Prokrastination für Fortgeschrittene

Immer mal wieder überkommt mich der Gedanke, daß ich morgens einfach nicht aufstehe, höchstens um alle Telefone endgültig zum Schweigen zu bringen. Daß ich mich ausschlafe, um dann in aller Ruhe in einem Straßencafé zu frühstücken, die Zeitung zu lesen und zu überlegen, was ich als nächstes tue.
Vielleicht auf eine Wiese legen und noch etwas schlafen. Oder lange in einem kühlen See schwimmen, bis mich die Haubentaucher für einen Wasservogel halten und knapp neben mir auftauchen. Dann durch eine Stadt flanieren, ohne Ziel. Etwas essen. Leicht und würzig, dazu Weißwein.
Dann ein kurzer Nachmittagsschlaf in einem kühlen Zimmer mit weißen Vorhängen. Vielleicht mit jemand zusammen, der warme, glatte Haut hat und gut riecht.
Und weiter reicht die Phantasie gar nicht. Nur für den Wunsch nach dem Befreiungsschlag: Keine Mails checken. Niemandem einen Rückruf versprechen. Nicht fassungslos vor Vergessenem stehen. Keine Bilanzen, keine Kontostände, keine Termine, keine toDo-Listen, keine Korrespondenzstapel.
Ich bin so müde, so müde.

Auch das noch:

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  • Borrowed TimeBorrowed Time Ein Tag auf der Charlottenburger Dachterasse. Eher ein halber. Dann hatte mich die Müdigkeit wieder eingeholt. Die Kundschaft war […]
  • Risiken und NebenwirkungenRisiken und Nebenwirkungen längerer Blöcke zusammenhängender Freizeit sind nicht zu unterschätzen. Ich bin immer noch unverschämt entspannt und erlaube mir […]
  • 25.11.1125.11.11 Noch ein ganz früher Morgentermin auf dem Amt. Leider hatte die Frau, bei der ich den Termin hatte, vergessen, ihn einzutragen. Wir […]
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6 Gedanken zu „Prokrastination für Fortgeschrittene

  1. …ähem. Was genau spricht dagegen?
    Das bissel müdigkeit…?
    Die ist doch nur zeitweilig.
    Sonst wär ihre großartige fantasie ja mit eingeschlafen.

    Die scheint aber recht aktiv an den seilen zu zerren…

  2. REPLY:
    ich habe es gestern getan. weil ich nicht weiss wie sowas geht musste ich ein buch mitnehmen und länger als eine stunde habe iche s nicht ausgehalten. danach geriet ich in hyperaktionismus und finag an zu putzen vor aluer schelchtem gewissen… aber warum nicht… ein halber tag… der mensch braucht seine ruhe um kraft zu sammeln.

  3. Also ich kenne ja so einige lustige Fremdwörter… aber ich gestehe, Prokrastination musste ich nachschlagen ;):
    „Aufschieben (auch Prokrastination, Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub) ist eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben. Aufschieben ist jedoch auch eine wichtige Kulturleistung, eine traditionsreiche Strategie.“ Quelle: Wikipedia.
    Und das obwohl die allseits ‚beliebte‘ Aufschieberitis auch bei mir ein zwar nicht gern aber häufig gesehener Gast ist ;)…
    Aber tststs, was muss ich da lesen… Aufschieben als wichtige Kulturleistung… also SO hab ich das noch nie gesehen ;)…
    Das nächste mal, wenn mich jemand fragt, wann ich endlich etwas erledige werde ich sagen: „Ich betreibe Prokrastination! Das ist eine wichtige Kulturleistung!“ Ich wette, dann ist erstmal ruhe ;)…
    Viele Grüße
    Aurisa

  4. Mach es einfach mal genau so. Zum einen geht deswegen garantiert nicht die Welt unter. Zum anderen fehlt Dir sonst irgendwann am Ende Deines Lebens dieser eine Verwöhungstag in Deiner Bilanz.

  5. diese woche mach ich es. einen tag lang. versprochen.

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