Der Tag begann gestern bereits zur Mitternacht sehr gut. HeMan stand vor der Tür mit den allerschönsten rosa Blüten der Saison, einem kalten Champagner, einem Kühler, einem Wärmer drumherum, alternativ als Schal benutzbar und … einem neuen, angeblich sehr frauengerechten Korkenzieher. Weil er mit meinem nie zurechtgekommen ist.
Und es war ein Abend mit strahlendem Lachen und auch einigen Tränen. – Warum Tränen, Herrgott?
Heute habe ich mir endlich den Traumkörper geschenkt. Ich muß nur noch regelmäßig in die Muckibude gehen. Eine Konplot-Kette mit Perlen als Trost für die beim Autoeinbruch verlorene. Eines dieser wunderbar schlichten, aber raffinierten schwarzen strenesse blue-Hemden, wie sie auch Frau Strehle herself zu tragen pflegt. Und die vier letzten cherisettes der Saison aus dem italienischen Schokoladen am unteren Ausgang des Lafayette.
Jetzt noch der Rest Champagner, ein ruhiger Abend, viel Schlaf, denn morgen früh um 9 erwartet mich die erste Trainerstunde (hoffentlich ist er hübsch!).
Ein guter Tag.
Archiv des Monats: Januar 2007
vigilate
Dann haetten wir gesagt: na, seht Ihr … wie einfach das ist … und waeren Hand in Hand zum Wannsee hinunter gegangen. Haetten uebers Waeschestaerken gefachsimpelt … und die kleinen Zettel aus der Tasche gezogen … auf denen JA angekreuzt waere. Ja … Freund, Freundin … Bruder, Schwester … Vater, Mutter … Liebhaber, Liebhaberin … Komplize, Komplizin … Heiliger, Heilige … Schwein, Sau … und so weiter.
brave new world
Bevor ich Glam zum aktuellen Thema mit Kommentaren die Seiten fülle, schreibe ich doch lieber selbst noch einen Artikel.
Im Moment scheint es in Ostdeutschland gefährlich zu sein, Schuppen, Schränke und Garagen aufzuräumen. Es könnten einem in Plastiktüten entsorgte Babyleichen entgegenrollen.
Erst fragte ich mich: ist das ein Asozialitätsproblem? Die Alkoholikerin in Frankfurt mit ihren acht kleinen Toten, die Asifamilie mit dem Jungen in der Kühltruhe entsprachen diesem Schema. Auch die Baumarktverkäuferin und die kettenrauchende Bullettenberlinerin am Müggelsee paßten in das Klischee „Unterschicht“. Und nun die nächste Gymnasiastin. Selbst wenn man in der Schule Biologe ab der 9. Klasse abwählen kann, sollte ein junges Mädchen ein wenig über ihren Körper Bescheid wissen. Und wissen, daß es die Pille und die danach gibt und daß sie bis zum 21. Lebensjahr kostenlos ist. Wenn nicht von der Mutter (weil die womöglich mental in noch nicht im Westen angekommen ist), so von diversen Freundinnen. Und es gibt nicht einmal mehr die Peinlichkeit, unter 16 mit einem Erziehungsberechtigten beim Gynäkologen zu erscheinen.
Das mit der Abtreibung ist tatsächlich kompliziert geworden. Es ist teuer, einen Arzt zu finden, der es macht, ist nicht einfach und dann gibt es die Hürde Beratung. Die einer Frau tatsächlich vorgaukelt, das mit dem Kind wäre nicht so schwierig. Und nach der Beratungsstunde ist sie mit ihrem Problem wieder vollkommen allein. (Was für ein Phänomen, daß sich der westdeutsche Staat in eine Entscheidung, die eine Frau nur allein fällen kann, weil sie sie letztlich auch allein verantworten muß, totalitär und autoritär einmischt.)
Wenn die Familie sie auffängt, dann werden sie Bestandteil eines anderen Trends. Sie fallen mir beim S-Bahn-Fahren auf, die Ostberliner und Brandenburger Teenagermütter. Plötzlich hat ihr Leben eine Legitimation. Keine vergebliche Lehrstellensuche mehr, keine McJobs, frei vom Vorwurf, nutzlose Herumhängerin zu sein.
Wenn die Familie wegschaut – anders kann ich mir die vielen „übersehenen“ Schwangerschaften garnicht vorstellen – wächst mit dem Bauch das Problem und unsere paradoxe gesellschaftliche Haltung zu Kindern mündet in eine ganz konkrete und private Katastrophe. Ganz schnell stillmachen das, was schreit, den Badezimmerboden putzen, nur keine Sauerei machen, keine Last sein, sich nicht lächerlich machen, nicht versagen.
Kinder sind Luxus geworden. Aber die, die in der Lage sind, sich den Luxus zu leisten, können meist keine mehr produzieren. Die, die noch Kinder produzieren können (und vielleicht unbewußt wollen) können sie sich nicht leisten.
Was ist das mittlerweile für ein Hype geworden. Kein Kind mehr ohne rund-um-die-Uhr-Überwachung und -Unterhaltung. (Wie paranoid wären wir geworden, wenn uns unsere Eltern permanent beaufsichtigt und bespielt hätten! Doktorspielen unter mütterlich-wohlwollender Aufsicht! Argh!) Teure Accessoires, pekip-Gruppen, musische Früherziehung, Kinderenglisch und Babyschwimmen. Mütterliche Imagebildung hysterischster Art über das Designerstück in Einzelauflage, das da heranwächst. (Wenn eine Familie vier hat, wird auch eines, das nicht ganz so helle ist, ohne Druck groß.)
Und dann ist da ein Mädchen, das einen dicken Bauch bekommt. Und ich glaube nicht an einen ausgeklügelten Mordplan, an vorsätzliche Brutalität. Ich vermute eher kindische Beschränktheit, die sich in Wunschträumen auslebt. Daß die Eltern kommen und sagen: wo früher zwei groß geworden sind, wird auch noch eines groß. Und der Stecher mausert sich zum fürsorglichen Papa, der Arbeit findet. Und sie kann das Baby an sich drücken, wie früher ein Kuscheltier.
müdemüdemüde
irgendwie ist das alles grade nicht von dieser welt.
ein guru, der der einzige vernünftige in einer bande von kaputtniks zu sein scheint.
ein rechtsanwalt, der seine freundin schätzeken nennt, die sich wiederum eingehend nach meinem derzeitigen familienstand erkundigen muß. pourquoi?
und kitty, die einen berg auf dem schreibtisch liegen hat, sich aber trotzdem für ein stündchen die kapuze über den kopf zieht und ein nickerchen macht.