The Diary of Kitty Koma

28/06/2015
von kitty
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Sonntagsmäander in Frühsommerfeuchte

Oh ja, ich liebes dieses Wetter. Es ermöglicht mir, freizeitstreßarm rumzuhängen, Schläfchen zu machen, zu stricken und zu nähen als sei es Winter – und das mit Helligkeit bis 22 Uhr. Ich goutiere die Temperaturen, die einen weder großartig frieren noch schwitzen lassen und die allumfassende frische Feuchte, die Berlin staubarm und grün bleiben lässt.

Die letzte Woche versöhnte mich wieder einigermaßen mit dem Job. Erstens war sie wieder nur vier Tage lang, weil ich einen Urlaubstag genommen hatte, zweitens gab es tatsächlich zwei Tage, die es ermöglichten, Dinge komplett abzuarbeiten und nicht nach gemachtem Deal das Chaos liegen zu lassen, weil schon wieder drei angefangene Sachen nach Aufmerksamkeit schreien und drittens ist die Assistentin eine große Hilfe und Bereicherung.
Ich habe mir auf dem Rechner einen Tracker installiert, um zu schauen, ob die gefühlte Arbeitsdichte tatsächlich da ist, weil ich mir nicht sicher war, ob es sich nicht vielleicht eher um burnoutbedingte Minderleistung handelt.
Es ist so. Die wilden Tage in der eigenen Künstleragentur vor 10 oder 12 Jahren waren vorgangsärmer als das, was ich jetzt mache. An einem mittelintensiven Tag, an dem ich eine reichliche Stunde eher ging, <-edit: stimmt nicht, ich ging eine Viertelstunde eher als sonst -> weil Freitag war und die Kunden ab dem frühen Nachmittag ins Wochenende verschwanden, arbeitete ich achtdreiviertel Stunden durch. Ich machte am Schreibtisch zwei, drei Pausen von weniger als fünf Minuten und aß etwas. Dabei tippte ich aber an einer Mail oder ging ans Telefon, wenn ich nicht gerade kaute.
Ich fertigte und versendete eine Handvoll Verträge, empfing gut hundert Mails, von denen ich mehr als die Hälfte als nicht für mich relevant aussortierte und schrieb fast 40. Dazu kamen mehr als 50 Telefonate, herein- und herausgehend.* Jetzt wundere ich mich nicht mehr, warum ich abends und am Wochenende vollkommen fertig bin.
Es gibt immer wieder Lernerfolge, ich werde von Woche zu Woche effizienter. Trotzdem, auf die Dauer geht das so nicht. Ich bekomme langsam einen Plan, wie ich das anders gestalten kann, dazu tracke ich gerade auch die Arbeit, weil man so was nicht im halbgaren Zustand und ohne vernünftige Datenbasis mit der Chefetage besprechen sollte.
Geld ist für mich kein Hebel mehr, das ist vorbei. Ich brauche eine ausgeglichene Bilanz von Arbeit und freier Zeit, um gesund zu bleiben. Ich bin nicht mehr so erfolgreich wie früher, aber zäh, ich habe sehr viele Situationen schon mal erlebt und kann auf sie souverän reagieren. Was ich nicht brauchen kann, ist Präsenzkultur in der Nebensaison und zu viel Aufmerksamkeit für Bullshit und Nebensachen.
Aber das war es jetzt auch mit dem Thema Arbeit.

Nee, der noch. Ich berate gerade eine Freundin, die sich beruflich verändern will. Sie hat das Problem, dass sie einen interessanten Job angeboten bekommen hat, aber nur für 20 Wochenstunden. Da sie Single und keine 25 mehr ist und alle Kosten eines bürgerlichen Lebens allein tragen muss, kann sie davon nicht leben und versucht nun mit vielen Klimmzügen, Projekte aus ihrem alten Job zu behalten, um dann zwischen zwei Arbeitsstellen zu pendeln.
Ironie des Schicksals – ich habe über ein Jahr nach einer Teilzeitlösung gesucht und nichts gefunden.

