Tagebuchbloggen – 16. Oktober 2013

So ein Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Tag nicht richtig ausruhen, nicht richtig arbeiten. Ein paar Internetsachen erledigt, mittags noch mal eine Stunde hingelegt und abends zu einer Versammlung gegangen und das Protokoll geschrieben.
Eine gute Gemeinschaft von Frauen bildet sich da grade, die ziemlich viel Feuer im Arsch haben, Ziele haben, was vom Leben wollen und viel dafür tun. „Wer, wenn nicht wir?“ ist das Credo.
Ich merke immer mehr, dass ich – während ich früher definitiv besser mit Männern konnte – zunehmend gern mit Frauen zusammenarbeite. Ich habe mich verändert, ich bin weiblicher geworden und kopiere männliches Verhalten nicht mehr. Aber auch die Frauen haben sich verändert (oder aber ich suche mir nun die richtigen aus), es geht nicht mehr um „wir sind die besten Freundinnen, sind völlig gleich und machen alles zusammen und wehe eine tanzt aus der Reihe!“ oder um diese intriganten, verdeckt aggressiven Hintenrum-Sachen. Absprachen sind klar, Reviere sind abgesteckt, Interessen und Konflikte werden offen verhandelt, auch wenn es kracht. So macht das Spaß.
Ich habe noch mal über die „20 Sachen über mich“-Sache nachgedacht. Dass hier so viel Aufsehen erregt wird, liegt m.E. in dem Effekt, dass bei 20 Punkten und dem Zeitdruck des Netzes ab Punkt 10 oder 11 selbst in Blogs selten öffentlich gezeigte Identitätsanteile das Wort ergreifen und man Sachen rauslässt, die sonst maskiert werden. Das ist ein Seelenstriptease.

Auch das noch:

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5 Gedanken zu „Tagebuchbloggen – 16. Oktober 2013

  1. Über die 20 Fragen habe ich auch nachgedacht. Und obwohl ich dir darin zustimme in Sachen ’selten öffentlich gezeigte Identitätsanteile‘ (wunderbare Formulierung, übrigens), den Seelenstriptease unterschreibe ich nicht. Das Ding bringt einen in die Selbstreflexion – ich glaube, das ist es, was daran interessant ist, für Leser wie Schreiber. Und daß die Aufforderung nicht eng gefasst ist, man ist ganz frei darin, über welche 20 Dinge man erzählen möchte. DA liegt für mich auch das Spannende, denn welche Auswahl sich findet, erzählt tatsächlich etwas über den Schreibenden.

    • Nein, ich finde es nicht uninteressant, im Gegenteil. Ich finde es eher leicht beängstigend, es berührt mich zu tief.
      Ich kenne die Technik schnell viel über sich zu sagen oder zu schreiben als Trick, um fix an die Dinge heranzukommen, um die es tatsächlich geht.

  2. Ich muß gestehen, ich verstehe nicht. Trick um an etwas heranzukommen? Hilf mir bitte von der Leitung. :)

    • Setze jemanden unter Druck, möglichst schnell ein leeres Blatt mit beliebigen Aussagen über sich zu füllen und bald spricht sein Unbewußtes.

  3. Ah, jetzt ja. :)
    Läßt sich aber doch durch Erfahrung unterlaufen: Schreiben, liegen lassen, schlafen. Morgens nochmal durchsehen bevor man es abschickt. Mache ich bei sowas immer so.

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