27 Pläne

Wann immer es nötig ist, sollte man weißes Papier mit Worten füllen.
Der Graf und ich planten gestern die Zukunft auf der Basis der Vergangenheit unter Beachtung unserer Wünsche.
Man sollte das öfter tun. Bucket Lists aufstellen, Pläne und Wünsche detailliert visualisieren. Es bringt einen näher an das heran, was man tun möchte und es verhindert die reuigen „dazu ist es zu spät“-Momente.

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26 Nicht mein Tag

Ich stand früh auf, denn ich hatte schon kurz nach 9 Uhr in Charlottenburg zu sein. Da ich mit dem Fahrrad fahren wollte, hieß das mindestens 2 Stunden vorher den Kreislauf zu stabilisieren.
Doch der Tag begann nervig: Der Hinterreifen war platt. Ich wechselte aufs Auto, Straßenbahn + S-Bahn wäre zwar auch gegangen, aber ich hatte noch zwei weitere Termine danach, die 3 oder 4mal Umsteigen bedeutet hätten.
Ich stellte  mich hinten im Stau zur Umfahrung der Invalidenstraße an, zwei Minuten später signalisierte mir das Auto: „Übrigens, du fährst auf Reserve…“ Meh! Die Termine waren echt eng gestrickt, in der Innenstadt gibts so gut wie keine Tanken, zumindest keine, die auf meinem Weg lagen.
Fast pünktlich beim Doc angekommen, nur noch Parkplatznahkampf. Aber ich weiß noch immer die Geheimtipp-Parkplätze in der Umgebung vom Olivaer Platz. Dann eine Redestunde, die mal wieder ziemlich ans Eingemachte geht. Das war lange nicht mehr so, ich konnte ja vornehmlich Erfolgsmeldungen hinterlassen. Aber da gibt es Alpträume, heftige, fiese Alpträume, die sich beim morgendlichen Aufwachen fortsetzen.
Dann weiter zum Bauhaus an der Nürnberger. Ins Parkhaus der Hölle einfädeln. Das einzige Parkhaus, das genauso so unübersichtlich und eng war, war das des Palast-Hotels neben dem Berliner Dom und das ist seit 10 Jahren abgerissen. Die Vorhänge in Beige und Pink zurückgeben, die wir optimistisch getestet hatten. (Seit einem Jahr auf Vorhangsuche. Stoff und Hersteller sind klar. Nur die gewünschte Farbe – Kinosesselrot – gibt es einfach nicht.)
Dann ab nach Wilmersdorf, zu einem nicht funktionierenden Computer einer Bekannten. What the fuck hat Alice da wieder gemacht? Am Laptop lag es nicht. (Den übrigens eine dicke Staubschicht zierte. Ja, es gibt Frauen meines Jahrganges, die einen Computer und das Internet nur nutzen, wenn es der Arbeitgeber von ihnen verlangt.) Nachdem ich, im Flur auf der Erde rumhockend, den Router auf Lieferzustand zurückgesetzt und alles wieder neu eingegeben hatte, funktionierte das Internet, aber das Telefon nicht mehr. Das wäre aber nicht so schlimm, meinte die Bekannte. Sie werde einfach warten, bis es wieder ginge. Kann man machen.
Zum Auto zurückgekehrt, hatte irgendein Vollidiot in einer riesigen Feuerwehreinfahrlücke so blöd gewendet, dass er den Lack seines Fahrzeugs an der Seite des ehrwürdigen Gefährts des Grafen hinterlassen hatte. Entweder der Typ war blind oder war mit einem 20Tonner unterwegs.
Ich gondelte zurück und musste mich erstmal schlafen legen…

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25 Kleine Zäsur

In der Mitte der Woche stehenbleiben und sich einmal im Kreise drehen. Sichten, was im November auf mich zukommt.
Vortrag, Äpfel sammeln bei La Primavera, die Existenz weiter sortieren für die nächsten zwei Schritte, mental winterfest machen, er kommt ja nun unweigerlich. Schreiben. Wäre gut. Zwei Themen hätte ich auf dem Tisch. Amazon- oder eBook-Vertrieb würde ich in Betracht ziehen. Der Graf kann schließlich feine Bücher machen, ob elektronisch oder Papier. Ich sehe das erst mal als erweiterte Handouts für den Job, um den Druck (auf mich natürlich, hat nichts mit Print zu tun) rauszunehmen.

