26.04.2019

Heute kam ich schlecht hoch. Ich war müde vom gestrigen Tag.
Vormittags trocknete ich Wäsche und zog Brennnesseln aus den Beeten, denn wenn es erstmal geregnet hatte, würde das nicht mehr so leicht gehen.
Es wurde noch mal an der Lehmwand gearbeitet. Dann kam jemand für die Kläranlage. Auch der Nachbar kam mit dem Radlader (ein sehr geiles Gerät, heißt Manitou oder so), um den restlichen Lehm in die Scheune zu bringen.
Um ein Uhr donnerte es und gegen halb 3 fielen die ersten Tropfen. Als wir zum späten Mittagessen im Herrenzimmer saßen, fing der Regen an. Irgendwann stand da draußen nur noch eine schräge Wand aus Eis und sehr viel Wasser.
Von der Decke des Herrenzimmers tropfte es, der Wind drückte die Nässe hinter die Blechschürze vom Mittelrisalit.
Ich ging nach unten, um Lappen zu holen und weil mir einfiel, daß das Fenster im Gartensalon noch offen sein könnte, schaute ich dort nach dem Rechten. Das Baustellenradio übte schwimmen, die Dachrinne lief über und ein Wasserfall ergoß sich über das Fenster und auf und in die Terrasse (die an dieser Stelle ein Loch hat, in dem mal eine Pflanze stand). Ich schob die Baubohlen, die zum Trocknen auf das Fensterbrett gelehnt waren, zur Wasserrutsche zusammen und war binnen Sekunden völlig durchnässt. Das Wasser, das in den Keller gelaufen war, war nicht ganz so schlimm und hielt sich in Grenzen.
Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei, nur im Gras lag eine Stunde später noch der Hagel.
Puh. Ich verkroch mich in die Badewanne.
Den frühen Abend verbrachte ich mit Meditation über der Dachrinne und Recherchen über Kläranlagen.
Ich habe das Gefühl, irgendwas hat sich im Internet (Oder bei Google?) verändert. Ich habe diese Recherche schon einmal vor anderthalb Jahren gemacht und da gab es viele Foreneinträge mit Erfahrungen und schrappelige Websites mit Insiderinfos. Jetzt sind da 150 glatte Firmenwebsites als Suchtreffer aufgelistet, mehr nicht.
Dann machte ich das Gästezimmer fertig, Sonntag kommt schließlich der nächste Besuch.

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