The Diary of Kitty Koma

05/10/2014
von kitty
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Ello

Wegen solcher Geschichten lohnt sich ello. (Kann man leider nur lesen, wenn man dabei ist.)

edit: Frau Gaga belehrt mich eines besseren, jeder kann den Post lesen. Dabei hatte ich vorher extra getestet, ob ich an den Artikel ohne Login rankomme und ich bekam eine Fehlermeldung (es wird halt immer noch im Hintergrund geschraubt). Noch besser.

stylewalk

04/10/2014
von kitty
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Mitte Stylewalk Oktober 2014

Der Graf und ich prokrastinierten heute das Vorhaben, uns im Grunewald sportlich zu bewegen und schlenderten zwischen Torstraße und Alexanderplatz durchs Scheunenviertel.
Und das habe ich an Empfehlungen mitgebracht:

Clara Stil
Sehr schöne Auswahl an sachlichem und modernem Design aus Deutschland. Die Inhaber, zwei zurückhaltende schwarz gekleidete Norddeutsche, passen ins neusachliche Ambiente.

Claudia Skoda
Die Grand Dame des Strick war in der Mulackstraße persönlich anwesend, derzeit gibt es sehr schöne Grobstrickteile.
Ich habe immer noch ein sehr schönes schwarzes Complet im Schrank liegen, in das ich leider nicht mehr reinpasse. Natürlich beäugte ich die Details der maschinengestrickten Kollektionsteile recht genau, will ich doch demnächst die Strickmaschine entstauben.

HUT up
Tiere, Objekte und Kleider aus Filz. Hinreißend schöne Kleider, die aus Seide und Filz gefertigt sind und die wegen der unterschiedlichen Schrumpfung der Materialien nahtfrei die Form bekommen.

HEER
Hier kann man einem jungen Mann beim Fertigen von Roßhaarmatratzen zusehen. Dazu gibt es gurtbespannte Möbel und schlichte Kernledertaschen. I like.

LUIBAN Papeterie
Gut ausgewählte Papiere und Schreibwaren. Kein Kruschtel, nix Unpraktisches, durchweg gut ausgewähltes Design für Dinge, die man täglich braucht und einige schöne gebrauchte und überholte Schreibgeräte.

Paper and Tea
Ein englischsprachiger Laden, dessen Inhaber aussehen wie emigrierte Amish. Große Teeauswahl, schöne Töpfereiwaren, das Papier riß mich nicht so vom Hocker.

Dann gab es noch den Badekappenbaum bei Bolz und Birke (keine funktionierende Website), Badehauben im Sixties-Design sind als Taschen mit Reißverschluß, aber auch in natura erhältlich.
Ich habe jetzt eine in blaßorange, der Graf war der edle Spender.

Kleiner Spaß am Rande: Jeder, aber auch jeder Laden im Umkreis, der irgendwas zu verschenken anbot, hatte Bäckergarn im Angebot. Das Washi Tape der Deutschen.

 

03/10/2014
von kitty
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Verbucht unter: Chaostage

Das war die letzte Woche, irgendwie lagen die Notizen lange im Entwurfs-Ordner, weil immer etwas dazwischen kam.

