WMDEDGT August 2017

Frau Brüllen fragte wieder, was wir am Monatgsfünften so getan haben und ich bin im Verzug, weil wir unterwegs sind.

Also, gestern war das so:

Der Tag begann schon in der Nacht. Der Lärm unten auf der Straße dauerte bis 3:30 Uhr. Die Weinerei scheint mal wieder neu in einem Touristenführer zu stehen. Als vor 4 oder 5 Jahren die Engländer die halbe Nacht auf der Straße grölten und mit Flaschen warfen, wurden bald darauf die Tische draußen um halb 12 zusammen geräumt. Dann blieben die Engländer weg und es kamen in den letzten Jahren vor allem Spanier und Franzosen, die, wenn sie den Stuhl weggezogen bekamen, recht schnell gingen. Jetzt sind es vor allem Amerikaner, die viel trinken und laut sind. Wenn draußen zusammengepackt wird, setzen Sie sich in den Rinnstein und auf den Gehsteig und trinken weiter. Manchmal ziehen sie auch auf den Spielplatz um. Vor allem aber tun sie es herdenweise und unter fürchterlicher Lärmbelästigung. Aber irgendwann war Ruhe und ich schlief ein.

Um 9 Uhr stand ich auf. Was mich derzeit etwas irritiert – der Graf ist schon vor mir wach. Das hat es ja noch nie gegeben. Dann frühstückte ich Joghurt mit Aprikose und Banane und trank zwei Tassen Kaffee. Ich startete die Spülmaschine, ging unter die Dusche und hübschte mich.

Um 10 Uhr begann ich, ein paar Sachen zu packen, für drei Tage in Dresden. Das ging schnell, weil das Wetter recht konstant ist.

Um 11 Uhr schnappten wir uns die Taschen und einen Kuchen, den ich am Abend vorher gebacken hatte und bestiegen das Auto. Die Fahrt war anstrengend, weil es unglaublich heiß war. Gegen 13 Uhr, wir waren fast in Weinböhla, in unserem Quartier, fuhren wir noch eine Biege nach Dresden zur Bank, um Geld zu holen. Denn vielleicht wollte der Inhaber der Pension Vorkasse und bar, man weiß es ja nicht…

Weil wir grade an einem Supermarkt vorbei kamen, kauften wir noch Wasser, Cola und ein paar Chips. Wenn ich Salzmangel habe, bekomme ich großen Jieper auf Chips. Wir stürzten noch auf dem Parkplatz die erste Flasche Wasser hinunter. Der Graf aß noch ein Brötchen, er frühstückt nämlich nie.

Mit all den Zwischenstopps war es schon 14:30 Uhr, als wir in der Pension eincheckten. Ein nagelneu ausgebauter kleiner Bauernhof im alten Ortkern, hübsch.

Wir hatten nur noch Zeit, kurz zu duschen, schließlich klebten wir am ganzen Körper und dann fuhren wir auf die andere Elbseite an den Dresdner Stadtrand, um Menschen aus dem Internet zu besuchen.

Der Kuchen hatte es dank Kühlpack überstanden und der Nachmittag und Abend verflogen über Plaudereien. Inzwischen hatte es zwei Gewitter gegeben und es war angenehm kühl geworden. Wir verabschiedeten uns und fuhren in unser Quartier, wo ich müde ins Bett fiel und mich für das Elbeschwimmen am nächsten Tag frisch schlief.

Die anderen Einträge sind hier.

Projekt Zukunft und Lebensfreude FAQ

Wo zieht ihr denn hin?
Nach Bassendorf, in die ruhigste Ecke von Vorpommern, kurz hinter Tribsees, einen Steinwurf vom Flüßchen Trebel entfernt.

Ein Guthaus? Habt ihr im Lotto gewonnen?
Nö. Wir geben weniger Geld aus, als würden wir ein nicht unterkellertes Fertighaus irgendwo am Ende der Berliner S-Bahnlinien kaufen.
Bei einem Treffen mit anderen Menschen, die solche Projekte haben (diese Gutsanlagen sind ein Kulturgut, das es so häufig nur in Mecklenburg-Vorpommern gibt), merkten wir, dass es uns wie den anderen ging: Suche nach einem Haus mit Platz -> an den Rändern der Metropolen ist es zu teuer oder zu eng -> die Begegnung mit großen Häusern in kleinen Dörfern, in schöner Landschaft gelegen -> eine klare Antwort auf die Frage, ob man wirklich noch in der Stadt wohnen möchte.

