Also hey, es gibt bald wieder eine Küchenwerkbank, auf der ich kochen kann!
Gegenständlich: Wärme.
Und ein Wort: „OOOOO …PA!“ (Oma geht irgendwie noch nicht.)
Am Monatsfünften fragt Frau Brüllen seit mehr als fünf Jahren, was wir denn getan haben.
Der heutige Tag begann wie so oft um Mitternacht. Wir kamen um 00:10 Uhr aus Berlin zurück, packten das Auto nicht aus und nahmen nur unsere persönlichen Sachen mit ins Haus.
Ich machte zunächst eine Runde und schaltete die Infrarotplatte im Bad, den Elektroheizer in der Ostwohnung und unsere Heizdecken im Bett ein. Dann heizte ich den Kachelofen an. Das Wohnzimmer war schon leicht ausgekühlt (was hier heißt, ca. 12-14 Grad), normalerweise heize ich schon um 6 Uhr abends an.
Gegen 00:50 Uhr lag ich dann im kuschlig warmen Bett, hatte aber noch den Timer gestellt, um Holz nachzulegen. Um halb 3 schraubte ich den Ofen endgültig zu.
Um 8:00 Uhr morgens war ich wieder wach, die Sonne schien. Aber so richtig kam ich erst 20 Minuten später aus dem Bett. Ich zog mir „kann dreckig werden“-Sachen an, kochte wegen gähnender Leere im Kühlschrank Porridge, knackte mir dazu eine Handvoll Walnüsse und kochte Kaffee.
Nach dem Frühstück räumte ich den Wäschekoffer aus dem Auto und suchte fluchend und vergebens ein Rücksendeetikett für ein Paar zu eng bestellte Stiefel. Ach, und ich startete eine Waschmaschine, heizte den Kachelofen und der Graf mußte mit mir eine Mail schreiben.
Dann trieb ich mich nach draußen, es war inzwischen nach 11:30 Uhr. Ich probierte, ob ich aus den viel zu großen Nadelholzschwarten der Holzlieferung vom Frühjahr Anzündholz hacken konnte. Oh, das ging gut und zum ersten Mal konnte ich mit der Axt, die mir der Graf zu Weihnachten geschenkt hatte, richtig zuhauen. Ich weiß jetzt, was ich in Zukunft mache, wenn ich mal ein paar Aggressionen loswerden muß.
Dann machten wir zusammen die Ladefläche vom Auto leer, wir hatten unter anderem einen schönen Sessel aus Berlin mitgebracht, und fuhren um 13:00 Uhr auf die andere Seite des Trebelsumpfes. Dort will jemand einen Schuppen abreißen, der voller Brennholz ist, das wir billig gekauft haben. Wir müssen es nur abholen…
Wir luden Holz (zwischen anderthalb und zwei Festmeter und mangels Hängerkupplung direkt ins Auto), mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und beladen gleichmäßig und rutschfest.
Dann fuhren wir zurück. Die Sonne stand inzwischen niedrig und es wurde kalt. Der Graf begann, das Holz in den Schuppen zu packen, ich heizte den Ofen im Bad der kleinen Hauses, das wir seit zwei Wochen wieder benutzen müssen, weil sich bei uns oben – ob vor Kalk oder Kälte, keine Ahnung – der Boiler verabschiedet hat und wir noch nachdenken, wie die Neulösung aussehen wird.
Bevor ich half, das Auto mit abzuladen, karrte ich noch Berge von verfaultem Lindenlaub, das sich seit Jahren am Fundament des kleinen Hauses sammelt und das ich zusätzlich aus der Dachentwässerung geholt hatte, nach hinten in den Park, auf den Kompost.
Kurz bevor die Sonne unterging, hörte ich auf, damit würde ich mich noch einige Zeit beschäftigen, und entlud mit dem Grafen den Rest des Holzes zusammen.
Als es dunkel wurde, brachte ich Holz hoch in die Ostwohnung und ins kleine Haus. Ich startete den Trockner, derzeit sind die Tage zum draußen Wäsche trocknen zu kurz.
Der Graf hatte Hunger und ich auch. Ich machte ihm Kroketten in der Heißluftfriteuse und briet dazu ein Wiener Schnitzel aus dem Frost. Für mich machte ich einen Eierkuchen und Nudeln mit Wiener Würstchen und Ketchup warm, alles Reste der letzten Tage.
(Man merkt, ich habe hier eigentlich kein Uhrzeitgefühl. Die Zeit bestimmen die Sonne, der Hunger und was zu tun ist.)