Aber irgendwas stimmt ganz grundsätzlich nicht mit dem, wie wir arbeiten. Das geht doch hinten und vorn nicht auf.
turnen1Was mich auf das nächste Thema bringt, weil das nämlich mit dem gerade beendeten irgendwie zusammenhängt: Scham und Schande beim Sportunterricht bzw. den Bundesjugendspielen.
Ich habe überlegt, ob ich mich dazu überhaupt äußern muss, vor allem nachdem Jawl dazu kluge Worte schrieb. Aber das ist hier mein persönlicher Spielplatz, hier kann ich Meinung haben, wie ich will.
Ja, ich habe es gehasst. Ich habe den Sportunterricht in der Mittelstufe bei diesem widerlichen Sadisten gehasst, der mit den Jungen der Klasse Verhöhnungschöre anstimmte, wenn ich zu einem Hindernislauf losrannte. Aber ich habe auch den Sportuntterricht bei dem engagierten und kreativen Lehrer gehasst, der in den Ferien selbst clevere Krafttrainingsgeräte aus Sand und Autoschläuchen fertigte und eine riesige Pinnwand mit außerschulischen Wettbewerbsergebnissen füllte, die sich auf die Schulnoten auswirkten.
Sport überwucherte im Gymnasium irgendwann alles andere, auch sehr zum Ärger der anderen Lehrer. Die Doppelstunde wuchs von 90 auf 110 Minuten, wir hetzten verschwitzt und abgekämpft in die nächste Klassenarbeit. Mindestens ein Nachmittag in der Woche sollte Mittelstreckenläufen vorbehalten sein, wer zu Wettbewerben auf Kreis- und Bezirksebene ging, bekam große Anerkennung, die sich auf die Noten auswirkte. Wenn ein anderer Lehrer, zum Beispiel der Theater- oder Malkurs diese Zeit beanspruchte, gab es riesige Kämpfe im Kollegium.
Ich war in den Jahren im Haus am See ein bewegungsaffines Kind, das auf Bäume kletterte, früh schwimmen konnte und mit dem Roller durch die Gegend fuhr. Anderen Kindern ging ich aus dem Weg, wenn sie schneller und stärker sein wollten als ich, dieses Ätsche-Bätsche-Alles meins, ich war die Erste! fand ich blöd.
Meine erste Sportstunde mit 5 Jahren, im Kindergarten, fand ich absurd. Warum sollte ich um Medizinbälle rennen und die Sprossenwand hochklettern, damit eine Gruppe schneller als die andere war? Was hatte das für einen Sinn? Ich sah mir das zwar auch im Fernsehen an, aber dieses Gejachter und Geschrei riss mich nicht mit.
Je mehr ich in diesen sozialistischen Plattenbaukind-Alltag rutschte, um so mehr zog ich mich zurück, wurde stiller und bewegungsloser, aß viel und heimlich. Mit 10 Jahren war dann meine ganze frühkindliche Kondition im Eimer. Ich wurde dick und tramplig und bekam Kreislaufprobleme bei der geringsten Anstrengung. Alles aus dieser Zeit, was mit Bewegung und Körperlichkeit zu tun hatte, war mit ergebnisloser Anstrengung und Scham über diesen unangenehmen Körper verbunden, vom gnädigen Nebel des niedrigen Blutdrucks umwabert und von Kopfschmerz garniert. Ich taperte vor mich hin und manchmal blökte mich jemand an, ich solle mich gefälligst mal zusammenreißen und mich anstrengen.
Der schlimmste Tag des Jahres war das Sportfest. Zwang man mich ins Ferienlager, gab es das dann in den Ferien sogar noch mal. Es war die Wiederholung der ewig gleichen Idiotie von Schlagballwurf, später Handgranatenwurf, Kugelstoßen, Hundertmeterlauf, Weitsprung und im Gymnasium hing der hyperaktive Sportlehrer zur Belohnung für die guten Leistungen noch einen schönen Dreitausendmeterlauf dran, bei dem ich meist einen Hitzekollaps bekam.
Es gab wohl auch Sieger, aber das interessierte nur die drei, die es betraf, allen anderen war das egal.
Alle die waren an diesem Tag glücklich, denen ich ansonsten im Unterricht half (zumindest bis ich ins Gymnasium kam), damit sie wenigstens etwas vom Stoff kapierten, denn ich war meist nach wenigen Minuten fertig, wenn ich nicht schon aus Langeweile vorgearbeitet hatte. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie unter dieser Situation genauso litten wie ich beim Sport.

