Da KKM alles aufhob, was man noch für schwere Zeiten brauchen könnte, mußte mit der endgültigen Räumung von Haus, Garage und Gartenhaus jemand beauftragt werden, der ordentlich zupacken kann.
Es gab ein paar Kostenvoranschläge aus dem Märchenland, die sich daran orientierten, wie schick mein Leasingwagen ist und was ich deshalb wohl zahlen könnte und es gab eine knapp-realistische Einschätzung eines in der Nachbarschaft und Bekanntschaft gern beauftragten bosnischen Baukleinunternehmers.
Der übernahm den Job dann auch, schickte die Rechung an Vater und Onkel und dann hatte ich Streß.
Der Onkel gab, einfach um mal reinzuscheißen in den Vorgang, den er delegiert hatte, Zweifel kund, ob der Höhe des Rechungsbetrages. Ich intervenierte. Hatte ich doch mehrere Male informiert, daß die Menge der kalkulierten Container nicht ausreicht, die Rechung dadurch höher würde, aber sich an den kalkulierten Arbeitsstunden nichts ändern würde.
Nachdem das nach einer Woche ausgestanden war, verkündete mein Vater, er werde die Rechung dann bei seinem nächsten Berlinaufenthalt überweisen. Also in einer Woche. Wenn er es denn schaffe. Ich vertröstete den Bauunternehmer, der mich schon mehrere Male angerufen hatte. Schließlich hatte er über die Hälfte des Rechungsbetrages in bar an den Containerlieferanten vorgeschossen.
Eine Woche später suchte mein Vater die kontobetreuende Sparkassenfiliale auf und überreichte den Angestellten einen Überweisungsträger. Wiederum eine Woche später war das Geld immer noch nicht beim Empfänger angekommen.
Der war mittlerweile etwas unwirsch. Ich kontaktierte nochmals meinen Vater. Der wußte ja auch nicht, er hätte doch alles erledigt. Er würde sich gern darum kümmern, aber heute ginge das nicht mehr, morgen ginge es.
Ich war kurz vorm Schreianfall, weil mir das alles unsäglich peinlich war. Ich rief meine Mutter an und briefte sie, sie solle mit der Durchschrift des Überweisungsträgers in die nahegelegene Postfiliale gehen, diesen auf ein A4-Blatt kopieren und anschließend an mich faxen. Und zwar sofort, nicht erst morgen oder übermorgen. (Daß da eine Kopierer-Scanner-Druckerkombi im Haushalt steht, ist sinnlos, keiner kann sie richtig bedienen.)
Dann habe ich meine Kundenbetreuerin in der Sparkassen-Filiale drei Stadtviertel weiter angeschmeichelt und sie hat mal einen Blick auf das Konto geworfen. Das Geld ist nicht wieder zurückgekommen, dafür aber mit drei Tagen Verspätung rausgegangen. Ich bedankte mich hektisch und wortreich und bevor die gute Frau sich räuspern und mit mir über einen Rentensparplan, den sie mir angelegentlich verkaufen wollte, sprechen konnte, hatte ich aufgelegt.
Die Moral von der Geschicht? Komplett analog biste heutzutage der Arsch. Ich nehme mir jedenfalls vor, mich auch noch im 65. Lebensjahr den modernen Errungenschaften der Technik zu stellen.
Archiv des Monats: November 2008
Der Rosa Riese
hatte einen pfiffigen Service: Per Internet konnte man sich, egal, wo man grade war, eine Rufumleitung schalten. Das habe ich gern und ausgiebig benutzt und konnte unterwegs von Skype zum Handy wechseln etc.
Nun scheinen die Sicherheitsvorkehrungen dorten löchrig wie ein Schweizer Käse zu sein. Der Service wurde gehackt und steht deshalb nicht mehr zur Verfügung.
Sehr schön für jemanden wie mich, der am Montag morgens 10 km vom Telefonanschluß entfernt mit der Arbeit beginnt und die Rufumleitung umschalten will.
