11.02.2019

Es ist ein Montag.
Morgens zum Berliner Hausarzt gefahren. Von Mitte bis Charlottenburg eine Stunde gebraucht. Unmengen schniefender Leute saßen in der Akutsprechstunde. Aber mehr als den Rat, Geduld zu haben und stärkere Schmerzmittel gab es nicht. (Ich komme darüber immer noch nicht weg. Manchmal habe ich so was monatelang nicht einmal im Hause.)
Es wurde ein Berlinbleibebeschluss gefaßt. Ich sah mich nicht in der Lage, zurück nach Norden zu fahren.
Dann Baden/Schlafen/Wohnung nett machen. Der Gast, der kam, war genauso erkältet wie wir.
Morgen schlafe ich einfach durch.

10.02.2019

Ein milder Sonntag mit viel schnurgerade herabfallenden Regen. Die Zuluftklappe vom Ofen mußte extra weit aufgemacht werden, damit der Rauch aus dem Schornstein herauskonnte.
Es ging mir nicht wesentlich besser und der Gedanke, heute nach Berlin zu fahren und zuerst einmal die zweite Sitzreihe wieder aus dem Transporter rauszuwuchten, um dann in Pankow Türen in einem abrißreifen Altbau anzusehen und ggf auszubauen und zu verstauen, war der reine Horror für mich.
Dem Grafen ging es auch nicht anders. Er verschob den Termin und wir gingen nach dem Frühstück noch mal ins Bett.
Ein Reizhustenanfall mit dieser ganz besonders fiesen Sorte Halsschmerzen ist nichts, was man braucht und so war mein Schmerzmittelverbrauch heute noch etwas höher. (Es ist so krass, ich kenne das sonst garnicht von mir.)
Wir schliefen noch mal fest bis 5 Uhr, aßen etwas, packten unsere Sachen und fuhren nach Berlin. Es war eine angenehme Fahrt mit wenig Verkehr. In Berlin bekamen wir sogar schnell einen Parkplatz, was Sonntag Abend sonst sehr schwierig ist.
Ich holte Focaccia und Eis und nach dem Essen trieb ich zwei Stunden in der Badewanne.
Jetzt wird geschlafen.

09.02.2019

Noch ein Tag, der wenig Ausruhpotential hatte.
Bis mittags wurden noch Wände verputzt (ich sah nur zu, man lernt Immer was), danach war das Wetter so schön, daß ich noch draußen weitermachte. Ich fing an, Sträucher zu verschneiden.
Es gab die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen. Es gibt also Licht am Ende des Tunnels. Wobei nicht zu vergessen ist, daß letztes Jahr die Schneeglöckchen zu Ostern von einem halben Meter Schnee bedeckt waren.
Als ich einer förmlich explodierten Purpurschneebeere einen frischen, frechen Kurzhaarschnitt verpasste, meldete sich jemand laut und hörbar bei mir: Mein Körper. Mit der ziemlich dringenden Empfehlung, umgehend den roten Lehnsessel aufzusuchen.
Ich mag es ja gar nicht, halb getane Arbeit einfach so liegenzulassen, vor allem, weil man hier oft erst nach Tagen dazu kommt, weiterzumachen, weil anderes wichtiger ist. Aber es war dringend.
Ich wechselte bald vom Lehnsessel ins Bett, Eiswürfel lutschend, denn die Halsschmerzen aus der Hölle waren zurück. Ich schlief etwas. Dann sah ich mir absurde Quizshows im Fernsehen an, während der Graf ein Nickerchen machte, er ist auch leidend und hatte Gipskarton von der Wand geholt.
Dann mußte ich wieder ins Bett und nahm noch eine Schmerztablette. Wenn ich das hinter mir habe, habe ich wahrscheinlich in einer Woche mehr genommen als in den letzten 5 Jahren.
Irgendwie wollte ich seit 17 Uhr etwas zu essen für uns machen, sah mich aber nicht in der Lage. Jetzt muß ich ernsthaft was aus der Küche holen, ich habe Hunger.

08.02.2019

Es geht langsam aufwärts und großartig Liegen ging heute auch nicht.
In die Kleinstadt zum Geld holen, Einkaufen und Einschreiben aufgeben gefahren. Das fehlende Geld in der Apotheke beglichen. Es wußte natürlich niemand Bescheid, warum ich kam und wie das zu verbuchen ist. (Wahrscheinlich dachten sie, ich hätte vor zwei Tagen zu wenig Geld dabei gehabt.) Wurst in Der Wurstmanufaktur gekauft.
Chili von Carne gekocht und hungrige Menschen bedient. Draußen gewesen, weil großartige Luft war. Mit der Nachbarin geschwatzt, die auch krank ist.
Ein paar Quadratmeter Glaswolle in Plastiktüten gestopft. Staubsaugertüten geleert (auch wenn sie noch nicht voll ist, man sollte sie noch anheben können). Baustaub weggesaugt.
Haare gewaschen und geduscht.
Gegen Abend Eiswürfel gelutscht, weil die Halsschmerzen aus der Hölle zurückkamen. Ein niedliches Video mit dem Enkelkind gesehen, wo sie „Oma“ sagt.
Schlotternd vor Erschöpfung am Ofen gesessen, i s Bett gegangen und nun wird geschlafen.