Kein Klopapier. Nirgends.

Zu Schlecker-Drogerien hatte ich immer ein gespaltenes Verhältnis. Als diese Läden so ungesichert waren, daß sie auch von den ganz dummen Junkies überfallen werden konnten, die Verkäuferinnen allein im Laden waren  und die Polizei lediglich über die Firmenzentrale rufen konnten, habe ich sie boykottiert. (Ich boykottiere selten.)
Irgendwann gab es aber keine anderen Drogerien mehr in Laufweite. Dann mußte ich wohl. Denn die Preise der Supermärkte waren für diese Produkte von je her indiskutabel.
Jetzt, nachdem sich die Schlecker-Läden in zu vermietende Geschäftsflächen verwandelt haben, ist der nächste Drogeriemarkt jeweils 3 Straßenbahnstationen entfernt und Seife, Zahncreme, Waschmittel etc. gehen zur Neige. Der Rewe in der Ackerstraße hat seine Drogerieabteilung schon aufgestockt und füllt ständig die Regale nach. Klopapier oder Zahncreme Eigenmarke geht ja noch. Aber Markenprodukte? Zu dem Preis? Noch widerstehe ich. Aber wie lange?
Eine Bekannte des Grafen gab letzte Woche bekannt, sie habe zum ersten Mal in ihrem Leben Klopapier im Supermarkt gekauft.
Und ich brauche Feuchttücher, Stofffarbe, Wäschebleicher, Spülmaschinendeo(!) und und und…
Ich sehe immer noch nicht ein, daß die Supermärkte das Rennen um die Ecke rum gewonnen haben.

Auch das noch:

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7 Gedanken zu „Kein Klopapier. Nirgends.

  1. stofffarbe im drogeriemarkt? kaufst du simp.ligüll? würd ich nicht empfehlen. dylon ist deutlich besser und nicht wesentlich teurer (bei se.lgros rd. 6 euro brutto).

    aber du hast recht, die supermärkte gewinnen immer mehr dieser rennen einfach durch ihre schiere größe. (hier aufm nack’chen acker ja sowieso, weil die tanten emmas alle längst ausgestorben sind.) und das ist echt schade.

  2. Ach! Ich hab ja da noch was für Sie – bring ich nachher mit – icksachnur: Hello Kitty!

  3. hab ich auch mal, boykottiert. boykott dann über die zeit wieder vergessen und gelegentlich mit den kassiererinnen ins gespräch gekommen, die über ihren arbeitgeber nur gutes zu sagen wussten, er habe tariflich bezahlt, habe getan was er konnte für seine angestellten, sei flexibel und verlässlich, kein böses wort sollte fallen! die beiden von der hiesigen filiale bleiben jetzt noch höflich, sie erzählen aber schrecklich traurige geschichten aus dem arbeitsamt („ick soll pizza ausliefern, sagt die zu mir, da guck ich sie an und sage: hallo? da sagt sie, was anderes wäre nicht mehr drin für mich, ich solls aufgeben, da musste ich mich hinsetzen und hab erstmal geweint.“) und sagen, sie wollten nichts hören über den schlecker. ist vielleicht bisschen stockholmsyndrom, trotzdem war die loyalität überzeugend, ab da hab ich problemlos dort eingekauft. und warte so dringendst wie du auf die eröffnung irgendeines ersatzdrogeriemarktes.

    • etwas extrem dekadentes. die spüma eines 2-personen-haushaltes möpselt gern mal heftig wegen des in ihr verkleckerten milchkaffees. dieses deo funktioniert tatsächlich, zieht über alles einen leicht chemisch getönten neutralgeruch.

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