Metamorphosengefahr

Gestern in X-Berg. Ich reite im Halbdämmer mit meinem roten Nuttenauto vom Hof, fahre langsam aus der Ausfahrt. Rechts neben mir auf dem Fußweg kommt langsam eine junge Frau gelaufen. Als ich halb halb auf der Straße bin, hat sie mich erreicht und es kracht. Sie steht neben mir und schimpft und zetert.
Ich mache die Tür auf. Schon ziemlich geladen. Was los sei, frage ich sie. Ich wäre ihr vor die Füße gefahren und und. Aha.
Und mir bläht und regt sich etwas, das aussieht wie Hulk. Trotzdem steige ich erstmal wieder ein. Fahre weiter. Hulk in mir sagt: he, die Alte hat dir grade ans Auto getreten und dich beschuldigt, sie fast überfahren zu haben.
Rennfahrermäßig schere ich links auf die nächste Einfahrt ein und knöpfe mir mir die Dame noch mal vor. Was das eigentlich solle? Die Antwort ist einfach: Ich hätte zu warten, bis sie vorbeigelaufen sei. Wunderbar, sagt Hulk, bei dem Tempo der Fußgänger in Kreuzberg kannst du gleich im Hof bleiben. Irgendeine Nase mit ziemlich viel Zeit kommt immer vorbeigetrödelt. Und außerdem: Sie hat ans Auto getreten, an den teuren rotgoldenen italienischen Lack mit ihren verdammten Dreckbotten und dich angeschrieen!
Die Logikerin in mir beschäftigt sich indessen mit dem Problem, warum Fußgänger keine Nummernschilder haben und ob ich jetzt womöglich von ihr den Personalausweis verlangen sollte, um sie wegen Sachbeschädigung anzeigen zu können.
Ein paar aufgeregte Frauenphrasen fliegen hin und her und dann kracht es noch mal, sie hat gegen den anderen Kotflügel getreten. Nun übernimmt Hulk das Kommando und startet mit mir durch: Du gottverdammte V…, jetzt reichts!!!
Die Logikerin merkt an, daß man in der Dämmerung weder Kratzer noch Beulen sehen könne und daß es praktisch wäre, sie am Weggehen zu hindern, vielleicht die Schuhe wegnehmen bis die Sache geklärt ist…
Icke selba hab Lust, ihr einfach eine zu knallen für die Unverschämtheit und es dabei zu belassen.
Hulk meint: Prima, mach ich. Ich schmeiß die Alte auf die Erde, zieh ihr die Schuhe aus und dann hau ich ihr mal richtig eine rein!
Schluß, jetzt reichts! Meine Vernunftanteile ziehen die Reißleine, bevor sie völlig überstimmt werden. Du steigst jetzt sofort ins Auto zurück, beruhigst dich und tobst dich in der Muckibude aus.
Großstadt kann anstrengend sein.

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7 Gedanken zu „Metamorphosengefahr

  1. oh ja. zuschlagen. fresse polieren. einmal den stiefel im arsch versenken. ohr zwirbeln, arm auf den rücken drehen. hand in die haare und die fresse paarmal richtig tief in die schmutzpfütze gedrückt. manchmal hilft nur das. scheißzivilisation.

  2. glam, das war haarscharf. ich hätte die frau beinahe richtig übel verprügelt. hatte auch noch meine wanderschuhe an und die wollmütze tief im gesicht…

  3. wenn waffenbesitz schon verboten ist, sollte man wenigstens immer etwas sportgerät bei sich führen. einen baseballschläger auf dem beifahrersitz z.B.
    ich hätte die tante umgebracht.

  4. ja vor allem, als ich gestern im sonnenschein die kotflügel begutachtet habe, hätte ich sie umbringen können…

  5. Also, bei mir sind’s die Radfahrer (wobei ich doch selber Rad fahre…), die tun hier so, als gehöre ihnen die Straße und erwarten, daß ich meinen Kommunikator aufklappe und sage: “Beam mich schnell hier weg, Scotty!” Einmal hab ich wirklich einen vom Rad gezerrt… Schreien hat dann aber gereicht.

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