An einen verregneten Sonntag

… mit der Crafteln Mädchenparty, Nachdenken über Menschen, die Marathon laufen und dem einen oder anderen Update über das werte Befinden und Tun.

Es ist schon zwei Wochen her, zwischendurch war noch das Lillestofffestival, wo dieses Foto von vier coolen Damen entstand (nicht von mir, ich war nicht dabei, für Einzelheiten folge man dem Link)


Aber zurück zur Mädchenparty.
Ich setzte mich also in den Bus nach Hamburg, ansonsten mit älteren Herren belegt, die so aufgeregt und laut wie sonst 15jährige bei einer Klassenfahrt waren. Sie fuhren zum Rolling Stones-Konzert. Und hatten Lederjacken und Hemden an, die ihre Frauen wahrscheinlich schon längst wegwerfen wollten und die sie wahrscheinlich gut vor ihnen versteckten. Einmal wieder auf Körperwärme gebracht, stanken die Klamotten erbärmlich.
So sind se, die ewigen Jungs, aber sie hatten Spaß.

Ich, die ich glaub ich nie richtig Mädchen war, betrat in Altona ein schickes und noch schicker hergerichtetes Büro, mischte mich unter Frauen und wurde von Prosecco und süßen Dingen empfangen.
(Das, was jetzt kommt, gehört in die Kategorie Produktwerbung. Die ich gerne mache, weil ich Lindy Stokes Entwürfe, auf denen die Crafteln-Schnitte basieren, sehr mag. Und ich schätze die detaillierten Anleitungen, die Frau Nahtzugabe schreibt und die man wirklich lesen und befolgen sollte. Nicht so wie ich drauflosmachen und dann auftrennen bitte! Gute Anleitungen klingen normal, die haben Butterick und Vogue doch auch, aber diese Marken haben einen Konzern und jahrzehntelang gesammelte Wissensbausteine im Rücken. Der Aufwand detaillierter Anleitungen ist für eine kleine Firma nicht ohne und nicht selbstverständlich.)

Die Frau Crafteln aka Meike Rensch-Bergner hielt eine Ansprache. Schließlich war es der einjährige Geburtstag vom Schnittmusterkiosk.
Und dann stürzten wir uns ins Vergnügen, plauderten, naschten, ließen uns von Frau Wong, der Stylistin, hübschen, und probierten die nach Crafteln-Schnitten gemachte Kleidung der anderen. Das wäre nichts ohne Fotos und so hatte Monika Lauber, Craftelns Stammfotografin das volle Equipment aufgebaut und gab ihr Bestes. Nicht zu vergessen, die Frau Masulzke, die zusammen mit Frau Crafteln die Party organisierte und der gute Geist ist. Und wir hatten Spaß, das sieht man sicher.

Ich habe jetzt auch schöne Fotos von meinem Stadtmantel, der so selbstverständlich Teil meiner Garderobe wurde, dass ich ihn kaum erwähne, aber exzessiv trage.
Stadtmantel by crafteln
Und auch vom Kimonokleid, das eigentlich eine Bluse werden sollte und dann war doch so viel von dem transparenten Batist da, dass es ein Kleid hergab. Dann war der Batist aber so störrisch, dass es vorn weiter gemacht werden musste und so durchsichtig, dass es einen Oma-Unterrock brauchte… Jedenfalls, das nächste seiner Art mache ich aus sandgewaschener Seide.

Kimonokleid by Crafteln
Last, but not least:
Das Ninja-Shirt. Wenn ich nicht Dame bin, bin ich ja recht burschikos unterwegs. Für das Zunkunft und Lebensfreude-Projekt ist das sowieso angesagt und ich nehme alters- und füllegemäß interpretiert meinen alten Sarah-Connor-Stil wieder auf. So die praktische Kombination mit weitem farbenfrohem Oberteil und Jeans, das bin ja nicht ich. Dann gebe ich lieber den schwarzen Block, in diesem Fall zusammen mit Frau Crafteln.
Ninja Shirt by Crafteln
Ninja Shirt by Crafteln
Das Schlußfoto ist schon aus einem Grund sehr schön – so viele Frauen, so viele unterschiedliche Körperformen,

(Und ich ziehe konzentriert den Bauch ein.)
Last, but not least, das Goodiebag, die Naschereien und Süffelleien und die Liste der edlen Spender. Ick fühl mir schon wie ein Influecer.

