06.06.2019

Früh aufgestanden, die Wohnung zu Ende geputzt, gestern war ich dazu zu hitzemüde. Mangels anderer Dinge Eis und grünen Tee gefrühstückt.
Das Auto beladen, noch mal geduscht und mit dem Grafen zu Boesner gefahren. Pappen und Papiere gekauft.
Noch schnell den Mann geknutscht, etwas zu essen und zu trinken besorgt, ein Telefonat geführt – ich halte nächste Woche noch ein halbes Seminar zusätzlich, weil jemand abgesprungen ist.
Dann nach Norden gefahren. Ab Prenzlau zog es sich zu, hinter Neubrandenburg begann es zu stürmen und ab Demmin regnete es.
Ich kaufte noch schnell ein paar Kleinigkeiten im Lidl und verbrachte den Abend damit, das Protokoll vom Dramameeting zu diktieren.
Jetzt ist es still, kühl und sehr dunkel. Zeit zu schlafen.

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WMDEDGT Juni 2019

Einmal im Monat fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag getan haben.

Nun, das war so.
Der Tag fing um Mitternacht an, wir trafen in Berlin ein. Ich war tatsächlich zum ersten Mal seit 3 Wochen wieder da. Die Wohnung war heiß und staubig. Es dauerte eine Weile, bis ich schlafen konnte.
Dafür wollte ich zum ersten Mal seit ewigen Zeiten einfach nur ausschlafen und das gelang mir tatsächlich bis 9:15 Uhr. Ich lag noch eine Weile lesend im Bett.
Nach 10 Uhr stand ich auf und machte Zivilisationsdinge wie Gästebett abziehen, Beine rasieren, Fußnägel lackieren und Gesicht aufmalen.
Dann gingen der Graf und ich zum Frühstück in die Weinerei. Ich fuhr danach in die Chausseestraße zum Optiker, der noch einmal an der neuen Lesebrille herumbiegen musste, sie saß etwas fest. (Auf der Fahrt stellte ich fest, dass under Currywurst-Dealer einer Baustelle weichen musste.)
Ich fuhr mit der U-Bahn bis zur Friedrichstraße und verschwand dort im Shopping-Wurmloch. Allerdings: Blusen und T-Shirts bei Esprit und Marco Polo? Vergiss es. Ein Bikini-Oberteil dortselbst oder bei Hunkemöller? Nö. Nicht mal Quetschwäsche gab es. Entweder die Größen endeten bei 42 (grade mal deutsche Durchschnittsgröße) oder das Material war unterirdisch. Die Textilindustrie verdiente also fast nichts. Nur einen Sonnenhut gab es.
Aber ich machte Dekoläden glücklich. Da die Müslischüsseln immer von einer gewissen Person als Chipsschüsseln gebraucht werden und anschließend den Weg in die Kantine nicht allein finden, erstand ich zwei schöne Bone China-Schalen. Und dann noch drei Karaffen für Wasser, für Gäste im Sommer, schließlich liegen noch 3 Veranstaltungen vor uns.
Ich fuhr gegen halb 3 zurück und traf mich mit dem Grafen am Asia-Imbiss. Es war so übel heiß.
Deshalb mußte ich hinter zugezogene Vorhänge aufs Bett. Ich schlief bis 17 Uhr.
Eine Runde Staubwischen und Staubsaugen lenkte mich dann gut ab und schon war es Zeit für eine nächste Folge Drama-Meeting. Zum Glück sind wir nicht mehr diejenigen, die beschimpft werden. Und es hatte sich noch einmal einiges an Verhandlungsrichtung gedreht. Gut so.
Nicht auszudenken, wenn es bei Folge 1 geblieben wäre. Das wäre tatsächlich eine üble Übervorteilung per Überrumpelung gewesen.
Hinterher gingen wir durch den heißen Abend in unser altes Stammrestaurant Die Schule. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und tranken etwas zum runterkommen. Auf dem Rückweg nach Hause kauften wir im Videothek-Spätie Ben&Jerrys-Eis. Danach ging es wieder aufs Matratzenlager, diesmal mit einem Schälchen Peanut Butter Cup.
Gleich wird geschlafen, morgen geht es früh los, das Auto mit Dingen für Kunst Offen beladen und zurück fahren.

