WMDEDGT Oktober 2018

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Mein gestriger Tag endete erst gegen halb 3 Uhr morgens. Wir waren erst um halb 1 von Berlin angekommen, ich war verfröstelt und aufgekratzt und ging deshalb nach Anheizen des Kachelofens in die Badewanne, um noch ein bisschen im Internet herumzulesen.
Als ich gut durchgewärmt war, schraubte ich den Ofen zu und ging ins Bett auf das es nachts etwas wärmer würde.

Deshalb schlief ich ziemlich lange und stand erst 8:30 Uhr auf. Die Sonne schien so golden, wie sie nur im Herbst scheint, und die Vögel sangen. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich vergessen hatte, die Gelben Säcke vor die Tür zu legen.
Ich zog mich an und machte erst einmal einen Gang durchs Haus zu allen Müllsammelplätzen und legte drei Säcke an die Straße.

Dann frühstückte ich. Reiswaffeln mit Leberwurst und Käse und Joghurt mit Birne und Haferflocken. Zwischendurch startete ich eine Waschmaschine mit Arbeitssachen. Es ist bei luftgetrockneter Wäsche ja nicht ganz egal, wann die Wäsche rauskommt, besonders wenn die Tage nicht mehr so lang sind.
Nach dem Frühstück beschloss ich, den wunderbar warmen Tag vorwiegend draußen zu verbringen. Im Haus war es kälter als draußen, ich machte so viele Fenster wie möglich auf.

Die nächsten 1 1/2 Stunden machte ich diverse Nebenarbeiten, die am Weg lagen: Betten abziehen, Müllsäcke zusammenlegen, auf denen Nüsse gelegen hatten, den Salon staubsaugen, Wäsche aufhängen und die nächste in die Maschine packen, eine Lampe zum Putzen mit einem Eimer Seifenwasser nach draußen tragen, Nüsse nterm Baum aufsammeln, ein Foto für die 2x360grad-Serie

Der Graf war inzwischen ins tiefste Nerdistan abgetaucht und schrieb Texte in einer adaptierten altdeutschen Schrift, die jemand von ihm erbeten hatte. Er hatte die Idee, am Abend zu grillen, Wurst hatten wir auch keine mehr und so ging ich übern Platz zur Wurstmanufaktur und kaufte grillfertige Spare Ribs, Gewürzsalami und – da sie mich so anlächelten – Koteletts vom glücklichen Schwein und Frikadellen.
Es war inzwischen nach 13 Uhr. Die Sonne schien auf die Terrasse und ich setzte mich mit Strickzeug und Weiterbildungsmaterial hin.
Gegen zwei machte ich mir ein Brot, hänge noch einmal Wäsche auf, putzte die Lampe und las weiter. Wenn Nüsse fielen, sammelte ich sie auf.

Gegen vier Uhr war die Sonne von der Terrasse weggezogen. Es raschelte komisch im Park hinter der Blutbuche. Die Kuh, besser gesagt, eine Färse, die der Meinung ist, das Grad sei dort schmackhafter, hatte mal wieder den Geheimausgang aus ihrer Weide genommen und stand nicht weit weg von mir. Als ich sie wenig amüsiert ansah, trollte sie sich.
Ich ging den Hohlweg hinunter zur Viehtrift und sah, dass die Herde heute ganz nah war, ein paar Bullenkälber waren auch durch ein Loch im Zaun in einen Garten gegangen und tobten dort herum.
Die Kuh, die wieder in der Senke im Park stand, fand es nicht gut, dass ich mich zwischen ihr und dem Eingang zur Weide befand. Sie schnaubte mich böse an. Ich machte dann doch besser, dass ich wegkam.

Bevor die Sonne ganz hinter den Bäumen verschwunden war, holte ich Holz für abends, nahm die Wäsche ab, schloss die Fenster wieder, bezog die Betten und heizte den Kachelofen in unserem Wohnzimmer.
Dann nahm ich mir das schöne eichene Büffet vor, das wir am Wochenende für die Küche erstanden hatten und putzte es.

Der Graf hatte inzwischen einen Einkaufszettel für seine Dinge gemacht und ich fuhr in der Abenddämmerung 6 km in die nächste Stadt, um einzukaufen. Freitags zwischen 7 und 8 Uhr ist hier in dieser Gegend der Lidl so gut wie leer.
Wieder zurückgekehrt, zündete ich den Ofen im Herrenzimmer an und machte eine von unseren Schnellmahlzeiten aus der Heißluftfriteuse: Pommes Frites und die Frikadellen mit ordentlich Ketchup und Mayo, zum Grillen war es zu spät. Nebenher räumte ich das erste Geschirr in das Büffet.

