Wo ist das Problem?

Grüne so stark wie nie.
CSU mit starken Verlusten.
Nazis aus dem Brandenburger Landtag raus.
CDU mit schlechtestem Wahlergebnis ever.
Das Machtgefüge gut umgequirlt durch einen neuen Koalitionspartner.
Erster schwuler Außenminister.
Frau aus dem Osten bleibt zweite Legislaturperiode Regierungschefin. (und das mit einer konservativen Partei).

SPD aber so richtig eins auf die Fresse bekommen.
Linke so stark wie nie.
Piraten haben Stimmen bekommen und dürfen eine Runde üben.

Jetzt mal jenseits allen Genörgels. Für alle, die sich wie auch immer links positioniert sehen, wie auch alle Grünen-Wähler ist das doch erfreulich. Auch allen, die Frauen an die Macht und Schwule nicht diskriminiert sehen wollen, sollte das gefallen. (Es sei denn, es geht nur um Utopienpflege und nicht um Realität.)

Ansonsten wird Politik von der Masse gemacht. Von den 20%, die heute auf die Ausübung ihres demokatischen Rechts verzichtet haben. Von denen, die sich sagten: lieber FDP wählen, bevor uns die Ossis die Linken an die Macht bringen und/oder Steinmeier Kanzler wird.

Es gibt Wege jenseits der aalglatten Parteijugend – Jurastudium – Kommunalpolitik – MdB-Karriere in einer großen, alteingesessenen Partei.
Wer wenn nicht wir und wann wenn nicht jetzt? Es besteht die Chance, Politik selbst anzugehen.

Das Bauchgefühl stimmte

Frage: Waren Sie so lange in der WG, weil sie nicht erwachsen werden wollten?

Steinmeier: Naja, den Vorwurf habe ich ja damals schon gehört. Gar nicht so sehr auf die WG bezogen, sondern auf meine Assistentenzeit an der Uni. „Der will nicht raus ins feindliche Leben“, hieß es. Ich fand es wunderbar. Und von der ganzen Zeit, die ich damals zum Arbeiten und zum Lesen hatte, zehre ich noch heute. Und was die WG betrifft: Ich hab’s schon allein deswegen nicht so empfunden, weil wir uns damals natürlich ungeheuer erwachsen fühlten!

Schon deshalb wäre dieses weißhaarige Riesenbaby für mich nicht wählbar. Wenn schon Berufsjugendliche, dann die, die wissen wie Internet funktioniert.

Mal sehen, ob das klappt. Frauen in führenden Politikpositionen und Änderhaken. (Bei der Zusammensetzung derzeit die Quadratur des Kreises.)

Veröffentlicht unter Leben

Symbolisches Handeln

die Versuche, das Berliner Stadtschloß wieder aufzubauen, könnten ein extrem teures Vergnügen werden.
Im Feuilleton der ZEIT (nicht online) rechnet Hanno Rauterberg hoch, was die originalgetreue bzw. historisierende Fassade kosten wird. Nämlich mit Sicherheit nicht das, was der Bundesbauminister angibt. Die 80 Millionen Spenden, die der Verein um Boddien sammeln will, werden bei weitem überschritten. Darüber hinaus bezweifele ich, daß die Spendensammlung so erfolgreich sein wird, wie bei der Dresdner Frauenkirche. Symbolische Handlungen haben einen enges Zeitfenster und das ist beim Stadtschloß längst wieder geschlossen, dafür mahlen jetzt die Mühlen der Ämter. Oder erinnert sich noch irgendwer, wie heil und preußisch Berlins einstiger Repräsentationskiez aussah, als die Fassade vom Schloßförderverein Anfang der 90er als Fototapete in die Stadtlandschaft gestellt wurde?
Laßt doch diese Narbe in der Stadt. Laßt die Erinnerung daran, daß hier einst ein Schloß stand, das im Sozialismus gesprengt wurde, weil es das Symbol des Alten war. An dessen Stelle ein neues Schloß gebaut wurde, zu dem jeder Zutritt hatte. Das wiederum absichtlich jahrelang verrottete, als sich die Zeiten gewendet hatten und zuletzt schaurig-schöner Avantgardekunst-Tempel war. Das nun auch fort ist. Abgerissen, rückgebaut im Kapitalismus, weil es ein Symbol vergangener Zeiten und alten Denkens war.
Übrig ist eine Zementbadewanne, mit Sand und Rollrasen gefüllt. Eine zeitlose Insel, umtost von Stadtlärm. Laßt die Pläne einfach fallen. Einen besseren Ort, um bei einem Picknick mit Rotkäppchen-Sekt – die einzige Ostmarke, die es in die neue Zeit geschafft hat, belegt mit der Schaumweinsteuer von Wilhelm II. – und gesamtdeutschen Leberwurstschnittchen der letzten hundert Jahre deutscher Geschichte zu gedenken, gibt es nicht.

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