Wäre ich deshalb dafür Wettbewerbssituationen im Schulsport abzuschaffen? Jein.
In einer Leistungsgesellschaft, die höchste Arbeitsleistungen verlangt, asketische, straffe, trainierte Körper zum Ideal erhebt und permanenter Statusvergleich an der Tagesordnung ist, wäre nichts kontraproduktiver. Ein Kind, das qua mütterlichem Schutz in einer harmonischen Traumwelt aufwächst, rennt, ins Leben gekippt, als erstes vor die Wand und verkriecht sich dann in der Ecke.
In jeder Situation, ob bei Arbeits-, Partner-, Wohnungssuche etc. müssen wir uns damit auseinandersetzen, dass uns andere Personen und Instanzen nicht wollen, sondern andere Menschen bevorzugen, auf Grund von Eigenschaften, die wir nicht haben oder nicht herstellen können. Das ist das Leben. Da brauchen wir gar nicht drumherumreden.
Ich bin eher dafür, Resilienz zu entwickeln, statt Einflüsse mit Frustrationspotential draußen zu halten. Eine Erziehung, die einem Kind beibringt, gut durchs Leben zu kommen, Schwierigkeiten zu meistern, Scheitern zu akzeptieren und Erfolge zu feiern, statt ihm zu erzählen, dass es alles kann, wenn es das nur richtig will und sich anstrengt, wäre mir zum Beispiel wichtig.*** Einem Kind beizubringen, dass nicht alle Menschen gleich sind (Klingt übel ungerecht, was? Ist aber Voraussetzung für Diversität.) und alle ein Recht auf Respekt und auf einen unumstrittenen Platz in der Gesellschaft haben. Es zu lehren, was in bestimmten Situationen wichtig und unwichtig ist, worauf es gut wäre, sich zu konzentrieren, und Tricks, um Schwierigkeiten zu bewältigen. Solche Dinge. Aber die Entwicklung solcher Sozialkompetenzen ist Elternaufgabe, nicht der Job von Lehrern.
Das militaristische Erbe von Turnvater Jahn und die antik aufgejazzte Leichtatlethik können mir dabei gestohlen bleiben. Mir wäre Problemlösungskompetenz wichtiger – Wie kommst du die hoch an die Hallendecke, wenn du wie ein nasser Sack am Seil hängst? Wie schaffst du es, durch die halbe Stadt zu laufen, egal, wann du ankommst? Wie kommst du über einen Bach oder auf einen Baum? Solche Sachen.
Aber vielleicht muss es auch einfach so sein. Auch mir haben Lehrer qua Gedichtinterpretation die Freude an Lyrik ausgetrieben. Ich habe trotzdem Gedichte interpretieren gelernt und mir dann irgendwann meine eigene Lyrik gesucht. Ich habe nach diesen ganzen Sportdesastern mit 28 Jahren mit Laufen, Paddeln und Schwimmen angefangen. (Der überengagierte Sportlehrer, vor dem ich das bei einem Klassentreffen erwähnte, erzählte dann in der ganzen Stadt rum, durch seinen Sportunterricht wäre ich zur späten Triathletin geworden. No comment.)
turnen2

Dazu kommt noch etwas anderes. Schwierigkeiten, Niederlagen und Ablehnung spornen mich an. Ja, ich ticke so. Ich denke an den Schulsport nicht gern zurück, aber ich frage mich, was aus mir geworden wäre, wenn das alles nur eine große Kuschelveranstaltung gewesen wäre.
Man weiß es nicht.

Nun aber zu den angenehmen Teilen der Woche. Gestern war dann die Gelegenheit, das Kind nebst Mann mal wieder zu sehen. Letztes Wochenende war ich einfach zu müde, um mal in ihren Garten zu fahren. Wir saßen bei Schillerburger in Pankow zum Testessen. Der Burger war gut, die Süßkartoffelpommes überragend und das Pankower Publikum sehr speziell. Während die älteren Semester das wirklich miese Essen im Olivenbaum bevorzugen, sitzen hier neben den üblichen Fleischesser-Hipstern in die Jahre gekommene Kunden und diese spezielle ostdeutsche Szene** mit der Kombi Mann Glatze und zutätowiert und Frau bicolorfrisiert oder schrillbunt und Laminatkrallen, dazu haben alle Muskeln, schwarze Klamotten, Metallgehänge und ein paar verhaltensauffällige Blagen.
Heute nun lockt ein Bund Rucola in 8 km Entfernung. Ich müsste also aufs Rad steigen und ihn ihn in Parzelle 143 abholen…

 

* Nebenher: Es gibt einen Widerspruch zwischen Arbeitstempo und Dienstleistungsanspruch. Wenn ich in großem Tempo Deals abwickele, dann kann nicht noch als freundliche Servicedame Leute pampern, die nichts damit zu tun haben, aber Fragen haben oder reden wollen (und gut gelaunt gehalten werden sollten). Kein auf dem Parkett herumbrüllender Börsenmakler – auch wenn es die mittlerweile gar nicht mehr gibt, weil sie durch Computeralgorithmen ersetzt sind – führt zeitgleich nette Gespräche mit seinen Anlegern.

**Diese Leute sehen aus wie die Akteure in deutschen Amateurpornos.

*** Aus einer eigenen praktischen Erfahrung, ein Kind zu großzuziehen, wobei ich mich nicht grade mit Ruhm bekleckert habe.

21/06/2015
von kitty
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Sonntagsmäander in der Schafskälte

