Socialising

Ich bin gestern gefragt worden, ob ich denn nicht meine früheren Pisten-Erfahrungen auf eine zukünftige Partnersuche übertragen könne. Beäugen, aufmerksam machen, giggelnd mit den Freundinnen in der Ecke stehen und Typen auswerten, flirten, wieder zurückziehen, furchtbar unsicher sein, ob es das jetzt ist und noch unsicherer, ob es wirklich so gemeint ist, mehrgleisig fahren, eifersüchtig sein, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.
Was soll ich sagen. Ich habe gar keine Pistenerfahrungen.
Auf dem Gymnasium war ich die erste, die einen festen Freund hatte und das bis kurz vorm Abitur.
In meinem Landarbeiterinnen-Jahr verboten sich die Männer von allein. Die halbwegs intelligenten und gutaussehenden waren in festen Händen, vor den anderen nahm man besser die Beine in die Hand. Am Theater war ich eine der Jüngsten und arbeitete dann, wenn andere flirteten. An der Uni war ich eine der Älteren und konnte die ganzen grünen Jungs nicht ernstnehmen.
Die Männer, mit denen ich lange zusammengelebt habe, haben mich in zähem Kampf erobert. Der letzte war die absolute Ausnahme, da habe ich gekämpft.
Ich finde dieses ganze Verlieben-oder-nicht-Theater eher stressig und schmerzhaft als angenehm. Schon beim Gedanken daran sträubt sich mir das Nackenfell und ich bekomme Schnappatmung. Nicht umsonst finde ich Heiratsvermittlung eine zu Unrecht in Verruf gekommene Tradition.
Um das mal kurz zusammenzufassen: ick weeß nich.
Zudem ich gestern in einem Forum einen ewig langen Tread zum Thema Dating las, der mich nur zu einem Schluß brachte: Männer sind geile Schweine und Frauen haltlose Hühner. Und was wollen Hühner und Schweine miteinander?

Auch das noch:

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16 Gedanken zu „Socialising

  1. rummachen, was sonst?!

    ich las mal vor vielen jahren ein interview mit k. witt in dem sie auf bert brecht verwies – ich weiß nicht mehr genau in welchem detail zusammenhang – und sinngemäß äußerte, dass vor der partnerwahl der sex komme. wäre ja blöd, wenn man sich erst verliebt, und dann merkt, dass das im bett auf ’ne fehlzündung hinausläuft. fand ich logisch und habe mich seitdem daran gehalten (im prinzip war es auch vorher schon so). als resümee wage ich zu behaupten: diese verbindungen sind wesentlich stabiler als der „romantische“ einstieg. ich bin seit meinem 15. lebensjahr schätzungsweise 3 jahre solo gewesen. insgesamt. in 27 jahren.

  2. REPLY:
    nee, romantisch bin ich auch nie eingestiegen, auch wenn das so klingen mag. die eroberung fand eher in der richtung satt, daß ich mich von den partnerqualitäte desjenigen überzeugen ließ. die liebhaberqualitäten waren da schon bekannt.

  3. REPLY:
    ach so und brecht hat gesagt „erst kommt das fressen und dann die moral“ oder gibts da noch eine andere äußerung?

  4. Das kommt mir bekannt vor. Ich kann das auch gar nicht. Ich bin nicht flirty. Ich war immer entweder in festen Händen oder bin in den nächsten Mann hineingestolpert. Das „Geschäft“ des Dating ist mir fremd. Ich beneide manchmal die Frauen, die das beherrschen. Es muss die ganze Sache etwas einfacher machen, denke ich mir.

  5. Trällert: „Es ist so schön, ein Schwein zu sein. es ist so schön, ein Schwein zu sein. …“
    Ich bin ein geiles Schwein.
    Schreib das jetzt 500x an die Tafel mit roter Kreide!

    Aber nein. Ich bin ein Eber!

  6. Nee Kitty,

    irgendwann ist man in einem Alter, da geht die Romantik erst mal flöten (ich glaub auch nicht mehr so recht dran).

    Einfach treiben lassen ist manchmal besser. Gib den mutigen Männern eine Chance…teste aus, mach Bekanntschaften.

    Brecht war eher ein Mann für viele Frauen, ob das dein geschmack ist?

    V.

  7. REPLY:
    Brecht? definitiv nein.
    ich halte ihn nach wie vor für einen frauenausbeuter ersten ranges.
    oder besser formuliert: ich ließe mich ungern ausbeuten.

  8. REPLY:
    anmachsprüche.oha. da bin ich auch unterbelichtet.

  9. REPLY:
    wie gesagt: ick weeß nich.
    vielleicht gibt es dem geschäft was amüsantes. hm.

  10. REPLY:
    ehrlich gesagt, fand ich das verhalten der hühner in dieser community viel viel anstrengender.

  11. REPLY:
    ich schätze mal der hat ein seinem leben viel geäußert, wenn der tag lang war …

    [ich habe echt keinen schimmer]

    p.s.-btw.-usw.: anmachsprüche sind ja meist etwas … naja. am wochenende habe ich im fernsehen folgenden gehört: „deine augenfarbe paßt gut zu meiner bettwäsche.“ oha, recht gelungene gratwanderung. und die frau war locker über 50.

  12. REPLY:
    für einfach so kennenlernen bin ich zu schüchtern.

  13. Dieses allgemeine Paarungsverhalten ist mir fremd. Dies Rituale des Datings noch viel mehr. Ich habe sie auch nie begriffen. Vermutlich ist da auch nicht viel zu begreifen.
    Ich lerne einfach so kennen.
    Über den Beruf, über Freizeitbetätigung.
    Ob das flirty ist, ob da Hintergedanken sind, keine Ahnung.

  14. REPLY:
    sondern einfach Menschen interessant finde.
    das ja, aber es dauert, bis ich menschen meine nähe lasse.
    wobei ich nicht auf der suche nach einem gefühl bin, das ist ohnehin zu flüchtig. ich suche einen menschen, in dessen nähe ich mich wohlfühle und umgekehrt. und ich will mit der suche nicht den rest meines lebens zubringen. dazu habe ich zu viel andere interessen.

  15. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht die Liebe suche sondern einfach Menschen interessant finde.
    Ich glaube auch, dass die Liebe einen findet.
    Sobald man sie sucht, verschwindet sie, wie Nebel oder ein Regenbogen.

  16. Ein Kollege sagt, er hätte gute Erfahrung mit einer Partnervermittlung gemacht, einer soliden.
    Der ist auch ein zurückhaltender, ganz lieber.
    Und jetzt wieder verheiratet.
    Versuchen kann man es ja mal.

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