Tagebuchbloggen 20. Oktober 2013

Was für ein Herbst. So einer, bei dem man dankbar ins bunte Laub niederknien möchte.
Das Nachdenken darüber, wie es wohl weitergeht, kommt von allein. Alles, was ich möchte und vorhabe, steht unter der Einschränkung und Maßgabe, dass die Kraft begrenzt ist. Um nicht im heillosen Chaos angefangener und liegengebliebener Vorhaben zu ersticken, geht es immer wieder um Reinigen und Reduzieren. Weniger ist mehr.
Das mir, die Wochen in einer Wolke aus Machen, Scheitern, Neuanfangen und endlich Beenden verschwinden konnte. Das Grundmuster ist geblieben, die Kartoffelzeiten*, in denen fast nichts passiert und die Flowzeiten, in denen es plötzlich rasend vorangeht. Doch die Kartoffelzeiten sind vergnüglicher geworden. Ich empfinde sie nicht mehr als Makel, als Zeit vertun. Schließlich baut sich da ion meinem Kopf zusammen, was anschließend realisiert wird. Und ich überbewerte die Flowzeiten nicht mehr. Das ist Ausnahmezustand, nicht Existenzideal. Wie der Surfer, der auf dem Wasser rumpaddelt und auf die geeignete Welle wartet, um ganz kurze Zeit auf ihr zu reiten.
Schau mal ganz genau auf das Leben eines Surfers, von dem man nur das Bild als Held ganz oben auf der Welle kennt: Mit anderen im Wasser rumhängen, schwatzen, immer mal warm in den Anzug pinkeln, aber ziemlich viel frieren, merken, dass das heute nichts mehr wird und anderswo die Post abging, also ganz ganz viel Zeit vertun für großartige 10 Sekunden. – Und nur diese 10 Sekunden nehmen die am Strand wahr.

Aber der Montag. Er war zu kurz für das, was alles anstand. Einiges an zwei Websites tun, die immer noch nicht fertig sind. Etwas texten. Kochen. Rat von Freunden für ein schwieriges Problem empfangen. Ein paar Nähte nähen. (Ich bin die, die ganz korrekt nach Anleitung gleiche Teile zusammennäht und hinterher zwei ungleich breite rechte und linke Hälften in der Hand hat. Das ist also meine geheime Superkraft. na toll.)

 

* Ich nenne diese Mischung aus Ausruhen, Faulheit, Langeweile und Ausweichen vor dem neuen Vorhaben, um noch einmal darüber nachzudenken, Kartoffelzustand.

Auch das noch:

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