Frühlingshaft. Wir wärmten das Haus und die Mimi kletterte wieder übers Dach überall dorthin, wo sie so sonst keinen Zutritt hat. Shawn sprang aus dem Fenster im Treppenflur, das gut drei Meter hoch liegt. Da muss ich mir was einfallen lassen. Die beiden sind hier als Hofkatzen angestellt.
Wir harkten Laub und sortierten das Holz einer jungen Esche, die der Nachbar an der gemeinsamen Grundstücksgrenze gefällt hatte. Ich hing Bettwäsche auf, die nach zwei Stunden trocken war.
Am Abend machte ich noch etwas Holz. Es dämmerte gerade, der Mond ging auf, die Vögel schwiegen und die Axt spaltete eine überirdische Stille.
(Ich bemühte mich, schnell fertig zu sein.)
Abends war ich sehr müde. Der Tag gestern war anstrengend.
Archiv der Kategorie: Leben
23.02. 2021
So, es ist vollbracht. Das Sommerhäuschen der Eltern ist verkauft.
22.02. 2021
Transittag. Dabei war es so warm und sonnig. Ich wäre am liebsten auf dem Dorf geblieben.
Erst räumten und kramten wir und warfen ein paar Dinge in Taschen. Dann machten wir noch einen Spaziergang.
Als wir zum Haus zurückgingen, entdeckten wir das:

Mimi spaziert das Mansarddach entlang. Wir hatten natürlich erst einmal tausend Fragezeichen im Kopf, wie sie da wohl hingekommen sein mag. Aber dann sprang sie schon in das geöffnete Fenster, von wo sie ins Treppenhaus kommt. Sie kam übrigens aus Richtung unseres Badezimmers, wo das Fenster in der Fledermausgaube auch offen war. (Was sie nicht wußte: 10 Meter geradeaus übers Dach war das Fenster in der anderen Fledermausgaube ebenfalls offen. Da hätte sie mit zwei Schritten auf der Küchenarbeitsplatte und neben dem Schmalztopf gestanden.)
Damit löste sich auch mein Rätsel von Samstag. Da war plötzlich neben dem Klo ein Pfützchen. Von „Ohnee, das Klo ist defekt!“ über „Wie hat der Mann das geschafft?“ bis „Das ist bestimmt Katze, wie sind die durch Tür und Vorhangschleuse an uns vorbeigehuscht, ohne daß wir es gemerkt haben?“ Ich war nachmittags oben gewesen und hatte Geräusche an der Wohnungstür gehört, Mimi versucht manchmal die Pfote drunter durchzustecken, weil sie bei mir sein möchte. Aber der Flur war leer, als ich nachsah. Also war das Geräusch aus dem Bad gekommen. Und weil ich die Tür nicht geöffnet hatte, gab es ein Protestpfützchen.
Da machste was mit.
Nachmittags fuhren wir in Richtung Berlin mit kurzem Stop beim REWE, um für Proviant zu sorgen.
Wir würden übernachten und am Dienstag weiter nach Frankfurt (Oder) fahren. Aber vor das Übernachten hat der liebe Herrgott das Tür aufschließen gesetzt und das war ein Problem. Der Graf hatte seinen Berlin-Schlüssel vergessen und an meinem Schlüsselbund fehlte der für das obere Türschloß.
Gut daß der Graf ein Schlüsselbund in Oranienburg deponiert hatte. Wir drehen noch mal eine Ehrenrunde und jetzt heizt die Heizung die Wohnung hoch und der Reiseproviant ist angeknabbert.
21.02. 2021
Was für ein schöner Tag.
Wir öffneten die Fenster auf der Sonnenseite, damit sich das Haus aufwärmt. Dann harkten wir stundenlang Laub.
Der Park ist voller Energiefeld-Kreise.

Die Katzen wälzten sich vergnügt im sonnigen Gras und Mimi knabberte liebevoll an meinen Fingern.
Abends kochte ich Sesam-Honig-Hühnchen, aber irgendwie geriet ich an ein anderes Rezept. Das war aber auch eßbar.
Abends sprach ich noch mal mit Mutter über den Verkauf des Sommerhäuschens, der übermorgen endlich passiert. Irgendwie gibt es eine Bekannte, die ihr immer wieder Bedenken einredet, mit den Verträgen könnte was nicht stimmen. Also wenn ich von etwas was verstehe, dann von Verträgen.
Abends zappte ich mich durchs Fernsehen. Mindestens der dritte Tatort aus Corona-Zeiten, der eine völlig wirre Dramaturgie hat. Ganz spät dann Max Max: Fury Road. Ich hatte ja noch nie einen Max Max Film gesehen, immer nur Szenen davon. Ziemlich abgedreht, vollkommen bekloppt, aber geil. Zumindest der letztere interessant, weil er zwar eine irrsinnige Materialschlacht hat, hat aber mittendrin in Tempo und Wahnsinn so magische Großaufnahmen von Gesichtern. Das ist ein gutes Spannungsfeld.