Dann gab es noch eine entzückende Begegnung der dritten Art. Ich war seit Monaten an einem kleinen Projekt beteiligt. Spaß gegen kleine Aufwandsentschädigung. Die Dame, für die wir (eine Freundin und ich) das taten, hat eine für mich recht aufreibende Art, weiblich zu kommunizieren. Hintenrum, ohne zu sagen, was sie will und was sie nicht will, mit Zusagen, ohne die Absicht, sie einzuhalten und „übersehen“ von Informationen, um ihr nicht ausgesprochenes Ziel zu erreichen. Lange hatten wir nur ein blödes Gefühl mit ihr. Wir fragten uns auch immer wieder, ob wir nicht abbrechen sollten, denn sie schien ein unsicherer Kandidat. Fragten auch sie konkret, ob sie das jetzt so will, wie wir es ihr lang und breit vorgestellt und ihr vorgeschlagen haben. Ob sie die Aufwandsentschädigung ok. findet. Sie sagte, Geld spiele keine Rolle, sagte zu allem Ja, gab sogar eine Unterschrift. Vier Wochen später meldet sie sich, justament am Abend unseres Produktionstages und weiß angeblich nichts davon, dass wir die Arbeit gerade abgeschlossen haben. Das kann ich aushebeln, sie hat den Termin von mir per Mail Wochen im voraus bekommen. Sie sichtet das Projekt und ist der Meinung, so will sie es nicht. Kann aber auch nicht sagen, wie sie es will. Sie bekommt eine Frist, um noch mal zu sagen, was sie nun anders will. Statt dessen wendet sie sich an die Bekannte, die die Geschichte vermittelt hat und beklagt sich. Sie hätte erwartet, das wir die ganze Geschichte umsonst machen. Wir würden eine arme alte Frau, die gerade persönliche Probleme hätte, abzocken. Die Bekannte droht nun mit Kündigung der Freundschaft zur anderen Beteiligten. WTF? Wenn ich was hasse, dann ist das diese intrigante Tour, über vorgespielte Schwäche und Lügen Vorteile zu erlangen und sich Dingen nicht zu stellen. Wi-der-lich! Solche Leute sind giftig. Ok., die Sache ist abgehakt. Ich habe eine kleine zierliche Voodoopuppe mit rostigen Nadeln gespickt.

Ja und das wars dann auch für den Tag…

PS Die Mädchenmannschaft hat gerade ein ähnlich gelagertes Kommunikationsproblem. Man kann es auch Diskursmacht nennen, wenn man alle in die Flucht gelabert hat. Schade, sehr schade. Aber die Damen sind jetzt ja unter sich.

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24 Was zum Feiern

Schon schlimm, wenn man Ende 40 ist und nach einem eigentlich gar nicht so großen Alkoholexzess am nächsten Tag das Gefühl hat, dass die Welt 1 Meter 50 hoch und mit grauer Ölfarbe gestrichen ist. Gegen Abend waren die normalen Dimensionen wieder da und es ging weiter.
Der Herr Lucky hatte Geburtstag und wir fuhren nach Kreuzberg, um ihm zu huldigen. Was hieß, wir kamen in Herden, produzierten Herzchensprechblasen in Richtung des Geburtstagskindes, leerten viele Flaschen, fraßen den Gorgonzola Club kahl und qualmten ihn zum Ausgleich dafür blau. Er wird übrigens von Jahr zu Jahr attraktiver, der Kerl und es wird Zeit, dass wir ihn unter die Haube bringen. Ist ja nun im besten Alter.

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