Back in Berlin. Während der Herr Strike mit den nächsten Besuchern an Strand liegt, absolvierten der Herr Dick und ich jeweils einen ganzen und einen halben Arbeitstag.
Schön wars. Vier Menschen, die jeder für sich der Meinung sind, Soziophobiker zu sein, verbrachten auf kleinem Raum viel Zeit miteinander und amüsierten sich sehr.
Der pure Luxus: das Dünenhaus hatte in allen Gesellschaftsräumen Meerblick mit eingebautem Sonnenuntergang und als der scharfe Wind der ersten beiden Tage vorüber war, lagen wir ohnehin immer nackter und röter und weinseliger am Strand bzw. plumpsten ins Wasser.
Essengehen fiel aus, denn irgendjemand stellte immer zu gegebener Zeit etwas zu essen auf den Tisch. Fernsehen gab es nicht, dafür Scharade und Stadt-Land-Fluß. Ich bekam nun endlich, nach 20 Jahren grundlegende Funktionalitäten des Kapitalismus mittels Monopoly beigebracht.
Ich stellte fest, daß ich mich sehr wohl dabei fühle, wenn ich am Herd stehe und in einem großen Topf rühre, um für eine ganze Bande für etwas zu essen auf den Tisch zu stellen. (Selbst wenn Rezept und Vorbereitung glamourös waren.) Ach so und das mit der Trennkost haben wir am ersten Abend sein lassen.
Bilder gibts auch bald, aber jetzt bin ich müde…
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Kitty taucht ab
Morgen besteigen der Herr Dick und ich das Kittymobil und fahren gen Norden Der Herr Strike und der Herr Ereignishorizont fahren uns auf der Autobahn sicher um einiges voraus.
3 Tage Nichtstunmüssen. Morgens noch halb schlafend in die Ostsee springen. (Hoffentlich) attraktiven Menschen am FKK-Strand auf die netten Körperteile blicken. Rumlümmeln, durchpusten lassen, Sand sortieren, verbeulte Klamotten anziehen und Blödsinn labern.
Ich koche gern, das Trennkostkochbuch ist im Gepäck.
Ach, ick freu mich so!
Derzeit gibt es
hier wenig amüsantes oder spannendes zu lesen. In meinem Kopf wälzt sich blubbernd der Gedankenquark, ab und zu kommen ein paar bunte Smarties an die Oberfläche, die die Synapsen sofort wieder einsaugen. Manchmal stockt und bläht es sich enorm, dann muß ich vorsichtig Dampf ablassen, manchmal tut ein bißchen Bewegung und Anfeuerung gut, um das ganze wieder zum Rotieren zu bringen.
An so halbgaren Prozessen kann man niemanden teilhaben lassen, wenn man auch fürderhin unbelächelt durch des Internets Straßen gehen will. Außerdem würde das passieren, was einem Kuchen passiert, wenn man die Ofentür zu früh öffnet. Dieses wunderbare, pralle Backwerk würde den weiteren Reifeprozeß verweigern und zäh und klietsch in sich zusammenfallen.
So ertrage ich es denn stoisch, etwas neben der Kappe, dünnhäutig und wenig gesellschaftfähig zu sein. Ich merke plötzlich, wie sehr ich doch damit meinem Vater ähnele, der in Umbruchzeiten auch so sonderbar wurde. (Andererseits: Wenn ich so einen Seitenblick im Spiegel auf mich mit Lesebrille erhasche, sehe ich aus wie ein wesentlich schlankerer Entwurf meiner Mutter. Wahhh!!!!)
Ich schreibe in Texte andere Sachen als ich denke. Denke ich „Ehemann“, schreibe ich „Prinz“, denke ich „doch“, schreibe ich „aber“. Absurd. Als wollte jemand anders durch mich schreiben.
Ich träume jede Nacht von tiefen Meeren und Flüssen, die plötzlich sonnendurchflutet und transparent werden. Ihr Boden ist mit großen Sandsteinquadern gepflastert, denn auch tief unten hat alles seine Ordnung. Riesige Fische schwimmen darin, manchmal auch meine Kleider, die eigentlich in den Kisten im Außenlager sind. Ich fahre auf zu kleinen Booten ohne Ruder oder uralten Dampfern, deren Bedienung ich zu ergründen versuche, aber es passieren keine Katastrophen. Ich staune immer nur, einen ganzen Traum lang.
In der Realität begnüge ich, die Macherin, mich mit kleinen, vorsichtigen Taten und Kinderschritten. Das ist gewöhnungsbedürftig und beschämt mich mitunter auch. Aber ich warte darauf, daß in meinem Oberstübchen alle Prozesse so weit sind, daß es dann nicht mehr ums Kleckern, sondern wieder wie gewohnt, ums Klotzen geht.
Cowgrrrrl war gestern
Irgendwie werde ich dünnhäutiger.
Auf meine alten Tage. Hm.