01.12. 2022 – Letzter Monat

Jetzt ist dieses Jahr fast vorbei. Es wurde langsam kalt und wird übernächste Woche noch kälter und die Sonne ist den kurzen Tag über nicht zu sehen.
Nachdem der Schock verwunden ist, geht es an die Organisation von Ersatz oder vielleicht doch Reparatur fürs Auto. Leider gibt es in diesem Fall kein Rundum-Sorglos-Programm einer Versicherung. (Es ist unwahrscheinlich, daß der Truck gefunden wird. Bei solchen Sachen bleibt man auf den Problemen sitzen, es sei denn, man hat eine Vollkaskoversicherung, was für ein gebrauchtes Auto etwas übertrieben ist.)
Damit beschäftigten wir uns den ganzen Vormittag bisher ohne greifbares Ergebnis.
Nachmittags holte ich Holz, goß die im kleinen Haus untergestellten Blumen und flauschte die Katzen besonders intensiv. Denn die schwarze Katze mit den weißen Pfötchen, die die junge Familie vor fünf Jahren mit dem Haus übernommen hatte (eine Nachbarschaftskatze, wie sich irgendwann herausstellte, sie kam nie ins Haus, schlief aber vor der Tür in einem Häuschen), war gestorben. Das Kind und das Enkelkind haben Miezi heute Nachmittag im Garten beerdigt. Die Nachbarn sagten, sie war schon ziemlich alt, über 15 Jahre und dafür sah sie sehr gut und fit aus.
Hachseufz, das fühlt sich alles nach Karmaknoten an.

30.11. 2022 – Runterkommen

Morgens drei Stunden geschlafen, um die Mittagszeit noch mal eine gedämmert, ich habe so gar keine Übung mehr im Nacht durchmachen.
Der Tag war kalt, nieselig und düster. Ab der Dämmerung konnte ich dann noch einmal ein paar Stunden schlafen.
Das Adrenalin mußte erstmal raus.
Fun Fact: Mein Fitnesstracker gibt mir höchste Streßwerte wenn Besuch da ist. Wenn es uns auf der Autobahn zerlegt und die Polizei sagt, wir hätten großes Glück gehabt und wir uns den Rest der Nacht um die Ohren schlagen, um zurückzukommen, sind die Streßwerte nicht so hoch.
Allerdings bin ich auch nicht gefahren. Der Graf ist ein tapferer Held.

29.11. 2022

Gott würfelt nicht, er legt LKW-Räder auf die Autobahn.
Menschen heil, aber etwas verschreckt, Transporter überhaupt gar nicht.
Nach 24 Stunden auf den Beinen geht es jetzt ins Bett.
Man erlebt ja sonst nüschte hier.

28.11. 2022 – Montag ist kein Schontag

Es war Ostwind aufgekommen, aber die Temperatur hielt sich noch.
Auch wenn nicht viel davon zu sehen war, ich habe heute einiges erledigt.
Zuerst ging ich auf den Dachboden und machte ein Loch in der Dämmung über der Küche zu. Das war zuallererst akustisch zu merken, in der Küche hörte man die Bäume nicht mehr so laut im Wind rauschen. Weil ich einmal oben war, schaute ich noch hier und da nach dem rechten. Ich stieg sogar in die zweite Ebene hoch, da bin ich selten, der Einstieg über die Leiter ist eng und manchmal muß man über Balken balancieren. Was ich nur einmal für zwei Meter tat, ich bin ja ansonsten nicht verrückt.
Nachmittags räumten wir kurz den Gartensalon um und luden die letzten Kisten aus Berlin ab. Jetzt müssen sie nur noch ausgeräumt werden. Diesbezüglich lese ich mich gerade in das Thema „Ordnung schaffen bei Tupperware“ ein, denn es ist da nochmal ein ganzer Sack angekommen.
Ich hing noch Wäsche in den Wind, die kann über Nacht trocknen und brachte einen Sack Laub zum Kompost. Dann war es auch schon wieder Zeit, zum Yoga zu fahren.
Anschließend kaufte ich ein. Meine Omma erzählte vom Krieg, ich Omma werde hoffentlich nur davon erzählen, wie ich einmal in der Woche im Supermarkt Schnappatmung beim Ansehen der Preisschilder bekam. Mein Käse (Gouda mittelalt, großes Stück) hat seinen Preis seit dem letzten Jahr verdoppelt. Die H-Schlagsahne dürfte ihn seit kurzer Zeit vervierfacht haben, wenn mich nicht alles täuscht. Wir leben in verrückten Zeiten.
Abends strickte ich mit einem Hörbuch auf den Ohren und jetzt mache ich mir noch Frühstück für morgen, denn der Wecker wird so früh klingeln, daß ich dazu nicht in der Lage sein werde.