Das war eine schwierige Woche. Die eine Kollegin war schon seit letzter Woche mit Magen-Darm ausgefallen und als ich am Montag ins Büro kam, fehlte auch Kollegin Nr. 2 mit Hexenschuß, dafür saß die neueingestellte Assistenz da und harrte ihrer Einarbeitung.
Eine Viertelstunde Panik, dann hatte ich mich wieder im Griff. Der Chef arbeitete wieder aus dem Urlaub mit und eine andere Kollegin aus dem Backoffice blieb erstmal dabei und wies die Assistenz ein. Die ist Gott sei Dank eine sehr fitte und ausgeschlafene junge Frau, so konnte sie mich bei dem, was dann kam, unterstützen. Es war die Hölle. Ich zählte am Abend zusammen – 100 Telefonate allein über meine Leitung, weitere 30, die die Assistentin angenommen hatte und den Inhalt an mich weiterleitete, dazu ca. 100 Mails und 10 Sprachnachrichten, denn die vom Wochenende waren auch dabei. Jedes Telefonat bedingt Notizen, Priorisierung, komplexere Informationsverarbeitung, Entscheidungen oder Erstellung von Dokumenten oder Texten, die per Mail rausgehen. Und oft ist es dröger, überflüssiger Kleinscheiß zu Haufen, die Dienstleister trotzdem ernst nehmen müssen, weil Service ihr Job ist.
Natürlich erinnerte sich mein Inneres an meine fitten wilden Zeiten der Selbständigkeit, wo ich es als Herausforderung annahm, solche wilden kommunikativen Wellen abzureiten. Aber das ist vorbei, ich habe nicht mehr die Kraft, daran Spaß zu finden. Ich war Abends einfach nur noch platt und kaum noch ansprechbar. – Vielleicht fehlt auch der Kick der Selbständigkeit. Wenn du rausgehst und weißt, du hast an dem Tag Summe X verdient, fühlt es sich anders an.
Am nächsten Tag besserte sich die Situation, die Kollegin mit dem Hexenschuß saß mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder am Platz und die andere Kollegin kam einen Tag später und sah bei weitem noch nicht gesund aus. Ich habe mir für Montag Urlaub genommen, um mich von der Woche zu erholen.
Es ist Hauptsaison. Ich weiß ja aus der Medienbranche, wo ich auch Sommersaison hatte, dass nach vier harten Monaten der schlimmste Ansturm wieder vorbei ist. Dazwischen liegen aber zwei Jahresurlaube, die eine Kollegin hat ein schulpflichtiges Kind, ich mache auch in den Schulferien Urlaub weil der Graf nicht anders kann (für mich eigentlich unvorstellbar, weil ich weiß, wie die anderen in den Seilen hängen werden), und ein Riesenberg Arbeit.

Es ist absurd, ich spüre, dass meine Kräfte von Woche zu Woche zunehmen und gleichzeitig vom Arbeitsansturm sofort wieder aufgesogen werden. Ergebnis ist derzeit immer ein Defizit, das ich ausgleiche, indem ich abends und am Wochenende komatös rumhänge.
Ich teile es mir gerade auf, damit ich es überblicken kann. Ich habe einen Tag X nächstes Jahr im Herbst, da werde ich entscheiden, ob und wie ich weitermachen kann, bis dahin heißt es durchhalten. Und zwischendrin muss ich mir kleine Inseln bauen, indem ich hier und da einen Tag Urlaub ans Wochenende ranhänge.

Der Graf muss da leider durch, dass grade ich kein gesellschaftsfähiger Mensch bin und mich jede Frage nach Tagesplanung nur in Panik und Angst versetzt. Primavera auch, die anrief und ihren Besuch bei uns fürs nächste Wochenende ankündigte, zusammen mit dem Derzeitigen, den wir noch nicht kennen. Das ist erfreulich, weniger erfreulich war, dass sie den Aufenthalt für den mir unbekannten Mann gleich noch für den Rest der Woche verlängern wollte, weil er in Berlin Verpflichtungen hat. Da half kein dezenter Wink mit dem Zaunpfahl, von wegen „Ich bin so unkommunikativ! Ich kann gerade nicht socialisen! Wir stehen immer so früh auf!“ Ich musste peinlicherweise die klare Ansage „Nein, das geht in der Woche auf gar keinen Fall!“ machen, obwohl der arme Mensch neben ihr stand.
Ich möchte am liebsten meine kleinen Dinge tun oder auch nicht, in meinem Tempo, ohne mich mit jemandem abstimmen oder auf jemand zu achten zu müssen. Und wenn ich was hinkriege, wie dieses Quilttop halb zusammenzunähen, freut mich das sehr.
Quilttop
So, den Rest des Tages werde ich hier friedlich vor mich hinvegetieren. und ab und zu mal eine Reihe an einem Spitzentuch stricken oder eine Wachstuch-Hülle für die Nähmaschine machen. Aber nichts, was ich muss, was abgearbeitet werden muss oder so.

Heute war der Mäander also eher ein Basta-Punkt.

PS. Telefonieren. Geht im Privatbereich gerade gar nicht. Vor allem nach dem Freundinnen-Telefonat gestern, wo ich merkte, dass ich gerade nicht in der Lage bin, auf das, was mir da mitunter übergeholfen wird, adäquat zu reagieren. Nein, ich bin gerade keine gute Zuhörerin und kann auch nicht elegant parieren, wenn mir was zu viel wird. Zu Hause jedenfalls.