Montag: 
Ich hatte extra eine Fahrt zu Primavera verkürzt (aus ganz anderen Gründen dann komplett abgesagt), damit wir Montag zwischen 9 und 10 zu einem wichtigen Termin erscheinen konnten.
Wir stürmten ins Charlottenburger Hotel, glücklich darüber, einen Parkplatz ergattert zu haben und bekamen an der Rezeption gesagt: “Nee, das ist Ende der Woche!”
Dienstag und Mittwoch:
Ging. Gartenwühlen beim Kind. Pixelschubsen. Termine.
Herrn Schnecks Blogumzug fertiggestellt, er ist jetzt international.
Donnerstag: 
Super, Rosegarden-Talk auf der Social Media Week zum Thema Share Economy. Da will ich unbedingt hin.
Am späten Nachmittag schaue ich noch mal genau au die Einladung, ob das nun 19:30 oder 20 Uhr ist. Pustekuchen, das läuft schon seit einer halben Stunde.
Freitag:
Nun also der Hotel-Termin. Wir sind live dabei, wie das Serienmörder-Stasi-Grundstück am See zum Mindestgebot an ein Telefonphantom geht.
Samstag:
Die Entropie ist scheinbar wieder auf ein niedrigeres Level gesackt, alles fein. Hundespaziergang mit Frau Casino und von der armen verunfallten Frau Modeste Opernkarten für die Zauberflöte abholen.
Sonntag:
O-o. Dieser Tag verdient eine ausführliche Erläuterung.
Der Mann fährt ein Elektroauto Probe. Das ist ja erstmal immer etwas nervig, wenn man in ein unbekanntes Auto steigt (ich erinnere mich da an diverse erste Kilometer mit Mietwagen irgendwo im Ausland). Elektro ist sowieso ganz anders, weil leise und dann noch Automatik. Dann fahren wir und eine alte Frau irrt auf der Straße herum. Ich steige aus und bugsiere sie freundlich, aber nachdrücklich wieder in Richtung Altersheim, wo ihr auch schon eine leicht gernervte Pflegerin entgegenkommt, das war wohl das dritte Mal an diesem Vormittag. Ganz eigentlich wollte die Dame mit uns nach Hause nach München.
Wir finden einen Parkplatz am Helmholzplatz. Was wir nicht finden, ist die Karte, die das Auto wieder verschließt. (Stunden später erinnere ich mich erst wieder, wie ich lossprang, weil uns die alte Dame ins Auto laufen wollte, da ist sie wohl irgendwie mit rausgefallen.) Aber das wurde per Hotline relativ flott gelöst. Vorher suchten wir aber dreimal ratlos alle Taschen durch und erinnerten uns an nichts.

Was ich nicht erwartet hatte, war, dass wir auf Anhieb einen Platz zum Frühstücken fanden. Es war auch höchste Zeit. Für einen Menschen wie mich, der morgens nach Kaffee und Frühstück gut anderthalb Stunden meditative Ruhe braucht, um auf gefahrlosem Betriebslevel zu sein ist “komm, wir schauen mal, wo ein Platz beim Brunch frei ist” so mehr Überlebenstraining.
Aber mir ging es in der Herbstsonne sehr gut, nur der Graf floh irgendwann vor ein paar Kindern, die sich fortwährend laut blökend an ihm vorbei in Richtung Mutter durchrempelten. Wenn sie nicht das taten, kratzten sie mit im Rinnstein gefundenen Glasscherben auf der Menütafel, ein schönes Geräusch.
Dann gingen wir ins Prenzlauer-Berg-Museum in der Dunckerstraße. Das ist sehr empfehlenswert, wenn man wissen möchte, wie Menschen hier früher zusammengelebt haben. Interessant war, dass der Helmholzplatz, zu den Zeiten, in denen diese Region des Prenzlauer Bergs erbaut wurde, Standort eines Ziegelofens war. Nachdem der abgerissen wurde, begann auf dem Platz die Tradition der dort herumstehendenhängenden Säufer, die bis heute besteht.
Wir fuhren zurück und ich nahm noch ein Mützchen Schönheitsschlaf, bevor wir uns für die Oper fertigmachten. Der Graf entschied sich angesichts meines Outfits – Abendrobe, Kollier und große Coiffure, nun doch nicht im Nerdjäckchen loszugehen, zog den Anzug an und und band die Fliege um und so segelten wir zur Straßenbahn. Kurz vor der Oper wunderte ich mich. Der Vorplatz war eine Viertelstunde vor Beginn leer. Ich nahm die Karten heraus, setzte die Lesebrille auf und sah mir das Datum an. Die Vorstellung hatte bereits am Samstag stattgefunden.
Gott sei Dank können wir über solche Karl-Valentin-Szenen lachen.

Plötzlich hatten wir sehr viel Zeit und auch etwas Hunger. Wir überlegten, wir wir mit unserem Wunsch nach Wiener Schnitzel am besten aufgehoben waren. Das Aigner ist ja für mich immer noch durch das Café meiner Studentenzeit überdeckt, das sich am gleichen Ort befand. Im Lutter & Wegner waren wir dieses Jahr schon mal. Ins Borchardt will der Mann nicht rein, aus welchem Grund auch immer und ich habe dort berufshalber ganze Berge von Schnitzel gegessen. Also blieb die Gendarmerie übrig, die der Graf nur als Bargast kannte und ich gar nicht.
Ich spare mir lange Worte über die Gendarmerie. Keine Ahnung, was der Herr Laggner damit für ein Konzept verfolgt. Flapsiger Service, der fast die Gäste umrennt, einen mit “Ah, Generation Facebook!” deklassiert, sobald man sich auf Foresquare eincheckt und einem parallel ein Gericht, ein Drittel teurer als das Schnitzel, als Zwischengang aufschwatzen will. Wahrscheinlich mussten die Scampi weg. Auch wunderbar zu sehen, wie jedes Jahr die totale gastronomische Überforderung am Sonntag abend ausbricht, wenn es der Marathonsonntag war. Wir überlassen den Laden auch in Zukunft wieder den Anzugträgern mit der dicken Hose und ahnungslosen Touristen.
An den Zionskirchplatz zurückgekehrt, tranken lieber wir noch einen netten Absacker im Rebkeller.