Spielt ihr jetzt Gutsbesitzer?
Zu Gutsbesitz gehörten früher auch alle Felder rundherum, oft auch noch Mühle, Schmiede und Brennerei. Die Felder werden heute für intensive Landwirtschaft genutzt, da sitzt pro Dorf ein Bauer drauf und der hat oft wenig Lust, sich noch ein denkmalgeschütztes Gebäude ans Bein zu binden.
Von all den umgebenden Ländereien ist dort ein Teil des (ehemals englischen) Parks mit sehr alten Bäumen und ein Schafstall mit kleiner Wohnung beim Haus geblieben. Zum Gutsbesitzer spielen gibt es also keinen Grund.

Ganz allgemein – für ein Dorf ist das Gutshaus eine ambivalente Sache. Früher saß da die Herrschaft. Man wollte nach der Wende auf gar keinen Fall, dass diese Herren zurückkommen. Zwischen 1945 und 1990 waren die Gutshäuser in der Nutzung der Gemeinden, zuerst waren sie voll mit Flüchtlingen, dann waren dort die Schule, der Dorfladen, der Kindergarten, der Festsaal, das Gemeindeamt oder die Verwaltung der LPG untergebracht, oft wohnten auch noch Menschen in den Obergeschossen. Diese Häuser waren also das Zentrum des Ortes.
Die meisten Gemeinden konnten die Häuser nach der Wende nicht halten, der Sanierungsbedarf war zu hoch und der Nutzungsmöglichkeit nicht angemessen. Die Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern waren bitter arm und verloren immer mehr Einwohner, deshalb verfielen die Häuser und/oder wurden verkauft.
Nicht immer verlief der Verkauf gut und glücklich. Deshalb ist es eine große Verantwortung, so ein altes Gebäude zu übernehmen und weiter zu erhalten.

McPomm? Das ist doch voller Nazis, das liest man doch in jeder Zeitung! (Also außer dort, wo ich in den letzten Jahren im Urlaub war…)
Es gibt solche und solche Ecken. In Gegenden, die nur noch als Stellfläche für Windparks gehandelt werden, wo die dörfliche Gemeinschaft zusammenbricht und nicht mal mehr die Freiwillige Feuerwehr noch funktioniert oder jemand Bürgermeister sein will, wachsen die komischsten Radieschen.
Das Vertrauen in die traditionellen Parteien ist weg. Man wählt Wählergemeinschaften, weil man dann weiß, wer das ist und dass nicht die Interessen von Menschen weit weg vertreten werden.
Hier gilt wie überall: Genau hinschauen, Vorurteile ablegen, mit Menschen reden.
In eine „national befreite Zone“, in der nur NPD-Wahlplakate hängen, würden wir nicht gehen.

Und das noch: Bei den Fahrten über Land haben wir gemerkt, dass sich etwas verändert hat. Die gute wirtschaftliche Lage kommt in kleinen Ausläufern auch in Vorpommern an. (Oder wie mir neulich jemand sagte: „Zwischen 2009 und 2011 war der Tiefpunkt im Osten, von da aus konnte es nur noch aufwärts gehen.“)
Die, die übrig geblieben und noch keine Rentner sind, haben Mut und Zuversicht und vertrauen ihrer Kraft. Das ist gut.

Wann zieht ihr denn aus Berlin weg?
Das dauert. Die Kaufabwicklung zieht sich noch etwas hin. Das Haus ist noch bis nächstes Jahr in Benutzung. Wenn die Wohnung im Nebenhaus frei wird, werden wir erst einmal dort einziehen und beginnen, alles herzurichten.

Warum das alles?
Ich beantworte das mal für mich. Ich habe Berlin nach 30 Jahren durchgespielt. Die Stadt ist grandios, aber kommt ganz gut ohne mich aus. Ich wollte schon immer ruhiger und abgelegener wohnen, habe das in den Jahren in Grünau auch gemacht. (Da wächst die Stadt übrigens grade hin, nach den schwarzen Jahren um 2010 wird der Ort mit großen, teuren Wohnanlagen gentrifiziert).
Ich hatte mehrere Versuche unternommen, aufs Land oder – als schlechtere Alternative – in die Kleinstadt zu ziehen und mir fehlte der Partner dazu, der das auch wollte.
Jetzt kann ich von überall arbeiten und es tut mir mental und gesundheitlich gut, einen großen Teil meiner Beschäftigung aus Handarbeit bestehen zu lassen. Dazu muss ich nicht in Berlin Mitte sitzen, wo fast jeder Gang nach draußen aus Konsum besteht.