14/06/2015
von kitty
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Sonntagsmäander unter Gewitterwolken

Eine gute Woche, getragen vom Schwung des letzten Wochenendes, wo nette Menschen in Glams Himmelsquartier den Sommer begrüßten. Mir war erst nach der Party klar, wie sehr ich mich letztes Jahr bei dem Versuch, wieder einen anderen Platz im Arbeitsleben zu finden, von allen zurückgezogen hatte (und jetzt ist Socialising ja fast komplett perdu). Ich wollte nicht darüber reden und ich schämte mich dafür, dass ich durch so ein tiefes Tal ging. Hätte ich nicht darüber geredet und Smalltalk gemacht, hätte das Thema doch wie ein Elefant im Raum gestanden.

Ich kränkelte in dieser Woche trotz blendender Stimmung, war sehr erschöpft und hatte abends zwei- oder dreimal Fieber, keine Ahnung warum. Für einen Menschen, der nie Fieber bekommt, bemerkenswert. Mein Immunsystem verprügelte innerlich scheinbar irgend was.
Am Donnerstag meldete sich dann die Kollegin mit Magen-Darm krank, der Chef war auch im Urlaub und so langsam beginnt die Hochsaison. Ich hatte Panik. Was, wenn ich auch krank werde? Oder noch schlimmer, wenn die andere Kollegin sich angesteckt hat, die hier immer noch die erfahrenste ist? Ich checkte kurz, wie die Entlastung organisiert werden könnte und wie ich ggf. von zu Hause weiterarbeiten könnte, dann war ich beruhigt. – Und dann übernahm der Chef vom Urlaub aus das Arbeitspensum der Kollegin.
Habe ich schon mal gesagt, wie happy ich bin, in so einem Umfeld zu arbeiten?

Kurz übers Wetter: Die Stadt kocht immer dann hoch, wenn die Temperatur steigt, was hier gut nachzulesen ist. Ich liebe diese Wochen vor Mittsommer, den Lindenduft, die Nachthelle, die Wärme. (Ich habe ja immer noch die Mitt(e)sommernachtstraum-Geschichte im Portfolio, seit 15 Jahren. Da war Berlin noch gar nicht global hip.)

Themaawechsel. Letzte Woche bin ich wieder auf diesen Text über eine Freundin gestoßen. Ich hatte mir vor sieben Jahren im Blog Verwirrung und Ärger von der Seele geschrieben. Jetzt lese ich ihn noch einmal neu. Diese Frau war in den 80ern eine sehr laute und präsente feministische Aktivistin. Wie das Leben jemand verändern kann.

Seit die Kaltmamsell am Donnerstag ihren anrührenden und offenen Text über ihre Arbeitssuche über 40 veröffentlichte, rotiert es in meinem Kopf. Ich habe eine ähnliche Geschichte hinter mich gebracht und sitze seit vielen Jahren im Job mitten in den Bewerbungs- und Auswahlprozessen.

Darüber hinaus – ich war nie das Sunny Girl, dem die Türen offenstanden. Ich kenne das Gefühl, in der Arbeitssuche auf einen fahrenden Zug aufspringen zu müssen, wo alle kommod drinnen sitzen und man selbst hechelt hinterher. In guten Fällen bekommt man nachlässig signalisiert, das sei nicht der richtige Zug oder springt zu kurz, um sich festhalten zu können oder springt richtig, aber die Tür geht nicht auf, obwohl einen von innen Menschen anblicken.
Mit jeder Bewerbung, die man in die Black Box des Personalentscheidungsprozesses gibt, verliert man die Kontrolle. Man ist dem ausgeliefert, was andere über einen urteilen, sagen und denken. Dazu kommen firmeninterne Prozesse, von denen man seltenst weiß und natürlich die Konkurrenten, die sich bewerben. Nicht angenehm, überhaupt nicht und wenn es sich zu lange hinzieht und zu viele Ablehnungen kommen, wird es zudem extrem demoralisierend und persönlich verletzend.

Einschub: Was jetzt kommt, ist ein zu langer und roher Text, den ich nicht ansatzweise überarbeiten kann, weil mir dazu die Zeit und die Kraft fehlen. Tut mir leid. Aber auch dafür sind Blogs da.