Weinschorle http://www.schluekk.de
Massbänder http://hoechstmass.com
Sektgläser und Etagere http://koziol-shop.de
Stoff http://lillestoff.com
Buch http://emf-verlag.de
Tragetasche und Klammern http://stoffundstil.de
Nähfreundinnenbücher http://sewunity.de
http://kids-welcome.org (die einen Nette-Kleinigkeiten-Tausch veranstalteten)

Letzte Woche war ich mit einer Freundin zu einer Veranstaltung, die sich mit dem Berlin-Marathon beschäftigte. Das war schon speziell. Marathon-Training ist ein ausufernder Zeitvertreib. Oder wie die Freundin sagt: „Arbeiten und Sport, das reicht eigentlich schon.“
Die Freundin konnte leider nicht antreten, sie hatte sich ein Knochenmarködem durch Überlastung geholt und geht die nächsten Wochen erstmal an Krücken.
Überhaupt vergessen grade die middle aged men (und women) immer gern, dass der junge Soldat, der die Nachricht über 42quetsch Kilometer überbringen sollte, hinterher tot umfiel.
Jedenfalls gab es da Kunst und Lesungen zum Thema Laufen. Es gab jede Menge sehnige ältere Herren und eine blonde Alibi-Frau, eine Bloggerin, die angekündigt wurde mit: Sie hätte erst vor ein paar Jahren mit dem Laufen angefangen, nachdem sie Familie hatte und nun sei sie ähöm… Lauf-Coachin, wenn das denn korrekt gegendert sei. Subtiler konnte man nicht ausdrücken, dass sie zum Rudel nicht dazugehört und ab da wollte ich auch nix weiter wissen über den Herren-Zirkel, der sich gegenseitig supportete.

Eine anstrengende Woche liegt hinter mir, es war viel zu räumen und zu organisieren. Die Veränderungen beginnen langsam und ich habe das dringende Bedürfnis, sie auszuschlafen, wenn Zeit dazu ist. Die nächste Woche wird ähnlich. Nur plus Wurzelbehandlung, die ich Zahnarztschisser brauche wie einen Kropf. Aber ich dachte mir, es ist besser, den Zahnarzt mal nachschauen zu lassen, weil ich da so eine Ahnung hatte, als aufm Land morgens mit dicker Backe aufzuwachen.

Das Enkelkind versucht ehrgeizig, zu robben und sich hinzusetzen. Was auf dem Laminat mit glatten Hosen nicht so einfach ist. Und es gab den ersten Haarschnitt, Haare hatte sie von Anfang an viele. Hachschnief, die Zeit vergeht! Das letzte Foto, das mit gesendet wurde, zeigt, wie die kleine Madame sitzend an einem Schneider-Maßband lutscht. Da wächst ein Nähnerd heran.

Stürmischer Spätsommer

Hier geht ein großes Sortieren und Räumen los, verbunden mit hektischen Stricken von warmen Socken. Ich bin ja Frühpackerin. Sobald ich weiß, es geht irgendwann los, fange ich an, die Dinge einzupacken, die ich selten brauche. Lagerbestände, die Kleidung der entgegengesetzten Jahreszeit, alte, noch aufzubewahrende Akten.
Immer noch in der Hoffnung, dass der große Verschiebebahnhof im Norden auch in der geplanten Zeit abläuft. Aber es ist wie es ist, dort vergeht die Zeit langsamer.