Die Rufnummer, auf die verwiesen wird, weiß von nichts. Der Service von t-online ist der Meinung, ich müßte benachrichtigt worden sein. Nicht per Mail sondern durch einen in einem Dialogfeld befindlichen Link. Den man mir leider nachträglich nicht zur Verfügung stellen könnte. Und überhaupt bräuchte man meine Kundennummer. Ich weigerte mich standhaft, ins Kreuzberger Büro zu fahren und alles von dort aus in die Wege zu leiten.
Nun warte ich seit einer Stunde auf einen Anruf der Störstelle. Die wollen jetzt die Rufumleitung ändern. Kostenpflichtig, wurde ich hingewiesen. Was das kostet, wußte man nicht…
Kurz vor Schluß
Da mein Jahresurlaub im Dezember stattfindet, beginnt die Zeit plötzlich zu rasen. Wenn ich das noch erledigen, den oder die noch in diesem Jahr treffen will, dann wird es plötzlich Zeit.
In vier Wochen sitze ich im Flieger.
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Shoppingtour mit dem Kind. Feststellung auf dem Kudamm: Boah, hier sind ja heute nur Ersatzteillager unterwegs! Als ich aus Schöneberg vom Kind zurückkehre, ist auch der Ferré-Pelzshop voller alter, reicher Schabracken.
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Endlich eine Bildungslücke geschlossen. Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gibt es in diesem Haushalt lediglich in einer Fassung des Loussier-Trios. Urgs. Das ist für mich kurz vor Fahrstuhlmusik. Nun gibt es auch eine Einspielung von St. Martin in the Fields und Joshua Bell. So weit ich musikalischer Unverstand es einschätzen kann, klingt das sehr ok. Aber warum bitte (!!!!) ist das Pappcover vollgestopft mit Postkarten mit den zum Stück gehörigen Sonetten, einem Kalender-Miniposter des Solisten (der sieht ohnhin aus wie der Hauptdarsteller von „Scrubs“), einer Werkbeschreibung und dann endlich der CD, die man aus einem engen Fach popeln muß. Tut das Not?
Dann noch „Stabat Mater“, Ensemble 415, Andreas Scholl Gesang. Und das ist ganz großes Kino. Klar und völlig kitschbefreit, dem Material vertrauend, das ohnehin schon jede Menge Gänsehaut macht. Und diese Stimme … ich mag ja Countertenöre sonst nicht, also auf der Bühne, weil sie stimmlich oft gegen die Brüll- und Schreiorgien des Restensembles nicht ankommen. Aber das, eine Engelsstimme!
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Immer noch sehr überlegelich. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich mir das derzeit leisten kann. Ich kann einfach nicht anders, als dazustehen und nachzudenken, über das, was gerade mit mir passiert. Ich bin voller Staunen.
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Exemplar 2 in der Versuchsreihe „Apfeltarte nach Bocuse“ war leider in der Mitte nicht ganz durch. Die neue Tarteform braucht länger als das Pizzablech vom letzten Mal. Außerdem war der Mürbeteig einen Tick zu warm und verformte sich zu stark auf den Äpfeln. Exemplar 1, in der letzten Woche, war wunderbar knusprig und durch. Allerdings lief das Pizzablech über, das ganze schöne Karamell hat den Ofen versaut. Exemplar Nr. 3 könnte ich mir als Dessert zum besoffenen Huhn am Freitag vorstellen…
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HeMan ist zum Skifahren auf dem Kaunertaler Gletscher. Neid. Überhaupt, der Mann. 12 Stunden Muckibude wöchentlich und striktes Seinlassen von Rumfresserei zeigen Wirkung. Wattn Sahnetörtchen. Da muß ich mir Mühe geben, überhaupt noch hinterher zu kommen.
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Wandertipp: Sehr früh aufstehen, nach Bad Schandau fahren und auf die Schrammsteine steigen. An der breiten Kluft sitzen und warten, bis sich der Nebel über der Elbe hebt.
Das ist schon ziemlich cool, wenn ein Land schafft, sich für die Moderne zu entscheiden.