Es geschieht

Am Dienstag schleppte ich mich durch den Tag und ging sehr früh zu Bett. Ich habe das noch nie erlebt, dass Ereignisse, die mittelnah oder fern passierten, so viel Kraft brauchten, dass mich Angst und Mitleiden so lähmten.
Nizza war noch irgendwie zu veratmen, zu ungeheuerlich, um real zu sein. Dann Würzburg, München, später Ansbach. Jede Nacht oder am Morgen danach eine schlimme Nachricht.
Dazu noch Menschen zu verlieren, zu unserem Kreis gehören, die wichtig sind, die gebraucht werden. Bei dem einen übernimmt an einem Montag der innere Kamikaze das Steuer und alle Intervention kommt zu spät. Dem anderen geht der Körper kaputt und zerstört diese geschätzte und geliebte Person.

In solchen Momenten daneben zu stehen, es geschehen lassen müssen, nicht verstrickt, aber tief betroffen. Nur da sein können, wenn es nötig ist, im Hintergrund, sorgend und gedenkend, sonst nichts. Was ist mit diesem Sommer los? Geht das jetzt so weiter? Muss ich mich daran gewöhnen? Lebt man irgendwann mit diesen Verlusten, muss sie geschehen lassen?

Seit Tagen verfolgt mich das Bild vom Adressbuch meiner Großmutter. Ein Buch im Duodezformat, schwarz gebunden, das eine russische Kathedrale in Lackmalerei zierte. Es war voller Adressen und Telefonnummern von Freunden, Bekannten und Verwandten. Sie nahm es mit Geburtstagsgratulationen und Einladungen sehr genau. Ihr kam niemand abhanden, dazu war sie zu gut organisiert. Das Büchlein war vollgeschrieben.
Starb jemand, strich sie den Namen und die Adresse durch. Als sie Achtzig war, bestand das Buch fast nur noch aus durchgestrichenen Namen und Adressen. Einzig die Kinder und Enkel waren noch da.
Ich habe das Büchlein nicht geerbt, es ist irgendwo beim anderen Teil der Familie. Aber ich habe die durchgestrichenen Adressen noch vor Augen.

Vielleicht kann ich nächste Woche wieder Lachen und Heiterkeit aufbieten, weil das Leben das Leben ist und der Tod dazu gehört. Aber dazu brauche ich noch eine Weile.

Edit: Ich habe diese Passage, die ich in einem Kommentar geschrieben habe, mal nach oben geholt. Ich glaube, das ist mir wichtig:
Was den Suizid der letzten Woche betraf, so ging mir das sehr, sehr nahe. Aber ich habe mehr darüber nachgedacht, was wirklich – und auch im Vorfeld – passiert sein könnte und welchen Anteil die sozialen Medien, also wir, dabei haben. Ich bin skeptisch gegenüber großen öffentlichen Emotionsäußerungen. Gerade in so einer Echokammer wie Twitter. Das ist meine Deformation Professionelle. Menschen, die mit ihrer Authentizität zur Projektionsfläche für die Erwartungen und Ideale eines großen Publikums werden, brauchen Schutzmechanismen. Haben sie die nicht entwickelt, sind sie sehr gefährdet. (Für das Publikum sind die Schutzlosesten leider die Interessantesten.)
Deshalb habe ich mich in dieser Hinsicht sehr zurückgenommen und habe die Bitten des engeren Umfeldes, also von Menschen, die J.K. wirklich kannten, akzeptiert. Die Trauer gehört als erstes der Familie. Die vielleicht von vielen Dingen, die uns im Zusammenhang mit J.K. bewegten und davon, von wie viel seiner Lebensenergie wir profitieren konnten, gar nichts wussten.

