10.11. 2019

Ein schöner sonniger Sonntag. Ich war morgens draußen, um die Katzen zu füttern und es war frisch, leicht dunstig, zeitgleich glasklar und sonnig. Die Luft war wunderbar.
Aber ich legte mich noch einmal für ein Stündchen zum Lesen ins Bett.
Nach dem Frühstück holten wir den Rest der Lehmziegel.
Danach, ich wollte gerade die neue Holzbeplankung des Hundezwingerholzlagers streichen, hatte der Graf die spontane Idee, den Rest seiner Werkstatt heute schon umzuräumen. Sein Wunsch war mir selbstverständlich Befehl.
Ich saugte gerade die Reste von Sägespänen weg, da klopfte die Nachbarin. Ihr Kater war schon seit dem Morgen vermisst worden und sie hatte ihn entdeckt. Er hatte sich gestern in die kurzzeitig offene Tür vom kleinen Haus geschlichen und wartete auf dem Fensterbrett vom Bad, daß ihn jemand rausholte.
Der Abend verging am warmen Ofen mit Strickstrumpf recht schnell. Am Himmel ging ein Fast- Vollmond auf, der nach und nach von Nebel verhüllt wurde.

09.11. 2019

Den größten Teil des Tages geräumt und umgelagert. Zuerst in der Scheune Platz gemacht, inklusive Ortsveränderung einer Hobelbank. Die war schwer. Dann geschenkte Lehmziegel vom Freund aus dem Dorf geholt. Im Regen. Aber wir sind ja nicht aus Zucker und kalt war es auch nicht. Irgendwann mitten drin wollte mein Körper nicht mehr. Selbst einzelne Ziegel waren schwer wie Blei, die Schubkarre mit 12 Stück kaum zu bewegen.
Der Graf machte den Rest allein fertig.
Ich holte Holz und entdeckte ärgerliches: vorn haben wir das Hundezwingerholzlager gerade zugemacht, da läuft hinten das Wasser rein. Ein großer Ast hat das Asbestdach an einer Stelle zerbrochen.
Dann ging ich in die Badewanne, wieder auftauen und einen geruhsamen Abend einläuten.

Nach 30jährigem Mauerfalljubiläum war mir nicht.

08.11. 2019

Gleich nach dem Frühstück zu der Freundin drei Dörfer weiter gefahren, den Spiegel vergolden. Alte Techniken entschleunigen. Wenn das Öl aufgepinselt ist, muß es erstmal antrocknen. Das dauert mindestens eine Stunde, wenn nicht länger. Dann habe ich das Gold aufgefummelt (anschießen heißt das korrekt). Für ungeduldige, Details hassende Grobmotorikerinnen wie mich ist das eine Herausforderung. Aber ich hatte eine gute Lehrerin, die derweil Kirchturmuhrenzeigern eine neue Goldschicht gab. Gegen sieben Uhr abends war ich wieder zurück und ziemlich platt. Essen, Badewanne, Bett war mein einziger Wunsch.
Cat News: Die Kleine kann jetzt ihren Schwanz jagen und hat sich vom halbverhungerten Alien in ein niedliches puschliges Kätzchen gewandelt. Der Kater kam zum ersten Mal hinter der Spüle vor. Interkätzisch kommuniziert man derzeit noch über gegenseitiges Milch/Trockenfutter wegfressen und Fäkalstatements. Und das Baby macht immer noch einen Buckel und faucht den Riesenlümmel an. Herzig herzig.

07.11. 2019

Weiter an der Großen Rochade gearbeitet. Die Werkstatt des Grafen zieht in den vorderen Salon und die dort gelagerten Sachen in die beiden Räume im Ostgiebel.
Dr Graf fuhr irgendwann nach Berlin los und kam noch mal retour, weil Schlüssel vergessen und am frühen Abend kam die Gutshausnachbarin mit dem Kater. Soweit ich das sehen konnte, ist er Nebelgrau getigert mit weißem Latz. Er verschwand sofort hinter der Spüle und sein Blick sagte: Dieser Tag kann echt weg. Kein Wunder. Erst Tierarzt und Narkose und abbe Familienjuwelen, dann irgendwo aus der Transportkiste geschmissen, wo eine Babykatze einen Buckel macht. Die beiden werden sich schon zusammen raufen.