11.05. 2022

Ein schwülwarmer arbeitsreicher Tag, der hübsche kleine Beobachtungen hatte.
Als ich vor die Tür ging, rief über mir im Ahorn der kleine Kauz ganz laut und aufgeregt. Ich freute mich, denn ich hatte ihn seit vielen Tagen nicht mehr in den Lebensbäumen gesehen und befürchtete schon, daß er einem Marder oder Fuchs begegnet wäre. Später flog er fort, es war wohl unter ihm zu viel Gewusel.

Wir hatten noch mal einen Holztag. Der Graf stand den ganzen Tag am Holzspalter und ich transportierte ihm zu.
Wir fanden unterm Holz eine Blindschleiche. (Das ist doch eine, oder?)

Nachmittags kam ein Päckchen, über das ich mich sehr gefreut habe. Waren doch Verlegerin und Autorin des Buches „Abschaffung der Problemzonen“ im Herbst hier im „Schreibexil“, wie sie es nannten.

(Es scheint hier ein guter Ort für Arbeitsaufenthalte zu sein. Hier wurden auch schon Drehbücher konzipiert und das Homeoffice ausgelagert.)
Abends waren wir hinten im Park zu Essen verabredet. Der Blick in den Garten war sehr schon und das Essen wunderbar.

10.05. 2022

Ein Sommertag. Die Luft ist wie ein Seidentuch, das nach Apfelblüten, Magnolien und Flieder duftet. Alles ist gelbstaubig. Ich öffnete als erstes sämtliche Fenster und Türen im Haus, damit es sich weiter aufwärmt.
Wir bereiteten uns heute auf ein Online-Meeting (es enthielt zwei Szenen Berlin-Drama in der Tagesordnung) am frühen Abend vor. Das kann man auch auf der Terrasse machen. Was auch hieß, alle anderen Sachen blieben liegen.
Nachmittags schlief ich ein Stündchen.
Nach 10 Minuten Meeting war klar, daß wir verschieben mußten. Eine maßgebliche Person hatte den seit Wochen bekannten Termin verpeilt und weilte im Ausland bei einer Tagung.
Ärgerlich, sehr ärgerlich.
Wir fuhren auf die andere Seite vom Trebeltal, Honig holen. Aber auch der Imker war nicht da.
Es hatte bei unserer Abfahrt zu regnen begonnen. Endlich. So fuhren wir eine Runde durch den Regen, durch gelbe Rapsfelder und blühende Kastanienalleen, um wieder auf bessere Gedanken zu kommen.

09.05. 2022

Sonniger und warmer Montag.
Zuerst schippte ich das letzte Stück von dem Graben vom Abwasserrohr endgültig zu und legte wieder Kalksteine dort hin, wo vorher welche lagen. Dann beschäftigten wir uns noch mal mit Holz, der Graf spaltete einen Riesenberg. Ich fuhr Holz zu ihm, das heißt, ich fing damit an und haute mir einen großen Klotz auf den kleinen Finger. Gott sei Dank der linke kleine, blau wurde er trotzdem. So saß ich erst einmal eine dreiviertel Stunde mit einem Eisverband herum und fuhr dann zum Yoga, das ich mit hochgehaltenem, abgespreiztem kleinen Finger absolvierte, damit es nicht weh tut.

Die Magnolie duftet übrigens umwerfend, dazu kommt Fliederduft.

08.05. 2022

Sonntag. Kein Tag dafür Draußenfrühstück, die Sonne strahlt, aber es weht ein kalter Wind.
Die Küche geputzt und dem Himmelbett frisch gewaschene Vorhänge gegönnt.


Das wars dann schon.