Wir aßen, der Graf verschwand wieder in Nerdistan und ich versuchte in einem weiteren Anlauf dem neu erstandenen Repeater beizubringen, dass er DHCP benutzen solle. Was scheiterte. Auch das Herunterladen von 190 Seiten Manual klappte zweimal nicht. Ich habe zwar eine DVD mitgeliefert bekommen, aber das DVD-Laufwerk an meinem Rechner ist seit vielen Jahren kaputt und ich brauche es nie.

So fasste ich den Entschluss, den heutigen Tag aufzuschreiben und nebenher den Kaminofen mit Holz zu füttern. Und wenn ich jetzt fertig bin, gehe ich ins Bett.

Die anderen Texte finden sich übrigens hier.

Blöder Tag, mittelblöde Woche

Morgens aus dem Bett gequält, es gab wenigstens Sonnenaufgangspomp.
Dann Richtung Berlin losgefahren, etwas die Zeit im Nacken, weil die neuen Gäste ab morgens in der Stadt sein sollten.
Bemerkt, daß des Grafen Handy in den Aufbruchswirren liegen blieb, das wir aber dringend brauchten. Von Höhe Greifswald umgekehrt, zurückgefahren, das Handy geholt und dann den Transporter geprügelt, um die verlorene Zeit wieder hereinzuholen, solange die Autobahn leer war.
Als wir uns langsam entspannten, baute sich vor uns ein dicker Stau auf. Den Stau umfahren. Entgegenkommende Motorradpulks nerven in diesem Fall. Wieder auf der Autobahn eingeschert.
In Berlin angekommen. Die schlimmen Fahrrad-Chaoten pennen Gott sei Dank noch. In Rekordzeit das Zimmer fertiggestellt.
Wer auch nach 2 Stunden nicht da ist, sind die Gäste, die sich auch nicht zurückmelden.
Schnell etwas essen gegangen mit Blick aufs Handy. Keine Nachricht. Alles vorbereitet, dass die Leute selbst zurechtkommen. Eine vertrante Nachricht erhalten, der Bus hätte Verspätung.
Durch nervenden Verkehr nach Schöneberg gefahren, sehr schöne gebrauchte Stühle gekauft, allerdings doch reparaturbedürftiger als gedacht. Zurück in den Prenzlauer Berg gefahren, noch nervigerer Verkehr, eine kleinen Glasschrank erstanden, nix besonderes, aber praktisch und Gott sei Dank leicht.
Zur Sicherheit noch mal zu Hause vorbei gefahren, alle Vertrödeltheiten der Gäste ausgeglichen.
Dann gab es eine ruhige Rückfahrt und nun sitzen wir am bollernden Ofen.

Aber was schön war: Ein Sonnenaufgang, ein schöner warmer Herbsttag und ein Video vom Enkelkind, das vom anderen Opa mit roter Grütze gefüttert wird und dabei auf dem Eßtisch sitzen darf.

Die Woche lief ähnlich. Beide vom Wetterumschwung und von des Enkelkinds Schnodderküssen kränklich und angeschlagen, ich habe dazu an einem Tag zu schwer getragen, aber es gab unglaublich viele Nüsse zu sammeln und einen hübschen Schreibsekretär und ein Küchenbüffet. Außerdem hat mir der Graf die Interrimsküche fertig gemacht. (Er kann Kraftstromanschlüsse!)

Sonnenaufgang in Bassendorf

Schon wieder Sonntag

Es wird hier langsam ruhig. Vorher gab es Besuch von Spontivs, die uns verwöhnt, bekocht und mit Hilfe und Dingen beschenkt haben. Ohne sie hätte der Garten zwischen Gutshaus und Kutscherhaus noch einen Zaun und wirre Bäumchen würden herumstehen. Und es sind noch viele andere Dinge sortiert und verräumt, zu denen wir nie gekommen wären. Es war wie ein kleiner Urlaub.

Dieses Wochenende kamen Kind, Mann und Enkelkind. Und wie es so ist. Mit ihrem Eintreffen war dieser gigantische Sommer zu Ende. Der Herbst kam mit Sturm und Regen und binnen zwei Stunden war es 15 Grad kälter. Das Enkelkind scheint die Rennstrecken hier zu mögen, sie tobte stundenlang durchs Haus. (Das Schönste war ja, wie sie ekstatisch ein freigelegtes Kupferrohr begrüßte. Es gibt nämlich eines zu Hause direkt an ihrem Wickelplatz, das sie auch sehr mag.)

Nun geht es etwas langsamer weiter. Der Boden liegt voller Nüsse, die Birnen sind bald reif und es gibt noch etwas Holunder.

…und hier gibt es sicher demnächst wieder etwas mehr zu lesen.

WMDEDGT September 2018

Wie immer fragt Frau Brüllen einmal im Monat, was wir den ganzen Tag gemacht haben. Ich stand heute etwas später auf, ungefähr 8:15 Uhr. Gestern haben wir lange gearbeitet, und ich hatte das Bedürfnis etwas auszuschlafen. Ich putzte mir die Zähne und steckte mir die Haare zu einem geflochtenen Dutt, meiner Arbeitsfrisur.