WMDEDGT September 2017

Frau Brüllen fragt wie immer, was am Monatsfünften passiert ist

Heute sprang ich gleich nach dem Weckerklingeln aus dem Bett, um 8 Uhr hatte sich der Tischler angekündigt, der letzte Handgriffe an den Fenstern machen wollte, die diesen Sommer gestrichen wurden. Dazu musste ich noch einiges beiseite räumen.

Der Tischler kam dann auch pünktlich um 8 Uhr und ich hatte nach dem Baufreiheit schaffen Kaffee für mich gekocht und – mangels Obst zum Joghurt – Grießbrei aus Polenta gekocht.
Ich frühstückte, wo bei ich mich immer dort aufhielt, wo der Handwerker gerade nicht die neuen Bleche auf dem Fensterbrett anbrachte.
Dann hing ich etwas blöde rum. Ich konnte an der Steuererklärung nicht weiterarbeiten, weil mein Arbeitsplatz blockiert war. Also surfte ich etwas im Netz, schaute mir mit dem Grafen gemeinsam weitere Autos an, die in der Regel stolze Roststellen hatten oder den Etat bei weitem überschritten. Transporter sind grauslich runtergeritten und trotzdem noch teuer, weil in Süd- und Osteuropa jede Menge Bedarf danach ist.
Dann schickte das Kind ein Video vom Enkelkind, in dem der neueste Fortschritt dokumentiert war. Eine Art Robbensprung nach vorn, weil arm- und beinsortiertes Krabbeln noch zu anspruchsvoll ist.
Ich weiß nicht, woher das Baby diesen Bewegungsdrang hat. Wir sind alle eher behäbig unterwegs.

Um 11 Uhr zog ich mich um und malte mir Farbe ins Gesicht, denn ich hatte einen Arzttermin und wollte vorher noch ein Päckchen im Hermes-Shop abgeben. Nichts Schlimmes beim Arzt, eine 3D-Aufnahme vom Kiefer, weil der Zahnarzt und ich seit zwei Jahren auf eine Zahnwurzelentzündung warten. Im Moment ist es nicht klar: Ist das die Kiefernhöhle, die da immer mal Probleme macht oder tatsächlich der Zahn?
Nachdem ich das komische Gerät überstanden hatte, schlenderte ich nach Hause und brachte noch etwas Obst und Butter und Schoki mit, weil ich morgen Kekse backen will.
Außerdem kaufte ich in unserer wie durch ein Wunder mit Paketshop und Spätieangebpt überlebenden Videothek noch Ben & Jerrys Peanut Butter Cup. Die haben da nämlich das gesamte Sortiment. Schlümm.

Der Tischler war inzwischen weg. Ich las etwas Zeitung, räumte und putzte in der Küche, stellte alle Möbel an den Fenstern wieder an ihren Platz, schmierte mir ein Käsebrot und schälte ein Möhrchen als Mittagessen. Inzwischen war es auch fast drei Uhr.
Nach dem Essen setzte ich mich an die Steuererklärung. Nebenher kochte ich Kartoffeln.

Gegen 17:30 Uhr begann ich Kürbis-Gnocchi zu machen. Vom Wochenende war noch viel recht trockenes Kürbispürree übrig. Ich gab das mit den gekochten Kartoffeln in die Kartoffelpresse und produzierte ein ganzes Backblech voller Gnocchi. Während sie im Dampfgarer lagen, machte ich noch Salat und geschmälzte Zwiebeln.
Gegen 18:30 Uhr aßen wir und danach packte ich die restlichen Gnocchi in den Frost.

Ich wollte um 19:30 Uhr nicht noch mal an die Steuer gehen. Ich war fast fertig, den Rest konnte ich auch morgen fertig machen. (es ist nicht nur ein Jahr)
Ich setzte mich mit einem Strickstrumpf hin und hörte dazu ein Hörbuch. In Zukunft werde ich eine Menge warmer Socken brauchen.

Jetzt ist es fast Mitternacht und ich beginne vor Müdigkeit zu schielen, also werde ich fix ins Bett gehen.

Die anderen Einträge finden sich hier.