Was macht ihr dann da?
Zunächst richten wir das Haus für unsere Bedürfnisse und Pläne her. Ein barockes Haus mit schweren Eichenbalken braucht weder Hochglanzsanierung noch Adelung zum Designobjekt, dazu hätten wir auch kein Geld. Überhaupt waren die Generationen, die dort zuvor wohnten, ebenfalls recht geerdet und hatten wenig Sinn für Chichi.
Einfach, schön und gemütlich soll es sein. Die Gegend war einmal Südschweden, bevor sie an Preußen ging, die Stilrichtung ist dann fast von allein klar.
Es wird uns sicher das eine oder andere Unvorhergesehene ins Gesicht fliegen und der Park braucht gut 10 Jahre, bis er nicht mehr Wildnis ist und wir sind nicht mehr 35.
Mit etwas größerem Zeithorizont wollen wir ein paar Gästezimmer und eine Wohnung fertig machen. Für Menschen, die genauso wie wir nicht mehr jeden Abend um die Häuser ziehen müssen und Ruhe suchen.
Inspiriert von unseren Reisen durch Polen, weil uns das in dem Schloss, in dem wir oft abgestiegen sind, immer gefehlt hat, wollen wir das zugänglich machen, was die Region bietet. Wild, Fisch und Geflügel, Rindfleisch, Gemüse, Kräuter und Obst und es wird eine große Küche neben dem Saal geben.
Schauen wir mal, ob das alles so aufgeht, wie wir uns das denken.

 

Nimm! Mich! Wahr!

Der Abstieg passiert schnell und unerwartet. Mit Mitte Dreißig stehen Frauen im Zenit ihrer sexuellen Anziehungskraft. Ein paar Jahre später interessiert sich keiner mehr dafür, ob sie auf einer Party den Raum durchschreiten oder nicht. Die magische Grenze liegt ziemlich genau bei 40 Jahren.

Ein schöner Opener eines Artikels in der Zeit.

Mittlerweile haben sich damit in meinem Umkreis Journelle, die Kaltmamsell und Das Nuf beschäftigt.

Ich überlege da eher so allgemein rum. Ich habe lange in einer Branche gearbeitet, in der sich eine Frau sagen lassen musste, wenn sie sich die Schlupflider machen lässt, dann hätte sie vielleicht wieder eine Chance auf einen Job. Andererseits waren die Klagen immer wieder laut, wenn eine nette Oma besetzt werden musste und nur noch gestraffte, gut abgemergelte Damen mit erschrockenen Kinderaugen auf dem Markt waren oder auf 35jährig eingefrorene Botox-Zombies, die keine Emotion mehr darstellen konnten.

In meinem Job musste ich Menschen mehr als einmal sagen, dass sie das, was auf sie projiziert wird, nicht mit dem verwechseln sollten, was sie sind. Wer sexuelle Anziehungskraft als Hebel und Werkzeug einsetzt, um für sich etwas zu erreichen, ist sich sicher im Klaren darüber, dass diese Kraft irgendwann nachlässt.
Wer, wie die mittelmäßig begabte, einstmals schöne junge Frau – nun eine schöne Sechzigjährige – bei jeder Gelegenheit klagt, dass der X und der Y, die vor 30 Jahren ständig Projekte mit ihr machen wollten, nicht mal mehr zurückrufen, wenn sie nun auf ihre Angebote zurückkommen will, hat den Hintergrund des Spiels nicht verstanden.

Es gibt verschiedene Strategien, wahrgenommen zu werden. Normschönheit und die sexuelle Attraktivität (Frauen) und Status und Körperpräsenz (Männer) scheinen erfolgreich, aber nicht unbedingt nachhaltig.