Körperpanzer

Dieser Blogpost von Anke Gröner hat (nicht nur) mich nachhaltig beschäftigt. Sie wird von einer Frau im öffentlichen Raum angesprochen, warum sie schön und dick sei, das ginge doch nicht. Hier kommen Menschen mit Körperakzeptanz und Körperkontrolle zusammen und es knallt ausnahmsweise nicht, sondern Anke Gröner kann die übergriffige Eröffnung abfedern und es gibt ein Gespräch.
„Sie gehen so selbstbewusst durch die Gegend, obwohl Sie so dick sind.“ (Zitat aus dem Blogpost) Das muss man sich mal reintun. Da zieht sich eine Frau in einem Gespräch fast aus, da liegt plötzlich ein ganzes Frauenleben auf dem Fußboden der Eingangshalle Bibliothek: Wer dick ist, muss sich schämen und etwas dagegen tun, am besten in Form von Diäten. Essen ist zwar schön, aber schlecht für das Selbstbeherrschungsziel. Und zu diesem Kampf ist man dann lebenslang verurteilt.
Viel Spaß. Wer seine Energie darin verschwenden will, möchte wahrscheinlich nichts anderes vom Leben oder lenkt sich von anderen Problemen ab.
Auf der Facebook-Diskussion zu dem Blogpost wurde dann noch erwähnt, dass für die Gesprächspartnerin das Buch einer jungen Frau, die sich von 340 auf 170 Kilo halbierte, eine Inspiration war. Was mir ein bisschen die Gelegenheit gab, über das Körpergefühl dieser wohl normalgewichtig aussehenden Dame zu spekulieren.

Der Bericht über dieses Gespräch hat mich sehr bewegt. Was ich esse und wie viel ich wiege und wie das zu beurteilen ist, ist, seit ich ein paar Monate alt bin, immer wieder Thema meiner Umwelt und oft auch meines.

Meine Erfahrung: Dünn sein macht nicht glücklicher. In den schlanksten (und sportlichsten) Phasen meines Lebens war ich todunglücklich und erschöpft. Obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte, denn ich war doch grade schlank und schön – meine Umwelt spiegelte mir das auch wider, all die anerkennenden Blicke, die neidvoll geschürzten Lippen, die kleinen Flirts. Wenn ich mich auf Fotos sah, waren meine Augen tot.
Es waren immer Umbruchphasen, in denen ich mich einsam und nicht akzeptiert fühlte. Wenn ich in so einer Phase war, war mein Mund wie zugeschnürt und ich mochte es, dass ich von Woche zu Woche weniger Platz wegnahm. Wenn ich dazu Sport machte, war das erst ein gutes Gefühl, den Körper erstarken zu spüren. Zudem brachte mir der Kick der Bewegung sehr viel. Ich hatte keine Probleme mehr, morgens aufzustehen und rauschte den ganzen Tag auf kleinen Flügeln durch die Gegend. Ließ ich einen Tag aus oder erhöhte ich wegen Erschöpfung die Sport-Dosis nicht, rauschte ich mental in den tiefsten Keller.
Irgendwann war es nur noch Selbstzweck – wenn ich an einem Tag nicht gelaufen/geschwommen war, drohte die Gefahr, zuzunehmen und dann würde ich womöglich von Menschen, an deren Beachtung mir lag, durch Nichtachtung gestraft und würde von dieser neuen, ätherischen Person wieder zum schweren Erdenkloß. Und wenn ich dafür um halb 6 Uhr aufstehen musste, weil der Tag mit Arbeit angefüllt war.
Ziemlich widersinnig, aber so sind wir halt.
Ist das Role Model jemand, der seinen Bedarf nach Nahrung unter Kontrolle hat und sich nicht gehen lässt, tun wir alles dafür. (Früher Jahren war der Mensch, der seinen Sextrieb beherrscht, Role Model.)

In meiner Umgebung sehe ich Menschen, die um halb 5 aufstehen, um vor 6 Uhr das Laufpensum zu erledigen und am nächsten Wochenende nach einem Marathon mal eben entspannende 35 Kilometer laufen und sich wundern, dass sie auf dem Zahnfleisch kriechen, nicht abnehmen und dicke Oberschenkel haben. (Muskelmasse? Könnte das sein?) Dazu dann Arbeit plus Überstunden. Damit lässt sich ein Leben auch füllen, keine Frage.
Ich lese diese Zeitungsartikel und denke: o-o, da sind aber viele Gespenster auf den Laufstrecken unterwegs.

Ich habe auch andere Phasen. Bei Angst und Überforderung esse ich mehr als für meinen Körper gut ist. Die 10 Monate stressige Arbeit im letzten Jahr haben für mich 5 Kilo plus bedeutet. Akkumuliert durch hastig in den Mund gestopfte Schokolade und Käsebrote inmitten von klingelnden Telefonen und Restaurantabendessen in tiefer Erschöpfung mit anschließendem Gang ins Bett. Fünf Kilo klingt nicht viel, fühlte sich aber für meinen Körper sehr ungesund an. Gerade in der Sommerhitze des letzten Jahres war ich oft kurz vor einem Kollaps und dazu schmerzten bei jedem längeren Gang Füße und Knie.

