09.05.2019

Ein voller Berlin-Tag. Morgens mit dem Besuch besprochen, wann und wie sie wiederkommen wird, weil sie Teile des Sommers in Berlin verbringen will.
Mit dem Grafen in die Chausseestraße zum Optiker gefahren und die neue Lesebrille abgeholt. Es ist das gleiche Gestell, wie ich es 12 Jahre hatte, nur diesmal in dunkelblau.
Nach der Rückkehr die Sachen für die Rückreise zusammengepackt und mit einem Einschreibebrief vom Grafen und dem gelben Zettel zur Post gepilgert. Es kam tatsächlich die PIN vom Onlinebanking und keine andere Nettigkeit.
Dann nach Oranienburg gefahren, um das Enkelkind von der Kita abzuholen. Sie findet Bus fahren immer super, aber diesmal wuchs es sich zum Abenteuer aus. Eine Viertelstunde warten war eingeplant, hier fährt der Bus in der Hauptverkehrszeit nur zweimal die Stunde. Der Verspätungsmelder in Google Maps gab 10 Minuten Verzug an. Wir spielten noch etwas auf einem kleinen Spielplatz und positionierten uns dann rechtzeitig. Es begann zu regnen. Wir hatten weder Regensachen noch Schirm dabei. Der Bus kam nicht. Es begann stärker zu regnen. Es gab kein Wartehäuschen und die nächste Unterstellmöglichkeit war so weit weg, daß ich mit Kind, einer Reisetasche und zwei Handtaschen nicht so schnell hätte losrennen können, als das der Bus nicht womöglich vorbei fährt. Aber der Bus fiel aus. Der nächste sollte in einer Viertelstunde kommen. Ich legte dem Kind ein Shirt aus meinem Gepäck als Kapuze um und suchte nach der Taxirufnummer. Es gab nur die Rufnummern von Taxibetrieben für Vorbestellungen.
Als der Bus kam, hatte der Regen grade aufgehört und wir waren gut naß. Ich versprach bei Ankunft zu Hause Badewanne und Kekse. Als wir um die Ecke bogen, kam uns das Kind schon entgegen, das früher gekommen war und uns vermisst hatte.
In der nächsten Stunde saßen Mutter und Kind in der Badewanne und ich auf dem Hocker daneben und wärmte mich auf. Das war wirklich ein schöner Moment.
Wir spielten noch etwas, es gab das Großereignis, daß rechtzeitig nach dem Töpfchen gerufen wurde und nichts naß wurde. (Windeln werden langsam uncool für Ü2-Mädchen.) Dann brach ich rechtzeitig zum Bus auf, denn abends ist der womöglich zu früh dran. Aber weit gefehlt, er kam eine Viertelstunde später.
Bis zur Abfahrt des Zuges, in dem der Graf schon sitzen würde, hatte ich anderthalb Stunden Zeit. Ich ging zu macdo und schlug die Zeit mit Essen tot. Ein Busfahrer kam herein und plauderte mit den Damen vom Burgergrill. Er sprach von zwei Brückenbaustellen auf der Strecke und daß diese den gesamten Verkehr aufhalten würden.
Kurz nach acht Uhr stieg ich in den Zug und fuhr mit dem Grafen nach Norden. Es war maienkühl und sehr dunkel, als wir aus dem Auto stiegen. Die Frösche quakten und es roch nach feuchtem Gras, Flieder und Kastanienblüten.

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