Denn es geht da nicht allein um nachhaltige Wahrnehmungsveränderungen bei Frauen. Die unsichtbarsten Wesen in unserer Gesellschaft sind mittelalte Frauen und mittellose Männer. So wie Frauen irgendwann gern ihr Alter verschweigen, verschweigen Männer, dass sie aus dem Beruf ausgeschieden sind und mogeln sich notorisch größer.

Was mich an dem Thema beschäftigt: Warum verunsichert es manche Menschen, wenn sie nicht mehr als Sexobjekt oder wandelnde Brieftasche wahrgenommen werden? Steckt das so tief drin? Ist es so erfolgreich und idiotensicher gewesen, dass es nie Alternativstrategien von Außenwirkung geben musste?

Wahrscheinlich steckt es sehr tief in uns. Nicht umsonst wurde Angela Merkel selbst von Menschen, die sich ohne Zögern als fortschrittlich und tolerant bezeichnen würden, „das Merkel“ und später „Mutti“ tituliert, ihr also dezidiert die sexuelle Anziehungskraft abgesprochen. Erst Macht konnte das kompensieren.
Ich kenne viele Frauen, die ein Date mit einem wesentlich einkommensärmeren Mann schnell beendet haben, ebenso wie ich viele kenne, die keinen Mann unter 1,85m kennenlernen möchten.

Sichtbarkeit einfordern? Demonstrierende untersetzte Hans-Dieters im Feinrippunterhemd, die wahrgenommen werden möchten? Wütende Klimakterikerinnen, die Anschau-Proporz durchsetzen?

Bevor ich etwas fordere, nehme ich es mir.

Ich bin vor 10 Jahren nur in einem Umfeld unsichtbar geworden: Auf den Partys der Filmbranche. Es wuchsen halt immer wieder junge schöne Frauen für den Fleischmarkt nach, vor denen die Herren ihr Rad schlagen mussten. Ich griff nicht zu Botox, sondern änderte meine Strategie. Und attraktiv isse auch noch! funktionierte eben nicht mehr als Trick, dann machen wir was anderes.
Als übergewichtige Matrone bekam ich meinen Drink an der vollen Bar noch genauso schnell (ich trieb mich aber auch weniger an Bars herum). Ich führte mittlerweile sogar bessere Verhandlungen, weil ich plötzlich auf Augenhöhe war und nicht mehr der nette Käfer. Man unterschätze nicht, wieviel Respekt eine charmante, aber knallharte Frau bekommt, die kein nettes Mädchen mehr sein muss.

Ihr müsst mit über 40 weder nette Mädchen sein, noch so tun, als wäret ihr nicht müde, wütend und erfahren.
Wer Botox trotzdem braucht, seis drum. Kompetenz, Haltung, Stil, Charisma und Herzenswärme täten es auch.

Sommeranfangssonntagsmäander

Es ist mal wieder an der Zeit, über dieses und jenes zu plaudern.

Zuerst mal die nervige Seite von Berlin. Dann hamwa’t hinta uns.
Gestern verstopfte nachts um halb 2 eine Gruppe Menschen den Eingang zu Kastanienallee, es war nur ein Durchkommen per freundlicher Ansprache, sondern nur, indem man einigen auf die Füße trat und sich durchdrängelte. Es war weder eine Demonstration, noch eine Art stay-in, sondern 15 Touristen in unterschiedlichen Stadien von Betrunken- und Bedrogtheit, die sich darüber zu verständigen versuchten, wohin sie als nächstes ziehen.
Am Abend zuvor waren die Trinker vom Helmholzplatz ausgeschwärmt, um irgendwie gegen den Entzug vorzugehen. Einer saß zuckend und zusammengerutscht auf den Außenplätze einer Gastronomie, einer bettelte im EDEKA um ein Bier. Diese Population existierte schon,als ich 1987 nach Berlin kam. Fällt einer weg, nimmt jemand anders seinen Platz ein.

Jetzt gehen wir die Skala hoch.
Seit drei Jahren kommentiert André Spiegel unter Keiner davon ist witzig Tweets, die jenseits von Kalauern und Empörpatriotismus sind. Mein Monatshighlight.

Man kann in der „Zeit online“ mit einem fetten Rechtschreibfehler in der Überschrift brillieren: Wir nannten es Erhohlung. Der Text steht seit 2 Tagen schon so im Netz. Aber vielleicht bin ich ja auch ein widerlicher kleinkarierter Rechtschreibnazi.

