Die Martina und der Florian

Ohne Promihippen dizzen fehlt doch was.
Das schönste an der Oscar(TM)-Verleihung war doch, daß vorher Reise nach Jerusalem gespielt wurde.
Ich stelle mit gerade das Knobelspiel vor: Ich habe vier Karten. Eine für mich, eine für meine Frau, denn die legt mir morgens schließlich immer die Sachen raus. Eine für Uli, der ist schließlich der Hauptdarsteller und auch schön bester europäischer Schauspieler geworden. Eine für Ma… Moment! Der Uli und die Martina zusammen, das wird zu anstrengend. Wo der Uli mit Sicherheit vor der Presse die Zähne nicht auseinander kriegen wird, weil ihm das mit seiner todkranken Ex-Frau und den Stasisprüchen noch tief sitzt, außerdem ist er ausm Osten, versteht nix von PR, kann kein Englisch, nee … und die Martina, naja, die ist ganz speziell, wollen sagen anstrengend, inszeniert sich stammelnd und fuchtelnd als die Komplizierte, schnappt immer gleich ein und paßt bei ihrer Figur in kein angesagtes Abendkleid. Einen Normalen will ich schon gern mithaben, wenn ich mir vor Aufregung in die Hosen scheiß‘, also muß der Sebastian mit.
Und plötzlich kommuniziert die Martina pikiert nur noch per Pressemeldung mit dem Florian. Und alle Medienweiber erklären sich solidarisch mit ihr, denn da geht ja wieder mal die totale Männerclubmasche ab. Nur als Ehefrau zum Oscar(TM) zugelassen sein, was soll denn das.
Und da besorgt der Florian mit noch mehr Schweiß auf dem Gesicht als sonst (denn er will ja, daß ihn alle lieb haben) eine weitere Karte, gibt das auch per Pressemeldung kund. Und die Gegenpressemeldung von der Martina lautet, das wäre ja nett und sie wolle prüfen lassen, ob das denn in der Kürze der Zeit überhaupt noch ginge. Und 24 Stunden bevor alle über den roten Teppich pilgern schiebt sie noch eine hinterher: es wäre leider zu knapp gewesen, als daß sie hätte umdisponieren können.
Liebe Martina, ich hoffe wirklich, daß es keinen Flug mehr gab, dein Friseur ausgebucht war und du dich für keines der angelieferten Kleider entscheiden konntest, weil der Schmuck nicht dazu paßte.
Wie heißt es so schön: It’s showtime. Und dazu gehört nur, die Schnauze zu halten, pünktlich zu sein, gut auszusehen und in die Kamera zu lächeln. Egal, auf welchen Umwegen man dort hingekommen ist. Mal abgesehen davon, daß viele die Gelegenheit gehabt hätten zu sagen: He, die Frau hat Format und nimmt sich selbst ja garnicht so wichtig, wie wir befürchtet haben! hättest du genug Gelegenheit gehabt, dem Florian in einer dunklen Ecke einer Partylocation eine reinzuhauen. Das blaue Auge hätte er nämlich verdient.
Und so ziert nun deinen geräumigen Allerwertesten sicher der Abdruck deiner makellosen Zahnreihen.

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und nun wieder da

warum habe ich es dieses jahr im winter so mit dem süden? drei tage mallorca wären früher undenkbar und abgrundtief spießig gewesen.
und nun habe ich jede minute geliebt. das gleißende meer, den südblauen himmel, die laukühle frühlingsluft.
in zwanzig jahren werden wir unseren enkeln erzählen, daß es eine zeit gegeben hat, ein paar jahre nur, wo das fliegen so billig war wie taxifahren. wo man sich für ein wochenende in den flieger setzte, für ein, zwei, drei stuinden, um die klimazone und die kultur zu wechseln.
und sicher werden sie uns auch anstaunen, wenn wir erzählen, daß man früher ganz einfach allein in einem auto überall hinfahren konnte.

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Zehn Tage später

# Betr.: Kain no matsuei
Japaner sind machistische, sexbesessene, brutale Kinderf…, auch wenn das als Independent-Film rübergebracht wird. Verdammt gute Bilder und ein Kafka/Murakami-Plot verhindern diese ernüchternde Erkenntnis auch nicht.
# Betr.: Anna M.
Selten so viel Haß auf eine Hauptfigur gehabt. Selten so eine gute Hauptdarstellerin gesehen. Selten so lange mit HeMan über einen Film gestritten.
# Betr.: Dnevnoy Dozor Ein visueller Overkill wie schon vor zwei Jahren bei Notchnoy Dozor.
Entwaffnend offensichtliche und perfekt adaptierte Zitate (Matrix, Herr der Ringe, Minority Report und und und). Charmantes Product-Placement (Toy*ota und jede Menge Gesöff). Schöne und natürliche Frauen. Ein bescheidener und doch charismatischer Held. Und eine Mischung zwischen action und humor, die es zuzletzt bei Indiana Jones gab.
Und was sagt der Regisseur im vorhinein? Denken Sie nicht so viel, sehen Sie sich den Film an und amüsieren Sie sich. Und was sagt der Produzent im nachhinein? Glauben Sie nicht, daß Sie einen in Rußland spielenden Fantasy-Film gesehen haben. Dieser Film ist, was die Verhältnisse in Rußland betrifft, hyperrealistisch. Recht hat er.

