15.09. 2021

Bis mittags war es noch ganz schön, sogar mit Sonne.
Ich war gestern sehr früh im Bett. Wenn ich einiges vor Mitternacht ins Bett gehe, bin ich meist zwischen 4 und 5 wach und lese eine Stunde, nachdem ich festgestellt habe, daß ich nicht mehr einschlafen kann.
So wie heute. Als ich wieder kurz vorm Einschlafen war, fiel mir ein, daß heute Restmülltag ist. Ich hatte gestern im Haus gearbeitet und nicht gesehen, wie die Nachbarn die Tonnen vor die Tür stellten. Da der Müll sehr früh abgeholt wird und wir den Termin nicht auslassen konnten, weil wir durch Gäste und Aufräumaktionen viel Restmüll haben, mußte ich die Tonne vor 8 Uhr an die Straße stellen.
Ich stellte mir den Wecker auf 7 Uhr, dann wäre es hell, schlief eine Stunde, zog mich an, rollte die Tonne vor, stopfte noch ein paar Sachen rein, herzte Mimi, die mich begeistert begrüßte und mit mir ins Haus stürmte, setzte sie mit einem Leckerli wieder vor die Tür und plumpste erneut ins Bett. Das nächste, woran ich mich erinnern kann, war, daß der Graf vor mir aufstand (!) und es halb 10 war.
Wir frühstückten und der Graf plante die alljährliche Gutshaustour mit den Herren Spontiv.
Gegen Mittag fuhren wir los. Dem Grafen fiel unterwegs noch das eine oder andere Gutshaus zwischen den Wegmarken auf, es summierte sich, in einem Schloss wurden wir von einer uralten Dame für einen Kaffee gebeten und am Schluß landeten wir in Barth am Hafen und aßen Fischbrötchen.
Dann begann der Regen. Als wir wieder im Dorf ankamen, schüttete es. Wir holten kurz Holz, die oberen Scheite im Korb wurden naß und wir auch.
Das reparierte Stück Dach hat seine Starkregenprüfung bestanden, das Wasser läuft brav über die neuen Ziegel und nicht mehr in die Mansarde. Jetzt kann der Innenverstrich gemacht werden und die Dämmung und die Holzverkleidung können wieder eingebaut werden.
Dann wurde es gemütlich, mit Feuer im Ofen und Tee. Abends gab es Suppe. Jetzt ist wieder höchste Schlafenszeit.

14.09. 2021

Zuerst war es bedeckt. Ich hing trotzdem Wäsche auf.
Dann kam die Sonne raus und zauberte noch einmal einen goldenen Spätsommertag.
Ich stand auf der Leiter und riß Tapete ab. Es ging mittlerweile ziemlich schnell. Der Graf baute ein Gestell für den Boiler. Bei Tee und Kuchen mit den Herren Spontiv wurde beschlossen, den Gipskarton an der Decke abzunehmen. Ich bin sehr gespannt, wie es darunter aussieht.
Abends gab es so etwas wie Koninginnehapje ohne Pastete. Zum reinlegen.
Jetzt bin ich schon wieder sehr müde.

13.09. 2021

Erstmal langsam gestartet. Geräumt und sortiert.
Die Katzen mopsten sich die Knochen von den Hähnen von gestern Abend und benagten sie noch einmal. Beziehungsweise aßen sie alles auf. Die Knochen wurden einfach zerkaut. Es muß ihnen mal einer sagen, daß sie keine Doggen oder Berhardiner sind.
Später dann mit dem Grafen den Boiler aus dem kleinen Haus von der Wand geholt, der soll ins entkernte Bad im Erdgeschoss.
Gesehen, daß im unteren Flur eine Tür schmutzig ist und in diesem Zusammenhang auch den Blechkasten mit den Zählern saubergemacht. Öhm. Der sah säuisch aus und irgendwie hatte ich im Kopf, daß es „echter“ Dreck war, den ich nicht wegputzen konnte. Was soll man sagen, der Dreck ging weg, das Ding ist nun strahlend weiß und ich erinnere mich, daß ich ihn bei der Anfangs-Putzaktion nicht mehr geschafft hatte. Später hakte sich wohl die Erklärung in meinem Kopf fest, daß der Dreck nicht wegzumachen war.
Später dann begonnen, die Tapeten in besagtem Bad runterzunehmen. Das ist an dem Wänden einfach. An der Decke ist Raufaser direkt auf Gipskarton geklebt und beim Abspachteln kommt die Pappschicht mit runter. Wenn man googelt, was man da machen kann, findet man Ratschläge wie: Garnichts. Oder: Tapete aufrauhen und mit Gips überputzen. Oder noch besser: Rigips abreißen und neuen anschrauben. Vor dem erneuten Tapezieren mit Grundierung streichen. Alle irre.
Abends wurden wir mit wunderbarem Essen gefüttert und jetzt geht es ins Bett.

12.09. 2021

Der Wecker klingelte früh. Es war noch fast dunkel. Rotkäppchen nahm ihr Körbchen und ein Messer (es gibt Wölfe in der Gegend) und ging in den Wald.
Es dauerte eine Weile, denn ich kannte die Pilzflecken noch nicht. Nach anderthalb Stunden hatte ich ein parr knuffige kleine Maronen gefunden. Steinpilze, wie alle anderen finden, hatten sich versteckt.
Ich fand eine stramme Morchel, besetzt von entzückten Aasfliegen.
Und sonderbar verfaultes Holz.

Beim Gang mit Gummistiefeln über Stock und Moos vertrat ich mir den Fuß und merkte es erst, als es schon richtig schmerzte.
Aber ich fand zurück und hatte mich nicht verlaufen.
Ich machte ein Omelett mit Pilzen für vier zum Frühstück, beim Essen trudelte ein abzuholendes Porzellanfundstück in EBK ein, das ich nicht anderen überlassen wollte.
Kurz entschlossen fuhr ich mit dem Grafen nach Berlin, der sowieso dort etwas zu erledigen hatte.
Fahren war so eine Sache. Es staute sich bis Berlin, obwohl wir schon Landstraße fuhren. Am Schluß hatten wir zwei Stunden Verspätung. Ich packte am Abholort 150 Teile Fürstenberg ein, dann ging es zu Erledigung des Grafen und in der Dämmerung fuhren wir auf relativ freier Autobahn zurück, während es sich auf der Gegenspur staute. Die Ostsee dürfte jetzt leer sein.
Zurückgekehrt, erwartete uns ein wunderbares Abendmahl, die Herren Spontiv hatten Hähne gebraten.
Jetzt ist Beine hoch angesagt, meinem Fuß geht es schon wieder besser.