Nazi. Ich wußte irgendwie, das es in der DDR eine Neonazi-Jugendbewegung gab, genauso wie es Punks gab. Im Gegensatz zu den Destroy- und Nullbockparolen der Punks, die politikablehnend waren (weil linksradikal sein, das taugte nicht als Provokation in einem Staat, in dem die Regierungsmitglieder in ihrer Jugend selbst linksradikal waren), hauten die ostdeutschen Nazis genau dort hin, wo es weh tat. Auf die Identität dieses Staates, auf den dezidiert erklärten Antifaschismus.
So richtig klar wurde mir das erst Anfang der 90er, als ich jemanden kennenlernte, der an dem Überfall auf das Punkkonzert in der Zionskirche beteiligt war. Ein Arbeiterkind mit Ausbildung zum Bauarbeiter, nicht sehr helle, aber stark.
Vorher, in der DDR wußte ich nichts darüber. Punks, Hippies und kritisch-intellektuelle Abweichler wurden gemaßregelt. Das stand zwar auch nicht in der Zeitung, fand aber in meinem akademischen Dunstkreis statt.
Aber zu dem Arbeitermillieu, aus dem die Neonazis kamen, hatte ich keinen Kontakt. Überhaupt merke ich, dass ich auch hier wieder im Auge des Orkans lebte. In einer Welt, in der Studenten aus Angola oder Äthiopien wegen ihrer natürlichen Intelligenz, die sie ausstrahlen würden, gelobt wurden. Wo polnische, nordkoranische, vietnamesische und mosambiquanische Gastarbeiter ohne Zögern Freunde waren, bei denen man akzeptierte, dass sie lieber unter sich bleiben wollten.
Den (für unsere Kreise grundlosen) Hass der einfachen Leute auf „Fidschis“ und „Preßkohlen“ markierte man als Mangel an politischer Aufklärung und moralischer Hebung, den es zu verbessern galt. Die Geschichte, dass mosambiquanische Waldarbeiter mit ihren Äxten eine Hochzeitsgesellschaft überfallen hätten, weil ihnen wegen geschlossener Gesellschaft der Zutritt zu einer Dorfkneipe verwehrte, galt als gerüchthafte Legende (oder wie man heute sagt: Fake-News). Wenn jemand wie ich in der Nähe war, sprach man eher nicht darüber.
Hier die Sicht der anderen Seite, die Geschichte eines Mannes, der aus einem afrikanischen Staat kam und blieb.

Und wenn wir einmal dabei sind: Von weitem (allerdings durch die Presse gefiltert) hören sich mit Erdogan und Trump zwei Staatsoberhäupter irrsinnig an. Auch von dem zurückgebliebenen Kaczynski-Bruder wird mitunter ein sehr eigene Weltsicht berichtet.
Ich habe mich immer gewundert, wie mit Stalin und Hitler zwei offenkundig Irre das Schicksal von Nationen bestimmen konnten. Aber scheinbar ist es gar nicht so schwer. Vielleicht braucht es diese Mischung aus Paranoia und Aggressivität, um an der Spitze zu bleiben und spektakuläre Entscheidungen zu treffen. Von Topmangern hört man ähnliches.

So, jetzt raus aus dem Grumpy Gerede.

So schnell rast die Zeit. Das Enkelkind bekommt schon Zähnchen und greift, außerdem findet es Sitzen ziemlich cool und versucht es und sie ist – im Gegensatz zu uns allen in der Familie – ein sehr bewegungsorientiertes Kind.
Ich versuche, mich mit einem Quilt zu entspannen. Manchmal ist akkurates Nähen, auf den Stich genau, besser für die Achtsamkeit als Mandalas ausmalen. (Überhaupt, Achtsamkeit als neues Buzzword. Selbst Coaches, die früher Erfolg versprachen, haben jetzt das Wort Achtsamkeit auf dem Schild.)
Und nächste Woche werde ich schauen, wie das mit dem Sockenstricken auf der Strickmaschine geht. Ach, und das Crafteln-Kimonokleid ist immer noch auf der Liste! Nachdem schon der Stadtmantel und das Ninja-Shirt völlig selbstverständliche und viel getragene Bestandteile meiner Garderobe geworden sind, wird es höchste Zeit dafür.