Sonntags-Mäander April/2

Ich nenne es jetzt gleich mal so, wie es ist, wenn meine Gedanken Sonntags mäandern und nummeriere die Artikel nach Sonntagsnummer im Monat. Die Featurette meinte bei der Vorstellung zur Bloggerin der Woche, Miz Kittys Diary sei wie eine Fernsehserie mit langem Atem, was mich ganz verlegen machte, aber auch zutrifft. Ich habe immer mal überlegt, ob ich das Blog spezialisiere oder bestimmte Sachen auskoppele in ein anderes Blog, aber da würde ich den Spaß verlieren.
Sie bekommen hier leider immer das ganze Paket. Weil ich eine schüchterne Rampensau bin, die sich in so einem kleinen Guckkasten, wo die Leute immer mal vorbei kommen und zuschauen oder auch nicht, ziemlich wohl fühle. Und weil ich so schlecht sortieren kann und alles in einen Post packe, was vielleicht anstrengend zu lesen ist, aber es geht nicht anders. Es ist wie ein kleines Schwätzchen beim Tee, man redet über Gesundheit, Sex, Männer, Handarbeiten, das, was man letzte Woche bemerkenswert fand und bringt sich auf den neuesten Stand. Deshalb landen die meisten Artikel hier auch in der Kategorie “Leben”.
Ich kann auch keine Ablage machen. Kommt die Hausratsversicherung nun zum Buchstaben V wie Versicherungen, zu F wie Feuersozietät oder zu H wie Hausrat? Ich lasse es dann lieber und packe es auf einen Stapel, wo ich es meistens auch mit traumwandlerischer Sicherheit rausziehen kann, denn irgendwas in mir speichert die Position in den Papier-Sedimentslagen ab.

Ich finde das, was Isabell Bogdan und Maximilian Buddenbohm mit Was machen die da? begonnen haben, eine sehr schöne Sache. Ich finde ohnehin, daß Menschen und ihr Tun in dem ganzen bramarbasieren über “Erwerbsarbeit böse!” und “Bedingungsloses Grundeinkommen besser schon gestern!”, “Kucke ma, wir können schon mit 63 in Rente!”, “Prokrastinatiooooon!” und “Ich will Mami sein!” viel zu kurz kommen.
Vor allem, weil ich manchmal den Eindruck habe, um mich herum sind alle nur noch Coaches und wir sind nur noch mit Beraten und Bekakeln von Sachen beschäftigt, statt einfach zu machen und zu schaffen.
Ein wirklich schönes und wahrscheinlich sehr aufwändiges Projekt, das mit viel Liebe gemacht wird, ich freue mich auf weitere Beiträge.

Kommen wir zum Machen. Der Quilt scheint tatsächlich in die vorletzte Fertigungsstufe einzutreten.
quilt_5Wird auch Zeit. Keine Ahnung, warum, aber das Steppen war anstrengend hoch drei. Dieses schwere Teil, die Konzentration, immer wieder neu zu entscheiden: wie sieht der Bogen aus, wo lande ich, wo gehts weiter, bewege ich den Stoff zu schnell/langsam, gebe ich zu viel/wenig Gas… Quadrate sind mir lieber.
Und wenn ich endlich fertig bin, dann kann ich die vielen Frühjahrskleider anfangen, die schon in meinem Kopf herumflattern. Denn in der aktuellen Burda sind sehr viele Teile dabei, die ich mag. Selten, meistens denke ich: “Schöne Idee, aber knapp daneben” oder aber “WTF”?
Vielleicht ist es ganz wichtig, hier auch noch mal zu schreiben, daß dieser Etuikleid-Schnitt, der scheinbar immer mal wieder hochgeholt (Bild 16) wird, nicht passt. Der Kelchkragen und die Falten sitzen weder bei mir (ich hab einen anderen Rock drangebaut) noch bei Retroline, wir haben uns einen Wolf geändert. Bei mir ist jetzt alles zu eng und rutscht nach hinten, bei ihr ist der Kragen zu weit. Keine Ahnung, für welche Sorte Frau das gemacht ist. Das Blöde ist, dass man durch die Falten das Oberteil nicht anpassen kann, das ist “Vogel, friss oder stirb!”, das könnte man nur mit einem eigenen Maß-Grundschnitt nachbauen.