Ich habe seit ein paar Jahren kapiert, dass bei mir die Toleranz zwischen dem manischen Willen, den Körper zu unterwerfen und dem absoluten Scheißegal! ziemlich eng ist. Dazwischen liegt die Wohlfühlzone, die unter anderem dadurch definiert ist, dass ich ruhig und zufrieden sein kann und spüre, wie es mir geht. (Und damit auch Hunger und Durst merke) Dass mich kein Druck hetzt, ich nicht in Anpassung verschwinde und ich niemanden an mir herumzerren lasse. Kippt dieser Zustand, spüre ich mich nicht mehr. Im letzten Jahr war es wieder so weit, dass ich mir beim Hantieren am Backofen die Unterarme verbrannte und es erst Tage später bemerkte.

Ich habe also viele kleine Messfühler, die mir zeigen, wie es mir gerade geht, wenn ich mal wieder nur im Kopf und im Außen wohne und ansonsten nichts mitbekomme.
(Ein Bild wäre: Ich bin eine Burg, bei der ich in stressigen Zeiten nur den Wachturm besetze, über den ich Eroberer kontrollieren und in Schach halten will. Im Hof braten derweil die letzten fetten Schweine, denn man weiß ja nicht, was morgen ist, lieber heute noch mal gut gegessen.)

Manchmal hilft es mir zudem, zu schauen, was ich da eigentlich gerade mache. Von November bis April habe ich aufgeschrieben, was ich esse und wieviel ich mich bewege. Die Erkenntnisse sind nicht neu, aber manchmal muss man das noch mal am lebenden Beispiel analysieren:
Alles, was man früher in schlechten Zeiten als „nahrhaft“ bezeichnete – verdichtete Speisen oder Zutaten, die fast nur aus Fett, Zucker oder Kohlehydraten bestehen, sind für mich, die sich wenig bewegt, kaum Kraft aufwenden muss und wenig in Wind und Wetter unterwegs ist, keine ausschließliche Ernährungsgrundlage. (Ja, das sagen sie alle, ich habe das dann auch noch mal für mich nachgeprüft.)
Da geht eben nur mehr bewegen und weniger konzentrierte Energie zu sich nehmen (auch in Form von Alkohol). Ich konnte dann meine geliebten Käsebrote, Getreidebreie und Pralinen als Übeltäter einkreisen. (ich bin ja nicht so die Chipsesserin.) Wenn die nicht mehr Ernährungsgrundlage sind und an deren Stelle mehr Gemüse tritt, dann ist alles fein. Das ist zwar keine Instant-Befriedigung im Mund mehr (ich vergleiche das immer mit den Saugen von Rauchern), aber es ist alles eine Frage der Perspektive. Gemüse aus der Biokiste ist ziemlich lecker. Man muss es nur erst einmal zubereiten – und Zeit dafür haben. Instant ist dann nicht mehr. Zucker braucht eine immer höhere Dosis, da muss ich genauso wie bei Alkohol immer mal runterfahren. Zuckerersatzstoffe will ich nur in Cola haben, sonst brauche ich keine Chemie im Essen.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die gute alte Ärztin hat noch mal an der Schilddrüsenmedikation gedreht. Das macht sehr viel aus. Nicht im Grundumsatz, aber in Aktionsradius, Körperspannung, Schlafphasen, Körpertemperatur und Krafteinsatz für alltägliche Bewegungen. (Sie hat die Dosis übrigens reduziert.)

Jetzt bin ich ganz froh, nicht mehr diesen prallen Bauch, der mir die Luft nahm (von innen prall, gar nicht mal in Form von Masse über der Bauchdecke) vor mir herzuschieben. Ich komme gerade langsam wieder aus meinem Panikpanzer raus. Ein dünner, drahtiger Mensch mit fester Oberfläche will ich trotzdem nicht sein. Das war ich auch nie. Wenn ich das sein wollte, bekam ich nur dünnste Arme und Beine, war brust- und arschlos und hatte einen absurd großen Kopf, den Bauch behielt ich aber. So will ich nicht aussehen. Und den Zustand, den ich dazu hatte – ständig erkältet und todmüde – brauche ich auch nicht mehr.

Im übrigen, Diät- und Fitnesstipps brauche ich keine. Das bringt mir nichts.

