Was für ein Abend. Es war immer noch etwas trübe, wenn auch wärmer und die Luft und die Straßen waren vom Regen reingewaschen. Dazu dufteten Holunder, Robinien und Heckenrosen.
Wir liefen durch Mitte, auf die Schlossbaustelle zu. Alles strahlte, war klar und scharfgezeichnet.
Solche Abende hat Berlin nicht oft. Da ist man für ein paar Stunden abgelenkt von Dreck, Sperrmüll und Hundescheiße.

Auf dem Rückweg gab es eine Schrecksekunde. Am Rosenthaler Platz flog ein Mädchen, getroffen von einer unvermittelt geöffneten Autotür in hohem Bogen vom Fahrrad (natürlich ohne Helm).
Sie stand gleich wieder auf und diskutierte mit dem Fahrer, außer ein paar Schrammen war nichts schlimmes passiert. Als wir uns als Zeugen anboten, hatte man sich schon geeinigt. Oder besser, der Autofahrer hatte seinen Charme spielen lassen und sie hatte scheinbar in der Dämmerung kein Licht am Rad.
Bei dem Unfall, den mein Großvater kurz vor seiner Pensionierung hatte, bemerkte man die Gehirnblutung erst nach 14 Tagen. Vorher waren auch alle der Meinung, es wäre nichts passiert.
Das muss sie selbst wissen.