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04.06.2019

Der Graf machte Gestelle, an denen unsere Ausstellungsobjekte für Kunst Offen hängen sollen und ich assistierte ihm dabei.
Wenn er mich nicht brauchte, wässerte ich Blumen, schon auf Vorrat, da wir an den folgenden heißen Tagen in Berlin sein würden. Die Rose am kleinen Haus hatte, kaum hatte ich zwei Tage nicht hingeschaut, ein Dutzend Blüten.
Viele Strauchrosen haben dieses Jahr Probleme mit Blattrollwespen. Sie haben jede Menge befallene Triebe, die nicht sehr stark sind und trotz Knospen besser weggeschnitten werden.
Abends stiegen wir sehr lustlos ins Auto. Erwartet uns doch in Berlin am nächsten Tag eine weitere Folge des Dramameetings.

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03.06.2019

Gestern Abend mal wieder bei Berührung des Kopfkissens eingeschlafen. Und ich weiß nicht mal mehr, um welche Uhrzeit.
Dieser Tag gehörte dem Rasenmäher. Eigentlich waren eine Woche vor Offene Gärten alle Flächen in der richtigen Länge mit eingeplantem Zuwachs. Dann kam Regen und dann wurde es warm und das Gras explodierte. Also nicht nur das Gras, sondern auch Brennnesseln, Giersch und Ampfer.
Aber vor das Rasenmähen hatte der liebe Gott den Ölwechsel gestellt und dann war da auch noch was unter der Plane zerbröselt. (Das ist ein Wiesenmäher, der hat vorn eine Plane, unter die das Gras rutscht.) Also zauberte der Graf aus Holz und Metall sehr schnell eine neue Halterung. Perfekt! Während ich noch mit „Häh?“ davor stehe, hat er meist eine Lösung.
Dann noch gemeinsam drölfzigtausendmal nachlesen und nachsehen: ja, es gibt eine Ablaßschraube, nein, sie ist nicht zugänglich, weil das Gehäuse davor ist, ja, man kann das Teil einfach kippen.
Ich dilettiere auf so manchem Gebiet, aber meine Kenntnisse von Verbrennungsmotoren kommen aus dem Werkunterricht von vor 40 Jahren und da man sowieso so schnell kein Auto bekam und das in der DDR Männerdomäne war, nahm ich es halt nur zur Kenntnis.
Und ich glaube, ich muss das auch nicht mehr lernen.
Pünktlich zur Mittagshitze (ich war genau deshalb extra früh aufgestanden) drehte ich dann meine Runden auf der Obstwiese und mußte wegen Überhitzung bald pausieren. Mein knallroter Kopf entfärbte sich beim Rumkramen im kühlen Erdgeschoss. Der Graf mähte derweil die schattigere Senke und ich löste ihn anschließend auf der Obstwiese ab. Im Wettlauf mit einem Gewitter.
Nebenher trockneten noch zwei Maschinen Wäsche.
Es grummelte am Himmel. Ich reinigte den aufgebockten Rasenmäher, weil es Beschwerden gegeben hatte, ich würde das nicht regelmäßig tun. Jetzt weiß ich ja, er läßt sich problemlos kippen. Aber irgendwer (ja wer? nicht ich!) hatte den Benzintank nicht fest genug zugeschraubt und es tröpfelte.
Dann räumte ich die Terrasse zusammen und machte alles dort regenfest, beseitigte im Gartensalon die letzten Spuren der drei tollen Tage, füllte den gesammelten Papiermüll des Hauses in die Tonnen und fuhr sie zur Straße.
In der Küche wartete noch Schmier und Chaos, das war aber in einer Dreiviertelstunde beseitigt. Nächste Säuberung: Ich weichte Dreck und Schweiß auf meiner Person in der Badewanne ab.
Dann bekam der Gatte ein Abendessen aka Tiefkühlpizza und ich brauchte dringend löffelbare Nudeln mit Ketchup.

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