Schöne Klare Dinge

Das sind aus Stoff genähte Taschen und Etuis, schlicht, edel und gut verarbeitet.
Als wir uns den Namen ausdachten, ging es uns darum, zu signalisieren, dass es bei uns keine kunterbunten Muttitäschchen gibt. Mir war dazu noch wichtig, dass der Name weder englisch ist und noch ein Wortspiel. Schöne Klare Dinge – das klingt wie eine Zeile von Matthias Claudius.
Der Graf hat seit Jahren für seinen Bedarf clevere und gut konstruierte Hüllen und Täschchen entworfen, in die er sein iPad, das Notizbuch und seine vielen Stifte verpacken konnte. Ich war immer völlig fasziniert und wollte die Sachen auch haben. Letzte Weihnachten machten wir dann noch weitere Exemplare zum Verkauf.
Es sind mittlerweile einige Stücke über den Tisch gegangen. Die Tweedkollektion, die wir von Anfang an vorhatten, entstand bisher noch nicht, weil alle auf die Japanstoffe flogen. Und letztens wurde es für eine Kundenorder von Stiftrollen sogar bunt gemustert.
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In diesem Sommer kam ein Rucksack dazu. Einer von denen, die man sich einfach auf den Rücken hängt und den Pullover und ein Buch reinpacken kann.
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Während der Graf bei den Stiftrollen noch pingelig darauf achtete, dass die Nähte genau gerade sind und Ecken wirklich eckig, setzte ich mir beim Rucksack von allein das Ziel, dass innen aber auch gar keine fransende Stoff-Kante zu sehen sein darf. Was beim Übergang von den Seitennähten zum Tunnelzug einige Tests brauchte, bis es mich zufrieden stellte.
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Auch eine Möglichkeit, die Kordeln zu verstellen, ohne Metall einzusetzen, gelang mit einer simplen Vorrichtung.

Was eine schon ziemlich freut, ist, wenn ein Teststück nach einem Foto auf Twitter sofort gekauft wird und wenn es dann noch vom Profi den Impuls gibt, nun mal endlich mit der Tweed-Kollektion zu beginnen.

Wir nehmen gern Bestellungen per Mail entgegen. Wem das zu persönlich ist, kann auch im Shop ordern: Dawanda oder Etsy. Alle Teile – Stiftrolle, Rucksack und Statt-Handtasche – kosten jeweils 35€ zuzüglich Versand. Barzahlung und Abholung sind auch möglich.

Und für weitere Einzelheiten gibt es hier unser digitales Lookbook.

Sonntagsmäander im launischen Sommer

Sonntagsmäander. Kann man ja mal wieder machen.

#Nuxologie

Frau Wortschnittchen brachte mich darauf, Schwarze Nüsse einzulegen. Ich kann zwar noch gar nicht wissen, ob und wie sie schmecken, das kann man erst in zwei Jahren sagen.
Aber nach Studium mannigfacher Rezepte und den ersten Test, habe ich ein paar praktische Bemerkungen. (Wobei ich die Nüsse am Johannistag in Norddeutschland gepflückt habe, könnte sein, sie waren noch nicht ganz so weit waren.)