Ich habe noch ein paar andere Nähdamen-Links: Suschna, deren wunderschöne Stoffarbeiten ich sehr schätze, hat viele handarbeitende Frauen bei Liebermann gefunden. Was mich sehr an meine Urgroßtante Meta und meine Urgroßmutter aus der mütterlichen Familie erinnert, die Weißnäherinnen waren. Die eine machte Paradekissen und Überschlaglaken feinster Qualität, die andere Wäsche, unter anderem die rundgesteppten Atlas-BHs.
Wo wir beim nächsten Thema sind: WTF Wäscheindustrie? fragt Catherine von Alles und Couture und hat verdammt recht. Ich habe die Viskose-Charmeuse-Unterkleider meiner Großtante vor ein paar Jahren weggeworfen, weil sie viel zu weit und zu abgetragen waren. Die Taft-Unterkleider, die meine Oma in den späten 40ern trug, sind mir schon in den 80ern vor Alter vom Leib gefallen. In meinem Fundus sind noch zwei D&G-Teile und ein Seidengebilde von Palmer, die für den Alltag viel zu teuer sind.
Die nähende Frau, die feminine Kleider macht, steht vor dem Problem, alles füttern zu müssen, was aufwändig ist und beim Waschen Probleme bringt. Denn oft sind Kleid und Futter zu unterschiedlichen Zeiten und anders schmutzig, Futter ist oft schwer waschbar oder nicht angenehm auf der bloßen Haut zu tragen und es gibt auch keine Variationen, etwas mit einem dünneren oder dickeren “Untendrunter” an unterschiedliche Temperaturen anzupassen. Was es derzeit an Unterkleidern gibt, ist wirklich ein schlechter Witz.

Themawechsel. Der Graf und ich schlenderten heute in großem Bogen auf das Café Du Bonheur zu. Einmal quer über den Flohmarkt am Arkonaplatz, den ich – im Gegensatz zu dem am Mauerpark – ertrage, ohne vor Gedränge hyperventilieren zu müssen. Aber da war nichts, was mich reizte, bis auf die eine oder andere Handtasche, die mir gefiel, ich ertrage nur oft den Geruch dieser Sachen nicht.
Dann schlenderten wir über den Streifen der Bernauer Straße, der jetzt Gedenkstätte ist und bei der Reihe avantgardistischer Architektenhäuser, die am Rande stehen (wo die Touris den armen Leuten bis ins Klo schauen können) gab es noch einen kleinen Nachbarschaftsflohmarkt, wo uns diese Schmuckstücke direkt in die Hände sprangen.
SilberkelcheWo wir doch beim Geburtstag am Freitag diese Kelche sahen und mich ein lautes “habenwill” überkam.
Manchmal muss man nur intensiv an etwas denken.

Einmal mit Profis! Postbank – Die Fortsetzung

So, dann bin ich also zu meiner nächstgelegenen Postfiliale gedackelt, den Ausweis und die Kontonummer im Gepäck, um das Loch im Konto zu stopfen.
Grummelnd. Hatte ich doch inzwischen realisiert, daß an dem Tag, als ich der Postbank schrieb: “Hallo Leute, meine ec-Karte ist dannunddann in der xy-Filale abgegeben worden, wie ist denn das weitere Prozedere?” und als Antwort bekam: “Warten Sie ab, wir melden uns.” die Karte ansagelos und kostenpflichtig gesperrt wurde.
In der Filiale meinte man dann natürlich: “Geld einzahlen nur mit ec-Karte!” Ich riss mich zusammen, um mich nicht schreiend auf die Erde zu werfen und erklärte die Sache.
(Die Dame hinter dem Schalter konnte mir wenigstens sagen, dass die Karten immer sofort kostenpflichtig gesperrt würden, wenn sie in fremden Händen oder im Geldautomaten verschwunden waren. Aus Sicherheitsgründen verständlich, aber verdammt, kann einem das nicht gesagt werden???)
Ok., das Geld konnte als Bareinzahlung auf mein Konto gehen. Kostenpflichtig natürlich. Ausnahmsweise statt 6 €, nur 3 €.

Wir sind jetzt also bei 29 € Schaden und jeder Menge Ärger und Stress obendrein.

