Marx im Kloster

Heute war der Tag der Differenzen. Wie ich schon einmal angedeutet hab, es geht um neue Formen der Erwachsenenbildung. Der Veranstalter dieses Workshops ist ein Institut, dass die Ideen von Danilo Dolci weiter erhält, einem pazifistischen süditalienischen Sozialreformer der 50er Jahre. Der Zeit, in der die Mafia auf Sizillien ihre große Zeit hatte und die Menschen hier bitter arm waren und hungerten.
Es ging heute um theoretische Grundlagen und ich hörte ein Konglomerat aus griechischer Philosophie, Marxismus und 68er-Ideen (Ablehnung von Autorität und administrativen Strukturen, alle Macht den Lernenden, Kommunikation von jedem mit jedem etc.)
In den Methoden kann ich generell folgen. Aber immer wenn es um Bestandsaufnahmen ging, lauteten die Antworten: Wir haben die Wahl, wir können es uns aussuchen. Die erwarteten Antworten waren wahrscheinlich anders.
Der einzige, der berichtete, er könne keine alternativen Bildungsformen anwenden, war ein Türke aus der Gegend von Ankara. Der Tenor aller anderen war: Du hast heute so viele Chanchen und solchen Druck, sie zu nutzen, dass es fast lähmend ist.
In Slowenien, einem Land mit 2 Mio. Einwohnern verlassen jedes Jahr 120 Psychologen die Uni. Die Studierendenrate ist extrem hoch. So viele Akademiker braucht dieses Land nicht, Menschen, die einfache Arbeiten können, werden knapp. Holland kehrt zu klassischeren  Bildungsformen zurück. Lettland bleibt gleich dabei.
Der größte Spaß war, dass unserem Auditorium das Wissen darüber, dass andere Bildungsformen als Frontalunterricht nötig seien, uns im Stil des Frontalunterrichts beigebracht wurden. Es sei einfach effektiver.

Nün ja. Am Abend sang ich dann „In einem kühlen Grunde“ und spielte schön laut „Sonne“ von Rammstein, um Menschen, die kein Deutsch sprechen, Deutschland nahezubringen.

Und sonst? Das Wetter ist super, der Essen sehr gut und die Griechen feiern grade noch eine laute Party mit Tanz.

Auch das noch:

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  • diese niedlichendiese niedlichen kleinen kerlchen wurden schon immer unterschätzt.
  • Um ein HaarUm ein Haar hätte ich bei den Iron Bloggern diese Woche geslackt. Aber nix da. Heute wird geschrieben. Das Ironblogger-Biertrinken am Dienstag mußte […]
  • Frühling in AspikFrühling in Aspik In meiner Familie sterben die Leute am liebsten im Frühling. So kurz nach Mittsommer möchte ich dereinst auch mal den Löffel abgeben. […]
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4 Gedanken zu „Marx im Kloster

  1. Viel Vergnügen, manchmal Inseln der „einsamen“ Besinnung (ich zumindest brauche sowas bei sowas manchmal“), und gutes Essen. Danke für den Bericht. Mema

    • Danke! Ja, einsame Besinnung brauche ich recht viel. Bisher war das schwierig, immer, wenn ich irgendwo strickend und musterzählend saß, sprach mich jemand an. Ein Paradies für Extros, für Intros wie mich recht schwierig.

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