Manchmal ist es gut, einen Perspektivwechsel vorzunehmen, sich in die Situation des Anbieters von Arbeit zu versetzen. (Was Frau Novemberregen hier sehr interessant und klar aufschreibt.)
Man hat eine Stelle zu vergeben, versucht das entsprechend in Worte zu fassen Wer Stellenanzeigen verfasst, hat hat manchmal keine Ahnung davon oder ist weit weg von der Fachabteilung. Dazu kommen noch eine Menge Selbstdarstellungskonventionen von Firmen und heraus kommt in 60% der Fälle unlesbares Gedöns aus Worthülsen, das nicht annähernd verrät, worum es eigentlich geht. (Oder aber nur dem, der die Codes entschlüsseln kann.)
Ist die Stellenanzeige draußen, wird der Empfänger (nicht jede Firma hat eine Personalabteilung) von allen Seiten bestürmt von Bewerbern. Entweder per Mail in unterschiedlicher Qualität – mein größter Mailadressenfail der letzten Zeit war „stinki78@blabla.de“ bei einer Stelle, in der es unter anderem um penible Hygiene ging, zu große PDF-Anhänge sind gang und gäbe, dazu schwierig benannt, verwalte mal stressarm 50 PDFs mit dem Titel „Bewerbung Firma Sowieso“.
Es gibt auch noch Postbewerbungen, die dann Tage später erst ankommen, von A nach B getragen oder gescannt werden müssen, wenn noch jemand anders draufschauen möchte und die ein riesiges schlechtes Gewissen erzeugen, wenn man es nicht schafft, sie zurückzusenden. Manche Leute kommen sogar persönlich vorbei, um ihre Bewerbung abzugeben und sich schon mal ein bisschen umzuschauen. (In 90% der Fälle, Ausnahmen bestätigen die Regel, führt das nicht zu einer Einstellung, das sind meist distanzlose Nervensägen.)
In Branchen oder auf Stellen wo nicht viel Spezialistenwissen erforderlich und auch Quereinsteigen möglich ist, sind das in Berlin 200-300 Bewerbungen auf eine Stelle, wenn die Bezahlung gut und der Job krisensicher ist, bis zu 800.
Ist die Branche oder die Stelle dazu noch halbwegs attraktiv und hat keine allzu speziellen Codes und Rituale oder diese sind allgemein bekannt (irgendwas mit Werbung, Marketing oder Assistenz vom Großkopferten oder was mit Internet, Kultur, Kommunikation, Medien und so), interessieren sie sich alle:
die Leute mit Berufsausbildung, die den nächsten Schritt gehen wollen
die Studienabsolventen aus den Geisteswissenschaften
die demütig Gewordenen, die das Streben nach Karriere aufgegeben haben
die Seiteneinsteiger mit abgebrochenen Wissenschaftskarrieren
die Berufsrückkehrer nach der Familienpause
die eingefahrenen Leute, die einen Tapetenwechsel brauchen
die ewigen Spielkinder, die sich alle Jahre einen Ruck geben und nun ernsthaft mal mit Brot-Arbeit anfangen wollen oder müssen
manchmal auch schlichtweg Neugierige und Faszinierte und dazu die armen Seelen, die ihre Bewerbungen wegen des Amts, das ihnen im Nacken sitzt, breit streuen.
Der Anteil derer, die etwas ähnliches schon gemacht haben und vom Mitbewerber oder aus der Nachbarbranche kommen, ist meist gering (man ist oft miteinander in Kontakt, da könnte man auch jemand abwerben oder signalisieren, dass man eine Bewerbung auf die Stelle wünscht) und dort gilt es zu differenzieren.
Will sich jemand weiterentwickeln? Dann gleicht man ab, ob man tatsächlich eine Weiterentwicklung anbieten kann, denn sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert.
Will jemand mehr verdienen? Das geht selten auf der gleichen Anforderungsstufe.
Macht jemand einen Schritt zurück oder wechselt häufig, ohne sich weiterzuentwickeln, dann genau schauen, warum. Personaler wissen um befristete Verträge, Familienverpflichtungen, Personalabbau und Firmenpleiten, darum geht es nicht.
Leute, die immer wieder in ähnlichen Zusammenhängen scheitern, geraten meist in Anforderungen, fachliche Bereiche und Teams, in die sie nicht passen, obwohl oberflächlich alles auf das Gegenteil hindeutet.
Manchmal gibt es auch charakterliche Eigenheiten oder persönliche Gründe wie chronische Krankheiten oder Sucht. – Da ist zu entscheiden, inwieweit das soziale Gefüge einer Firma auch schwierige Menschen oder vorprogrammierte Ausfälle abfangen kann.

Wenn Sie bis hierher weitergelesen haben, werden Sie sich fragen „Was soll das? Ich will verdammt noch mal einen Job, von dem ich passabel leben kann und den ich halbwegs gern mache.“
Verständlich. Aber es ist Mathematik. Von den 200 Bewerbern wird 199 die Kränkung einer Absage zugemutet, bei denen, die auch gepasst hätten, fällt das schwer und manche behält man gern im Auge, falls es noch einmal oder wieder Bedarf gibt.
Wenn Sie einen Beruf haben, der generalistisch orientiert ist, haben Sie extreme Konkurrenz. Denn letztlich kann das jeder, der gut und schnell lesen, schreiben, gut organisieren und eine verbreitete Fremdsprache sprechen kann und dazu gute Umgangsformen und ein gesellschaftlich akzeptiertes Standing hat.
Das klingt hart. Ist es auch. Ich bin Theaterwissenschaftlerin. Ich weiß, wie es ist, mit einem Pulk Germanisten, Anglisten, Romanisten, Journalisten, Sozial-, Medien-, Literatur-und Kulturwissenschaftlern um einen Job zu konkurrieren. Uns eint eines: Wir könnten weder konstruieren, noch programmieren und wenn doch, sind wir meist in dem Gebiet Autodidakten.