Nach dem Essen ging ich nach drüben und duschte. Das Holz muß im Dreck gelegen haben, es ist sehr staubig, das ist ein Fall für viel Seife.
Dann startete ich den Trockner noch einmal.
Der Rest des Abends bestand aus Zeitungsschau, Recherche nach einem Laserdistanzmeßgerät, denn wir brauchen endlich dringend ein genaues Aufmaß des Hauses, dem Test des Leitungsmeßgerätes, weil wir dem Wust an unter Verschalungen und Wänden verlaufenden Leitungen zuleibe rücken wollen und … dem Heizen des Kachelofens.
Jetzt ist es kurz vor 11 Uhr, ich werde mir einen neuen Kräutertee in die Thermoskanne füllen, die Wärmedecke anschalten und ins Bett gehen.
Morgen holen wir schon früh die nächste Ladung Holz, weil wir noch zu einer Tagung fahren werden.
Fazit: Viel Aufwand für ein bißchen Wärme. Aber noch ist das hier noch nur semi funktionierende Low Tec aus der Zeit, in der man dafür Personal hatte.
Die Beiträge der anderen sind hier zu finden.
Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Mein gestriger Tag endete erst gegen halb 3 Uhr morgens. Wir waren erst um halb 1 von Berlin angekommen, ich war verfröstelt und aufgekratzt und ging deshalb nach Anheizen des Kachelofens in die Badewanne, um noch ein bisschen im Internet herumzulesen.
Als ich gut durchgewärmt war, schraubte ich den Ofen zu und ging ins Bett auf das es nachts etwas wärmer würde.
Deshalb schlief ich ziemlich lange und stand erst 8:30 Uhr auf. Die Sonne schien so golden, wie sie nur im Herbst scheint, und die Vögel sangen. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich vergessen hatte, die Gelben Säcke vor die Tür zu legen.
Ich zog mich an und machte erst einmal einen Gang durchs Haus zu allen Müllsammelplätzen und legte drei Säcke an die Straße.
Dann frühstückte ich. Reiswaffeln mit Leberwurst und Käse und Joghurt mit Birne und Haferflocken. Zwischendurch startete ich eine Waschmaschine mit Arbeitssachen. Es ist bei luftgetrockneter Wäsche ja nicht ganz egal, wann die Wäsche rauskommt, besonders wenn die Tage nicht mehr so lang sind.
Nach dem Frühstück beschloss ich, den wunderbar warmen Tag vorwiegend draußen zu verbringen. Im Haus war es kälter als draußen, ich machte so viele Fenster wie möglich auf.
Die nächsten 1 1/2 Stunden machte ich diverse Nebenarbeiten, die am Weg lagen: Betten abziehen, Müllsäcke zusammenlegen, auf denen Nüsse gelegen hatten, den Salon staubsaugen, Wäsche aufhängen und die nächste in die Maschine packen, eine Lampe zum Putzen mit einem Eimer Seifenwasser nach draußen tragen, Nüsse nterm Baum aufsammeln, ein Foto für die 2x360grad-Serie…
Der Graf war inzwischen ins tiefste Nerdistan abgetaucht und schrieb Texte in einer adaptierten altdeutschen Schrift, die jemand von ihm erbeten hatte. Er hatte die Idee, am Abend zu grillen, Wurst hatten wir auch keine mehr und so ging ich übern Platz zur Wurstmanufaktur und kaufte grillfertige Spare Ribs, Gewürzsalami und – da sie mich so anlächelten – Koteletts vom glücklichen Schwein und Frikadellen.
Es war inzwischen nach 13 Uhr. Die Sonne schien auf die Terrasse und ich setzte mich mit Strickzeug und Weiterbildungsmaterial hin.
Gegen zwei machte ich mir ein Brot, hänge noch einmal Wäsche auf, putzte die Lampe und las weiter. Wenn Nüsse fielen, sammelte ich sie auf.
Gegen vier Uhr war die Sonne von der Terrasse weggezogen. Es raschelte komisch im Park hinter der Blutbuche. Die Kuh, besser gesagt, eine Färse, die der Meinung ist, das Grad sei dort schmackhafter, hatte mal wieder den Geheimausgang aus ihrer Weide genommen und stand nicht weit weg von mir. Als ich sie wenig amüsiert ansah, trollte sie sich.
Ich ging den Hohlweg hinunter zur Viehtrift und sah, dass die Herde heute ganz nah war, ein paar Bullenkälber waren auch durch ein Loch im Zaun in einen Garten gegangen und tobten dort herum.
