Dieses Berliner Wetterphänomen: Mensch wacht früh bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel auf, dreht sich selig noch mal um, schläft aus, während die ersten Wolken am Horizont hervorlugen. Beim Frühstück ist es immer noch sonnig und warm und wenn die Sachen für die Radtour zusammengegrabbelt sind, dann ist die Sonne weg und der Himmel bleigrau.
Zumindest heute war es möglich, dem Wetterphänomen ein Schnippchen zu schlagen: Um 7 Uhr aufstehen, um 9 Uhr zum Schlachtensee fahren, Schwimmen gehen, um 10 Uhr in der Fischerhütte in der Sonne aufwärmen und frühstücken und beim Anzug des Regengebietes wieder ins Auto steigen. Beim Einparken fallen dann die ersten Tropfen.
Wenn man dafür nicht so tierisch früh aufstehen müßte.
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Unsere Besten
Schreibtischselbstgespräch:
„Und jetzt heftest du die ganze Scheiße mal ein, du faule Sau!“
Vor langen Jahren, als ich noch eine Großfirma war und Mitarbeiter hatte, war das irgendwie netter.
Aber dafür Auto plitzeplank! Ich durfte sogar helfen!
Wochenende
Für Selbständige wie mich ist es oft verführerisch, das Wochenende zu ignorieren. Man erscheint so besonders beschäftigt, wenn man am Sonntag morgen verkündet: „Heute ist die Buchhaltung dran!“, und am Montag verdaddelt man zur besten Bürozeit zwei Stunden im Netz.
Dieses Wochenende war eines von der richtigen Sorte.
Freitag abend:
Muckibude und danach Italiener. (Sport nur mit gebremstem Schaum, da immer noch nicht ganz fit)
Samstag:
Einkaufszettel schreiben und einkaufen (Markt, Rogacki, Getränkeladen).
Kochen und Backen (Buletten, Hähnchenschenkel, Rhabarberkuchen und jene Tarte Tatin, die Frau Modeste dann den ganzen Abend anschmachtete).
Bowle ansetzen.
hübschen, geht Gott sei Dank wieder schneller, da die Haare wieder kürzer sind.
Den Mann mit seinen Aufgaben incl. Zeitvorgabe konfrontieren. Mitten in Partyvorbereitungen verschwindet der gern im spielerischen Nirwana. Das letzte Mal lag er bis eine Stunde vor Erscheinen der Gäste mit Depri im Bett und ich habe ein dreigängiges Diner mit einem Verband auf der rechten Hand allein hergerichtet. Diesmal war er für die Inneneinrichtung und Deko verantwortlich und mußte aber dringend noch per Hotline seinen Blackberry einrichten.
Party! Auf dem Balkon, im Arbeitszimmer im Esszimmer stauten sich die Gäste und ich hing mit einem Pärchen im Wohnzimmer fest. Unhöflich, die beiden dort sitzen zu lassen. Notiz für die nächste Party: Büffet in der Mitte der Wohnung aufbauen, also in der Küche, dann verteilen sich die Gäste besser.
Es wurde hell, als die letzten Gläser gespült waren und die Diskussionen der redefreudigsten Zwei im Alkohol mäandernd zum Stehen kamen.
Dann Pennen ohne Limit.
Sonntag:
Langsam wieder in die Welt kommen. Kein dicker Kopp trotz Bowle. Denen, die meinen Geburtstags-Sliwowicz ausgetrunken haben, wird es etwas anders gegangen sein.
Rhabarber-Kuchen gefrühstückt. Der war nicht perfekt, weil zu trocken. Dafür war die Baiser-Haube für den ersten Versuch sehr gut gelungen.
Reste vertuppert und zusammengepackt, in den Tiergarten geradelt und mit einer Freundin und zwei Kindern zum Picknick getroffen. Auf einer Decke mit beträchlicher Feuchtigkeit von unten ob des nächtlichen Regens tief und fest geschafen, bis mich die anderen vom Wasser aus, mit dem Bötchen vorbeifahrend, wachriefen.
Abendessen im Cafe am Neuen See, unglaublich, was für Riesenpizzas Kinder vertilgen können.
Danach tatsächlich den Fernseher eingeschaltet. Erst Cinema Paradiso – leider in einer völlig verstümmelten Fernsehfassung – angesehen. (Zumindest kam es mir so vor, das ganze Handlungsblöcke des Films fehlten.) Danach in Die dünnen Mädchen reingeschaut. Gutes Thema, guter Erzählansatz, aber (vielleicht als Preis der Authentizität) mordsschlechte Bilder.
Übrigens gibt es auch für heute einen Fernsehtip:
Sieben Brüder, leider erst um 23:50 Uhr auf ZDF. Ein wunderbarer Film, an dem sich unter anderem die Veränderung der Entwicklung von Männern in Deutschland innerhalb zweier Generationen erfahren läßt.
Uff!
Meine Sonnenbrille ist wieder aufgetaucht!