  1. Wässern, wässern, wässern. Sie waren auch am 13. Tag noch leicht bitter. Das Gefäß mit den wässernden Nüssen in der Stadtwohnung am besten in den Kühlschrank stellen, sonst gären sie.
  2. Das mit dem Schwarzwerden beim Wässern funktionierte bei mir auch nicht, die Nüsse wurden aber sofort schwarz, als sie im Zuckersirup lagen.
  3. Die Bitternis des Zuckersuds nach dem Aufkochen der Nüsse verliert sich am nächsten Tag, keine Angst davor.
  4. Bei der Wahl des Aufbewahrungsglases einkalkulieren, dass die Nüsse sehr schrumpfen und schmaler werden. Damit brauchen sie weniger Platz und Zuckersirup. Ich bin nach einem Tag von einem 1,7-Liter- auf ein 1-Liter-Gefäß umgestiegen (für 850g). Die Nüsse sind jetzt so groß wie große schwarze Oliven.
  5. Da beim Schrumpfen Wasser austritt, verdünnt sich der Zuckersirup. Ich habe ihn mit 2 Teilen Zucker und 1 Teil Wasser angesetzt – so viel Wasser wie Nüsse in Gewicht und doppelt so viel Zucker. Nachdem ich die Nüsse darin aufgekocht hatte, wurde er so dünn, dass ich ihn durch Einkochen um ca. 1/3 reduziert habe. Er hatte dann die Konsistenz von dünnflüssigem Honig. Heute – das Glas ist schon geschlossen und vakuumiert – ist er wieder so dünn wie Ahornsirup.
    Weil ich bei Zucker dick kochen auch schon verbranntes Karamell erzeugt habe (je weniger Flüssigkeit am Schluss im Topf, desto höher steigt die Temperatur auf kleinster Flamme – so lange, bis der Zucker verbrennt), würde ich im Nachhinein die Nachzuckern-Methode bevorzugen. Also am ersten Tag einen Sirup 1:1 oder 1,5:1 kochen und die Nüsse darin aufkochen und einen Tag stehenlassen, damit sie Flüssigkeit abgeben. Dann um ca. die Hälfte einkochen und den Rest Zucker (ergänzend zu 2:1) zugeben und klarkochen. (Zucker klären heißt, ihn so lange zu kochen, bis die Flüssigkeit wieder vollkommen transparent ist, erst dann ist er richtig aufgelöst.) Dabei muss man wahrscheinlich aufpassen, das sollte ziemlich dickflüssig werden.
    Dann würde ich die Nüsse im Sirup kurz mit heiß werden lassen und ab gehts ins sterilisierte Glas, den noch einmal sprudelnd aufgekochten Sirup hinterher.
  6. Da einige schreiben und sagten, sie hätten Probleme mit Schimmel gehabt: Die Nüsse schwimmen bei mir oben im Glas. Wenn sie noch nicht richtig kandiert sind (die Flüssigkeit in den Zellen stark durch Zucker angereichert ist) könnten sie tatsächlich an der Oberfläche schimmeln, wenn man die Gläser nicht noch mal brutal mit Omas Methode einkocht, also keimfrei macht. Ich werde in den nächsten Tagen das Glas morgens und abends drehen, damit auch die oben schwimmenden Nüsse genug Zuckersirup abbekommen.

Die Dienstbotenfrage

Frau Modestes sehr lesenswerter Blogpost zum Thema Vereinbarkeit hatte in den Kommentaren ein Detail, an dem ich mich festhing. Wenn man ernsthaft über Vereinbarkeit von Familie und (auskömmlich bis gut bezahltem) Beruf nachdenkt, ist man schnell beim Thema häusliche Helfer.
Sämtliche beruflich sehr erfolgreiche Mütter (was auch heißt spontane Reisen und längere Auslandsaufenthalte, wenn die Niederlassung XY aufgebaut werden musste), die ich kennengelernt habe, beschäftigten ein/e Person/en, die ihnen gegen Bezahlung die Kinderbetreuung und/oder die Hausarbeit abnahmen. Waren die Kinder größer, gingen sie in ein Internat.
Natürlich kamin den Kommentaren sofort das Argument, dass die Beschäftigung niedrig bezahlter wenig qualifizierter Arbeitskräfte fragwürdig sei. – Bis hin  zu den ausgemalten Konsequenzen, dass diese Menschen am Schluss wenig Rente bekämen und womöglich selbst wenig Zeit hätten, ihre Kinder großzuziehen. Also noch mal im Klartext: Frau mit hohem Bildungsniveau und entsprechender beruflicher Qualifikation leistet entweder Doppelschichten in Beruf und Haushalt oder unbezahlte Familienarbeit und hat in Variante 2 wenig bis gar keine Rente – das ist in Ordnung. Frau arbeitet und bietet einem Menschen mit niedriger beruflicher Qualifikation (oder vielleicht auch mit höherem Alter) eine Tätigkeit (sicher nicht irre gut bezahlt, aber vielleicht besser als irgendwo an der Kasse zu sitzen) – das geht nicht, weil es diesen Menschen übervorteilt.
Was ist das für eine Denke? Ist die Aufopferung für die Familienarbeit keine beschissen belohnte Anstrengung? Oder putzen Frauen mit Familie plötzlich gern?
Da steckt das Klischee der opferbereiten Mutter dahinter und das gefällt mir nicht.

Turnbeutel-Rucksack-Prototypen

Wir haben uns in den letzten Tagen Gedanken über die derzeit oft getragenen Hipster-Rucksäcke gemacht und herausgekommen ist ein Modell aus schönem Material, mit gut vernähtem Innenleben (ich hasse bekanntermaßen offenliegende abgekettelte Nähte) und verstellbarer Kordel. Dazu demnächst mehr.
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