Die Entscheidunghierarchie für eine Stelle ist uns allen immanent, weil wir sie selbst für eine Menge Entscheidungen nutzen. Wir interessieren uns für Menschen:

  1. aus der Branche, passend auf die Stelle, mit bereicherndem Wissen und wichtigen Interna der Mitbewerber
  2. aus dem gleichen Stall oder mit gleicher Erfahrung
  3. die nicht ganz passen, die man aber kennt
  4. die keine praktische Erfahrung, aber großes Entwicklungspotential haben und hoch belastbar, ehrgeizig und anpassungsfähig sind (idR Berufsanfänger)
  5. wo man skeptisch wäre, die aber von vertrauenswürdiger Seite empfohlen wurden
  6. die unkompliziert, nett und attraktiv sind, sich gut verkaufen können oder schnelle Problemlösungen versprechen
  7. die aus anderer Richtung kommen, aber ähnliches gemacht haben und im Kopf flexibel sind
  8. die man passend und interessant findet, die aber überqualifiziert / zu lange raus sind
  9. die unsichere Berufsanfänger im mittleren Alter ohne richtigen Plan sind
  10. die halbwegs passen, aber eine Menge sichtbare Baustellen im Privatleben haben
  11. die ziemlich wahrscheinlich in den nächsten zwei Jahren Kinder bekommen werden oder vielleicht schon schwanger sind – also meist lange weg sind, wenn sie eingearbeitet sind
  12. die  krank und/oder wenig belastbar sind
  13. die im Habitus für die Stelle zu dominant sind oder sich überschätzen
  14. die neurotisch, kindisch, unterwürfig, unsympathisch, nörglerisch, egozentrisch oder zu wählerisch erscheinen
  15. die kein Durchhaltevermögen haben und keine erkennbare Arbeitsbiografie

Fazit: Wenn in den Stufen 1-6 Bewerber dabei sind, gehen die anderen leer aus.
Wenn dann noch ganz Viele mitzureden haben: Personalabteilung, Fachabteilung, Etatabteilung, Betriebsrat, Chef, Kollegen, Vorstand, Frauenbeautragter, Behindertenbeauftragte und eine Kündigung fast nicht möglich ist, wenn jemand die Probezeit überstanden hat, wird es komplett gaga und undurchschaubar.

Ein bisschen anders sieht es aus, wenn man sich in Branchen mit speziellen Anforderungen bewegt. Wo die Menschen, die die Berufe ausübenn 5-6 Jahre hart studieren, sich anschließend nochmals mehrere Jahre spezialisieren und Erfahrungen sammeln müssen, bevor sie ihr Berufsziel ansteuern können.
Da ist leider viel vom Markt abhängig. Erinnert sich noch jemand an die frühen 90er, als Maschinenbauingenieure vom Studium in die Arbeitslosigkeit oder in andere Branchen gingen? Wer so einen Beruf hat, ist entweder zu 100% drin und begehrt und gesucht oder zu 100% draußen, mit vielen anderen.
Im Moment arbeite ich für einen Markt, wo bestimmte Fachkräfte dringend gesucht werden. Ich erlebe Situationen, wo ich Menschen überreden muss, die Arbeit zu machen, weil sie sonst keiner macht. Statushohe, sehr gut bezahlte Arbeit. (Sie wissen ja, ich vermittele Fachkräfte für die Strom- und Elektrobranche.)
Aber auch hier erlebe ich – sozial wesentlich weicher gebettet, mit weniger harter Auslese – dass Menschen in ihr Arbeitsumfeld passen müssen. Es ist alles einfacher, wenn die Wahl auf jemanden fällt, der zu dem Rudel, das da schon am Werk ist, passt.  Von Ausbildung, Fertigkeiten und Methoden, in Charakter und Auftreten, in Sozialkompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Fehlereinsicht. (Stecke Wölfe und Schafe zusammen und es knallt…)
Da es sich um Kurzzeitjobs handelt, kann manches mit Anpassungsfähigkeit kompensiert werden, wären es Langzeitjobs ginge es wieder um Passung. Das Nachsehen haben die Menschen, die zu exotisch* sind, zuviel Eigendrehung haben oder sich permanent falsch einschätzen und sich deshalb auf die falschen Stellen bewerben – oder aber auf die von Arbeitgeberseite das Falsche projiziert wird. Alle anderen bekommt man in einem wachsenden Markt schon nach und nach integriert, wenn sie nicht zu früh aufgeben.