Die Kuh, die wieder in der Senke im Park stand, fand es nicht gut, dass ich mich zwischen ihr und dem Eingang zur Weide befand. Sie schnaubte mich böse an. Ich machte dann doch besser, dass ich wegkam.
Bevor die Sonne ganz hinter den Bäumen verschwunden war, holte ich Holz für abends, nahm die Wäsche ab, schloss die Fenster wieder, bezog die Betten und heizte den Kachelofen in unserem Wohnzimmer.
Dann nahm ich mir das schöne eichene Büffet vor, das wir am Wochenende für die Küche erstanden hatten und putzte es.
Der Graf hatte inzwischen einen Einkaufszettel für seine Dinge gemacht und ich fuhr in der Abenddämmerung 6 km in die nächste Stadt, um einzukaufen. Freitags zwischen 7 und 8 Uhr ist hier in dieser Gegend der Lidl so gut wie leer.
Wieder zurückgekehrt, zündete ich den Ofen im Herrenzimmer an und machte eine von unseren Schnellmahlzeiten aus der Heißluftfriteuse: Pommes Frites und die Frikadellen mit ordentlich Ketchup und Mayo, zum Grillen war es zu spät. Nebenher räumte ich das erste Geschirr in das Büffet.
Wir aßen, der Graf verschwand wieder in Nerdistan und ich versuchte in einem weiteren Anlauf dem neu erstandenen Repeater beizubringen, dass er DHCP benutzen solle. Was scheiterte. Auch das Herunterladen von 190 Seiten Manual klappte zweimal nicht. Ich habe zwar eine DVD mitgeliefert bekommen, aber das DVD-Laufwerk an meinem Rechner ist seit vielen Jahren kaputt und ich brauche es nie.
So fasste ich den Entschluss, den heutigen Tag aufzuschreiben und nebenher den Kaminofen mit Holz zu füttern. Und wenn ich jetzt fertig bin, gehe ich ins Bett.
Die anderen Texte finden sich übrigens hier.
Morgens aus dem Bett gequält, es gab wenigstens Sonnenaufgangspomp.
Dann Richtung Berlin losgefahren, etwas die Zeit im Nacken, weil die neuen Gäste ab morgens in der Stadt sein sollten.
Bemerkt, daß des Grafen Handy in den Aufbruchswirren liegen blieb, das wir aber dringend brauchten. Von Höhe Greifswald umgekehrt, zurückgefahren, das Handy geholt und dann den Transporter geprügelt, um die verlorene Zeit wieder hereinzuholen, solange die Autobahn leer war.
Als wir uns langsam entspannten, baute sich vor uns ein dicker Stau auf. Den Stau umfahren. Entgegenkommende Motorradpulks nerven in diesem Fall. Wieder auf der Autobahn eingeschert.
In Berlin angekommen. Die schlimmen Fahrrad-Chaoten pennen Gott sei Dank noch. In Rekordzeit das Zimmer fertiggestellt.
Wer auch nach 2 Stunden nicht da ist, sind die Gäste, die sich auch nicht zurückmelden.
Schnell etwas essen gegangen mit Blick aufs Handy. Keine Nachricht. Alles vorbereitet, dass die Leute selbst zurechtkommen. Eine vertrante Nachricht erhalten, der Bus hätte Verspätung.
Durch nervenden Verkehr nach Schöneberg gefahren, sehr schöne gebrauchte Stühle gekauft, allerdings doch reparaturbedürftiger als gedacht. Zurück in den Prenzlauer Berg gefahren, noch nervigerer Verkehr, eine kleinen Glasschrank erstanden, nix besonderes, aber praktisch und Gott sei Dank leicht.
Zur Sicherheit noch mal zu Hause vorbei gefahren, alle Vertrödeltheiten der Gäste ausgeglichen.
Dann gab es eine ruhige Rückfahrt und nun sitzen wir am bollernden Ofen.
Aber was schön war: Ein Sonnenaufgang, ein schöner warmer Herbsttag und ein Video vom Enkelkind, das vom anderen Opa mit roter Grütze gefüttert wird und dabei auf dem Eßtisch sitzen darf.
Die Woche lief ähnlich. Beide vom Wetterumschwung und von des Enkelkinds Schnodderküssen kränklich und angeschlagen, ich habe dazu an einem Tag zu schwer getragen, aber es gab unglaublich viele Nüsse zu sammeln und einen hübschen Schreibsekretär und ein Küchenbüffet. Außerdem hat mir der Graf die Interrimsküche fertig gemacht. (Er kann Kraftstromanschlüsse!)
