in der Pfanne

Gestern endlich, nach ausgiebigem Sonnenbad und Surferschau am Strand, gab es richtiges Essen.
Gebratenes Kaninchen. Der Laden war mir aufgefallen, als wir in eine der üblichen Touristenkneipen (als besonders gut empfohlen, weil ausgestattet wie das Set von „Fluch der Karibik“) fuhren, lag die Kneipe gegenüber. Von außen schien es ein einfacher Imbiß zu sein.
Innen offenbarte sie sich als typische Einheimischengastronomie. Zuerst eine Bar mit Spielautomaten, dann ein riesiger Gastsaal mit Neonbeleuchtung, danach ein Innenhof, der direkt auf eine KFZ-Werkstatt ging. Auf der Karte waren kanarische Gerichte, von denen wir nie gehört hatten, jede Menge Fleisch. Und eben gegrilles oder geschmortes Kaninchen. Mit Knoblauch oder au nature. Endlich war es eine Portion, bei der wir auch Vorspeisen hätten essen können (ein Häschen ist eben eher eine Leichtbaukonstruktion), wenn wir nicht ob der Mengen fettigen Futters der letzen Male so vorsichtig geworden wären. Als Starter gab es etwas hausgemachte Aioli mit Kräutern und pürierten fetten Speck mit Paprika. Himmlisch.
Dann nagten wir scharf gewürztes Fleisch von zarten Knochen und waren versöhnt.

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Noch immer passiert nichts

Bis auf eine Inselrundfahrt am gestrigen Tage. Die Westseite bietet ein wunderschönes Tal, das aussieht wie das Auenland. Meerwärts kommt eine dramatische Steilküste. Die kleinen Strandbuchten sind mit bösen Bausünden der 70er zugepflastert, die fest in runzliger englischer Hand sind. Das sollte man alles sprengen und handverlesen neu aufbauen.
Kurz vor Sonnenuntergang fanden wir eine Strandterrasse, die vor einem von greisen Dänen bewohnten Appartementhaus über dem Ozean klebte. Wir orderten eine Kleinigkeit zu essen und warteten darauf, daß der heiße Ball ins Wasser titscht. Ich würgte einen ömmen Shrimp herunter, statt ihn auszuspucken und wartete den Rest des Abends auf den Kotzanfall. (Der kam wie immer nicht, ich habe schließlich einen Pferdemagen.) Die Sonne, das blöde Ding, verkrümelte sich kurz vor dem pastellfarbenen Showdown hinter eien Wolkenschleier und um uns herum war alles graublau.
Im Innenraum des Restaurants waren die ersten Graureiher aufgeschlagen und arbeiteten sich durch die Speisekarte mit globalen Standards.
Also kurvten wir 20 Minuten durch den kleinen Ort mit dem Namen Playa Paraiso, um die Straße nach auswärts zu finden, bis wir glücklich auf der Autobahn heeme waren.
Der Abend bestand aus Sekt auf Eis, Chips, Pistazien, Papaya und Dschungelcamp und nachts spielte mir der Vollmond die Morgendämmerung vor und ließ mich zwei Stunden lesend auf dem Sofa verbringen. Wenn ich einmal wach war, wartete ich auf den Monduntergang auf dem Meer. Aber auch der fiel aus. Der Mond verschwand ebenso hinter einem Dunstvorhang wie acht Stunden vorher die Sonne.
Leider endet diese sublime Ereignislosigkeit morgen.

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Leichte Schläge

auf den Kopf erhöhen das Denkvermögen, sagte mein Vater immer.
Natürlich war alles andere schuld, nur nicht meine Ungeschicklichkeit.
Schließlich hatte ich die voll schwerste Dschungelprüfung von allen.
Wir kamen gerade vom Teide. Das ist voll anstrengend! Von Meereshöhe auf 3600 Meter in drei Stunden. Dazu von 30 auf -5 Grad. Das alles mit dem Auto und den Rest mit der Seilbahn. Höhenangst! Hölle!
Bei der Rückfahrt wollte ich mich nach einem Fotostop wieder ans Steuer setzen und weiterfahren (ich war gerade nicht im Mädchenmodus), ging in Richtung Auto, merkte, daß ich schon etwas zu weit war und wollte elegant unter dem großen Blechschild durchtauchen, das im Wege stand. Die tief stehende Sonne war schuld, sie blendete mich und Kreislauf hatte ich auch nicht zu knapp. Jedenfalls landete mein ganzer Schwung beim zu früh hochkommen auf dem Schild.
Dann stand ich neben mir und sagte mir: Aha, so ist das also, wenn man Sterne vor schwarzem Grund sieht und landete im Dreck. Und seit gestern wächst aus der dicken Beule besagte Bottrop-Palme.
Zu Essen gab es aber trotzdem.

Ansonsten passiert hier nichts Berichtenswertes. Wir liegen entweder auf der Terrasse in der Sonne oder am Strand. Auf der Terrasse lesen wir, am Strand diskutieren wir über die Qualität von Brustfell oder Wadenmuskeln derer, die unbedingt Beachball spielen müssen.
Nach Sonnenuntergang polstern wir das harte Sofa mit zusätzlichen Kissen, damit die Hintern es gemütlich haben, mümmeln Chips und sehen fern. Manchmal lachen wir uns über irgendwas grundlos halbtot.
Ich habe die Cava-Therapie entdeckt, die mir eine Tablette am Tag erspart und der Herr Strike hat sich eine Hose gekauft. Eine pornöse weiße Badehose, in die aber auch keine Rasierklinge mehr reinpaßt. (Ich habe Fotos! Gebote werden gern entgegengenommen.)
Heute morgen hing ein neues Bündel Bananen an der Eingangstür, kleine süße kanarische Bananen. Uns gehts so gut wie zwei kleinen Affen in einem indischen Tempel.

Also, Sie merken, es passiert nichts.

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