Einmal mit Profis! Heute: Postbank

Ich hatte vor mehr als zwei Wochen einen sehr hektischen Apothekenbesuch, nach dessen Ende die ec-Karte im Lesegerät verblieb. Man versuchte mich noch irgendwie zu kriegen, aber ich war längst weitergefahren und deshalb gaben die Leute aus der Apotheke die ec-Karte meines Postbank-Girokontos in der Postfiliale nebenan ab.
Es dauerte fast eine Woche, bis ich merkte, dass die ec-Karte weg ist und da ich selten etwas verliere, sondern eher dauerhaft und absurd verlege, blieb ich erstmal ganz ruhig und überlegte, wann und wie das passiert sein könnte.
Zwei Tage später war es mir eingefallen: Die Apotheke!
Ich rief dort an und man sagte man mir, man hätte sie in der Postfiliale abgegeben. Da der Ort des Geschehens drei Stadtviertel weiter liegt, ich in der Zeit erst gesundheitlich ziemlich angeschlagen, dann in Bielefeld und inzwischen fast 10 Tage vergangen waren, dachte ich mir, dass es beste wäre, würde mich erst einmal erkundigen, ob die nicht schon längst per Brief oder so losgeschickt worden wäre.
Nun sind Postfilialen telefonisch nicht zu erreichen. Also schrieb ich die Postbank über die Nachrichtenfunktion des Onlinebanking an. Nach drei Tagen kam die Nachricht, man werde sich kümmern und melden.
Wieder drei Tage später war ich wieder in dem Stadtviertel und dachte mir: Wenn das so lange dauert, frag doch mal in der Postfiliale nach, vielleicht wissen die was und stellte mich eine Viertelstunde in die Schlange. Der Schalterbeamte fand die Karte, sie lag noch in einem “Verloren und Gefunden”-Kistchen. Nur geben konnte er sie mir nicht. Probleme mit dem Computersystem. Die Karte existierte nicht und was nicht existiere, könne man mir nicht geben. Man hoffe, dass das Computersystem Anfang der nächsten Woche wieder funktioniere. Ich zog wieder ab.
Gestern kam eine Mail von Amazon. Eine 99-Cent-Lastschrift wäre geplatzt. Man berechne mir 6 Euro Strafgebühr. WTF? Ich schaute auf mein Konto, das zwar nicht üppig, aber ausreichend für alle Zahlungen gefüllt war. Nein, es hatte kein krimineller Spacken mein Postbank-Konto leergeräumt. Die Postbank hatte die ec-Karte kostenpflichtig gesperrt und das Konto ins Minus gebracht, ohne mir auch angelegentlich Bescheid zu sagen.
Ganz zu schweigen davon, dass nun auch noch 4,90 € weitere Gebühren für die geplatzte Amazon-Lastschriftbuchung anfallen. Zusammengerechnet macht das mittlerweile 26 € dafür, dass man mir Mails schickt, man kümmere sich.

Gehts noch?

WMDEDGT April 2014

Wie immer an einem Monatsfünften will Frau Brüllen wissen, was wir getan haben.

An einem Samstag ist natürlich alles ganz anders. Halt, nicht unbedingt. In den letzten Monaten habe ich oft am Samstag gearbeitet. Aber heute habe ich frei und will faul sein.
Heute war ich kurz nach neun Uhr wach und mit nochmal umdrehen und etwas dösen stand ich um halb 10 auf.
Da der Biokistenlieferant diesmal die Bananen vergaß, frühstückte ich ausnahmsweise keinen Obstjoghurt, sondern Spiegelei und Reiswaffeln mit Avocado und Tomaten.
Der Graf stand irgendwann auch auf und ging in die Badewanne.
Ich rödelte etwas mit dem Staubsauger herum, steckte die völlig verstaubten Vorhänge in die Waschmaschine, zog die Betten ab und reservierte für abends einen Tisch im Restaurant.
Dann steckte ich den nächsten Abschnitt an dem Quilt, der leider noch in den Mühen der Ebenen festhängt und wurde plötzlich seeehr müde. Also legte ich mich erstmal schlafen. Eine halbe Stunde meinte ich, als ich mir die Decke über den Kopf zog, aber als ich wieder aufwachte, waren fast zweieinhalb vergangen. (Was für ein Luxus, keine Kinder mehr, keine drängenden Verpflichtungen.)
Aufgewacht, hing ich die Vorhänge zum Trocknen auf, machte mir Kaffee und ein Käsebrot und nähte ein Stündchen Bogen für Bogen an dem Quilt. Das Ding ist 2x2m groß und ziemlich schwer, das ist etwas anstrengend und braucht volle Konzentration.
Der Graf ging noch mal kurz in den Baumarkt, etwas umtauschen und machte das Auto für morgen früh bereit. Das Kind kommt mit Mann aus dem Urlaub und irgendwie dachte ich, es wäre doch fein, wenn sie nicht um 7 Uhr morgens nach 18 Stunden Flug mit den Öffis nach Hause müssten. Bereitmachen heißt in dem Fall, drölfzig Dinge, die wir drin liegen haben, ausräumen, damit Platz fürs Gepäck ist. Alles logistisch nicht so einfach, wenn man in einer Zone mit wenig Parkplätzen im 4. Stock ohne Fahrstuhl wohnt.
Ich machte mich inzwischen straßenfein, malte mir ein Gesicht auf, hing den ersten Schwung der fast getrockneten Vorhänge wieder an, bezog die Betten im Schlafzimmer frisch und das Gästebett ab.
Dann liefen wir ins Bötzowviertel, um im Alt Wien zu essen. Ich nahm nicht wie sonst immer das Wiener Schnitzel, sondern den Zwiebelrostbraten. Der Graf blieb beim Standard, dem tellergroßen Schnitzel mit Kartoffel- und Gurkensalat.
Auf dem Rückweg kauften wir im Supermarkt noch Kaffee und Klopapier, die wären uns sonst auf den Sonntag ausgegangen. Was für ein Segen sind Geschäfte, die bis Mitternacht offen haben!
Bei der Rückkehr kam eine Nachricht vom Kind, sie sind schon beim Zwischenstop.
Ich muß jetzt noch die Vorhänge im Schlafzimmer aufhängen, das Gästebett beziehen und dann geht es nach einem Betthupferl aus Rumkugeln und Ramazotti ins Bett.

Fazit: Für einen faulen freien Tag war es doch ganz schön viel.

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