Burda 7078

02/10/2014
von kitty
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MMM – Die Zufallstracht

Burda 7078Das Kleid stammt von der Spätherbstnähaktion letzten Jahres. Der Schnitt ist Burda 7078, die weiße Variante gefiel mir ausnehmend gut. (Fotos lassen sich mit anklicken in den Galeriemodus bringen.)
Ein bißchen hatte ich Zweifel, daß das, was an dem sehr dünnen, großen Model gut aussieht, an mir auch funktionieren würde, aber probieren geht über studieren.
Natürlich sollte mein Kleid schwarz werden. Ich hatte am Maybachufer einen dünne, aber sehr fest gewebten Baumwollstoff gekauft, der auch nach dem Waschen noch steif war und raschelte. Das fand ich sehr schön.

Burda 7071

Ich änderte das Übliche: Erweitere den Brustumfang, verlängerte das vordere Oberteil und den Rock und machte die Ärmel weiter, die mir viel zu eng erschienen. Hinten setzte ich Abnäher ein, die es nur beim anderen Modell gab.

Burda 7071Mittlerweile habe ich etwas mehr Übung, hier sieht man recht genau, was nicht stimmt – der Rücken ist viel zu weit und die Schultern zu breit. Ich habe nun mal auf dem Rücken und bis zur Brust die 42, danach wird üppiger.
Mittlerweile gehe ich tatsächlich von der 42 aus und erweitere den Bauch und die Hüften.
Die vordere Verlängerung reicht auch nicht aus und am Rücken hätten 2 cm weggekonnt, wegen des Hohlkreuzes.
Letztes Jahr hatte ich Angst, den Stoff zu verschneiden, weil der kein bisschen nachgibt. Klamotten, die um Rücken und Schulter zu eng sind un dich nicht mal den Arm heben kann, habe ich noch massenhaft im Altbestand (das ist dann aber die 40).

Burda 7071 Burda 7071

Da mir das Schwarz zu kahl erschien, überlegt ich, wie ich es aufpeppen könnte – die üblichen Paspeln waren mir zu langweilig – und kam auf eine rote Borte. Richtige Borten erschienen mir zu kunstgewerblich (außerdem sind sie schwierig in die Kurve einzupassen), daher kombinierte ich zwei Zierstiche miteinander. Das gleiche Muster kam noch auf die Ärmel. Ich verkniff mir, noch eine Runde um den Rock zu machen, denn als ich ein Foto auf Twitter zeigte, kam aus Nähnerdrichtung: “Sieht nach Tracht aus!” So ganz verjodelt wollte ich nicht durch Berlin laufen. Ich machte noch rote Knopflöcher und nahm ein paar Wildwestknöpfe ebenfalls vom Maibachufer.
Burda 7071
Burda 7071Die inneren Nähte versäuberte ich mit rotem Satin und ein Label gab es auch (meistens vergesse ich das).
Burda 7071
Zuerst fremdelte ich mit Schnitt und Dekor, doch als mir einfiel, daß ich den weißen Unterrock, den ich mir für einen Stufenrock genäht hatte, darunter tragen konnte, gefiel mir das besser.
Die Feuertaufe hatte das Kleid bei einem Folkkonzert, in das ich mehr oder weniger durch Zufall geriet. Ich dachte, das Kleid wäre angemessen, aber mir wurde stutenbissig auf dem Klo hinterhergezischt. (Hamburger Umland, die Damen waren samt und sonders in Jeans, Fleece und Steppwesten erschienen.) Das war ein gutes Kompliment, fand ich und mochte das Kleid ab da.

Hier geht es zu den anderen Damen, die ihre Kleider beim Me Made Mittwoch vorstellen.