Freiheit für Grönland, weg mit dem Packeis.
Ich weiß, der ist alt. Und mittlerweile politisch unkorrekt.
Freiheit für Grönland, weg mit dem Packeis.
Ich weiß, der ist alt. Und mittlerweile politisch unkorrekt.
Dazu traf sich die erlesene Gesellschaft der Foodblogger am letzten Samstag.
Und da ich ein ebenso neugieriger wie verfressener Mensch bin, habe ich mich als reine Befindlichkeitsbloggerin einfach drangehangen, hab mir HeMan geschnappt und bin auf den fahrenden Zug nach Hessen aufgesprungen.
Und folgendes bringe ich mit:
* Menschen, die Essen lieben, sind angenehm normal. Und dazu sinnlich und entspannt.
* Nach diversen Partys, auf denen die Damen das Lachsstückchen aus dem Sushi popeln, in zwei Teile teilen und am kleineren mal knabbern, um den Teller irgendwo stehenzulassen, zur Sicherheit kotzen gehen und sich den Rest des Abends an einem Glas Wasser festhalten, war die ausdrückliche Erlaubnis, sich den Bauch vollzuschlagen quasi eine Einladung zu einer Orgie.
* Fleisch von glücklichen Tieren macht glücklich. Vor allem, wenn es sich um so archaische Zubereitungen wie Tartar (molekular: Dekonstruktion vom Rind) oder Blutwurst handelt.
* Auch Fisch, von dem nur der Kopf und der Schwanz abgeschraubt werden, ist köstlich – in diesem Fall handelt es sich um Kieler Sprotten aus dem Holzkästchen.
* Äbbelwoi, oder wie sich das Getränk auch immer schreibt, ist sehr speziell. Aber grüne Sosse!!!! Und die in einem Risotto. Ganz großes Kino. Von diesem Geschmack werde ich noch lange träumen.
* Lange nicht mehr so viel und durcheinander getrunken. Und trotzdem war ich in einem guten Zustand. Nicht dieser Kommunikationssuff nach dem Esen, wo einen die Cocktails irgendwann niederschlagen, sondern so ein genüßlicher Spiegel von Angeheitertsein.
* Für den Saumagen und die Weißwürste sind wir leider zu früh gegangen. Was hätt ich auf den Saumagen noch an Obstler kippen können.
* Das Erlebnis war Frankfurter Kranz, eine der meistgehaßten Torten meiner Kindheit. Trocken und fett zugleich, bröselig und zu mächtig, dazu fast geschmacklos. Und hier! Ein federleichter Bisquitteig, durchzogen von Johannisbeergeleeadern, auf denen leichte, schaumige und angenehm süße Buttercreme lagert, eingehüllt von karamelisierten Nuß-(Mandel-?)splittern. Zumindest unser Tisch hatte das dringende Bedürfnis, den Kuchen mit den Fingern zu essen.
Und ich hoffe, das Foto, das so aussieht, als würde ich am Finger eines Herren lutschen und HeMan sieht lächelnd dabei zu, wird nicht veröffentlicht.
* Über den Sinn des Foodbloggens geredet. Hier findet lebendige Küche statt. Kochsendungen unterstelle ich nach wie vor Pornofunktion. Wir sehen uns sabbernd die Zubereitung eines Menüs an, um dann eine Pizza in die Mikrowelle zu schieben.
Wie wenig Wissen gibt es überhaupt noch über schlichte normale Küche gibt, zeigt das Beispiel Grießpudding.
* Fazit: Ich koche zu wenig. Ich weiß, daß ich am Herd ziemlich gut bin, aber mir fehlt das Training. Und die Braten meiner Großmütter und der Streußelkuchen meiner Tante, die gehören leider einer untergehenden Kultur an. Wer bäckt heute noch regelmäßig ein Blech Kuchen oder macht einen Sechspfundbraten?
Es war schön, euch zu treffen! Dank an den Wirt. Wir sind nächstes Jahr wieder dabei.
* Ach so: Handkäs. Der muß laufen, dann ist er gut.
Bei längerem Alleinsein neige ich zu sonderbaren Handlungen. Gestern zum Beispiel stand ich zehn Minuten auf einem Feldweg, das letzte Gehöft einen Kilometer hinter mir, das nächste Dorf noch weit weg, die Schuhe im Schlamm und hörte zu, wie mir der Regen auf den Kopf fiel.
Heute lief ich einen menschenleeren Strand entlang und hatte Musikhörstöpsel in den Ohren (das mag ich ja sonst gar nicht). Wenn die Musik gut war, dann sang und brummte ich mit (das macht sich mit einer Bronchitis besonders gut) und irgendwann ging es mit mir durch. Ein schwarzes Daunenjacken-Michelinmännchen mit Wollmütze und Wanderstiefeln tanzte den Strand lang.
Meine Wirtinnen, zwei riesengroße alte Lesben, machen sich Sorgen, ob mir das Quartier gefällt. Fünfzig Meter von meinem Fenster wird gerade der Dachstuhl für das nächste Haus aufgesetzt. Morgens um halb Acht fängt das Hämmern an. Ich kann sie beruhigen, ich brauche weder eine anderes Zimmer noch einen Preisnachlaß. In meinem Kreuzberger Quartier fährt ab sieben Uhr die Müllabfuhr mit unerträglichem Tonsignal rückwarts im Schritttempo durch die Toreinfahrten. Was soll da ein bißchen Gehämmer? Außerdem kann ich am Schreibtisch sitzen und zusehen, wie ein Reetdach aufgesetzt wird, das ist doch spannend. Leider ist es noch zu kalt, im Sommer hätten die Jungs weniger an…