19.01.2019

Früh aufgestanden. So früh, daß ich dreimal den Wecker nicht gehört habe und der Graf mich wecken mußte. Das passiert mir höchstens einmal im Jahr, denn ich zucke bei klingelnden Weckern sonst immer zusammen.
Kaffee und Suppe ausgeschenkt, Gipskarton gesägt, in der Scheune rumgefrickelt, geputzt (Industriestaubsauger mit Ohrenschützern, weil große Flächen) und die Öfen im kleinen Haus geheizt gegen den Frost.
Trotz des Sonnenscheins nicht draußen gearbeitet, weil das Laub festgefroren war.
Versucht, das nass gewordene Telefon nach 24 Stunden im Reis wieder anzuschalten. Es kam über den Apfel nicht hinaus. Kaputt. Dabei habe ich es so gemocht.
Ein neues Telefon auf e**y erstanden. (Das 5S kostet gsd nicht mehr viel.) Bezahlen war ein Problem. mTAN ist nicht benutzbar zum Kauf eines neuen Telefons, wenn das Telefon kaputt ist. Ohne des Grafen Hilfe würde ich wahrscheinlich immer noch im Sessel sitzen und bedeppert auf das kaputte Telefon starren.
Lange geduscht, Haare gewaschen, den Rest Suppe gegessen und furchtbar müde geworden.

18.01.2019

Einmal Oranienburg und zurück in 12 Stunden.
Dort das Enkelkind bespaßt. Sie kann jetzt prima „Bagger“ und „Popel“ sagen. Außerdem hat sie so viele Dinge gleichzeitig im Kopf, dass sie einmal während sie malte, an ihrem Tischchen runterrutschte wie ein Betrunkener am Tresen.
Und wir haben lange auf den Fensterbrett stehend mit dem Mond gesprochen.
Dann kam der Graf und schaute mit ihr Bücher an und es gab Familienabendbrot.
Anschließend ging es retour nach Vorpommern.
Ich kochte um Mitternacht noch eine Bauarbeitersuppe für morgen Mittag und jetzt geht es aber wirklich ins Bett.
Ach, und das Handy fiel mir ins Klo. Ich holte es aber schnell wieder raus und packte es in Reis.

17.01.2019

Ein weiterer, wenn auch kleinerer Arbeitsanfall und noch mehr Gipskarton, diesmal im Saal.
Ich werde meine Memoiren vielleicht „50 Hardnesses of Rigips“ nennen.
Dazu noch geräumt und versucht, die Bodentür abzudichten.
Auf dem Boden rumgestiegen. Eher aus Neugier und um zu schauen, ob alles dicht ist. Die alten DDR-Zementziegel saugen sich voll Regenwasser. Wenn es dann noch relativ warm ist wie in den letzten Tagen, wird das Mansarddach zur Kühlfläche. Das merkt man im 1. Stock sehr gut.
Wieder sehr müde und körperlich ausgepowert.

16.01.2019

Heute gab es einen schlimmen Arbeitsanfall. 7 oder 8 Meter Gipskarton mit Rauhputz von der Wand geschält und in den Container geworfen.
Jetzt gehe ich auf dem Zahnfleisch.
Aber ein weiterer Raum sieht langsam wieder nach 18. Jahrhundert aus.