08.10.2021

Noch einmal ein warmer und sonniger Herbsttag. Nächste Woche soll es ja dann ganz anders aussehen.
Der Graf verkleinerte eine Tür, die hier beim Wände rausnehmen übrig blieb. Sie soll in die Kammer unter der Bodentreppe führen.
Ich kramte so rum. Räumte auf, heizte die Gästewohnung warm, hängte Wäsche auf und machte ganz viele Dinge, zu denen ich sonst nicht komme.
Am späten Nachmittag heizten wir den Grill an und machten uns Bratwürste. Dazu gingen wir auf die kleine Terrasse im Park, diewir viel zu selten nutzen. Gleichzeitig zünden wir den großen Holzhaufen an, der vor der Terrasse lag. Jedes Jahr wird er aufgehäuft, damit er zu Mittsommer abgebrannt werden kann und jedes Jahr gibt es einen anderen Grund, warum das nicht passiert. Letztes Jahr regnete es so, dass wir kurz vorm absaufen waren und dieses Jahr war es so trocken dass die Waldbrand-Warnstufe ein Feuer verbot.
Und wie immer, wenn wir am Feuer sitzen, darf Mimi auf meinen Schoß. Da sitzt dann eine selige Katze, lässt sich von mir die Pfötchen streicheln und ist ganz entspannt. Morgen wird sie mich natürlich bei jeder Gelegenheit anspringen, weil einmal auf dem Schoß ist immer auf dem Schoß. Aber das geht leider nicht. Das kann ich nur machen, wenn ich die Kleider hinterher wasche.
Kurz vor Mitternacht löschte ich den letzten dicken Baumstumpf ab und ging hoch. Es ist das gleiche Wetter wie gestern. An der Erde Dunst und Nebel und darüber ein wunderbarer Sternenhimmel. Sogar die Milchstraße ist zu sehen.

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07.10. 2021

Ein wunderschöner Sonnentag.
Wir arbeiten trotzdem größtenteils drin. Der Graf baute eine Zarge für die Tür, die in die Bodentreppenkammer führen soll. Ich räumte Werkzeuge, sortierte das eine oder andere und holte pfundweise Moos aus der Dachrinne. Nachmittags gab es Milchreis mit Apfelmus und 2 Stunden später fuhren wir nach Rostock. Wir hatten beschlossen, uns unter Menschen zu mischen und gingen ins Kino und sahen uns James Bond an. Als wir zehn Minuten nach zehn Uhr aus dem Kino kamen, waren alle Restaurants am Schließen oder hatten schon zu. Der McDonald’s an der Autobahn half weiter.

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06.10. 2021

Ok. Das war also der erste Herbsttag. Sonnig, irgendwie warm, aber mit vielen fallenden Blättern.
Morgens kreisten die Kraniche ums Haus. Nachmittags schaute uns ein Schreiadler von ganz oben beim Kaffeetrinken auf der Terrasse zu.
Der Graf dämmte weiter die Bodentreppe. (Held!) Ein schönes Gefühl, wenn aus der zugigen Bahnhofshalle ein Raum wird. (Der Bretterkasten um die Treppe war ja schon mal umgeben von Gipskarton und Rauputz, aber dafür stand die aufgebrochene Tür offen und knarrte in der Zugluft.)
Ich putzte. Nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber was soll man machen. Das Problem ist, entweder ich bin halbwegs schnell, dann bin ich nicht sorgfältig oder ich gebe mir richtig Mühe und dann brauche ich Stunden. Jedenfalls war der Tag dann um.
Zwischendrin kam die Freundin von drei Dörfer weiter auf einen Kaffee und brachte eine Tube Urushi-Lack und handgezupfte Seidenwatte. Ich will mich da in etwas versuchen.
Wir sprachen über Schinkel, preußische Bauvorschriften und die maximale Haltbarkeit von Beton. (Ich dachte, der hält ewig. Ist aber nicht so. Er hält maximal 200 Jahre.)
Abends gab es Pizza für den Grafen und glutenfreien Flammkuchen für mich.
Der Rest des Abends war stricken und Rockradio Deluxe anschauen. Dezentes Headbangen mit Strickzeug sieht sicher absurd aus.

