Musik

Gewisse technische Errungenschaften haben ihren Charme. Ich habe zwar immer noch keinen iPod, weil ich, wenn ich mich schon mal zu Fuß oder per Fahrrad bewege, doch lieber den Vögeln und Straßenbahnen zuhöre. Außerdem würde ich gegen Laternenpfähle rennnen, fürchte ich. Kurz gesagt, ich bin zu sehr Pfadfinderin, die Ton- und die Bildspur dürfen im Freien nicht zu sehr differieren, da werde ich unruhig.
Aber ich habe iTunes auf dem Notebook laufen und DJaying kann ja verschiedenes bedeuten. Gerade eben zum Beispiel, habe ich _summer_ als Stichwort eingegeben und bekomme diese Titel vorgespielt:
* Summer Jam – Underdog Project Remix
* Summer Song – Dave Brubeck / Louis Armstrong
* Summer Wind – Frank Sinatra
* Summertime – Jancintha
* Summertime / Motherless Child – Mahalia Jackson
* Summer Nights – John Travolta
* Summer Cannibals – Patti Smith
* Summer ’68 – Pink Floyd
* Englisch Summer Rain – Placebo
* Child2 / Summer Love – Paul van Dyk

Auch wenn ich weiß, daß es soundtechnisch eine Sünde ist, in meinen 430 unversperrten Kubikmetern Wohnraum schrottige mp3s abzuspielen, es ist so praktisch. Die CDs liegen seither im Auto.
Ich weiß es auch nicht so richtig zu schätzen, wenn HeMan seine Hi-End-Anlage anwirft (die Boxen füllen fast sein Wohnzimmer), für mich isses ne gut gestylte Lärmkartätsche vom Wert von ein, zwei Kleinwagen. Oh, ich habe mal in irgendein weiches Teil auf seiner Box gegriffen, er lag grade halb drunter und schob ganz spezielle Spezialgoldplättchen unter die Nadeln am Boden. Das war ein Hallo. Da geht die kaputt von, da muß er sich die neu kaufen etc. pp. Von den Goldscheiben hätte ich mir einen Strenesse-Wintermantel kaufen können. Nun ja, jedem Tierchen… Kriegt ja auch glänzende Augen bei Alufelgen und Fahrrädern mit Carbonrahmen (sach ich Fahrrad??? BIKE!!!!).

Aber weshalb ich überhaupt von Musik rede. Gurkenwasser, die Kleine, hat gemailt:

nu stuff

look @ this:

myspace.com/rechnataschen

verlange natürlich, dass kittyK uns empfehlen sein tut!

Was ich hiermit tue und es ist mir eine Ehre. Und einen Link bekommen Kai, Wini und Nikos auch.

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Identifikation eines Mannes

Es ist wieder ein Jahr vergangen. Wenn du deine Legende aufrecht erhalten hättest, würdest du 50 werden. So feierst du ganz reell deinen 53. oder 54. Oder auch nicht – quien sabe? Da du immer wieder einen reset fährst, ist viel Spielraum. Scheinbar.
Das, was zu sehen und zu fühlen ist, bricht die jugendliche Attitüde.
Aber tröste dich, du bist nicht allein mit deiner Trauer um deinen vergehenden Körper, deine schwindende Kraft und die unerbittlich verrinnende Zeit.

Der Erzengel im Gedicht von Alberti sagt immer wieder: Ich war… – Yo era…
Benjamin schreibt über Klees Angelus Novus einen kleinen Text aus verwundenen Zitaten. Der Engel sieht in die Vergangenheit und wird vom Sturm des Fortschritts in die Zukunft getragen. Unaufhaltsam.

Irgendwann überqueren wir alle den Pass. Und sehen voll Entsetzen, daß es nur noch abwärts geht. Die Qualen unseres Aufstiegs haben wir längst verklärt und wir nehmen nicht wahr, wie viel leichter es ist, herabzusteigen.

Als ich dich zum ersten Mal sah, habe ich vermutet, du wärest Mitte/Ende 50. Später, unter der Behauptung, du seist 48, dachte ich, du hast ein Alkoholproblem oder zu exzessiv gelebt.
Was bist du dir wert, so, wie du heute in den Spiegel schaust? Weniger als früher? In der falschen Haut? Über Nacht bestohlen? Würdelos?

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