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Sonntags-Spaziergang am Wannsee. Gläserne Luft, entsättigtes Himmelblau, kombiniert mit Schwarz und Braun. Alles umfassende Klarheit. Zum ersten Mal können wir miteinander schweigen.

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Woher kommt eigentlich diese Kombi: Mann rasierte Glatze, Frau rot gefärbtes Haar? (gesehen bei fünf Paaren bei ebenjenem Spaziergang) Alles deutet darauf hin, daß sich da zwei auf keinen Fall zu ihrem natürlichen Zustand bekennen wollen.

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Promihippen dizzen auf Berlinale? Im Grunde haben sie alle nur ihren Job gemacht. Die traumhaft angezogenen und gestylten Chinesinnen auf Jobsuche. Frau Ferres im Abendkleid und auf Dauerdiät. Die neue Oliver-Berben-Freundin immer brav bei Männe bei Fuß laufend. Tokio Hotel in vollem Wichs auf jeder Party (waren da lookalikes unterwegs?). Und JLo, gut aussehend, jeden Fuß tief in einem Fettnapf versenkt und bereits den nächsten anpeilend.

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ist es der hormonpegel? ich habe heute beim autofahren längere zeit über brüste nachgedacht. nicht nur über meine, eher über die kulturellen veränderungen, die ich in dieser hinsicht bereits miterlebt habe.
in meiner kindheit waren sie überall freischwingend unterwegs, kombiniert mit borstigen schienbeinen und meerschweinchen unter den achseln.
witzigerweise war mein erster bh (ich bestand schon mit 11 jahren darauf) ein rundgestepptes teil aus atlas, das meine mutter noch aus den 60er in ihrem fundus hatte, weil er ihr zu klein war. als madonna die teile trug, war er leider schon in seine bestandteile zerfallen… und überhaupt waren diese spitzen tüten eher peinlich für mich dickliches vorpubertäres wesen.
ich wollte von meinen brüsten nichts wissen. zu klein, nicht so aufreizend hübsch wie die von den mädchen auf manchen fotos, eben eher ärgerlich.
ohne habe ich mir daher verboten und mich recht früh darauf spezialiert, in jedem wäscheladen bhs zu probieren und zuzuschlagen, wenn einer meinen zwei komischen dingern etwas projektionspotential verlieh.
und dann kamen die wonderbras. genial. plötzlich hatte auch ich oben etwas und nicht nur ein gebärfreudiges becken. ich hab mir sogar noch mehr in diese kleinen taschen gestopft als ohnehin drin war. ich war damals ziemlich dünn. schlanksein bedeutete für mich leider sofort flach. das scheint sowieso die erste stelle zu sein, an der bei mir abnehmen beginnt.
und so bin ich jahre neben männern durchs leben gegangen, denen beim anblick entgegenkommender c-cups stielaugen wuchsen und die sich manchmal auch anerkennende laute nicht verkneifen konnten.
aber das imperium schägt zurück. die mädchen mit den melonen sind mit mir in die jahre gekommen und haben kinder gestillt. das mit dem stillen ist bei mir leider schiefgegangen (ich bedauere es sehr). ich habe mit dem langstreckenschwimmen angefangen und ein paar muskeln aufgepackt.
und dann kam der erste und sagte: ach sind die schön klein und fest. – ich war völlig verdattert.
dann kam der nächste und meinte, ich sollte doch den bh weglassen. ich??? vielleicht mal an einem ganz verschlampten wochenende, wenn ich allein bin.
es scheint eine gewisse müdigkeit der männer gegenüber diesen spitzenkanten- und bügelbewehrten nippellosen schaumgummischalen zu geben.
so langsam freunde ich mich wieder mit hauchdünnem tüll oder mikrofasern an. lege den panzer ab. wer weiß, wozu es gut sein mag.

und dann gibt es noch das kapitel männerbrüste. ich mag männer mit etwas oberweite.
die gruseligen, muskellosen (nicht muskulösen) exemplare lasse ich jetzt mal weg. ein freund wollte mir nicht glauben, daß er mit seinen unzähligen heißgeliebten bierchen auch jede menge phytoöstrogene konsumiert, die ihm ein b-körbchen bescheren.
aber gut trainiert, zusammen mit guten schultern und oberarmen. hmmm. dem fitnesstrainer von letzter woche hab ich auf die t… gestarrt, er hat es gott sei dank gelassen hingenommen. natürlich war er schwul. manchmal gibt es aber auch den einen oder anderen hetero mit ansprechender oberweite. und ich bin wahrscheinlich frühkindlich gprägt von gojko mitic. der typ sah spitze aus. nicht so ein fleischberg wie arnold schwarzenegger. – obwohl conan der barbar ein film ist, den ich immer mal brauche…
aber das ist eine andere geschichte…

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