11.10. 2021

Montag. Ich habe bis auf eine Unterbrechung am frühen Nachmittag, als kurz Besuch kam, den ganzen Tag geputzt.
Abends sah ich mir Un Flic von Melville auf Arte an. Ich liebe seine Filme. Un Flic, Le Samourai und Cercle Rouge habe ich bestimmt alle gut zehnmal gesehen.
Jetzt, nach länger Filmabstinenz, sehe ich noch einmal viel mehr Details. Farben, perfekte Sets, choreografierte Szenen, hinreißende Totalen in Stadtlandschaften mit Bauten der Moderne. Die Sekunde, in der auf der das Licht auf dem Boulevard angeschaltet wird und ein impressionistisches Gemälde entsteht.
Kein Film, bei dem man mal aufs Smartphone schaut.

11.10. 2021

Noch ein Sonnentag, aber es war kalt im Schatten und sobald es dunkel wurde.
Wir machten frei. Der Graf erntete Birnen. Dann holten wir die Kürbisse aus dem Zaun, bevor es Frost gibt.


Ich machte einen Birnenstrudel.

 

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Und ich las die Wildkamera aus, die ich unter den Nussbaum im Park gestellt hatte. Von diesem Baum bekommen wir nie mehr als eine Handvoll Nüsse, egal wie viel daran hängen. Sie liegen morgens angebissen darunter. Jetzt weiß ich warum. Unter dem Baum ist reger Betrieb.

Am Abend räumte ich die Berge von Wäsche, die sich in einer Woche guten Wetters angesammelt hatten, in die Schränke.
Dann war warm anziehen angesagt, auch Menschen brauchen in diesen kalten Nächten ihr Witnerfell.

09.10. 2021

Sonnig, aber von Tag zu Tag kälter.
Vormittags beschäftigte ich mich wieder mit Wäsche und zog die Betten ab. Der Graf paßte inzwischen weiter die Tür an. (Sie wird um ein knappes Viertel in Höhe und Breite verändert, indem in der Mitte jeweils Streifen herausgesägt werden, dann wird die Tür wieder zusammengesetzt.)
Nachmittags brachten wir einen Holzstapel in den Schuppen, damit er draußen nicht wieder Feuchtigkeit zieht. Holz ist immer ein gutes Workout.
Als wir fertig waren, legten wir uns erst einmal ein Stündchen schlafen.
Ich machte ziemlich spät noch Essen und bin leider noch immer nicht müde, obwohl es weit nach Mitternacht ist. Das wird meinen Tagesablauf ziemlich durcheinander bringen.

08.10.2021

Noch einmal ein warmer und sonniger Herbsttag. Nächste Woche soll es ja dann ganz anders aussehen.
Der Graf verkleinerte eine Tür, die hier beim Wände rausnehmen übrig blieb. Sie soll in die Kammer unter der Bodentreppe führen.
Ich kramte so rum. Räumte auf, heizte die Gästewohnung warm, hängte Wäsche auf und machte ganz viele Dinge, zu denen ich sonst nicht komme.
Am späten Nachmittag heizten wir den Grill an und machten uns Bratwürste. Dazu gingen wir auf die kleine Terrasse im Park, diewir viel zu selten nutzen. Gleichzeitig zünden wir den großen Holzhaufen an, der vor der Terrasse lag. Jedes Jahr wird er aufgehäuft, damit er zu Mittsommer abgebrannt werden kann und jedes Jahr gibt es einen anderen Grund, warum das nicht passiert. Letztes Jahr regnete es so, dass wir kurz vorm absaufen waren und dieses Jahr war es so trocken dass die Waldbrand-Warnstufe ein Feuer verbot.
Und wie immer, wenn wir am Feuer sitzen, darf Mimi auf meinen Schoß. Da sitzt dann eine selige Katze, lässt sich von mir die Pfötchen streicheln und ist ganz entspannt. Morgen wird sie mich natürlich bei jeder Gelegenheit anspringen, weil einmal auf dem Schoß ist immer auf dem Schoß. Aber das geht leider nicht. Das kann ich nur machen, wenn ich die Kleider hinterher wasche.
Kurz vor Mitternacht löschte ich den letzten dicken Baumstumpf ab und ging hoch. Es ist das gleiche Wetter wie gestern. An der Erde Dunst und Nebel und darüber ein wunderbarer Sternenhimmel. Sogar die Milchstraße ist zu sehen.