08.07. 2020

Eigentlich ist so ein kühler Tag angenehm. Etwas wärmer in der Sonne, aber nie zu warm und dramatische Wolken. Nur nachts wird es bitter kalt. Ich mag abends nicht unbedingt draußen sitzen.
Ich harkte heute das Gras auf der Obstwiese und meine Leistungsfähigkeit war zunehmend meh.
Das nächste Mal trage ich meinen Urbandoo, wenn ich den ganzen Tag mit Gras zu tun habe. Der Umschwung meiner Allergie von Früh- und Spätblühern auf Gras ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig.
Deshalb war früh Schluß und abends kroch ich nur noch rum wie ein angeschossenes Reh.

07.07. 2020

Vormittags im Strandkorb im Park gesessen, weil dort der beste Handyempfang ist und ein (Gott sei Dank entspanntes und freundliches) Telefonat zum Berlin-Drama geführt. Es herrscht hier der innige Wunsch, es möge endlich vorbei sein. Es klaut einfach nur Lebensenergie. Aber wenn wir Pech haben, begleitet es uns in den nachfolgenden Entwicklungsstufen noch mindestens weitere zwei Jahre.
Wir haben das Gespräch noch nachbereitet und dann gingen wir auf den Boden, um Fotos von zu reparierenden Stellen zu machen. Ich entdeckte endlich die Stelle, die den Wasserfleck an der Decke des Gästezimmers verursacht hatte. Ein aus der Bahn gerutschter Ziegel, unter den bei bestimmter Windrichtung der Regen drückt.
Der Graf bestellte ein Velux-Fenster und schrieb eine Mail an die Versicherung des Herrn mit der Landmaschine.
Dann machten wir uns endlich ans Rasenmähen. Ich vor dem Haus, der Graf auf der Obstwiese.
Um halb sieben waren wir fertig und das war keine Viertelstunde zu früh, danach regnete es sich ein. Bevor der Regen kam, hatte ich noch eine schmusige Mimi auf dem Schoß. Die Sachen mußten sowieso in die Wäsche.
Dann gab es für mich One Pot Pasta und für den Grafen Flammkuchen zum Abendbrot.

06.07. 2020

Ein Tag mit Sonnenschein, Wind, Regen und Gewitter, dramatische Himmel und Regenbogen inklusive. Am Abend hatte es sich sehr abgekühlt.
Ich entdeckte, daß irgendein Vieh die gestern gepflanzten Blumen abgefressen hatte. Kein Wunder, daß hier nur Pflanzen überleben, die entweder giftig, strohtrocken oder stachlig sind. Dann pflanzte ich mit Katzenassistenz Grünkohl und setzte noch längere Stäbe an zwei der Tomatenpflanzen, die riesig geworden waren. Eigentlich sollten beide San-Marzano-Tomaten sein, aber es ist nur eine davon. Die mir als Kürbisse übergebenen Pflanzen sind Zucchini, eine gelb und eine grün. Es werden unglaublich viele, so will es bei Zucchini das Gesetz. Auch die drei Hokkaido-Kürbis-Pflanzen nehmen gerade Anlauf.
Ich floh mit Shawn vor dem Regen und spachtelte in der Treppenkammer Tapete ab, eine Arbeit, die lange liegengeblieben war. Alles schaffte ich nicht, es war anstrengend, über Kopf zu arbeiten. Deshalb wechselte ich dazu, einen Kühlschrank, den wir aus dem Strausberger Lager geholt hatten, zu putzen.
Als die Sonne wieder rauskam, baute ich die erste Rankhilfe aus Bambus und als es donnerte und zu regnen begann, hakte ich noch schnell die Clematis daran.
Ich ging rein und war nur noch müde. Ich beschloß, Schluß zu machen und vielleicht noch ein bißchen zu nähen. Ich duschte und aß etwas. Dann schlief ich im Sessel ein, später wechselte ich aufs Sofa. Der Graf deckte mich irgendwann zu.
Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir noch nach Grimmen zum Einkaufen.

WMDEDGT Juli 2020

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Es ist ein Sonntag. Ich schlief bis halb 9, fütterte die Katzen und komplimentierte sie nach draußen.
Dann legte ich mich mit einer Tasse Kaffee und dem iPad wieder ins Bett. Ich recherchierte nach einer neuen Motorsense. Diesmal wollte ich den deutschen Marktführer zum Zug kommen lassen, aber nicht bei einem Neukauf.
Irgendwann wachte auch der Graf auf und wir begannen gemeinsam den Tag. Es war wie gestern trübe, regnerisch und trotzdem warm. Ab und zu wehte ein starker Wind.
Ich frühstückte, räumte etwas in der Küche herum und schob einen Fertig-Käsekuchen in den Ofen.
Dann lümmelten wir im Herrenzimmer in den Sesseln, lasen etwas und ich begann mit der Vorbereitung für gequiltete Platzdeckchen.
Als der Regen pausierte, spazierten wir runter an den Trebelanleger und blieben dort einige Zeit in Sonnenschein und leichtem Nieselregen. Es war still und friedlich und – für die Jahreszeit ungewöhnlich – Mücken- und Bremsenfrei.
Wie gingen zurück und aßen Käsekuchen. Der Graf ging nach unten in den Gartensalon, um zu lesen und ich begann, Stoff und Stickfaden auszusuchen, schnitt die Deckchen zu und klebte die Schichten zusammen.
Um halb 6 zündete ich den Grill an und deckte auf der Terrasse den Tisch. Wir brieten Würste und die Katzen stritten sich um die Streifchen von der Speckschwarte, mit der ich den Grillrost abgerieben hatte. Aber es reichte für alle beide und unsere Würste machten uns auch satt.
Nach dem Essen gingen wir zum Nachbarn. Wir hatten von ihm vor zwei Wochen jede Menge Bratwürste bekommen, aber noch nicht bezahlt. Dort war in der Küche fröhliches Kinderleben mit Besuch. Auf dem Rückweg flanierten wir noch etwas durch den Park.
Ich saß noch etwas auf der Terrasse, aber Mimi klaute mir den letzten Nerv. Ich jagte sie mindestens zehn Mal vom Tisch.
Dann würde es kühl. Der Sommer ist ja dieses Jahr etwas unterwältigend.
Ich fütterte noch die Katzen und schickte sie raus zum Nachtdienst.
Dann verbrachte ich den Rest des Abends strickend und lesend im Sessel. In einer halben Stunde geht es ins Bett.

Die anderen Sonntage sind hier zu lesen.