Ich packte meine Frühstückszutaten zusammen: Milch, Reiswaffeln, Wurst, Käse, Frischkäse und ich holte aus dem oberen Zimmer vom kleinen Haus das letzte Glas Herzkirschmarmelade.

Ich packte alles in ein Körbchen und ging rüber vom kleinen Haus ins Gutshaus, denn dort steht die Kaffeemaschine. Im Moment frühstücke ich im Herrenzimmer. Es ist zwar noch angenehm warm, aber hinten auf der Terrasse ist mittlerweile keine Sonne mehr am Morgen. Bevor ich aß, machte ich eine Waschmaschine fertig.

Beim Frühstück lese ich immer etwas im Internet, das mit dem Netz ist ja hier etwas punktuell verteilt. Ich checkte, wann diverse Paketsendungen ankommen würden und schaute im Tagesspiegel, was in Berlin so los ist.

Nach dem Frühstück sammelte ich mein Werkzeug zusammen, hing Wäsche auf und brachte mein Körbchen wieder in Richtung Kühlschrank ins kleine Haus.

Mittlerweile war es 10:00 Uhr. Der Graf arbeitete im zukünftigen Gästezimmer, hing Vorhangstangen auf und spachtelte Löcher zu. Ich strich eine Wand in unserer Übergangswohnung noch einmal. Kalk streichen ist eine knifflige Sache. Das Ergebnis sieht fantastisch aus, aber es macht schon Sinn, warum moderne Werkstoffe so leicht zu verarbeiten sind. 

Um 10:30 Uhr hupte das Bäckerauto, wie immer am Mittwoch. Ich kaufte Kuchen und Brötchen und bewunderte mit den alten Damen aus der Nachbarschaft das neue Verkaufsauto.

Als ich fertig war, war es 12:00 Uhr. Ich putzte für den Mann einige völlig mit Spachtelmasse zugesetzte Gefäße. Dann machte ich etwas Pause, um wiederum irgendwo herumzuwuseln. Außerdem schrieb ich mit dem Kind, wegen der Enkelkindbetreuung in 10 Tagen.

Um 13:30 Uhr fuhr ich den Grafen nach Grimmen zum Bahnhof. Zurückgekehrt, machte ich mir erst einmal etwas zu essen. Ich machte aus zwei Eiern und zwei Äpfeln und etwas Milch und Maismehl einen fetten Apfeleierkuchen. Äpfel und Eier kommen aus der Region. Ungefähr 50 m entfernt. 

Dann brauche ich eine Weile, um wieder in Tritt zu kommen. Zwischendurch kamen zwei Paketboten, ich packte eine flotte Lotte für Apfelmus aus und hing noch mal Wäsche auf.

Dann fang ich wieder an zu arbeiten, es war inzwischen fast 17:00 Uhr. Ich begann einen kleinen Durchgangsflur zu streichen, hörte aber auf, weil ich die Farbe woanders brauchte. Deshalb begann ich, im zukünftigen Gästezimmer Fehlstellen mit dieser Farbe auszubessern, nachdem ich es von Werkzeug leer geräumt hatte.

Danach saugte ich mit dem Staubsauger 2 Stunden die Decke und die Wände dieses Zimmers ab. Der Anstrich ist noch gar nicht alt, aber das Zimmer stand lange leer und war voller Spinnweben.

Gegen 19:00 Uhr nahm ich erst die Wäsche ab und dann wechselte ich in unser zukünftiges Schlafzimmer. Ich wollte das letzte Licht nutzen, um dieses Zimmer noch einmal gründlich sauber zu machen, nachdem ich es gestrichen hatte.

Gegen 20:00 Uhr ging ich wieder in das Gästezimmer und begann, den Fußboden zu saugen. Ich weiß seit ein paar Wochen, dass ein Großteil der Erhaltung historischer Bausubstanz daran besteht, Dinge zu putzen. Ich saugte aus den vielen Ritzen jede Menge Dreck, und bemerkte, dass unter den Fenstern etwas war, das man nur als Patina der Jahrhunderte bezeichnen konnte, eine Mischung aus Dreck und Bohnerwachs, die ich erst einmal trocken abspachtelte. Kein Wunder, die Dielen sind noch aus der ersten Ausstattung, mit handgemachten Nägeln, aus der Schmiede, die einst 20m entfernt war. Morgen würde ich mich Ihnen noch einmal bei Tageslicht widmen. 

Es war mittlerweile nach 21:20 Uhr und ich war fix und foxi. Und so sitze ich jetzt in der Badewanne und werde gleich zum Bahnhof fahren, den Grafen wieder abholen.

Die anderen Beiträge finden sich hier.