* exotisch meint hier nicht unbedingt kulturell anders – das ist meist bereichernd, (bis auf Streßpunkte wie die Kollision weibliche Vorgesetzte und untergebener Mann aus streng patriarchalen Kulturen) – sondern Wissenschaftler, die sich in praktischer Arbeit versuchen, multipel begabte Lebenskünstler, die die Berufe wechseln wie andere die Hemden oder zu stark in Orchideenfächern Spezialisierte.

Um eine Sache mogele ich mich bisher herum. Um das mit dem Alter. (Das Faß Diversity mache ich nicht auf, das ist mir zu groß, der Text ist ohnehin schon zu lang.)
Als ich vor einem Vierteljahr mit der Arbeit begann, benutzte ich auch kurz das Wort Altersdiskriminierung, als ich sah, dass ab dem Rentenalter mit der Vermittlung Schluss war und dass ab Ende 50 genauer geschaut wurde, wie streßresistent jemand noch ist und ob das Wissen noch up to date ist und erst wenn diese Fragen mit Ja beantwortet wurden, noch mal in geprüften Einzelfällen eine persönliche Empfehlung ausgesprochen wurde.
Ich verstand das erst, als ich die ersten Gespräche führte, wo mir fast 70jährige sagten, sie sähen aus wie 40 und seien auch genauso fit und Endfünfziger vorsichtig versuchten, herauszubekommen, ob nicht Sachen verlangt wurden, die sie nicht mehr gelernt hatten (einer wollte mit Frau anreisen, weil die das mit dem Computer konnte).
Dazu kommt das Konkurrenzding – da stehen sich oft zwei Platzhirsche gegenüber, einer in leitender Funktion und einer am niedrigeren Punkt der Hierarchie. Das sorgt für Reiberei.
Noch schlimmer ist, wenn der Vorgesetzte jünger ist und einen Menschen führen muss, der unterschwellig für ihn eine dominante Elternfigur ist. Das ist nicht geübt. In unseren Köpfen ist die Chefin die Alte und dann gibt es noch ein paar stille Gestalten, die seit Jahren zum Inventar gehören.
Außerdem: Die heutige Arbeitsdichte unterhalb von leitenden Funktionen, die Arbeit sanktionslos delegieren können, ist so mörderisch, das kann man einem Endfünfziger (nicht nur in der Elektrobranche) in der Regel nicht mehr zumuten. Und wenn er es trotzdem auf sich nimmt, kann es Probleme geben.
Das ist der Grund, weshalb ich älteren Kraftwerksingenieuren lieber empfehle, einen Windpark zu beaufsichtigen, statt ein Atomkraftwerk und manchmal dafür auch zu schmeichelhafter Überredung greife.
Machen wir uns nichts vor, wir haben uns alle in unseren Glanzzeiten abgespeichert und die Erkenntnis, dass wir schrullig werden, kränkeln und nachlassen oder aber Schwächen nicht mehr mit Power kompensieren können, sickert nur langsam in uns.
Selbsterkenntnis und das Erkennen und Akzeptieren eigener Grenzen im Altersprozess ist nicht unbedingt etwas, das zu dynamisch-brutaler Arbeitswelt passt.

Exkurs: In der Filmbranche ging das teilweise besser. Zumindest in den Buddy-Netzwerken wurden sehr alte oder schwer kranke Menschen integriert. Ich erinnere mich an einen Regisseur, der nach einem Schlaganfall kaum noch sprechen konnte, dem der Assistent bei der Arbeit jede Regieanweisung von den Lippen ablas. Oder den 75jährigen, der noch Krimiserien drehte. Zwei Schauspielerinnen drehten noch mit fortgeschrittener Krebserkrankung ihre Serie weiter. – Dem gegenüber steht die brutale Diskriminierung von allem nicht ins Buddy-Netzwerk gehörenden, nicht Attraktiven.

In der Firma, in der ich jetzt arbeite, gibt es viele ältere Frauen, ich bin die zweitälteste, wenn ich das richtig sehe. Mein Alter war hier nie Thema. Trotzdem sehe ich es als Thema an. Wir sind drei oder vier ältere Menschen, die sehr arbeitserfahren sind, aber schon mal einen Schlag wegbekommen haben. Wir fallen auch mal aus oder kommen an die Grenze der Kraft, das lässt sich auch mit Erfahrung schwer kompensieren. Dazu gibt es noch einige Berufs-Wiedereinsteigerinnen, die sich erst einmal wieder orientieren und einfuchsen müssen, die sind belastbarer, weil sie nicht so ausgepowert sind, brauchen aber einige Zeit, um in Arbeitstempo und Anwendungen reinzukommen.

Jetzt stoppe ich im Text. Ohne gefälliges Ende. Vielleicht schreibe ich demnächst noch mal etwas dazu und setze das Thema fort. Denn unsere Bedürfnisse in Hinblick auf Arbeit und die Realität der Arbeitswelt klaffen Meilen auseinander. Da muss sich etwas ändern.