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WMDEDGT Oktober 2021

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Heute Morgen gab ich mir Mühe, nicht noch mal einzuschlafen. Das funktionierte ganz gut, denn mir fiel ein, als ich den Regen auf der Mansarde hörte, daß ich gestern zwar noch im Dunkeln die Wäsche reingeholt, aber nicht an den Korb Nüsse gedacht hatte. Die standen die ganze Nacht als Snack für Dachs, Fuchs und Waschbär auf der Terrasse und seit dem frühen Morgen wurden sie auch noch vollgeregnet.
Ich stand auf und brachte sie in Sicherheit. Scheinbar hatte sich das Getier nicht auf die Terrasse getraut, die Nüsse waren alle noch da.
Mimi und Shawn bekamen etwas zu essen, sie hatten schon auf dem Fensterbrett sitzend gewartet.
Ich machte mir Frühstück. Es schüttete Wasser vom Himmel und war ziemlich dunkel. Nach dem Frühstück zog ich Arbeitssachen an, trug das Werkzeug, das dort noch vom Handwerkereinsatz am Freitag lag, vom Dachboden nach unten und machte es sauber.
An der vorderen Hausfront lief die Dachrinne in einer hohen Fontäne über. Der Graf ging mit mir nach draußen und stieg auf die Leiter. Der Abfluß war verstopft, ein Handgriff und der Regen lief wieder ab.
Ich schaute noch nach, ob das Wasser dann auch im Ableitrohr im Park ankommt. Da war alles in Ordnung. Mimi lief mir die ganze Zeit hinterher und wurde ganz naß. Ins Haus wollte sie nicht, scheinbar wollte sie nur mit mir rennen. (Vielleicht gibt es ja was zu futtern.)
Der Graf wollte beginnen, die Bodentreppe zu dämmen. Dafür mußte geräumt und vorbereitet werden. Vorher bekam die Dusche in der Gästewohnung noch eine neue Silikonspur und ich mußte dringend etwas essen.
Ich machte Reste von gestern warm: Hähnchencurry mit Kürbis und Kichererbsen. Für mich mit dem Rest Reis und für den Grafen mit Pommes und Brot.
Dann räumte ich die Lagermansarde im vorderen Teil leer und brachte die Holzfaserplatten nach vorn, damit sie zugeschnitten werden konnten.
Der Graf begann, sie anzupassen und festzumachen. Ich putzte in dieser Zeit Bad und Küche, gab den Katzen Abendbrot und holte ein Paket mit glutenfreien Broten aus der Postkiste. Der Eegen hatte aufgehört, es rauschte im ganzen Park trotzdem noch dasWasser aus den Bäumen.
Um halb 9 machten wir Schluß für heute. Der Graf saugte die Holzfasern weg und ging unter die Dusche. Ich machte ein paar Würstchen warm, verpackte die Brote für die Tiefkühltruhe und heizte den Ofen im Herrenzimmer.
Dann legten wir die Beine hoch und schalteten den Fernseher an.
Es gab spät noch einen Polizeiruf von 1988, bei dem Bernd Böhlich Regie geführt hatte. TV Spielfilm grantelte, der Film wäre arg langatmig. Weit gefehlt, das war eine Preziose in Bildern. Menschen die dasitzen und überlegen, was da grade passiert ist. Die miteinander reden. Ganz ruhig, leise, fast somnambul. Keine überflüssigen Worte. Bis auf eine Szene, als plötzlich eine Familie explodiert und sich alle anschreien bis die Stimmen überschnappen. Aber dann geht es ruhig weiter. Schöner Film. Wunderbare Besetzung. Ein Regisseur der gerade mal 30 ist und so etwas Reifes abliefert. Horst Krause wahrscheinlich in seiner ersten Polizistenrolle. Wismar im pittoresken Verfallsstadium der letzten Jahre der DDR.
Dafür lohnt es sich, lange aufzubleiben.
(Jetzt geht es aber trotzdem ins Bett.)

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