14/7/14

Der Zustand, dass die Tage zu wenig Stunden haben, hält an. Gestern machte ich mit einem Tag Distanz für mich eine Analyse des Anlasses am Samstag, das beschäftigte mich ziemlich lange. Eine kurze Pixelschubsen-Schicht folgte. Und mir kam die Erkenntnis, dass ich lange auf die Bezahlung einer Rechnung warten kann, wenn ich den Vertrag noch nicht an die Institution zurückgesendet habe. Kopf -> Tisch.
Da mal wieder eine Urlaubsanschaffung ansteht, telefonierte ich herum, wer uns ein Stickmodul für meine Nähmaschine vorführen kann. Das ist super. Die Verkaufsdamen in den Nähmaschinenläden machen nämlich nichts lieber, als Maschinen vorzuführen, die über einen Computer zu steuern sind. Nicht. Aber für hunderte Euro etwas zu kaufen, das man nicht arbeiten sieht, das geht ja wohl gar nicht.
Dann machte ich an meinem Kleid weiter. Ich kam sehr schnell in die Phase “ich hatte mir das toller vorgestellt”. Der Stoff hat haptisch einen höheren Plastikanteil als vermutet, denn die Viskosefäden sind fast vollständig von Synthetikfäden umwebt. Das gibt Kittelschürzen-Feeling. Dann sah meine nonchalante Balance-Änderung vorn doch nicht so gut aus, wie erhofft. Meh. Aber ich war flott und präzise, Wenigstens was.
Ich hoffe einfach inständig darauf, da ich demnächst eine Handvoll Schnitte zusammen habe, die ich immer wieder machen kann, ohne mir jedes Mal einen Wolf zu ändern.
Zwischendurch rührte ich mal Spaghetti zusammen, aber im Große und Ganzen war das  der Montag.

13/7/14 Tagebuchbloggen

Ein klassischer Sonntag und da Urlaubszeit ist, hat er nicht schon den leicht bitteren Kern des Gedankens, dass am nächsten Tag die Arbeit wartet, in sich.
Ich nähte nach dem Aufstehen etwas und der Graf sortierte sich lange. Dann verpackte ich die Aprikosentarte fahrradgerecht und fuhren zum Garten vom Kind. Sie hatte nämlich mit dem besten Regieassistenten der Welt den Pool startklar bekommen. Was nicht so einfach war, der Vorbesitzer der Laube liebte nämlich wirre Rohrverlegungen.
Aber zunächst stellten wir uns auf der Hälfte der Strecke für eine halbe Stunde unter die S-Bahn-Brücke und warteten einen heftigen Regenguss ab. Da ist der Moment, in dem man den Segnungen moderner Technik danken kann. In der Hälfte der Zeit hörte es nämlich mal für fünf Minuten auf zu regnen und fing dann wieder an und der Regenradar zeigte das gut an.
Der Nachmittag auf der Terrasse war nett und die Aprikosentarte wider Erwarten gut. Auch des Kindes Apfelkuchen (aus eigener Ernte), der im Mini-Turbobacköfchen nur die Hälfte der Zeit brauchte, war sehr schmackhaft.
Wir brachen irgendwann hektisch auf, weil sich die nächste Regenfront näherte und unter den Brücken der Bornholmer Straße hatte sie uns dann auch erwischt. Wir fuhren aber einfach durch und trockneten uns zu Hause.

Abends hockten wir natürlich vor dem Fernseher, der mittlerweile nicht mal mehr in der Lage ist, die Zeit- und Spielstandsgrafik lesbar darzustellen, und schauten uns das Endspiel an. Das Ergebnis finde ich wohlverdient, wenn auch nicht selbstverständlich. Dass das entscheidende Tor auf Seite der Deutschen fiel, war – finde ich – eher Zufall. Wie das so ist, bei fast gleich starken Mannschaften.
Ich mag garnicht mehr gern darüber reden und auf Twitter hatte ich in den Tagen sowieso eine Menge ausgeblendet.
Ich mag weder die Leute, die solche Weltereignisverstärker brauchen, um Stolz zu empfinden (und noch nicht mal über eine eigene Leistung) und dann ihre nationale Erektion exhibieren, noch die Zeigefingerphalliker, die predigen, dass das alles gaaanz schlimm sei und man davon Hirnschwund bekäme und besser mit den Händen über der Bettdecke schläft. Predigen und mahnen, wenn Leute einfach nur Spaß haben, ist so wunderbar deutsch.
Aber komischerweise habe ich den Eindruck, daß die einzige wahre Großbewegung ohne Grenzen die der Nationalspacken ist:


Wenn ich das mal recht frei übersetze, geht es darum, die Haut ihrer Mutter in Streifen zuschneiden und Deutsche zu ficken.

Ich lass das mal so stehen.

12/714 Tagebuchbloggen

Der Anlass also, über den ich noch nicht schreiben kann. Ich verbrachte einen ganzen Tag im Friedrichshain, lernte Menschen in echt kennen, die ich im Internet schon gesehen hatte, es gab eine kurze, herzliche Wiederbegegnung, am Nachmittag hatte ich mal kurz und heftig Kreislauf und am Abend war ich ausgepowert und glücklich. Der Graf stand mir die ganzen langen Stunden mal von nah, mal von fern zur Seite. Wir gingen dann ein paar Schritte weiter ins Alt Wien und aßen etwas Gutes.
Den Rest des Abends hing ich rum und raffte mich dann doch auf, die Aprikosentarte zu backen, die ich seit Tagen mache wollte. Das war aber schon schaukelig, der Teig wurde kein Mürbteig, weil das Ei zu groß war, der Guss war dagegen etwas eierarm, weil zu viel Creme Fraiche, egal…
Ich fiel dann einfach ins Bett und träumte davon, Glamourdick und Frau Crafteln in einer riesigen, bergigen Stadt voller verwirrter, flüchtender Leute zu begegnen. Ich kampierte in einer Shopping Mall und trug eine Uhr, die Internet und andere schlaue Sachen konnte. Es regnete immer und die Straßen waren Flüsse. Sonderbares Hirn.

Nachtrag:
Das sind meine Leseempfehlungen für den Sonntag:
Journelle über die Liebe
Das Nuf über Ehrlichkeit zwischen nahestehenden Menschen
Diese beiden Blogposts haben nur  auf den ersten Blick nichts mit einander zu tun, auf den zweiten und dritten Blick aber eine ganze Menge.

Ach und den Spon-Artikel noch obendrauf.

11/7/14 Tagebuchbloggen

Der ging erstmal ganz easy los, der Tag und dann kam die Nachricht, dass der Termin, der mich am Samstag im Nirvana des nicht zu Kommunizierenden verschwinden lässt, nicht wie vermutet, eine Stunde und etwas Wartezeit lang ist sondern viel viel länger und mit konzentrierter Arbeit verbunden.
Bis zum Nachmittag brauchte ich dann, zu realisieren, dass ich mal wieder wie so eine kleine Dampflok auf meiner Schiene rolle und mein Programm abarbeite und keinen Gedanken daran verschwende, wie weit ich mit meiner Energie komme, wenn wenn mal eben eine Bergfahrt dazu gekommen ist.
Und so sagte ich schweren Herzens den Geburtstagsumtrunk am Abend ab, obwohl ich mich so darauf gefreut hatte, legte meine Dinge für den Morgen zurecht und ging früh zu Bett.